Charles Dickens - Oliver Twist

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 86 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von bird.


  • Ohje - Exkremente! Mein Buch hat insgesamt nur 36 Kapitel, ist also scheinbar stärkstens gekürzt. Hm... was soll ich tun? Soll ich mir ein "ordentliches" Exemplar zulegen?


    Das würde ich dir wirklich empfehlen. Meine erste Bekanntschaft mit "Oliver Twist" hatte ich in Kindertagen auch mit einer gekürzten Fassung gemacht. Weshalb mir an einer Stelle das Verhalten eines der Protagonisten völlig unverständlich blieb, verstand ich erst später, als ich in einer ungekürzten Ausgabe die Episode nachlas, die wohl als für Kinder ungeeignet gestrichen worden war. Natürlich war auch einiges andere weggekürzt worden, aber gerade an dieser einen Stelle machte es sich besonders stark bemerkbar..
    Dass eine Ausgabe gekürzt wurde, wird übrigens nicht immer angegeben, nicht einmal im "Kleingedruckten" :grmpf: .

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Gut, dann besorge ich mir heute eine ordentliche Ausgabe. Mein Buch hab ich aus einer Grabbelkiste um 2,95. Es ist von Tosa, im Impressum steht gar nix, weil es scheinbar eine Clubausgabe ist. Nichtmal das Jahr, die Auflage oder sonstwas steht drin, geschweige denn dass es sich um eine gekürzte Ausgabe handelt. :grmpf:

  • Es dürften so um die 250 Seiten fehlen. Bei Insel, dtv, Diogenes gibt es jeweils dieselbe Übersetzung von Gustav Meyrink als TB. Ich denk, die haben die meisten, die das Buch vor relativ kurzer Zeit erworben haben.

  • Ich hab mir heute die dtv Ausgabe gekauft und auch gleich alles nachgelesen, was ich bisher in meiner gekürzten Ausgabe schon gelesen hab. Aufgefallen ist mir, dass Dickens Humor in der Kürzung einfach verloren geht und die Handlungsweisen und Beweggründe einzelner Figuren lassen sich weit besser erklären, wenn man die Gesamtausgabe liest.

  • Super, das ging ja schnell. :smile: Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass man Dickens’ „Kommentare“ zu der Handlung und den Charakteren bei einer gekürzten Ausgabe weglässt. Dabei sind die mMn doch das Salz in der Suppe.


    Ich bin mittlerweile bis Kapitel 23 vorgedrungen und es wird immer spannender! Hier meine Eindrücke:


    14. Kapitel
    Mr Brownlow liest sehr viel, das ist schon mal sehr sympathisch. Ich frag mich, ob es einen bestimmten Grund gibt, warum er so nett zu Oliver ist. In seinen Bemerkungen klingt ja an, dass er mal wen verloren hat.


    15.+16. Kapitel
    Die Beziehung zwischen Bill Sikes und Fagin ist mir nicht ganz klar. Ich hoffe, da gibt es später noch Näheres. Leider wird Oliver wieder von Nancy und Bill Sikes aufgegabelt und zurückgebracht. Der arme Mr Brownlow, was muss der denn jetzt von Oliver denken? :sauer: Nancys Beweggründe kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Erst hilft sie mit, Oliver wieder einzufangen und dann setzt sie sich für ihn ein. Na ja, zumindest eine, die nett zu ihm ist.


    17. Kapitel
    Ein Schauplatzwechsel zum Armenhaus. Die Szene mit dem kleinen Dick fand ich voll traurig. :traurig:
    Mr Bumble besucht Mr Brownlow und erzählt ihm seine "Meinung" über Oliver. Was das für Auswirkungen hat, möchte ich gar nicht wissen...


    18. Kapitel
    Ein Kapitel, in dem nicht viel passiert. Es wird aber sehr gut dargestellt, wie Fagin versucht, Oliver umzuerziehen.


    19.-22. Kapitel
    Hm, Nancy lebt anscheinend bei Bill Sikes?! Wie die Beziehung zwischen diesen beiden aussieht, würde ich gerne wissen. Früher scheint sie ja auch für Fagin gestohlen zu haben.
    Bill Sikes plant einen Diebstahl und braucht dafür einen kleinen Jungen - natürlich bietet Fagin ihm dafür Oliver an.

    :entsetzt:


    23. Kapitel
    Na toll, nachdem das letzte Kapitel so spannend geendet hat, gibt es gleich einen Schauplatzwechsel zu Mr Bumble und Mrs Corney. Über deren Bemerkungen zu den Armen könnte ich mich ja aufregen, z.B. das hier:

    Zitat

    'Mrs Corney,' said the beadle, smiling as men smile who are conscious of superior information, 'out-of-door relief, properly managed - properly managed, ma'am - is the porochial safeguard. The great principle of out-of-door relief is, to give the paupers exactly what they don't want; and then they get tired of coming.


    Andererseits fand ich das Geturtel der beiden herzallerliebst, vor allem wie Mr Bumble mit dem Stuhl einmal den Tisch umrundet. :breitgrins:


  • 17. Kapitel
    Ein Schauplatzwechsel zum Armenhaus. Die Szene mit dem kleinen Dick fand ich voll traurig. :traurig:
    Mr Bumble besucht Mr Brownlow und erzählt ihm seine "Meinung" über Oliver. Was das für Auswirkungen hat, möchte ich gar nicht wissen...


    In meiner gekürzten Ausgabe kam das gar nicht vor!
    Übrigens sind in meiner neuen Ausgabe jetzt auch ein paar Zeichnungen drin, die ich sehr nett finde. Hat Oliver eigentlich im Laufe der Geschichte mal einen Hund? Auf meiner Ausgabe ist als Cover die Zeichnung eines kleinen Jungen mit einem Hund.

  • In meiner Ausgabe sind auch Illustrationen drin und zwar von George Cruikshank. Sind das bei dir die gleichen?


    Soweit ich weiß hat Oliver selbst keinen Hund. Der abgebildete Hund ist wahrscheinlich der von Bill Sikes, Bull's Eye heißt der, wenn ich mich recht erinnere.


    Morgen werde ich auch wieder ein paar Leseeindrücke posten, aber für heute bin ich zu müde. :schnarch:

  • Ja, ich finde auch, dass die etwas überzeichnet sind. Und die Kinder sehen alle schon so erwachsen aus. Aber trotzdem ein ganz nettes "Feature".


    Hier meine weiteren Eindrücke:


    24. Kapitel
    Anscheinend ein wichtiges Kapitel. Die Krankenschwester, die bei Olivers Geburt dabei war, stirbt und vertraut Mrs Corney ein Geheimnis an und zwar, dass sie ein Schmuckstück, das Olivers Mutter gehört hat, einfach eingesteckt hat. Könnte das ein Hinweis auf seine Herkunft sein?


    25. + 26. Kapitel


    Warum macht sich Fagin eigentlich so viel Sorgen um Oliver? Wer ist Monks und warum hat auch er so ein großes Interesse an Oliver? Alles sehr mysteriös....


    27. Kapitel
    Hach, endlich macht Mr Bumble Mrs Corney einen Heiratsantrag. :breitgrins:


    28. - 31. Kapitel
    Oliver wird in dem Haus aufgenommen, das Bill und Toby überfallen wollten. Er erregt bei Mrs Maylie, ihrer Nichte Rose und Dr Losberne so viel Mitleid, dass sie sogar die Polizei belügen, damit diese den Fall nicht weiter untersucht. Anscheinend ist Oliver wieder bei netten Menschen gelandet.


    32. + 33. Kapitel
    Dr Losberne fährt mit Oliver zu Mr Brownlow, der ist aber nach Westindien gezogen. :hm:
    Anschließend fahren Mrs Maylie und Rose mit Oliver aufs Land, wo er sich sehr wohl fühlt und auch besser lesen lernt.


    Wie weit bist du eigentlich, chil?

  • Rasen? Dabei hab ich das Gefühl, dass ich beim Lesen nur so dahinschleiche, weil ich Angst habe, sonst etwas nicht zu verstehen. :breitgrins:


    Na ja, aber du liest ja auch zwei Bücher gleichzeitig, ist doch klar, dass man dann nicht so schnell ist.

  • Ja, derzeit ist ja auch EM, da kommt man nicht immer so oft zum Lesen, wie man es gern hätte. :zwinker:


    Ich bin auch nur ein paar Kapitel weitergekommen.


    34. + 35. Kapitel
    Harry, der Sohn von Mrs Maylie, kommt zu Besuch und hält um Roses Hand an (ich war erst verwirrt, weil ich im ersten Moment davon überzeugt war, dass die beiden Geschwister wären :breitgrins:). Sie lehnt aber ab, wegen eines Makels in ihrer Vergangenheit. Was genau das ist, wird leider nicht erwähnt. Noch ein Mysterium mehr...
    Oliver sieht Fagin und Monks am Fenster, doch als er Alarm schlägt, kann keiner sie ausfindig machen. Ob er sich das nur eingebildet hat??


    36. Kapitel
    Harry, dieser Schlingel. :breitgrins: Bei seiner Abfahrt bittet er Oliver doch tatsächlich, ihm regelmäßig zu schreiben, was es bei ihm und den Maylies für Neuigkeiten gibt, quasi als Schreibübung für Oliver. Ja ja, diese Verliebten. :breitgrins:


    37. Kapitel
    Puh, schon heftig wie Mr Bumble von seiner angetrauten Frau behandelt wird. Obwohl er es ja eigentlich verdient hat. Monks will mehr Informationen von Mr Bumble, was die Krankenschwester, die bei Olivers Geburt dabei war, betrifft. Er hat anscheinend einen richtigen Hass auf Oliver, ich frag mich warum.


    So, jetzt wird noch etwas Fußball geschaut. :smile:

  • Ich bin erst am Ende des 22. Kapitels, heute komm ich wahrscheinlich nicht mehr dazu, weiter zu lesen. Aber eins muss ich schon sagen: Zeitweise ist es ein wenig anstrengend, den Dialekt von Nancy und Co. zu lesen. Interessant wiederum finde ich die Beschreibung von Straßen und Orten in London, die mir von meinen doch einigen London-Besuchen vertraut sind.

  • In letzter Zeit hab ich mich leider auch nicht so häufig um "Oliver Twist" gekümmert. Zum einen wegen der EM, zum anderen hab ich zwischendurch mal was "Leichteres" gelesen. Dickens kann manchmal schon anstrengend sein. :breitgrins:


    Wegen des Dialekts wunder ich mich ja, wie das wohl ins Deutsche übersetzt wurde? :gruebel: Im Englischen werden halt manche Wörter anders geschrieben, z.B. nothink, arterwards, wery usw.


    Außerdem musste ich neulich feststellen, dass die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis nicht mit denen im Buch übereinstimmen. :entsetzt: Also, Kapitel 5 z.B. soll laut Inhaltsverzeichnis auf S. 25 anfangen, im Buch ist es aber S. 27. Aber ich glaube, das liegt daran, dass im Inhaltsverzeichnis die Seiten mit den Bildern nicht mitgezählt werden. Warum auch immer.


    Ein paar Kapitel weiter bin ich aber dennoch gekommen:


    38. Kapitel
    Mr und Mrs Bumble treffen sich mit Monks, um ihm das Schmuckstück auszuhändigen, das Olivers Mutter gehört hat. Dieser zerstört den "Beweis" jedoch.


    39. + 40. Kapitel
    Nancy belauscht ein Gespräch zwischen Fagin und Monks und geht daraufhin zu Mrs Maylie, um ihr davon zu berichten. So langsam kristallisiert sich heraus, warum Fagin und Monks sich so sehr für Oliver interessieren.


    Ich frag mich nur, was Nancy an Bill findet, dass sie unbedingt zu ihm zurückwill.


    41. Kapitel
    Oliver trifft Mr Brownlow wieder und es gibt eine schönes Zusammentreffen. Die Erwachsenen beraten, wie sie die wahre Herkunft von Oliver herausfinden können.


    42. Kapitel
    Noah Claypole und Charlotte hauen nach London ab, wo sie auf Fagin treffen, der Noah natürlich gleich "anstellt".


    :winken:

  • Ich bin bisher bis Kapitel 40 vorgedrungen und ich mag die Geschichte sehr! Es ist einfach so "typisch" Dickens, so englisch!
    Im Deutschen wurde der Dialekt so übersetzt, wie man manchmal österreichische oder bayrische Mundart hört.


    Freund = Freint
    heute = heinte
    einmal = amol


    Zwar bin ich Österreicherin und es hört sich für mich auch nicht ungewohnt an, aber zum Lesen ists wieder was anderes!


  • Im Deutschen wurde der Dialekt so übersetzt, wie man manchmal österreichische oder bayrische Mundart hört.


    Kann es sein, dass du eine Übersetzung von Gustav Meyrink besitzt? Ich habe Dickens' Bücher - bevor ich begann, sie auf Englisch zu lesen - in verschiedenen Übersetzungen gelesen und dabei überrascht feststellen müssen, dass die Londoner manchmal (für meine norddeutschen Ohren) wienerisch sprachen, mal berlinerten, je nach Übersetzung.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • ..... der dialekt :breitgrins: mal lapidal ausgedrückt: ich fand den zum schießen :lachen:

    Ich bin, was du träumst.<br />Ich wache immer über dich.<br />Ich bin, was deine Hand lenkt.<br />(gez. Seele)

  • Kann es sein, dass du eine Übersetzung von Gustav Meyrink besitzt? Ich habe Dickens' Bücher - bevor ich begann, sie auf Englisch zu lesen - in verschiedenen Übersetzungen gelesen und dabei überrascht feststellen müssen, dass die Londoner manchmal (für meine norddeutschen Ohren) wienerisch sprachen, mal berlinerten, je nach Übersetzung.


    Ja, genau! Die Dialekte sind super ausgearbeitete, finde ich. Es kommen die Sprache des Juden, der Gauner und der feinen Leute vor, alle fein säuberlich ausformuliert und konsequent. Das macht Spaß, erschwert das Lesen aber manchmal.


    Übrigens habe ich das Buch gestern beendet und muss sagen, es hat mir sehr gefallen. Ich werde heute am Abend eine detaillierte Rezension posten, inzwischen nur soviel: Die Lektüre von Dickens lohnt sich alle mal, die Geschichte ist lesenswert, wenn auch nicht ganz konsistent.

  • Huch, du hast mich ja überholt. :breitgrins: Ich weiß gar nicht genau wo ich bin, im 47. oder 48. Kapitel, glaube ich. D.h. spätestens morgen werde ich wohl auch fertig sein. Ich bin jedenfalls gespannt auf deine Rezi. Was fandest du denn an der Geschichte nicht konsistent?