Klappentext - Fluch oder Segen?

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 107 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Hasenpfote.

  • Ich muss Bine1970 Recht geben, ich lese gerade das selbe Buch in der LR und solch ein Klappentext der die gut ersten 150 Seiten vorwegnimmt ist in meinen Augen kaum dem Lesespaß zuträglich.


    N™

  • Hallo,


    so richtig ärgerlich finde ich eigentlich vor allem die falschen Klappentexte - allerdings mag ich es auch nicht, wenn zu viel verraten wird. Aber verzichten möchte ich unter keinen Umständen auf die kurze Inhaltsangabe.


    Liebe Grüße
    nimue

    "Der Glaube an Gott ist prägend für mein Verständnis der Welt", schrieb Laschet, "wenn man daran glaubt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, macht man auch Politik anders als zum Beispiel ein Kommunist, der bis zum Lebensende dringend mit allen Mitteln das Paradies auf Erden schaffen will."


    Ein Muster-Katholik führt künftig die CDU


    "Sorry, ich sags wie es ist. wer cdu wählt, handelt gesellschaftlich verantwortungslos. cdu-wähler*innen stehen für mich auf einer stufe mit masken- und impfverweigerern. und nein: unwissenheit lass ich nicht gelten. sich zu informieren gehört zur gesellschaftlichen verantwortung. Michael Seemann

  • Hallo zusammen!


    solch ein Klappentext der die gut ersten 150 Seiten vorwegnimmt ist in meinen Augen kaum dem Lesespaß zuträglich.


    Na ja, ist nicht einmal ein Viertel des Buchs ... Und wenn ein Klappentext es schafft, 150 Seiten in einem Dutzend Sätze wirklich zu komprimieren, dann ist meiner Ansicht nach etwas am Buch faul. Denn das sollte schlicht nicht möglich sein.


    Was sollen die armen Kerle denn im Klappentext schreiben?


    Dies ist ein Buch. Es handelt von Menschen. Den Rest lest selber! - oder was? :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Zitat

    Dies ist ein Buch. Es handelt von Menschen. Den Rest lest selber! - oder was? :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:


    DAS würde mich auf jeden Fall sehr neugierig machen "g"


    Ich muß aber auch ganz ehrlich sagen, daß ich einen informativen Klappentext bevorzuge. Ich lese ungern Bücher bei denen ich nicht weiß, um was es geht.
    Was mir extrem auf die Nerven geht, sind falsche Klappentexte und die ewigen Lobhudeleien. Es interessiert mich nicht die Bohne, ob das Buch eine gute Kritik bekommen hat oder ob Autor XYZ das Buch für gut befunden hat :rollen:

    LG Gytha<br /><br />&quot;Dieses Haus sei gesegniget&quot;

  • Naja, solange es die ersten 150 Seiten sind und nicht die letzten 150 Seiten, die im Klappentext verraten werden, kann man ja damit leben. Ärgerlich ist es eigentlich wirklich nur, wenn das Ende vorweggenommen wird. Gänzlich auf Klappentexte verzichten möchte ich nicht. Außerdem werden in Rezensionen oder Empfehlungen genauso Teile der Handlung verraten. Zumindest kaufe ich mir kein Buch bloß weil irgendwer sagt "das Buch ist gut, ich geb dir keine Infos zur Handlung, kaufs dir einfach" :zwinker:

  • Huhu :winken:


    Meistens lese ich die Klappentexte gar nicht, wenn überhaupt überflieg ich sie. Ich beobachte mich aber oft selbst dabei, dass ich die Klappentexte währenddessen ich das Buch lese, manchmal das erste Mal richtig lese. Warum ich das mach, weiß ich nicht. Vielleicht hoffe ich darauf das zu viel verraten wird und ich nicht die ganze Zeit so gespannt bin.


    Richtig aufregen können mich aber falsche Klappentexte, auch wenn sie mich nicht sonderlich interessieren, aber die regen mich einfach auf :grmpf:
    Die sind einfach ein Zeichen dafür die inkompetent manche Verlage sind...

    &quot;It&#39;s small. It&#39;s tiny size. It has cat-type creatures on it. But it is a chair. For ninety-nine cents, you can buy furniture. That is America, man!&quot;


  • Ich beobachte mich aber oft selbst dabei, dass ich die Klappentexte währenddessen ich das Buch lese, manchmal das erste Mal richtig lese.


    Witzig.


    Ich mache das auch gerne während ich ein Buch lese. Zum Schluss kenne ich die Anfangssätze des KTs meist auch auswenidig :zwinker:


    Klingt komisch, ist aber so! :winken:

    &quot;Lesen war ein Zustand, in dem die Zeit verstrich, weil sie nicht anders konnte, während Adas Verstand in Nahrung eingelegt wurde, so dass seine hektische Gier in ein gleichmäßiges Einsaugen und Verwe

  • Also ich habe noch kein Buch gelesen, ohne vorher den Klappentext gelesen zu haben. Ich will schon wissen, um was es in dem Buch geht. Wäre aber mal einen Versuch wert beim nächsten Besuch in der Bücherei. Ich suche mir dann mal ein Buch nur nach Titel und Cover aus und lese es ohne auf den Klappentext zu schauen. Bin jetzt schon gespannt. Wenn es daneben geht, kostet es mich ja nichts.


    Aber natürlich ärgert es mich auch sehr, wenn im Klappentext zu viel verraten wird oder der Inhalt falsch ist. Das letzte an was ich mich in der Art erinnere war, dass im Klappentext zwei Schwestern vertauscht wurden.


  • Also ich habe noch kein Buch gelesen, ohne vorher den Klappentext gelesen zu haben. Ich will schon wissen, um was es in dem Buch geht.


    Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich meistens schon von dem Buch gehört habe oder mich hier auf die Suche nach Rezis gemacht habe. Aber der optische Aspekt spielt bei mir auch eine große Rolle, vielleicht achte ich auch deswegen nicht so auf die Klappentexte.

    &quot;It&#39;s small. It&#39;s tiny size. It has cat-type creatures on it. But it is a chair. For ninety-nine cents, you can buy furniture. That is America, man!&quot;

  • Hallo!


    Ich halte einen Klappentext für durchaus sinnvoll. Wonach soll ich denn das Buch sonst aussuchen? Nach dem Cover? Nach dem Buchtitel? Das verrät mir ja herzlich wenig darüber, worum es in dem Buch geht.
    Kompliziert wird es bei mehrteiligen Büchern. Manchmal wage ich es gar nicht mehr, den Klappentext vom nächsten Teil schon zu lesen, da der meistens schon irgendwas verrät und das ist unschön. Ich möchte doch nicht vom Klappentext des zweiten Bandes verraten haben wer im ersten stirbt (wenn ich das noch nicht gelesen habe).
    Sehr kompliziert. Wie schreibt man einen guten Klappentext? Also ich möchte keinen verfassen müssen.


    Liebe Grüße


    Nirika

    „Jeg ser, jeg ser …<br />Jeg er vist kommet på en feil klode! <br />Her er så underligt …“<br /><br />Sigbjørn Obstfelder - Jeg ser

  • Ich halte einen Klappentext für durchaus sinnvoll. Wonach soll ich denn das Buch sonst aussuchen? Nach dem Cover? Nach dem Buchtitel? Das verrät mir ja herzlich wenig darüber, worum es in dem Buch geht.


    Klar ist ein Klappentext sinnvoll Nirika! Ich glaube das bestreitet auch niemand ernsthaft. Schade ist es nur das man sich bei seiner Entscheidung darauf verlässt und manchmal enttäuscht wird. Wenn der Klappentext beispielsweise das Buch und dessen Inhalt in ein völlig falsches Licht rückt und man nachher denkt "Das hätte ich jetzt ganz anders erwartet". Gestern zum Beispiel hatte ich wieder so ein Buch. Eigentlich sollte der Klappentext das Buch spannend darstellen und war so verfasst als wäre es eine kurze Stelle des Buches. ABER: Es kam kein einziges Wort davon im Buch vor, nicht mal Annäherungsweise.. und das kann man ja leider vorher nicht wissen... und ist schutzlos den "Klappentextern" ausgeliefert :heul: :zwinker:

    ♪♫♪<br /><br />Luci ♥<br /><br />&lt;a href=&quot;http://www.BuchSaiten.de&quot;&gt;Mein Bücherblog: BuchSaiten.de&lt;/a&gt;<br /><br />SLW 2010 - 4/10 noch 6 Bücher<br /><br />Das gute Gefühl, ein schönes Buch beendet zu haben ist irgendwie nicht vergleichbar ♥

  • Also wenn ich mir ein Buch kaufe, dann schaue ich zuerst auf den Titel. Wenn mir der gefällt, dann schaue ich mir das Cover an. Wenn mir das wiederum auch gefällt geht es weiter mit dem Klappentext. Hört sich der dann auch noch spannend an, lese ich die ersten paar Zeilen bzw. die erste Seite. Gefällt mir das, was ich da lese auch noch, dann kaufe ich das Buch.
    So muss ich nicht nur nach Klappentext entscheiden.
    ich habe auch schon mal ein Buch gekauft, das gar keinen Klappentext hatte. Allerdings fühle ich mich doch etwas sicherer, wenn ich schon ungefähr weiß, worum es geht! :zwinker:

    :kaffee:

    Ella Danz - Eisige Weihnachten

  • Anscheinend habe ich mich hier noch gar nicht geäußert. Sehr verwunderlich, da ich mich schon häufig über Klappentexte geärgert habe. Gerade wieder, ich zitiere: "Als sich Martha in den nierderländischen Kaufmanssohn Jacob verliebt, beginnt ihr Leben in ruhigeren Bahnen zu verlaufen".
    Die angekündigte Liebesgeschichte beginnt 140 Seiten vor Schluss (bei 600 Seiten) und wird kaum geschildert. Und von wegen ruhigere Bahnen. :rollen: Einfach nur falsch. Ich weiß, dass Klappentexte oft aufgrund von Exposes entstehen, der Lektor das Buch also meist nicht kennt, aber trotzdem. Zum Glück habe ich das Buch nicht wegen einer Liebesgeschichte gekauft, in dieser Hinsicht kommt nämlich nichts in dem Buch vor (zumindest nicht im klassischen Sinn).


    Mein Paradebeispiel für verhängnisvolle Klappentexte (irgendwo habe ich es hier sicher schon gepostet): Ich lese einen Krimi, der im viktorianischen England spielt. Schon im Klappentext wird verraten, wer das Mordopfer ist und zwar ein berühmter Mann der feinen Gesellschaft, der sich bei der Obduktion als verkleidete Frau entpuppt. Während des Lesens merkte ich, dass diese Entwicklung eigentlich der Clou des Buches war und sich erst in der 2. Hälfte des Romans ereignete.
    Ich werde heute noch wütend, wenn ich daran denke. :nudelholz:

    Die Literatur gibt der Seele Nahrung,<br />sie bessert und tröstet sie.<br /><br />:lesen:<br />Alfred Kerr: Die Biographie

  • Ich habe gerade auch mal wieder so ein Buch in der Hand gehabt, bei dem ich die Umschlagtexte ganz schön unglücklich fand. Im Innenteil steht natürlich brav, worum es sich im Buch dreht. Auf der Rückseite des Buchs aber, die ich als einziges Kriterium hatte (das Buch steckte noch in Plastik) standen so saudumme Kommentare wie "Tolles Buch" von demunddem Rezensenten. Damit konnte ich noch niemals etwas anfangen :rollen:

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass die Qualität der Klappentexte sehr vom Verlag abhängt. Es gibt da einen gewissen Buchclub in Österreich, dessen Klappentexte sind so derart schlecht, mies und generell unbeschreiblich dumm, dass es beinahe nicht möglich erscheint.


    Persönlich bin ich dazu übergegangen, Bücher nach Empfehlung von Menschen zu lesen, die einen ähnlichen Geschmack haben wie ich bzw. Bücher, die hier im Forum gelobt werden oder in anderen Büchern erwähnt werden. Ich ignoriere Klappentexte jetzt meist, weil ich schon vor dem Einkauf weiß, was ich möchte (meistens halt).

  • Auf ZEIT-Online gibt's einen tollen Artikel darüber, wie erbärmlich, gleichförmig und austauschbar heutige Klappentexte sind...
    http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-08/klappentexte


    Zitat

    In der Gier nach allgemeiner Verkäuflichkeit, in der Hoffnung auf einen Bestseller, in der Angst, bloß keinen einzigen potenziellen Käufer zu verschrecken, greift der Großteil der Verlage ausgerechnet auf dem Gebiet der Literatur, wo sprachlicher Eigensinn, Individualität, Randständigkeit gefragt und gewünscht sind, nach Versatzstücken von blubberndem Heiapopeia. Es lässt sich feststellen: Kaum ein Buch dürfte so schlecht sein, als dass es seinen Klappentext verdient hätte.


    :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:

    Andere Orte im Internet erkundet und für uninteressant befunden.

  • Wahre Worte.


    Aber ich drücke es mal so aus: Jedes Publikum bekommt die Klappentexte, die es verdient.


  • Aber ich drücke es mal so aus: Jedes Publikum bekommt die Klappentexte, die es verdient.


    Ich hoffe nicht (nur). Das zuletzt beendete Buch beschränkte sich zum Glück auf einen einzigen feiernden Kommentar als Überschrift und dann kam die Kurzbeschreibung. Kann ich mit leben, weil ich diese Überschrift ignorieren kann. Abgesehen davon, dass sie selten stimmen :breitgrins: und besagtes Buch war wieder ein Bestätigung für diese meine Theorie.


    Eine echte Leseransprache sind solche Klappentexte nicht, aber die Verlage, die sie texten, werden das so schnell nicht ändern. Sie schreiben die Texte nicht für uns, sondern vermutlich für Leute, die an den Auslagen vorbei gehen und sich dort vor Ort schnell entscheiden wollen. Sie schreiben die Texte nicht für Leute, die sich schon informiert haben, irgendwo etwas gehört oder gelesen haben oder die sich anderweitig mit den Titeln befassen.


    Wäre doch mal was: "Von den Literaturschock-Lesern zerrissen und zerfetzt: Der neue Roman von XY" :klatschen:

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Ich lese die Klappentexte so gut wie nie. Im Buchladen lese ich die ersten Seiten an, dann weiß ich, ob das Buch mich anspricht oder nicht.


    Gruß, Thomas