Diane Setterfield - Die dreizehnte Geschichte

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Es gibt 31 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Anne.

  • Diane Setterfield – Die dreizehnte Geschichte
    Übersetzer: Eberhard Kreutzer


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    Der Inhalt des Buches wurde hier schon ausreichend wiedergegeben, das spare ich mir diesmal.


    Der erste Satz:


    „Wir hatten November.“


    Meine Meinung zum Buch:


    Ich fürchte, ich bin mit etwas zu hohen Erwartungen an dieses Buch gegangen.


    Ich hatte etwas Mühe, in die Geschichte hineinzukommen, aber das gab sich dann doch noch. Von Anfang an gestört hat mich das „Doppelgeheimnis“. Also dass sowohl Margaret (die die Biografie schreiben soll) als auch Vida Winter (um deren Biografie es geht) ein Geheimnis mit sich herumtragen, das fand ich eines zuviel. Es wäre mir auch lieber gewesen, wenn ein Handlungsstrang etwas mehr Gewicht als der andere bekommen hätte – so laufen beide fast gleichwertig nebeneinander her, was an sich nicht negativ ist, aber in diesem Fall hatte ich das Gefühl, die Autorin konnte sich nicht für eine Geschichte entscheiden – und hat dann beide in einem Buch verwurstet.


    Übertrieben fand ich auch die Schilderung der Angelfield’schen Familie. So viel Wahnsinn in einer einzigen Familie ist wirklich nicht mehr glaubwürdig, auch hier wäre weniger mehr gewesen. Überhaupt hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass so viele Geschehnisse nicht so lange geheim gehalten werden könnten – irgendwann hätte mal irgendjemand einen Verdacht schöpfen müssen, denn sonderlich gut versteckt waren die Geheimnisse ja auch nicht. Ich hatte das Gefühl, hier sind die Überraschungen für den Leser recht plump gelegt worden.


    Immerhin hat die Autorin es geschafft, einen guten und überraschenden Schluss zu schreiben. Ich hatte einen bestimmten Verdacht, wie das Buch enden könnte – und Gott sei Dank habe ich mich geirrt, denn dann wäre ich richtig sauer gewesen. :zwinker:


    Mit den Personen konnte ich mich nicht anfreunden. Die Angelfields waren mir zu durchgedreht und Margaret fand ich nichtssagend. Da gab es also keine Sympathiepunkte.


    Meine Bewertung: 2ratten und ab in die Flohmarktkiste


    Viele Grüße von Annabas :winken:

  • Über den Inhalt wurde hier ja schon einiges geschrieben weswegen ich darauf nicht mehr eingehen werde.
    Den Anfang des Buches fand ich richtig spannend. Ich mochte den Schreibstil der Autorin sehr gerne, die Beschreibungen des Antiquariats und der Landschaften. Margaret mochte ich auch sehr mit ihrem zurückgezogenen Leben und ihrer Liebe zu Büchern. Vida Winter ist ein sehr interessanter Charakter, die Idee mit der fehlenden 13. Geschichte finde ich nach wie vor genial, sie war es die mich geradezu zwang dieses Buch zu verschlingen..
    Die Familie um Vida Winter ist, wenn man mal drüber nachdenkt, ja richtig geistesgestört. Überm lesen habe ich das aber nicht so wahrgenommen, bis auf

    . Die Zwillinge kamen mir nie so verrückt rüber. Für mich waren sie nur vernachlässigt, unerzogen, lebten in ihrer eigenen Welt mit ihrer komischen Zwillingssprache.
    Als Vida Winter in ihrer Geschichte von sich selber als "ich" zu reden beginnt, stimmte für mich irgendetwas nicht mehr. Im nachhinein verständlich wenn man mal die Auflösung weiß, aber stören tut es mich immer noch weil die komplette Atmosphäre sich ins negative geändert hat.
    Aber noch mehr störte mich ab der Hälfte des Romans die Gegenwart. Margarets Geheimnis fand ich voll übertrieben und nicht mehr nachvollziehbar.

    Und das allerletzte Kapitel, das Postscriptum war ja die absolute Krönung. Das war, wie Flor auch schon meinte, total überzogen und unnötig.
    Diesen Aurelius fand ich auch unpassend. Spricht man bei dem ersten zufälligen Treffen mit einem völligen Fremden über seine Ängste und Probleme und überhaupt, über seine Lebensgeschichte? Er kam mir immer wie ein Kind vor das sich verlaufen hatte.
    Trotz all meiner Meckereien war das Buch doch spannend in einer wunderbaren Sprache zu lesen. Bis zum Ende war ich (fast) ahnungslos und dann von der Auflösung völlig überrascht.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Ich habe mal vorsichtshalber zwei Spoilermarkierungen gesetzt.


    Die Familienverhältnisse fand ich auch gelinde gesagt merkwürdig, aber trotzdem habe ich das Buch unheimlich gerne gelesen.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Danke Valentine. War mir jetzt nicht bewusst das ich damit zuviel verraten könnte.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie früh das im Buch herauskam - aber mit Spoilern bin ich lieber mal zu vorsichtig ;)

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Diane Setterfield - Die dreizehnte Geschichte

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    OT: The Thirteenth Tale
    OA: 2006
    528 Seiten:
    ISBN: 978-3896673282


    Inhalt:
    Sie ist Englands erfolgreichste Autorin und in aller Munde, und doch weiß keiner, was damals in jener Nacht, als der Familiensitz bis auf die Grundmauern niederbrannte, wirklich geschah. Nun, dem Tode nah, erleichtert Vida Winter erstmals ihr Gewissen und beichtet der Buchhändlerin Margaret die schockierende Wahrheit über sich und ihre Zwillingsschwester.


    Eigene Meinung:
    Das Buch welches in zwei Erzählebenen aufgeteilt ist, hat oftmals einen etwas düsteren Beigeschmack, was aber nicht stört, denn dieser passt sehr gut zu der Geschichte, welche Vera Winter Margaret erzählt.
    Daneben sorgen die Passagen der Gegenwart für ein wenig Aufhellung. Natürlich ist die Rahmenhandlung nicht so spannend, wie die eigentliche Story, aber dennoch gehört sie dazu und ich mochte im Laufe des Buches die Protagonisten immer mehr, so dass es mich auch einfach interessierte.
    Das Buch war spannend, stellenweise ein wenig mysteriös und durchweg kurzweilig.
    Das Ende fand ich gelungen, denn nur wenige Handlungen blieben ein wenig offen, wobei jedoch die Hauptstory meiner Meinung nach, zufriedenstellend abgeschlossen wurde.


    3ratten

  • Den durchwachsenen Meinungen kann ich mit absolut anschließen!
    Klischees werden bedient, es wirkte streckenweise wie eine Mischung aus verschiedenen Klassikern und dramatischen Familiengeschichten, das gewisse Etwas fehlte und das Postscriptum hätte man weglassen sollen - trotzdem ist das Buch durch das Setting, die Geheimniskrämerei und die Bezüge zu Literatur zauberhaft und für nette Stunden zwischendurch bestens geeignet, nicht mehr und nicht weniger!
    Was die Auflösung angeht:


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Es geschah kurz nach Anbruch des neuen Jahres, zu einem Zeitpunkt,

    als die violetten und gelben Blüten der Mimosenbäume rings um die Ambulanz

    aufgesprungen waren und ganz Missing in Vanilleduft gehüllt war.


    Abraham Verghese – Rückkehr nach Missing

  • Ich habe das Buch vor zwei Jahren gelesen und war - nachdem es überall so gelobt wurde - nach dem Lesen sehr enttäuscht. Einerseits liegt es auch sicher daran, dass ich kurz vorher die Bücher von Katherine Webb entdeckt habe, die über ähnliche Themen schreibt (Familiengeheimnisse mit historischem Hintergrund), es meiner Meinung nach aber wesentlich glaubwürdiger macht. Jetzt bin ich beruhigt, dass ich meine Kritikpunkte in euren Rezensionen wiederfinde.

  • Vorher Kate Morton oder Katherine Webb gelesen zu haben, wirkt sich hier sicher auf die Meinung aus. Das dachte ich auch mehrfach beim Lesen. :zwinker:

    Es geschah kurz nach Anbruch des neuen Jahres, zu einem Zeitpunkt,

    als die violetten und gelben Blüten der Mimosenbäume rings um die Ambulanz

    aufgesprungen waren und ganz Missing in Vanilleduft gehüllt war.


    Abraham Verghese – Rückkehr nach Missing

  • Ich kann ja mit Katherine Webb so gar nichts anfangen...
    Als ich das Buch gelesen habe, fing der ganze Boom mit den Familiengeheimnissen übrigens gerade erst an. Ich glaub Kate Morton kannte ich da noch gar nicht *g* Wahrscheinlich würde ich den Roman heute auch etwas anders betrachten. Eben weil das Thema langsam ausgereizt ist.

  • Meine Meinung


    Die Handlung ist anfangs einigermaßen interessant, etwa bis zu dem Zeitpunkt, als die die Gouvernante verschwindet. Ab da wird die Geschichte hanebüchen, gewollt, inkonsequent und immer unrealistischer. Schon vorher gibt es Fehler: Zum Beispiel schlägt das Wetter unglaubliche Kapriolen immer dann, wenn die Ich-Erzählerin nach Angelfields reist: Der Himmel ist klar und blau und gleichzeitig schüttet es aus Kübeln. Ansonsten: Klischees, Gespenster, Zufälle. Viele Klischees werden ziemlich überstrapaziert, auch was die Darstellung der Schriftstellerin bzw. der Zwillinge anbelangt: Ich hätte zählen sollen, wie oft die smaragdgrünen Augen thematisiert werden (wo doch auch jeder weiß, dass es eine solche Augenfarbe gar nicht gibt), ich würde auf eine dreistellige Zahl kommen.
    Davon einmal abgesehen finde ich die Haltung der Ich-Erzählerin unglaublich nervig: selbstgerecht, einer Zwillingswahnidee verhaftet, völlig ungesund auf den Vater fixiert, die Mutter als kalt verurteilend.
    Die Gestaltung der Figuren ist ein weiterer Kritikpunkt: Hier kommt völlig unreflektierte Küchenpsychologie zur Anwendung. Alle sind auf irgendeine Weise wahnsinnig. Schließlich kommt die Mutter der Zwillinge (Isabelle) in eine Anstalt, obwohl dies bei ihrem Bruder/Liebhaber oder ihren Kindern wesentlich angezeigter wäre.
    Die Sprache ist grottenschlecht. Man liest Triviales wie „[...] zwischen zwei sanften Hügeln, die in einer Talsohle ineinander übergingen.“, Schräges wie „Der Himmel glühte jetzt in Indigo, Violett und Eisengrau [...]“ oder „Meine Worte flogen wie Vögel gegen eine Fensterscheibe.“
    Bei mir flog das Buch irgendwann gegen eine Fensterscheibe. Dass dieser Roman keine anspruchsvolle Literatur sein würde, war mir klar, aber auch Triviales kann gut gemacht sein und für entspannende Unterhaltung sorgen.


    Fazit: Für mich 519 Seiten Quälerei.


    1ratten :flop:

    :lesewetter:&nbsp; &quot;Willkommen in der Wüste der Wirklichkeit&quot; (Morpheus)<br />

    <br />[li]Anthony Powell: &quot;Bei Lady Molly&quot;[/li]<br />

  • Das Buchcover ist schon mal eine Wucht. Das stach mir sofort ins Auge, als ich in meinem Buchladen die Regale langspaziert bin. Als ich dann im Klappentext las, dass eine Schriftstellerin und eine Buchhändlerin mitspielen, war es um mich geschehen. Ganz hin und weg war ich dann, als ich auf den ersten Seiten las, dass Margaret Biografien schreibt. Das ist nämlich ein Hobby von mir. Noch dazu teilt sie meinen Lesegeschmack: Biografien, Autobiografien, Memoiren, Tagebücher und Briefe.


    Vida Winter hat in 56 Jahren 56 Bücher geschrieben. Zweiundzwanzig Biografen haben schon versucht, ihr Leben zu erzählen. Sie hat sie alle an der Nase herumgeführt. Warum? Weil sie ein Geheimnis zu hüten hat. Ein Familiengeheimnis. Welches sie jetzt aber, wo sie totkrank ist, jemandem beichten möchte. Nur nicht irgend jemandem. Margaret Lea muss es sein.


    Warum ich, fragt sich Margaret, als sie eines Tages einen Brief von Vida Winter erhält und nach einem Besuch bei ihr erfährt, dass sie deren Biografie niederschreiben soll.


    Und wie in einen Strudel wird Margaret in die Geschichten der Vida Winter hineingezogen. Sie verliert sich fast darin. Kein Wunder: Sie macht sich Notizen, wenn Vida Winter erzählt, dann schreibt sie sie in ihrem Zimmer in Klartext auf und selbst nachts ist sie in ihren Träumen darin gefangen.


    Und so langsam, mit Hilfe ihres Vaters und eigener Recherchen, bringt sie Licht in das Dunkel dieser Familie und auch in ihre eigene, bisher geheimgehaltene Geschichte.


    Die Autorin hat einen wundervollen Schreibstil, der es mir sehr schwer machte, das Buch mal aus der Hand zu legen. Sie führt uns von einem Rätsel zum anderen. Manchmal denkt man, ha, jetzt hab' ich es. Jetzt weiß ich, wohin der Hase läuft. Und dann schlägt er wieder Haken. Aber jede noch so kleine Unklarheit wird am Ende aufgelöst.


    Und Vida Winter? Die hat uns des Rätsels Lösung in ihrem ersten Gespräch mit Margarete mitgeteilt. Aber: Weiß selbst sie die ganze Wahrheit? Eine Frage blieb zum Schluss offen. (Fragt mich bitte nicht - ich habe das 2010 geschrieben. Vielleicht kann ich mich erinnern, wenn ich es ein drittes Mal lesen werde, irgendwann.)


    5ratten

    Ein Leben ohne Bücher? - Unvorstellbar! - Von mir höchstselbst