Judith Lennox - Am Strand von Deauville

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    Verlag: Piper
    ISBN: 978-3-492-23593-8
    Seiten: 656
    Ausgabe: Taschenbuch
    Preis: € 9,95
    ET: 07.2002


    Inhaltsangabe


    Als die behütete Poppy 1920 dem Vagabunden Ralph begegnet, ist sie von seinem Charme überwältigt. Sie schlägt alle Warnungen in den Wind und heiratet ihn. Mit ihren drei Kindern führen sie ein unstetes Leben zwischen französischen Weingütern und italienischen Palazzi. Doch 1940, als die Deutschen in Frankreich einmarschieren, muß sich die Familie in England eine Existenz aufbauen. Die Tochter Faith, die sich immer nach einem Zuhause gesehnt hat, bewährt sich in den Kriegsjahren als Ambulanzfahrerin in London. Und dann trifft sie Guy wieder; den sie seit ihrer Kindheit liebt. Guy ist Arzt und unglücklich verheiratet...


    Meine Meinung


    „Am Strand von Deauville“ ist das zweite Buch, das ich von Judith Lennox gelesen habe und bin davon genauso hingerissen wie von "Alle meine Schwestern".
    Ich liebe den Schreibstil von Judith Lennox. Sie schreibt leicht und flüssig, ohne dass es dabei oberflächlich wirkt. Vielmehr ermöglicht sie dem Leser einen Blick in die Seelen ihrer Charaktere. Die Geschichte der Familie wird aus mehreren Perspektiven erzählt und diese sind so miteinander verknüpft, dass keine Fragen unbeantwortet bleiben. Ich bin kein großer Freund von verschiedenen Erzählperspektiven, aber die Autorin schafft es, alle Sichtweisen derart packend zu gestalten, dass ich keine bevorzugen konnte und so war jeder Sprung für mich ein spannendes und interessantes Erlebnis.


    Die Figuren sind großartig gezeichnet und verändern sich stetig. Sie bleiben nicht starr, sondern entwickeln sich im Laufe ihres Lebens weiter und das für mich absolut nachvollziehbar. Es gibt eine Figur, die ich als besonders gelungen empfinde. Zu Beginn war sie mir unheimlich sympathisch und im Laufe der Geschichte wurde sie für mich ein richtiges Hassobjekt. Großartig! Aber alle Charaktere sind sehr facettenreich und lebendig und wurden mir im Laufe des Romans zu guten Freunden, von denen ich mich am Ende nur ungern verabschiedete. Sie berührten mich, ich litt mit ihnen, freute mich mit ihnen.


    Die Geschichte selbst wird über mehrere Jahre erzählt. Sie beginnt in den 20er Jahren und endet um 1960. Dabei sind größere Zeitsprünge unvermeidlich. Aber sie störten nicht im Geringsten, da jeder Erzählabschnitt stimmig, in sich schlüssig und abgeschlossen ist. „Am Strand von Deauville“ erzählt die Geschichte einer Familie über drei Generationen. In erster Linie ist es die Geschichte der mittleren Generation, die Geschichte zweier Schwestern und deren Bruders.
    Judith Lennox legt viel Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen und auch in diesem Roman stehen die Beziehungen der Geschwister zueinander im Mittelpunkt. Aber es wird auch hinterfragt, warum sie in ihrem Wesen so geworden sind, sie suchen Erklärungen in ihrer Kindheit, in ihrem gegenwärtigem Leben, in den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges.
    Gerade die Beschreibung Londons während der Luftangriffe verursachte bei mir eine Gänsehaut und ein bedrückendes Gefühl. Es wurde so realistisch beschrieben, dass ein Film vor meinem inneren Auge ablief. Jede der Figuren ging mit den Bombardements anders um, und das lässt die Autorin nicht außer Acht und es hat mich teilweise erschüttert.
    Was mir besonders an den Romanen der Autorin gefällt, ist, dass sie nie den leichten Weg für ihre Figuren wählt. Jede macht ihre Erfahrungen, nie fällt jemanden das Glück einfach so in den Schoß, jeder muss für seine Träume und Ziele kämpfen, sie machen Fehler und lernen daraus, wenn sie klug sind, oder machen die gleichen Fehler ihr Leben lang. Dadurch wird dieser Roman so unglaublich realistisch und berührend. Denn nichts wirkt konstruiert oder für eine gute Geschichte zurecht gebogen.


    Ich bin beeindruckt von der Tiefe dieses Buches, davon wie es Bedrohung, Tod, aber auch Liebe und Glück zum Leser transportiert. Es hat mich unheimlich berührt und ließ mich nur schwer wieder los. Es gab Nächte, da habe ich von der Geschichte geträumt, so sehr gefangen war ich in dieser wunderbaren, teilweise doch sehr tragischen Handlung.
    Ich kann es kaum erwarten einen weiteren Roman von Judith Lennox zu lesen.


    Meine Bewertung


    5ratten

    Liebe Grüße<br />Melli

  • Originaltitel: Footprints on the Sand


    Als ich meine Urlaubslektüre für den Normandie-Urlaub zusammenstellte, kam dieses Buch natürlich mit auf den Stapel, in Bezug auf Ortsnähe war es allerdings eine Enttäuschung, der Strand von Deauville war nur der Ort an dem sich die wohlbehütete Tochter Poppy und der Weltenbummler Ralph Mulgrave1920 begegnen und in einander verlieben. Sie heiraten und ziehen fortan gemeinsam durch Europa, 3 Kinder kommen hinzu. Doch der zweite Weltkrieg macht dem Vagabundenleben ein Ende, 1940 fliehen sie aus dem besetzten Frankreich nach England und müssen versuchen sich im bürgerlichen Leben zurechtzufinden. Ab hier übernimmt (für den größten Teil des Buches) die älteste Tochter Faith die Hauptrolle und führt als zentrale Figur durch die nächsten Jahre, das Buch endet in den 1960er Jahren, die nächste Generation ist bereits fast erwachsen und für die Mulgrave-Geschwister deutet sich an, dass sie endlich einen ruhenden Pol in ihrem Leben gefunden haben.


    Durch den langen Zeitraum in dem das Buch spielt, bleiben Sprünge in der Handlung nicht aus, nicht alle von ihnen wirkten flüssig, manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einen Handlungsstrang jetzt schnell abschließen wollte, um endlich da weiter zu erzählen, wo es für sie interessant wurde, während ich gerne noch etwas in der aktuellen Geschichte verblieben wäre. Neben der Familiengeschichte gibt es noch das Liebesleben von Faith, wobei die Autorin eher auf die gesellschaftlichen und moralischen Probleme ihrer Beziehung bzw. Nicht-Beziehung eingeht und sich nicht zu sehr in tiefe Gefühle fallen lässt. (Ich hätte das Buch auch nicht unbedingt bei den Liebesromanen einsortiert) Vor allem macht die Autorin ganz klar deutlich, dass das Leben weder einfach ist, noch geradlinig verläuft und wenn man seinen Weg (ohne nach links und rechts zu schauen) verfolgt, verletzt man auch ohne böse Absicht andere Menschen.


    Mir hat „Am Strand von Deauville“ insgesamt recht gut gefallen, angenehm zu lesen, allerdings nicht völlig seicht und so werde ich jetzt zwar nicht loslaufen, um Lennox-Romane zu kaufen, stehe weiteren Büchern der Autorin aber auch nicht ablehnend gegenüber.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen. (Friedrich Nietzsche)

  • Worum es geht

    Auf Sommerfrische in Deauville verliebt sich die behütete Poppy in den Vagabunden Ralph Mulgrave. Sie heiratet ihn Hals über Kopf, und führt mit ihm und ihren drei Kindern ein unstetes Leben zwischen Italien und Frankreich. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges müssen die Mulgraves nach England zurückkehren. Die älteste Tochter Faith arbeitet als Ambulanzfahrerin in London und kümmert sich aufopfernd um die Verletzten. Hier trifft sie Guy wieder, den sie liebt, seit sie ihn zum ersten Mal gesehen hat. Doch Guy ist mittlerweile verheiratet und hat einen kleinen Sohn.


    Meine Meinung

    Judith Lennox gehört zu den Autorinnen, deren Bücher ich sehr gerne lese, und auch den Klappentext fand ich recht ansprechend. Der Anfang des Romans hat mir zwar gut gefallen, doch so richtig habe ich in die Geschichte im weiteren Verlauf nicht hineingefunden. Dem unsteten Leben der Mulgraves, in dem es an jeglicher Spannung fehlt, konnte ich leider gar nichts abgewinnen.
    Mir waren die Protagonisten allesamt nicht sonderlich sympathisch, keiner hat mich mit seiner Persönlichkeit zu überzeugen vermocht. Von den Kindern der Mulgraves hat mir die älteste Tochter Faith noch am besten gefallen. Wenigstens versucht sie sich eine stabile Existenzgrundlage zu schaffen, während ihre jüngeren Geschwister Jake und Nicole dem unsteten Lebenswandel, den sie aus dem Elternhaus kennen, treu bleiben. Überhaupt ist Ziel- und Planlosigkeit das Grundthema dieses Romans, der mir erst gegen Ende wieder etwas besser gefallen hat.
    Im übrigen plätschert die Geschichte ohne besondere Höhepunkte vor sich hin, und konnte mich auch mit keinen aufregenden Überraschungen aus meiner Leselethargie reißen.
    Obwohl mich das Buch inhaltlich nicht begeistern konnte, fand ich es stilistisch recht gut, unbedingt gelesen haben muss man es meiner Meinung nach aber nicht.


    3ratten


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