Malika Oufkir - Die Gefangene / Ein Leben in Marokko

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Es gibt 3 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von mermaid.

  • Hallo zusammen,


    nachdem ja "Freiheit" in diesem Jahr erschienen ist und ich über das erste Buch von Malika Oufkir
    hier nichts finden konnte, mache ich jetzt einfach mal den Anfang.


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    KLAPPENTEXT
    Mit 5 Jahren wird Malika, die älteste Tochter des Generals Oufkir, vom marokkanischen König Mohammed V. als Spielgefährtin für seine gleichaltrige Lieblingstochter adoptiert. Sie wächst im Königshof in Rabat auf, mit allem, was einer Prinzessin königlicher Abstammung gebührt. Doch Malika fühlt sich in dieser fremden Welt, deren Geheimnisse und Luxus an die Märchen von 1001. Nacht erinnern, nicht wohl: Sie leidet unter der Trennung von ihrer Familie, besonders von ihrer über alles geliebten Mutter. Mit sechzehn Jahren endlich darf sie zu ihren Eltern zurückkehren. Die schöne junge Frau genießt ihr neues Leben, holt nach, was ihr im goldenen Käfig versagt blieb.


    Doch die unbeschwerte Zeit findet ein jähes Ende. Am 16.08.1972 scheitert der Putschversuch ihres Vaters gegen Hassan II. General Oufkir wird standrechtlich erschossen, seine Frau und seine sechs Kinder – das jüngste ist noch keine drei Jahre alt – werden verhaftet. Ein fast zwanzig Jahre währender Kampf ums Überleben beginnt, eine entsetzliche Zeit in dunklen Kerkern und abgeschiedenen Verliesen mitten in der Wüste, wo Hunger und Durst, mangelnde Hygiene, Krankheiten, Einsamkeit und Verzweiflung die Familie in ein menschenunwürdiges Dasein stoßen.
    Malika Oufkirs eiserne Selbstdisziplin und ihr unglaublicher Lebenswille haben die Familie davor bewahrt, in den schweren Zeiten aufzugeben. Heute endlich kann sie ihr eigenes Leben führen – wenn auch mit der bitteren Erkenntnis, um die schönsten Jahre ihres Lebens betrogen worden zu sein.



    DIE AUTORIN
    Malika Oufkir ist 1953 in Marokko geboren. Von ihrem 5. bis hin zum 16. Lebensjahr lebte sie mit der Tochter des damaligen Königs zusammen im Palast in Rabat, bzw. in einem wenig entfernten Kinderhaus der Prinzessin. Mit 18 Jahren wurde sie verhaftet und 20 Jahre lang mit ihrer Familie festgehalten. 1998 heiratete sie in Paris den Architekten Eric Bordreuil. Dort lebt sie seit 1996.


    Dieses Buch hat sie mit Hilfe von Michèle Fitoussi geschrieben.
    Michèle Fitoussi, ist Starjournalistin der Zeitschrift ELLE.


    MEINE MEINUNG:
    Eine bewegende Geschichte, ein bewegendes Buch.
    Die wahre Geschichte von Malikas Oufkir's Schicksal ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ich wurde sozusagen völlig in die Handlung mit hineingezogen,
    so fesselnd kam es rüber. Es gab für mich weder Längen noch unnötige Abschweifungen und trotzdem war es voller Bilder.
    Auch war sehr informativ, da man sich hier auch Zeit für die ganzen politischen und traditionellen Hintergrundinformationen
    nahm und dabei kamen die Emotionen der Gefühlswelt nicht zu kurz, ohne jedoch nach Mitleid zu schreien.
    Verstärkt natürlich durch das Wissen, dass diese Geschichte ein wahres Schicksal beschreibt war ich angetan
    und auch oft überrascht. Überrascht von Grausamkeit, Vergessen und Bräuchen, welche den unseren nicht immer sehr nahe stehen.


    Das dieses Buch erst veröffentlicht werden durfte, als der letzte erwähnte Charakter verschied, zeigt die politische Brisanz
    dieses Buches nur um so mehr auf.


    Für mich ein absoluter Buchtipp allemal, auch wenn das Buch selbst schon ein paar Jahre älter ist. :tipp:


    Deshalb, 5ratten



    Grüssle
    Marion :winken:

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Hm... das habe ich mal vor ein paar Jahren gelesen, leider kann ich mich kaum noch erinnern. Allerdings finde ich diese Bücher über das Leben (der Frauen, aber auch sonst) in islamischen Ländern immer sehr interessant.

  • Das Buch habe ich ebenfalls vor einiger Zeit gelesen und kann apassionata nur beipflichten, dasBuch ist wirklich lesenswert.


    Es war ein ergreifendes Buch. Vom verhätschelten Kind zur Gefangenen, ein schweres Schicksal, bedrückende Erlebnisse und dann endlich die Freiheit.


    Ein Buch das betroffen macht.



    Liebe Grüße


    gretchen

  • Obwohl ich wie gesagt diese Art Bücher sehr interessant finde, stört es mich ein bisschen, das Bücher über das Schicksal von Frauen in arabischen Ländern immer nur die negativen Seiten schildern. Sicherlich gibt es dort aber auch vieles Gutes. Insgesamt sind die Menschen dort doch viel lebensfroher als bei uns im kühlen Norden. Ich kann mich aus meiner Studentenzeit auch an einige Student/innen (konkret z. B. aus Zypern oder aus dem Iran) erinnern, die es hier nicht aushielten und sehr unter dem Leben bei uns litten. Es würde mich überaus interessieren ein Buch zu lesen, das nicht nur (sicherlich berechtigte) Kritik im Sinne hat und das Leben dort aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.