Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 139 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Jaqui.

  • ich häng irgendwie beim guten alten dorian, weiß auch nich so recht. am anfang hat er mir gut gefallen, aber bin vermutlich in eine dieser erwähnten langweiligen stllen gerutscht, und es will einfach nich weiter flutschen, zurück legen und später lesen.

  • @ HoldenCaulfield: Könntest du bitte einen Link zu dieser Urfassung angeben, wäre echt lieb. :smile:
    Also wenn sie erhältlich ist, werde ich sie mir auf jeden Fall kaufen.


    Oscar Wilde ist wirklich klasse! Freue mich schon darauf, in den nächsten Tagen mit "Das Gespenst von Canterville" anzufangen. :klatschen:

  • Ui, die ist aber ein bisschen sehr teuer! :entsetzt:
    Aber wenn es sich um Oscar Wilde handelt, wird es sich gewiss lohnen. :zwinker:


    Vielen Dank für den Link! :blume:

  • Hallo!


    Also ich habe vor kurzem Dorian auch gelesen. Und ich war sehr verärgert darüber, dass mein Buch, weil es so billig war, so viele Fehler enthielt, dass mir an mancher Stelle der Spaß daran vergangen war. Ich find nämlich die Geschichte an sich super und sie ist ja auch sehr berühmt. Und wenn ich jetzt höre, dass mein Buch ja nun auch zusätzlich noch eine "geschnittene" Version ist, dann bin ich sehr gespannt auf die Urversion. Würde mich wirklich interessieren.


    Daher:
    HoldenCaulfield : danke für den Link!


    Liebe Grüße,
    melima

  • @Holden: Diese Urfassung interessiert mich aber jetzt auch. Ich habe die Penguin Popular Classics ausgabe und die sind generell schon alle ungekürzt, aber vielleicht kannst du uns (verspoilert natürlich) ein paar Stellen sagen, die in der Urfassung enthalten sind, in den gekürzten Fassungen aber nicht. Will ja wissen, was für eine ich habe. :breitgrins:
    Dass das Buch ein Skandal war, hat man nämlich so auch gemerkt. Aber je skandalösser, umso besser.

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  • Kann ich mal übers Wochenende rausuchen. (Bloß das mit dme spoiler muss ich mal noch mal anschaun wie das geht ansonsten schick ich dir ne Nachricht bzw jedem der sich dafür intressiert)

  • @ Alle:


    Mich verwundert es immer, in Foren und sonstigen Medien lesen zu müssen, daß Motive in einer Geschichte oder einem Roman älteren Datums heute noch oder bis heute Gültigkeit haben, wenn es doch genau genommen umgekehrt ist. :rollen:


    Der moderne Jugendwahn, seine Negierung von Alter, Vergänglichkeit und Tod und die in der Gentechnik zum Ausdruck kommende Sehnsucht nach Unsterblichkeit verleihen "Dorian Gray" eine neue Gültigkeit und hochaktuellen Bezug zur Neuzeit. In hundert Jahren werden auf dem Klappentext wahrscheinlich Begriffe wie "Prophezeiung" und "Zukunftsvision" stehen, das Stück wird als Science-Fiction-Klassiker gehandelt werden und Literaturkritiker verfassen lange, staunende Traktate über die Frage, "wie zum Teufel Wilde das alles nur habe vorhersehen können...?"


    Sic transit gloria mundi..... :jumpies:

  • Wo wir beim dem thema wären weshalb ein Klassiker er ein klassiker ist... .Den schönheitswahn gibt es ja nicht erst seit der schönheitschirugie. Man dneke an die ganzne Kosagen und korsets in den sich die Damen der feinen Gesellschaft zwängten. Wilde beschreibt ja nicht nur siene Zeit sondern auch Menschliche eigenschaften. Eitelkeit ist eine menschliche Eigneschaft. Und da der Mensch nicht irgendwann verlernt hat eitel zu sein wirkt diese Geschichte so zeitlos

  • Oscar Wilde: Das Bild des Dorian Gray. Gerd Haffmans bei Zweitausendeins.


    in anderen Übersetzungen auch unter dem Titel: Das Bildnis des Dorian Gray.


    Inhaltsangabe:
    Ein 20jähriger Schönling namens Dorian Gray steht im Mittelpunkt dieses Romans. Er wird vom Maler Basil Hallward in einem Porträt festgehalten. Bei einer Malsitzung wird Dorian Gray von einem Dandy, Lord Henry Wotton, der immer einen passenden, oft zynischen, Aphorismus auf den Lippen hat, dazu verleitet, seine Seele für ewige Schönheit zu verpfänden. Nun altert nicht mehr Dorian, sondern sein Bildnis. Dorian führt nun ein "seelenloses" Leben und bringt dadurch allerlei Personen in Schwierigkeiten.


    Bewertung:
    Meine Inhaltsangabe allein wird dem Buch nicht gerecht. Neben Kapiteln, die sich so spannend lesen lassen wie bei Dr. Jeckyll und Mr. Hyde, gibt es poetische Kapitel, in denen vorwiegend geredet wird und in denen sich daher nicht sehr viel ereignet. Wunderbar leicht lassen sich beide Arten von Kapiteln lesen. Man kann sich an den eingestreuten Aphorismen, die nie platt oder unpassend wirken, sondern ganz natürlich sich ins Buch hineinfügen, genauso ergötzen, wie an der zunächst abstrus klingenden Idee, dass ein Bild altert. Wilde versteht es, dies so darzustellen, dass man diesen Einfall nicht für eine Spinnerei hält, sondern für eine reale Möglichkeit. Wichtige Themen des Buches sind Liebe, Hedonismus, die Wirkung von Literatur und Kunst auf die Menschen, die Seele. An vielen Stellen bemerkt man das "Zwinkern" des Autors ohne dass er einen Smiley setzen muss - wie das heutzutage oft notwendig ist :zwinker:. Wilde ist halt ein Könner.


    Beispielhaft greife ich zwei Aphorismen zufällig ausgewählt heraus, jeder Leser dieser Rezension möge selber beurteilen, ob er an solchen Sätzen Spaß hat:


    Wer seine Jugend zurückgewinnen will, braucht bloß seine Jugendsünden zu wiederholen.
    Die meisten sterben heute an einer Art schleichenden Vernunft; erst wenn es zu spät ist, erkennen sie, daß man nur eines niemals bereuen darf - seine Fehler.


    So herausgelöst wirken die ausgewählten Aphorismen auf mich schon wieder anstrengend - ich lasse sie dennoch hier stehen.


    Ein wunderbares Buch, welches ich dem WenigLeser genauso empfehle wie dem Literaturkenner. Ein Klassiker, mit dem ein Nicht-Klassikleser beginnen könnte. Von mir 5 Sterne (warum hier Ratten vergeben werden, habe ich noch nie verstanden :confused:)


    5ratten


    Schöne Grüße,
    Thomas


    edit fairy: Ich habe dich hier angehängt!

    Einmal editiert, zuletzt von fairy ()


  • Und ich war sehr verärgert darüber, dass mein Buch, weil es so billig war, so viele Fehler enthielt, dass mir an mancher Stelle der Spaß daran vergangen war.


    Hast du vielleicht die Komet-Ausgabe gelesen? Die hatte ich nämlich, weil sie wirklich günstig ist. Aber die Übersetzung ist eine der schlechtesten, die mir bislang untergekommen ist und Fehler findet man zu Hauf.
    Was mich aber am meisten geärgert hat - mir fehlen insgesamt 4 Seiten! :entsetzt: Und das an vergleichsweise wichtigen Stellen. Ich war ja sowas von sickig! :grmpf: Dabei habe ich das Buch neu gekauft. Die müssen also von Anfang an gefehlt haben. Sowas ist mir wirklich noch nie passiert.


    Die Geschichte an sich hat mich - auch wenn (oder gerade weil?) Dorian kein Symapthieträger ist - wahnsinnig berührt. Zwar hätten manche Stellen durchaus gekürzt werden können, aber insgesamt war ich (ohne es wirklich so richtig in Worte fassen zu können), von der Entwicklung von Dorian's Charakter und dem damit verbundenen Übel total beeindruckt. Vielleicht liegt es aber auch schon daran, dass der Name auf mich eine besondere Wirkung hat. Dorian. Finde ich absolut klasse. :herz:

  • Ohh man. So viele Dorian Gray - Liebhaber und Lieberhaberinnen.
    Ich muss diese eine Person, die genau meiner Meinung ist hier ausdrücklich unterstützen:


    Ich fand das Buch überhaupt nicht gut.
    Dorian und die ganzen vorkommenden Charaktere haben mich total angenervt. Die Sprache, der Stil haben mir überhaupt nicht zu gesagt. Komischerweise konnte ich in diesem Buch nämlich die ausschweifenden, langen, langen detailhaften Erklärungen über die Zimmerpflanze links neben dem kleinen rot-gelblich schimmernden mit Perlen versehenen... na ihr wisst schon: gar nicht leiden!


    Die Thematik an sich ist heutzutage ja hochaktuell, daher auch sicherlich interessant. Nur, die Umsetzung hat mir einfach überhaupt nicht zugesagt ...


    Bella*

  • oh mann...endlich hab ichs gefunden... :breitgrins: dachte schon ich muss einen neuen thread aufmachen! *gg*


    also...kurz und bündig: :tanzen: :jumpies: 5ratten


    habs zuerst auf englisch und dann auf deutsch gelesen und ich kann nur eins sagen: ich LIEBE dieses buch...
    *schmacht* :herz:

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys

  • Hallo Juggalette :winken:,


    wow du bist ja restlos von dem Buch begeistert. :smile: Was hat dich besonders daran fasziniert? Das schreibst du ja leider nicht und genau das würde mich interessieren.


    Liebe Grüße
    wolves

  • zu meiner schande muss ich gestehen, dass ich das buch schon lange nicht mehr gelesen habe und so natürlich meine erinnerung auch ein wenig verblasst ist! :redface: das erinnert mich wieder daran, dass ich mein gedächtnis wiedermal auffrischen sollte... :breitgrins:


    aber ich weiß noch, dass ich immer begeistert war...spontan fällt mir ein, dass mich sein "werdegang" im laufe der zeit im zusammenhang mit seinem portrait beeindruckt hat. dass er es versteckt und alles daran setzt, dass niemand mehr sein bild sieht - außer

    er entwickelt sich im laufe der zeit zu einem skrupellosen mann und seine "abhängigkeit" bzw. "abscheu" seinem portrait gegenüber wird immer deutlicher. und nach seiner Tat wird er sowieso immer verrückter, sein leben gerät total ausser kontrolle und er wird immer wahnsinniger bis er sogar paranoid wird. und wie es ausgeht wissen wir ja alle...


    ich weiß nur, als ich das buch gelesen habe war ich irgendwie schockiert - ich hab mir vorgestellt wie es wäre so zu leben. alle deine freunde und bekannten altern natürlich dahin und du bleibst so wie du mit 20 ausgesehen hast. egal was du tust, dein aussehen verändert sich nicht - nur dein portrait zeigt dir deine abscheulichen seiten, die sich im gemalten gesicht eingebrannt haben und erinnern dich daran wer und wie du wirklich bist...
    vielleicht kann man meine gedankengänge nicht nachvollziehen...aber ja...ich liebe das buch! :zwinker:

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys

    Einmal editiert, zuletzt von Juggalette ()

  • Hallo Juggalette,


    vielen Dank für deine Antwort. Ich glaube ich kann (obwohl ich das Buch -noch- nicht kenne) deine Gedankengänge nachvollziehen.
    Das Buch scheint ja, obwohl es eine Weile her ist, als du es gelesen hast, eine enorme Wirkung auf dich zu haben. Immerhin kannst du dich noch sehr gut daran erinnern.


    Liebe Grüße
    wolves

  • Ach...und weil's so schön war mach ich jetzt ein Revival und les es nochmal... :breitgrins: :klatschen:

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys

  • Laut Klappentext:
    „Das Bildnis des Dorian Gray“, der meistgelesene Roman der englischen Literatur, ist die unheimliche Geschichte vom Jüngling mit der anmutigen Gestalt, der seine Seele verkauft, um seine Schönheit zu retten.


    Meine Meinung:
    Dorian Gray wird durch Lord Henry in seinem Jugendwahn und dessen Einstellung zum Leben bestärkt und beeinflusst. So sehr, dass sein Wunsch, „Wenn ich immer jung bleiben könnte und dafür das Bild immer älter würde.“ in Erfüllung geht. Dorian lebt sein Leben in vollen Zügen. Nichts ist ihm heilig, alles geht. Doch sein Porträt nimmt die Züge seines hemmungs- und rücksichtslosen Lebens an.
    Dorian hätte zwar die Chance sein Leben zu ändern, aber er ergreift sie nicht. Er erscheint mir immer gelangweilter. Nichts interessiert ihm wirklich, nichts geht ihm wirklich nah, noch nicht einmal seine grauenvollste Tat.
    Ändern möchte er an seiner Lebenseinstellung nichts, das Porträt, das sein wirkliches Ich zeigt, wird an einem weit entfernten und nur ihm zugänglichen Zimmer verbannt.


    Oscar Wilde hat mit diesem Werk eine Kritik an die Dekadenz seiner Zeitgenossen geschrieben. Wunderbar fand ich auch die elegante Art des Schreibens von Wilde. Ein echter Genuss muss es wohl sein, das Buch in Original lesen zu können. Dafür reichen leider meine Englisch Kenntnisse nicht aus.


    Von mir bekommt es 4ratten

  • Hallo,


    habe jetzt auch das Bildnis des Dorian Gray hier zum Lesen und habe bisher leider erst zwei Seiten lesen können, aber bereits jetzt möchte ich Dir, wolves, beipflichten, auch ich finde seinen Schreibstil wunderbar, leicht, elegant und verspricht Lesevergnügen.


    Bin sehr gespannt, obwohl das Thema über den Seelenverkauf wohl nicht einmalig ist.


    Liebe Grüße


    gretchen

  • Ich mochte das Buch sehr, einerseits weil mich das Thema interessiert hat, andererseits weil ich auch den Stil schön fand. Es ist selten, daß ich englische Bücher mag, und daß mir dieses Buch zugesagt hat lag wohl vor allem an der Charakterentwicklung von Dorian. Er ist - wie bösartig und dekadent auch immer - eine faszinierende Figur.

    [i]Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Mensche