Überschätzte Autoren / Werke ?

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

Es gibt 115 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Lykantrophin.

  • Da kann ich mich Jari nur anschließen. "Oliver Twist" ist bisher der einzige Roman, den ich von Dickens gelesen habe, und der hat mich ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Oliver als Hauptperson ist dermaßen passiv und lässt sich die ganze Handlung nur hin- und herschubsen, dass ich ihn am liebsten geschüttelt hätte. :wand:


    Hm, ich habe drei Bücher von Dickens gelesen: Great Expectations, Oliver Twist und David Copperfield.
    Dabei gefiel mir David Copperfield am besten.


    Allen drei Büchern ist gemein, dass die Hauptperson ein geschundener, ohnmächtiger kleiner Junge ist, der von übermächtigen Erwachsenen missbraucht und lächerlich gemacht wird. Der ein Ziel verfolgt und auf dem Weg dorthin viele Umwege machen muss, weil ihn Erwachsene und "das Schicksal" hin und her schieben und über ihn bestimmen.
    Mein Eindruck ist, dass man einfach Dickens Art zu schreiben verstehen muss, bzw. akzeptieren muss, dass er Figuren stark überzeichnet (damit bin ich anfangs gar nicht klargekommen) und dass er vieles sehr (unnötig?) ausdehnt bis hin zu Figuren, die nicht zwingend im Roman hätten vorkommen müssen, aber jede Menge Platz eingeräumt bekommen (Uriah Heep in David Copperfield z.B.).


    Aus meiner Sicht sind das einfach Bücher, die man heute mit etwas Mühe lesen muss, weil man an eine ganz andere Art Bücher gewohnt ist.
    Nachdem ich mich durch D.C. gequält hatte - es dauerte tatsächlich mehr als 2 Wochen - war ich aber so gut mit dem Stil warmgeworden, dass ich es noch einmal durchgegangen bin.
    Dagegen konnte ich mit "Great Expectations" so gar nichts anfangen - hier wurde mMn auch eine sehr kleine Handlung sehr langgezogen und ich fand so gar nichts zum "Festhalten", um mich mit einer Figur zu identifizieren - und Oliver Twist lag zwischen diesen beiden Einschätzungen (ganz nett, muss man nicht haben, war aber auch keine große Zeitverschwendung).


    Davon ab las ich später eine tolle David-Copperfield-Rezension bei Nick Hornby, die richtig Lust auf das Buch macht. Und Nick Hornby lobt nicht einfach unkritisch alle Bücher, sondern zerreißt auch gern mal welche. :breitgrins:


    LG
    von Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

    Einmal editiert, zuletzt von Keshia ()


  • Mein Eindruck ist, dass man einfach Dickens Art zu schreiben verstehen muss, bzw. akzeptieren muss, dass er Figuren stark überzeichnet (damit bin ich anfangs gar nicht klargekommen) und dass er vieles sehr (unnötig?) ausdehnt bis hin zu Figuren, die nicht zwingend im Roman hätten vorkommen müssen


    Das denke ich auch. "Great Expectations" (und vielleicht den Copperfield) würde ich trotzdem noch gerne lesen.
    Aber ich glaube, das gehört dann wieder in die spezifischen Threads.

    //Grösser ist doof//

  • Von Dickens habe ich nur einige Filme gesehen (also Verfilmungen seiner Bücher natürlich :breitgrins:), aber ich habe keinen davon bis zum Ende schauen können. Dieses Ausschweifende... Ich traue mich gar nicht an die Romane heran, weil ich befürchte, dass es dort auch so ist. Oder noch schlimmer. Einerseits denke ich immer, ich müsste es zumindest einmal versuchen, damit ich weiss, wovon ich rede, andererseits kommen immer genau dann diese Filme im Fernsehen, wenn ich mich gerade aufraffen wollte.


  • Dickens schreibt eben sehr viktorianisch, das ist ein Erzählstil den wir heute nicht mehr gewohnt sind. Ich denke deshalb kann man mit ihm seine Probleme haben. :


    Also ehrlich, die gleichen Kritikpunkte hätte ich aber auch bei Ulla Hahn!
    Obwohl da die Figuren nicht ganz so überzeichnet sind, dafür musste man sich beim "Verborgenen Wort" mit dem Plattdeutschen rumschlagen. Aber auch in diesem Roman kommen unzählige Randfiguren vor, denen oftmals ein großer Raum gegeben wird, und viele gefühlt unnötige Nebenhandlungen und einige spezielle Formulierungen der Protagonistin, die man anfangs nicht versteht und die den Lesefluss aufhalten. Das Ganze zwar interessant geschrieben, aber es fehlt gegenüber Dickens eine gehörige Portion Humor.


    Ich bin zwar bei beiden Autoren den Protagonisten gegenüber distanziert, versetze mich in niemanden hinein und fiebere oder leide nicht mit, fand aber beide Bücher - "Das verborgene Wort" und "David Copperfield" beim zweiten Lesen interessant/er.
    Beide Bücher haben aber aus meiner Sicht das Problem, dass die Protagonisetn auch nicht nachvollziehbar zu (vielen) anderen Figuren echte Verbindungen aufbauen, bei Dickens allerdings noch mehr als bei Hahn.


    "Das verborgene Wort" fand ich im Nachhinein einfach nur seltsam. Ich kann die Handlung nachvollziehen und einige Szenen sind schön be-/geschrieben, aber es bleibt ein Buch, von dem ich emotional distanziert bleibe. Nicht zuletzt auch wegen Formulierungen wie "der Vater, der Bruder" etc. Die Protagonistin beschreibt ihr Leben einerseits inhaltlich als sehr intensiv - meist im negativen Sinne - aber sprachlich so dermaßen distanziert - oft noch nicht mal ironisch, einfach nur berichtend - dass mir komplett der Zugang dazu fehlte und ich den Hype (in Literatursendungen etc.) nicht nachvollziehen konnte.


    Aber, wie bei Dickens:
    - viel "Schwafeln",
    - unnötig viele Figuren,
    - unnötig lange Beschreibungen,
    - zu viel Nebenhandlung, und


    nicht wie bei Dickens
    - sehr distanzierte Erzähl-, eher Berichtsweise.


    Beide Bücher verbindet die Verwendung ungewohnter, regionaler Sprache, die allerdings bei Dickens oft lustig wirkt, wenn man sie denn mal verstanden hat (was mir als Nicht-Muttersprachler oft beim ersten Anlauf schwerfiel - vielleicht auch, weil manchmal Fantasiebegriffe vorkommen?).


    Jedenfalls sind es mMn beide keine Bücher, die man mal eben so als Erstlektüre im Urlaub lesen würde, sondern die erst durch wiederholtes Lesen gewinnen bzw. entspannt gelesen werden können.
    Der erste Durchgang dauerte bei mir bei beiden Büchern verhältnismäßig lange.


    Ein weiteres Buch, das dessen Lobpreisung ich absolut nicht verstanden habe, war "Foe" von J.M. Coetzee. Die Hauptperson, "Freitag" aus Daniel Defoes "Robinson Crusoe" wurde dermaßen debil dargestellt, dass ich es beim Lesen schon als Beleidigung empfand und der Stil solle "minimalsitisch" sein, wirkte auf mich aber so zäh, dass ich für das dünne Heftchen auch mindestens zwei Tage brauchte.
    Am Ende blieb mir nur das Gefühl "warum habe ich das jetzt gelesen", ich konnte auch mit dem Inhalt absolut nichts anfangen. :sauer:


    LG von
    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.


  • Obwohl da die Figuren nicht ganz so überzeichnet sind, dafür musste man sich beim "Verborgenen Wort" mit dem Plattdeutschen rumschlagen.


    Dat is Kölsch, nicht Plattdeutsch! :breitgrins: Mir hat das gerade gefallen, aber ich musste mich auch erst etwas dran gewöhnen.


    Von Dickens kenne ich bisher nur die Weihnachtsgeschichten, habe aber noch drei dicke Romane von ihm rumstehen. Allmählich bekomme ich ein wenig Angst davor. Andererseits mag ich ausschweifenden Stil ab und zu mal gerne. Ich finde ja auch die Landschaftsbeschreibungen in "Herr der Ringe" toll :breitgrins:

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Valentine
    :err: - Keine Angst vor Dickens, ich finde man merkt das er zu seiner Zeit einer DER Unterhaltungsschriftsteller war. Er schreibt halt ein bissl ausschweifend, aber das ist im 19 Jahrhundert normal. (Wilkie Collins macht es auch nicht anders *g*)


  • Valentine
    :err: - Keine Angst vor Dickens, ich finde man merkt das er zu seiner Zeit einer DER Unterhaltungsschriftsteller war. Er schreibt halt ein bissl ausschweifend, aber das ist im 19 Jahrhundert normal. (Wilkie Collins macht es auch nicht anders *g*)


    Ja, man muss sich daran gewöhnen und mir jedenfalls geben die Bücher erst beim zweiten Lesen etwas. David Copperfield halt mehr als Great Expectations oder Oliver Twist.


    Lg von
    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.


  • Ich habe noch gar nicht gewusst, dass Durchschnitt minderwertig ist. :zwinker:


    Durchschnitt meint doch noch nur: unauffällig, Mittelmaß, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht herausragend.
    ----------------


    Doch abgesehen davon, geht es hier doch um überschätzte Autoren und Werke - und das trifft auf diesen Autor und seinen Roman eindeutig zu.



    Nein, korrekt: Für mich ist der Durchschnitt auch 'unauffällig' :) War mir nur nicht sicher, wie du das meintest *g*



    Nun ja, wenn man sich anschaut, in wie vielen Romanen, die im Mittelalter und früher spielen, Kartoffeln oder Kartoffeläcker vorkommen, die dann von den Lesern vielleicht noch nicht einmal als störend empfunden werden, kann ich mir schon vorstellen, dass da eben auch andere Dinge nicht so ganz genau genommen werden.


    Mich würde das nicht stören, zumindest nicht in einem großen Ausmaß. Je nachdem wie der Rest des Buches ist, würde mir das wahrscheinlich nicht mal auffallen. :redface: :rollen: :breitgrins:
    Mein erster Gedanke wäre eher: Kartoffeln!!!!!! :klatschen:
    Ab jetzt werd ich wahrscheinlich gewaltig ins Stocken kommen, aber nun ja, trotz meines Interesses für Historisches/Geschichte bin ich, befürchte ich, eine absolute Null auf diesem Gebiet. Mein Gehirn ist für sowas einfach nicht geschaffen, da kann ich historisches Wissen noch so aufsaugen...




    :lachen: Man muss ja auch nicht alles gelesen haben.


    Kritty
    Kleist und ich sind jedenfalls fertig miteinander :breitgrins:


    :breitgrins:
    Ebenso.
    Er ist mir später dann nochmal im B.A.-Studium begegnet. Gleich im ersten Semester, mit "Erdbeben in Chili" :angst:
    Nope!


  • Von Dickens kenne ich bisher nur die Weihnachtsgeschichten, habe aber noch drei dicke Romane von ihm rumstehen. Allmählich bekomme ich ein wenig Angst davor.


    Ich habe mehrere Bücher von Dickens gelesen, was schon Indiz genug dafür ist, dass ich ihn mag. Das einzige, war mir nicht gefiel, sind seine oft ziemlich langen Einführungen am Beginn der Kapitel. Wenn man die erst überstanden hat, ist das Ausufernde auch spannend. Nebencharaktere, die mit der Handlung wenig zu tun haben, sind meistens schön gezeichnet und runden die Geschichten ab. Er ist nicht umsonst bis heute ein angesehener Schriftsteller.



    Generell kann ich nur Kirsten beipflichten: Es hängt auch zu einem guten Teil davon ab, wie man persönlich mit einem Autor zurechtkommt. Wenn das nicht klappt, darf man ihn/sie nicht immer gleich als überschätzt einstufen.

  • Ob mich eine unhistorische Kartoffel stört - wenn sie nur so nebenbei erwähnt wird und für die Handlung selbst nicht wichtig, könnte es schon sein, dass ich sie gar nicht bemerke (oder nicht weiter störend finde), besonders wenn es sich um einen gelungenen oder inhaltlich interessanten Roman handelt.


    Problematisch wird es allerdings, wenn der Roman mit dem Anspruch auftritt, ein toller Historienroman zu sein, und es darin nur von solchen Kartoffeln wimmelt ..., und wenn der Roman noch weitere Mängel hat ...


    -----------


    Allerdings habe ich vor einigen Jahren eine lustige Sache mit einem vermeintlich "überschätzten" Roman erlebt. Offensichtlich hatte der Verfasser einer Rezension zu "Ivanhoe" von Walter Scott keine Ahnung, dass es sich dabei um ein Werk aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts handelte. Er warf dem Autor doch vor, sämtliche heute übliche Klischees verwendet zu haben.
    :winken:

  • Ich glaube mein überschätzter Roman ist "Wölfe" bzw. "Wolf Hall" von Hilary Mantel. (Wenn ich mich nicht irre, hat es sogar einen Booker Prize gewonnen).
    Eigentlich wäre dieses Buch voll mein Ding: es geht um die Tudors, Henry VIII und das interessiert mich schon lange. Im Sommer 2013 habe ich dann angefangen dieses Buch zu lesen...und ich kam bis heute nicht über 300 noch was Seiten hinaus. Vielleicht wird es danach besser, aber bis dahin wurde vor allem immer nur geredet...und joa... Außerdem war es etwas irritierend, dass jeder mit "er" bezeichnet wurde. Also "Er sagte" oder "er tat dies und das" und wenn aber gerade mindestens drei "Ers" anwesend sind, muss man erstmal überlegen, wer da jetzt gemeint ist. Obwohl ich glaube, dass da immer Cromwell gemeint war?


    Jedenfalls gibt es das jetzt auch als Serie der BBC und ich hoffe irgendwie, die ist spannender. Vielleicht packt mich dann ja irgendwann wieder die Lust auf das Buch.


    Hat irgendwer anders da schon Erfahrungen mit gemacht?

    I&#039;m the perfect stranger who knows you too well

  • Mungo
    Ja Wolf Hall ist definitiv kein Roman der sich einfach mal weg lesen lässt. Bisher hab ich ihn auch nie beendet. Ich hatte aber auch den Fehler gemacht ihn mir auf englisch zu kaufen. Das hat es mir dann nicht einfacher gemacht *gg*
    Auf die BBC Serie bin ich mal gespannt.

  • Liebe Mungo,


    aus Deiner Stellungnahme habe ich den Eindruck, dass Dir das Buch von Hilary Mantel nicht gefallen hat bzw. Du mit ihm nicht viel anfangen konntest. Habe ich Dich da richtig verstanden?


    Allerdings stellt sich für mich die Frage: Bedeutet das aber, dass das Buch überschätzt ist?
    (Ein Beispiel:
    Ich kann z. B. mit Kafka nichts anfangen, aber das ist meine persönliche Meinung, und deswegen finde ich nicht, dass Kafka überschätzt wird.)


    Peter Pranges Maximilian-Roman halte ich für einen überschätzten Roman, das aber in Bezug auf seine Einstufung als Historischen Roman. (Dass ich ihn auch für keinen guten Roman halte, ist dabei nicht ausschlaggebend. Es gibt viele Romane, die ich ausgesprochen schlecht finde, nur wird von denen auch nicht behauptet, dass sie außergewöhnlich gut, überdurchschnittlich oder Ähnliches sind.)


    Daher würde mich deine Gründe dafür interessieren, warum du findest, dass das Buch von Hilary Mantel überschätzt wird bzw. in welchen Punkt überschätzt wird.
    ------------------


    Was den Preis betrifft, wofür wird dieser Preis eigentlich Autoren/innen verliehen?


    [hr]
    (Erster Teil wurde von mir heute um 20:50 leicht verändert, um Missverständnissen vorzubeugen.)

    Einmal editiert, zuletzt von Teres ()

  • Teres
    Der Man Booker Prize (wie er offiziell heißt ) gilt als der wichtigste Literaturpreis Großbrittaniens. Seit 2014 wird er für Romane verliehen die im Original in englisch erschienen sind und in Großbrittanien veröffentlicht wurden. Unabhängig von der Nationalität (vorher: Großbrittanien, Länder des Commonwealth und Irland).
    Hier gibt es mehr Informationen: Website


  • Ich glaube mein überschätzter Roman ist "Wölfe" bzw. "Wolf Hall" von Hilary Mantel. [...] Hat irgendwer anders da schon Erfahrungen mit gemacht?


    Ja, ich stecke auch gerade darin fest, im Vergleich zu dir sogar noch viel weiter vorn (S. 114). Einerseits gefällt mir der Sprachstil gut, aber der komplizierte Aufbau der Erzählung, wo tatsächlich vieles erzählt wird und nicht passiert, macht es schwer zu lesen. Mit dem ständigen "Er" habe ich dieselben Probleme wie du, und über die Verleihung des Man Booker Preises habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Als überschätzt würde ich das Buch deshalb aber nicht bezeichnen. Es ist halt nicht mein Ding.


    Hier wurde schon früher über das Buch diskutiert.


  • Von Dickens kenne ich bisher nur die Weihnachtsgeschichten, habe aber noch drei dicke Romane von ihm rumstehen. Allmählich bekomme ich ein wenig Angst davor. Andererseits mag ich ausschweifenden Stil ab und zu mal gerne. Ich finde ja auch die Landschaftsbeschreibungen in "Herr der Ringe" toll :breitgrins:


    Ich mag von Dickens vor allem seine etwas "unbekannteren" Romane wie "Nicholas Nickelby" oder "Bleak House", vielleicht auch, weil mir die Protagonisten sympathisch waren, im Gegensatz zu David Copperfield oder Oliver Twist...



    Valentine
    :err: - Keine Angst vor Dickens, ich finde man merkt das er zu seiner Zeit einer DER Unterhaltungsschriftsteller war. Er schreibt halt ein bissl ausschweifend, aber das ist im 19 Jahrhundert normal. (Wilkie Collins macht es auch nicht anders *g*)


    Das ist wahr; ich hab gerade für den Listenwettbewerb ein Buch von Collins gelesen. Da wird z.B. seitenlang ein hypochondrischer Besucher eines Nebencharakters beschrieben, der ansonsten im ganzen Buch nie wieder auftaucht. Das muss man schon mögen, sonst hält man es nur schwer aus. Aber ich mag ja auch Thomas Mann, Thomas Hardy und John Irving; die kommen alle auch nicht immer "auf den Punkt". :breitgrins: