Mireille Makampé - Der Wille meines Vaters geschehe

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Inhalt:
    Gegen ihren Willen zu heiraten - undenkbar für Mireille.
    Sie liebt Joseph, mit dem sie auch ein gemeinsames Kind hat, aber ihr Vater ist gegen eine Verbindung der beiden, weil die Tradition es erfordert, dass sie mit einem Mann aus dem väterlichen Dorf verheiratet wird. Mireille muss sich dieser Entscheidung beugen und wird mit Michel verheiratet, dem nicht viel an ihr liegt. Er behandelt sie schlecht, schlägt sie und drängt außerdem darauf, dass sie sich Ritualen zur Abwehr böser Geister unterzieht, die ihr zutiefst zuwider sind.


    Meinung:
    Das autobiographische Buch von Mireille Makampé hat mir sehr gut gefallen. Normalerweise lese ich nicht so gerne "Erfahrungsberichte", aber dieser hier war eine Ausnahme. In sachlichem Ton erzählt die Autorin von dem Leid, das sie erfahren hat. Sie zeigt auf, wie schwer es gerade für Frauen ist, sich gegen die kulturellen und finanziellen Zwänge aufzulehnen und das sie dabei immer wieder der familiären Unterstützung bedarf.
    Nebenher habe ich noch eine Menge über afrikanische Leben, die dortigen Traditionen und Gebräuche erfahren, was das Buch für mich noch interessanter machte.


    4ratten

  • Hallo!


    Am Anfang erzählt Mireille Makampé eine Geschichte, wie sie überall auf der Welt passieren kann: eine junge Frau die noch zur Schule geht wird ungewollt schwanger. Ihr Freund und sie entscheiden sich für das Kind, auch die Eltern unterstützen sie. Doch dann ist der Vater gegen eine Heirat weil seine Tochter mit einem Mann aus seinem Heimatdorf verheiratet werden soll. Ihr Freund kämpft nicht um sie, sondern läßt sie im Stich. So wird aus der modernen jungen Frau eine Frau, die immer mehr in Traditionen gefangen wird. Als Christin sieht sie die Rituale, denen sie unterworfen wird als Aberglaube , aber sie kann sich nicht dagegen wehren. Hilfe von ihren Eltern oder von ihrer Schwester kann sie keine erwarten, denn auch sie unterwerfen sich auf einmal den alten Traditionen.


    Gerade diese Tatsache fand ich besonders schlimm. So einen Sprung in die Vergangenheit mitmachen zu müssen wenn man vorher ein modernes Leben geführt hat ist bestimmt hart. auch die Trennung von ihrer kleinen Tochter wäre für mich undenkbar. Dazu kommt noch, dass Mireilles Familie sie nach ihrer Heirat weitgehend im Stich gelassen hat. Dass sie sich immer wieder gegen ihr Schicksal auflehnte spricht für ihren starken Charakter.


    Der Wille meines Vaters geschehe ist ein Erfahrungsbericht, der aus der Vielzahl solcher Berichte heraussticht. Nur am Schluß gingen mir ein paar Sachen zu glatt, die ich so aus dem Rest der Geschichte nicht erwartet hätte.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße
    Kirsten

    Being alone isn't something to endure - it's something to relish.

  • Mireille Makampé


    Der Wille meines Vaters geschehe


    Douala, Kamerun
    Mirelle wächst in einer christlichen Familie auf. Die Eltern sind stolz auf sie, schicken sie zur Schule, damit sie etwas Ordentliches lernen kann. Noch vor dem Abitur wird Mireille allerdings schwanger, und die familiären Probleme nehmen ihren Anfang. Die Eltern sind natürlich erst enttäuscht, helfen dann aber, so dass Mireille nach der Geburt wieder zur Schule gehen kann. Der Vater des Kindes, Joseph, ist ein rundum netter junger Mann, eigentlich als Schwiegersohn hervorragend geeignet. Allerdings beschließt Mireilles Vater, den alten Traditionen zu folgen und seine Tochter mit einem Mann aus seinem Heimatdorf zu verheiraten. Zu diesem Zweck wird sie mit Michel bekanntgemacht, der in der etwa 5 Fahrstunden entfernten Stadt Bangdangté lebt. Mireille und Michel mögen sich nicht, lassen sich aber trotzdem von ihren Familien in eine Ehe hineindrängen. Ein Fiasko…


    Vorn im Buch steht, dass es aus einem französischen Manuskript ins Deutsche übertragen wurde. Leider wirkt die Erzählung ziemlich ungeordnet, als müsse sie erst noch ins Reine geschrieben werden.


    Das Leben in Kamerun ist in zahlreichen Aspekten der Tradition unterworfen. Andauernd werden Entscheidungen zugunsten der Tradition, aber entgegen gesundem Menschenverstand, wirtschaftlichen Erwägungen usw. getroffen. Schwer nachvollziehbar für Außenstehende. Die Erzählung enthält reichlich Selbstmitleid, was den Lesegenuss einschränkt.


    Interessant sind die Schilderungen über das alltägliche Leben, ein Einblick in eine fremde Welt.

    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Bechdel :pueh:

    Bücher sind Magie zum Mitnehmen.