Charles Dickens - Oliver Twist

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 86 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von bird.

  • So, jetzt habe ich es auch zu Ende gelesen. Hier meine Eindrücke:


    43. Kapitel
    Hier erfahren wir, wofür Fagin Noah braucht.


    44. - 46. Kapitel
    Nancy will ihre Verabredung mit Rose einhalten, wird jedoch von Sikes vom Weggehen abgehalten. Fagin wird misstrauisch und schickt Noah hinter Nancy hinterher, als diese die Woche darauf weggeht. Noah belauscht das Gespräch zwischen Nancy, Rose und Mr Brownlow. Nancy weigert sich, ihr bisheriges Leben für ein besseres aufzugeben - das finde ich sehr tragisch.


    47. Kapitel
    :entsetzt: Dieses Kapitel ist nicht umsonst mit "Fatal consequences" betitelt.


    48. - 50. Kapitel
    Die Geschichte bewegt sich weg von Oliver und widmet sich den Schicksalen der diversen Bösewichte. Für mich wird das alles zu schnell abgehakt.


    51. Kapitel
    Hier erfährt man endlich alle Zusammenhänge. Für meinen Geschmack gibt es etwas zu viele Zufälle.


    52. Kapitel
    Hier hat Dickens Fagins Angst, seine Gefühle und sein Verhalten sehr gut beschrieben, ich konnte ihn quasi direkt vor mir sehen.


    53. Kapitel
    Nun, das Ende. Für mich etwas zu sentimental und dick aufgetragen.


    Und was ist nur aus The Artful Dodger geworden? Hab ich da irgendwas überlesen? :confused:


    Mein Fazit:
    Was mir an "Oliver Twist" besonders gefallen hat, sind die satirischen Kommentare von Dickens und die lebhafte Charakterisierung der Haupt- als auch der Nebenfiguren. Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit dem Schreibstil, vor allem mit den langen Schachtelsätzen. Doch das ist nur ein weiterer Grund, das Buch irgendwann mal wieder zu lesen.
    Die Geschichte ist zwar spannend, doch meines Erachtens der größte Schwachpunkt an diesem Buch. Vor allem am Ende werden diverse Hauptfiguren ziemlich schnell "abgefertigt". An dieser Stelle merkt man, dass "Oliver Twist" zu Anfang nicht als Roman geplant war.
    Meine Bewertung in Ratten würde wahrscheinlich so aussehen:
    4ratten
    Aber das ist nur eine grobe Einschätzung, das könnte sich bei einer späteren Lektüre vielleicht auch verschieben.

  • So, hier meine Rezi:


    Eines Nachts kommt in einem Londoner Armenhaus ein kleiner Junge zur Welt. Noch kaum am Leben, muss er auch schon den Verlust seiner Mutter hinnehmen, deren Identität unbekannt ist. Oliver besitzt nichts, er ist darauf angewiesen, dass sich die Stadt um ihn kümmert. So verbringt er seine sehr unglücklichen Tage im Armenhaus. Als er schließlich alt genug ist, wird er einem Sargtischler verkauft, der ihn in die Lehre nimmt.


    Natürlich geht es dem armen Jungen, der reinen Herzens ist, über den man aber dennoch immer wieder nur Schlechtes hört. Niemand möchte dem Jungen, der so ein ärmliches Äußeres hat, Gutes zutrauen. Oliver wird schlecht behandelt, irgendwann hält es sein kleines Herz nicht mehr aus und er flieht. Da er die Erwachsenen immer von London, der großen Stadt, reden hörte, beschließt er, nach London zu gehen.


    Am Ende seiner Kräfte und in einem noch erbärmlicheren Zustand als zuvor erreicht er schließlich die Stadt. In London gerät er in den „Wirkungskreis“ von Fagin. Der Jude beschäftigt mehrere Jungens, die für ihn allerhand ehrlose Geschäfte erledigen. Vom Taschentuch-Diebstal über Spitzeleien und Einbrüche reichen deren Kompetenzen. Oliver soll ausgebildet werden und ebenfalls ins Geschäft einsteigen. Der herzensgute und blauäugige Junge ist froh ob der Gesellschaft Gleichaltriger und begleitet eines Tages zwei andere bei ihrer Arbeit.


    Wies der Zufall so will, wird ausgerechnet der unschuldige Oliver ertappt und vor Gericht gestellt. Was anfangs wie das Ende aussieht, stellt sich zuletzt als ein großer Glücksfall für den kleinen Twist heraus. Der Bestohlene nämlich ist ein redlicher Mann, der ihn schließlich zu sich nimmt. Dort wird er endlich geliebt, gehegt und gepflegt und entdeckt eines Tages sogar ein mysteriöses Bildnis einer Frau, die ihm verblüffend ähnlich ist. Doch auch das Glück bei seinen Wohltätern ist nicht von Dauer. Schon bald gerät er wieder in den Einfluss von Fagins Leuten. Dieses Mal soll er bei einem Einbruch helfen. Lange Zeit verwendet Fagin darauf, Oliver auf diese Aufgabe vorzubereiten, dann geht jedoch alles schief und der Junge wird angeschossen… Die Geschichte um den kleinen Oliver Twist ist eine wahrhaft traurige. Von einer Ecke in die andere gestoßen, scheint er doch immer wieder bei den falschen Menschen zu landen, dabei möchte er nichts anderes, als ein ehrliches Leben zu führen, nicht mehr Hunger leiden zu müssen und ein Dach über den Kopf zu haben. Man kann einfach nicht anders, als mit ihm mitzufühlen, zu hoffen und zu bangen.


    Schnell findet man in die Geschichte hinein, man fühlt sich versetzt in das damalige London, riecht die stinkenden Gassen und sieht die armen Bettler. Man gönnt Oliver einfach ein Happy End. Empfehlenswert ist eine Übersetzung von Gustav Meyrink, von gekürzten Ausgaben sollte man möglichst absehen. Da ich auch eine gekürzte Version kenne, würde ich zu einer Gesamtausgabe mit Nachwort und Erläuterungen raten. Ansonsten geht einfach viel zu viel der Geschichte verloren. Auch wenn die Handlung etwas verästelt ist und teilweise auch Handlungsstränge nicht mehr fortgeführt werden, sind sie doch Teil einer spannenden Geschichte und sollten nicht außer Acht gelassen werden.


    Meyrink hat es in seiner Übersetzung wunderbar verstanden, sprachlich die einzelnen „Schichten“ voneinander abzugrenzen. So spricht der Jude mit einem besonderen Dialekt, ebenso wie das einfache Volk und die doch eher wohlhabenden Leute. Auch Dickens Humor, der hin und wieder vortrefflich subtil eingesetzt wird, ist es Wert, die Langfassung zu lesen. Insgesamt eine sehr traurige, spannende, komplexe und doch auch humorvolle Geschichte, in die Dickens enorme Sozialkritik verpackt hat. Auch wenn gegen Ende die "Auflösung" doch sehr gewollt ist und die Geschichte sehr zwischen Gesellschaftssatire und Melodram schwankt: Sehr empfehlenswert, vor allem auch aufgrund der sprachlichen und atmosphärischen Dichte.


    --------------------------------------------------------------------------------


    Broschiert: 479 Seiten
    Verlag: Dtv; Auflage: Mit den Illustrationen der Erstausgabe. (November 2007)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3423136162
    ISBN-13: 978-3423136167


    5ratten

  • Das find ich richtig niedlich, Cuddles, dass es Leute gibt, die finden, Dickens hätte was zu KURZ angerissen :breitgrins:


    Ich bin ja eingefleischter Fan des Autors, hab den alten brummigen bissigen Teddybär auch über eine Biografie lieben gelernt, und ich muss gestehen, dass ich die Bücher hauptsächlich wegen der Figuren und Schauplätze lese und weniger wegen der Geschichten :zwinker:


    Fakt ist, dass von jedem Dickens-Buch irgendetwas im Leser zurückbleibt.


    London wird immer so aussehen wie zu Olivers Zeiten. Die können die Docklands modernisieren wie sie wollen, es wird immer nach Fagin riechen dort. Und auch die Armenhäuser, ob zu Unrecht oder nicht, werden ihr schlechtes Image nie wieder los.

    Ein Leben lang lesen ist nicht genug!<br /><br />Top 3:<br />1. &quot;Die Brautprinzessin&quot; von William Goldman<br />2. &quot;Männer&quot; von Dietrich Schwanitz<br />3. &quot;1984&quot; von George Orwell

  • Aber ich finde schon, dass Dickens in den letzten Kapiteln die Schicksale seiner Helden ein wenig "durchhechelt". Sonst fasst sich der Herr nun wirklich nicht kurz, da hast du recht. :breitgrins:


    Von Oliver Twist werden mir sicherlich auch vor allem die Charaktere in Erinnerung bleiben. Dies war mein erstes "richtiges" Buch von Dickens, vorher hatte ich schon "A christmas carol" gelesen. Aber es wird sicherlich nicht mein letztes bleiben, ich freue mich schon auf die Leserunde zu "Great expectations" im August. :klatschen:

  • :winken:


    Da muss ich Cuddles allerdings Recht geben. Ich finde auch, dass die letzten Kapitel im Vergleich zu den vorherigen sehr, sehr mager ausgefallen sind...Das war so quasi wie "und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute..." Punkt!


    Wer weiß, vielleicht wollte der alte Herr einfach nicht mehr weiterschreiben... :breitgrins:

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys


  • Wer weiß, vielleicht wollte der alte Herr einfach nicht mehr weiterschreiben... :breitgrins:


    Der alte Herr DURFTE nicht mehr weiterschreiben. Die Geschichte MUSSTE zum Ende gebracht werden. Wenn ich nicht irre, war das ein ziemlich früher Dickens und der Erfahrungsschatz des Autors wohl noch nicht so groß. :zwinker:


    Dennoch muss ich sagen, dass mir das Schleudertrauma zum Ende hin gar nicht so aufgefallen ist. Also, ICH wollte auch, dass das Buch zu Ende geht. Die ganzen Klischees und der "Schmalz" sind ja nun wirklich hart an der Schmerzgrenze :breitgrins: Die Frage des Buches ist doch: Wieso ist Oliver so ein gut erzogener und edler Mensch? Er hat überhaupt keine Voraussetzungen und keine Umwelt für sein Wesen. Praktisch hätte er gar nicht so werden können wie er ist. Aber das hat wohl Dickens noch nicht gewusst, denk ich.


    Die Randfiguren sind Dickens Stärke, finde ich. Ich mag sie alle, die Guten und die Bösen. Oliver Twist bietet schon tolle Charaktere, weiter geht das dann nicht Nicklas Nickleby und vor allem auch David Copperfield. Einfach genial, wie der alte Brummi Figuren zeichnen konnte - man könnte meinen, er war ein Maler :smile:

    Ein Leben lang lesen ist nicht genug!<br /><br />Top 3:<br />1. &quot;Die Brautprinzessin&quot; von William Goldman<br />2. &quot;Männer&quot; von Dietrich Schwanitz<br />3. &quot;1984&quot; von George Orwell

  • Ich habe das Buch jetzt auch durch und hier


    Meine Meinung:


    "Oliver Twist" ist ein schönes Buch mit vielseitige und interessanten Charakteren, die auf Anhieb gefallen. Besonders natürlich hat mir auch der Charakter des Oliver Twists gefallen. Einige mögen in als sehr weinerlich empfunden haben, aber ich liebe ihn - gerade deswegen! Es gibt noch selten liebe Menschen, die an das gute Glauben, obwohl sie schon viel Schlechtes erlebt haben - aber Oliver ist ein fabelhaftes - wenn auch fiktives Beispiel dafür. Dazu noch dankbar und treuherzig. Ich persönlich mag den Charakter und sehne mich oft nach Menschen, die so sind wie er, und die es in unserer Gesellschaft zu wenig gibt.
    Dickens Schreibstil ist mir von Anfang an positiv aufgefallen. Er beschreibt sehr detailhaft, was einem hilft, sich alles schön vorzustellen und schnell in das Buch hinein zu fühlen und mit den Personen zu leiden und sich zu freuen.
    Auch der Aufbau der Geschichte gefällt und letztendlich der Schluss, bei dem alles, was im Laufe des Romans erwähnt wurde, aufgegriffen und aufgeklärt wurde. Letztendlich klingt alles logisch und alles ist super! :) Und so fand ich auch das Ende nicht zu kurz geschildert. Gerade weil es ein Happy End ist, sollte es nicht zu langamtig sein ... Aber kurz sagen, wie es den anderen Figuren noch ergangen ist, finde ich immer sehr schön. Sonst hat man ein wenig das Gefühl, der Autor hätte diese Charaktere vergessen ...


    Also, für mich ein rundum gelungenes Buch:


    5ratten

  • Schön, dass es dir gefallen hat! Vor allem weil ich dich mit diesem Buch bewichtelt habe. :breitgrins: :winken:

  • Ok, denn möchte ich den Thread doch nochmal ein wenig herauskramen.


    Also wir haben im Deutsch-Lk die Aufgabe bekommen uns ein Buch aus einer Liste auszusuchen, welches wir noch nicht gelesen haben, für eine Buchvorstellung.
    Ich habe mir nun, wer hätte es in diesem Thread gedacht :zwinker: , Oliver Twist ausgesucht.
    Nun würde ich gerne wissen, welche Ausgabe ich mir am besten zulegen sollte?
    Soll natürlich keine Kinderausgabe sein und ungekürzt wäre natürlich auch nicht schlecht :breitgrins:
    Ich würde mich sehr freuen über eine Antwort


    MfG Chrissi89

  • In einem Armenhaus geboren bestimmt der Tod seiner Mutter im Kindbett das zukünftige Leben des Waisenjungen Oliver Twist. Vom Dauerzustand des Hungers und der Willkür der Armenhausverwalterin geprägt ist Oliver zu einem dünnen, zurückhaltenden Jungen herangewachsen, der zu einem Sargbauer in die Lehre gegeben wird. Doch die Schikanen der Bediensteten hält er nicht lange aus und flieht nach London. Dort gerät er ausgerechnet an den Juden Fagin, welcher ihn für seine Diebesbande rekrutieren will. Zwar sträubt sich in Oliver alles dagegen, doch hat er kaum eine andere Chance, als den Befehlen Fagins Folge zu leisten.


    Dadurch, dass Oliver von den meisten Geschehnissen förmlich überfahren wird und daher nur als passiver Charakter auftritt, hatte ich meine Mühe mit dem Buch. Ständig war nur zu lesen, welches Unheil nun wieder über Oliver hereinbrach. Auch nachdem er von Fagins Bande loskam und von Mr. Brownlow aufgenommen wurde, blieb die Hoffnung auf einen Wandel in der Erzählung nicht lange bestehen.


    Neben dieser Passivität störte mich vor allem auch die Charakterisierung des Jungen. Ständig war nur von seiner abgemagerten Gestalt und seinem lieben Gesicht zu lesen sowie von seiner Liebenswürdigkeit, mit der er sich bei seinen „Rettern“ bedankte. Als Hauptperson ist er mir eindeutig zu eindimensional, selbst unter dem Gesichtspunkt, dass er kaum 10 Jahre alt ist. Zum Glück bieten da andere Personen wesentlich mehr Graupunkte und Identifikationspotential, z.B. die Gehilfin von Fagins Geschäftspartner Sikes, Nancy. Ihre Rolle ist die wohl mit Abstand tragischste in der gesamten Erzählung und sie macht auch deutlich, was Dickens mit diesem Roman im Sinn hatte:


    Er wollte keineswegs ein Kinderbuch schreiben, wie man anhand des Alters des Protagonisten vermuten könne. Dazu ist das Thema viel zu düster und trübsinnig. Vielmehr hat er zahlreiche Kritikpunkte an der Gesellschaft untergebracht, allem voran der Umgang bzw. die Verwaltung der Armenhäuser. Ständig waren die Bewohner kurz vor dem Verhungern und anstatt wirksame Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, betrachteten die Leiter und Betreiber die Armen als faule Plagegeister, die bis ins Mark verdorben waren und an ihrem Schicksal selbst Schuld waren. Diese Schilderung der Zustände ist sehr erschütternd und aufwühlend. Einerseits sind seitdem über 100 Jahre vergangen, aber manche Vorurteile haben leider auch in der heutigen Gesellschaft noch Bestand.


    Von mir gibt es aufgrund der schwächeren ersten Hälfte nur 3ratten .

  • Ich habe folgende Ausgabe gelesen:

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    (Kurzer) Inhalt
    Eine unbekannte Frau bringt in einem Armenhaus ein Kind zur Welt und stirbt bald darauf. Das Kind, Oliver Twist, wächst unter den Ärmsten der Armen auf und erfährt ausschließlich Schikanen von Leuten, die ihn eigentlich schützen sollten. Schließlich hält er es nicht mehr aus und flieht nach London. Dort schließt er sich dem Juden Fagin und seiner Räuberbande an, ohne jedoch zunächst von ihren Übeltaten zu wissen. Als er es begreift, ist es jedoch schon fast zu spät, um noch auszusteigen.


    Erster Satz
    In einer gewissen Stadt, die ich aus mancherlei Gründen vorsichtshalber nicht nennen will und der ich auch keinen erdichteten Namen beilegen mag, befindet sich unter anderen öffentlichen Gebäuden eines, das von alters her in den meisten Städten, seien sie nun groß oder klein, allgemein üblich ist: nämlich ein Armenhaus.


    Meine Meinung
    "Oliver Twist" war mein erstes Buch von Charles Dickens und wird in nächster Zeit wohl auch das einzige bleiben. Mir ging es nämlich ungefähr so wie Myriel.


    Als erstes ist mir die ironische Sprache aufgefallen sowie die Seitenhiebe auf die damalige Gesellschaftsstruktur. Dieser Sprachstil zieht sich durch das ganze Buch, wird zum Ende hin jedoch etwas schwächer. Ich fand diese kleinen Sticheleien sehr erheiternd. Dauernd musste ich mir immer vorstellen, wie so ein Schnösel die Geschichte liest, den Witz nicht erkennt und sich denkt, dass endlich mal jemand die "richtige" Meinung vertritt.


    Die nächste Auffälligkeit war die ausschweifende Erzählart Dickens. Er beschreibt alles ganz genau, ob es nun für die Handlung wichtig ist oder nicht. Einerseits fand ichs ganz gut, da man viel über die einzelnen Charaktere erfahren hat und richtig tief in die Umgebung eintauchen konnte. Andererseits war diese Schreibweise aber auch etwas ermüdend, zwischendurch habe ich einige Stellen einfach nur überflogen, weil sie mich einfach nicht interessiert haben.


    Zusätzlich gestört haben mich die einseitigen Charaktere. Es gibt nur zutiefst gute und edle Menschen oder gewissenfreie und abgrundtief böse Leute. Oliver Twist schafft es kein einziges Mal selbst zu agieren, er ist eher wie ein Spielball, der hin und her geworfen wird. Außerdem ist er ein fast göttlich moralisches Wesen ohne Verfehlungen, dafür aber mit einer gehörigen Portion Pech. Obwohl das Buch nach ihm benannt ist, erfährt man kaum etwas über seine Gefühle, außer er zeigt sie nach außen hin. Somit fiel es mir sehr schwer mit diesem Charakter zurecht zu kommen.
    Und auch die anderen Charaktere waren nicht wirklich glaubhaft. Besonders die "Guten": bis auf eine Person glauben sie Oliver sofort alles, was er erzählt. Das ist natürlich ziemlich positiv für Oliver und den weiteren Handlungsverlauf, scheint mir aber doch etwas zu unwahrscheinlich.


    War die erste Hälfte noch recht träge, wurde es in der zweiten aber doch ganz spannend. Es passiert so allerhand, auch einiges unerwartetes. Hier wird natürlich nichts verraten, aber eines muss ich doch noch sagen: das letzte Kapitel war ein einziger Schmalzbatzen und hat mich auf Grund dessen mehr zum Lachen gebracht als zum Mitfühlen.


    Für mich ein Buch, das man schon mal lesen kann, aber nicht unbedingt muss.
    2ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

    Einmal editiert, zuletzt von mondy ()

  • Oliver Twist von Charles Dickens


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    Deutscher Umschlagtext: Schurken, schmieriges Elend, ein hilfloses, unterdrücktes Waisenkind. Dutzende Film- und Fernsehadaptionen hat Dickens' Roman inspiriert. Einst wühlte das krasse Porträt des jüdischen Schurken Fagin die Gemüter auf. Heute stört sich Roman Polanski an der Hoffnung, dass das Gute im Menschen über die Ungerechtigkeit triumphieren kann. Dickens' "Oliver Twist" lebt weiter, weil er eine existenzielle Spannung gestaltet: der Einzelne gegen die Gesellschaft.


    Zur Ausgabe: Die deutschte Ausgabe (linker Amazon Link) enthält ausserdem Daten zu Leben und Werk Dickens' und einen Werkbeitrag aus der dritten, völlig neu bearbeiteten Auflage des Kindlers Literatur Lexikon.


    Charles Dickens' "Oliver Twist" spielt grösstenteils in den verwahrlosesten Gegenden um und in London. Oliver wird in einem Arbeitshaus geboren, seine Mutter starb nach seiner Geburt, Oliver wurde als Waisenkind von der Kirchspielbehörde in die Obhut einer Frau gegeben, die noch andere Waisenkinder zu versorgen hatte. Dort erfuhr er eine grobe Behandlung. Später wird er bei einem Bestatter in Lehre gegeben. Dort wird er jedoch von der Gattin des Bestatters und dessen zweiten, älteren Lehrling drangsaliert. Oliver erträgt es nicht länger und flüchtet ganz alleine in Richtung London. Auf dem Weg macht er die Bekannschaft eines jungen Herrn, dem "Baldowerer", welcher ihm den Weg nach London zeigt und in mit zum Juden Fagin nimmt. Fagin ist der Kopf einer Diebesbande und nimmt verwaiste Jungen und Mädchen auf um sie zu Dieben, Dirnen und allerlei anderem kriminellen Menschen zu erziehen. Doch Oliver sträubt sich dagegen zu stehlen, wird aber von den Diebesfreunden reingelegt und von einem alten Herrn des Diebstahles angeklagt. Während Oliver vor dem Polizeikommissär steht und angeklagt wird, beginnt er zu fiebern und wird ohnmächtig. Der alte Herr nimmt seine Anklage zurück, ist überzeugt von der Unschuld des Jungen und nimmt in mit zu sich nach Hause, wo er ihn gesund pflegen lässt. Eigentlich möchte Oliver für immer bei dem alten Herrn und seinen Angestellten bleiben, doch dann wird er nach London geschickt um Bücher zurückzubringen und dabei von Fagins Leuten gekidnappt. Sie zwingen Oliver bei einem Einbruch mitzumachen, bei welchem er angeschossen wird. Die Leute, welche ihn angeschossen haben, kümmern sich später um ihn und Oliver darf lange Zeit bei ihnen bleiben. Sie machen für ihn den alten Herrn ausfindig und als sie ihn finden, beginnen sie alle zusammen das Rätsel von Olivers Herkunft zu lösen.


    Dickens' hat mit dieser Geschichte ein unglaubliches, aufrüttelndes Portrait der damaligen Zeit geschaffen. Ich konnte mich sofort hineinversetzten in das damalige London und war doch oftmals verstört und angeekelt. Es ist ja bekannt, wie schmutzig und wie arm gewissen Teile Europas damals waren, dennoch ist es eindrücklich, besonders wenn man schon selbst in London war und dann diese Teile, die im Buch beschrieben werden, vor seinen Augen hat, sie aber so anders aussehen als es heute der Fall ist.
    Auch hat Dickens' eine Reihe interessanter Charaktere entworfen. Ich war beeindruckt von Nancys Sinneswandel, fand Sikes sehr interessant und musste immer wieder über den Kirchspieldiener lachen. Nur sind mir manche Charaktere leider ein bisschen zu flach geblieben. So zum Beispiel Fagin. Fagin verkörpert den gerissenen, kriminellen, hinterlistigen, geldgierigen Juden. Er bleibt bis zum Ende uneinsichtig und böse. Viele von Dickens' Figuren lassen sich nur in Gut und Böse einteilen, es gibt fast nichts dazwischen, was das ganze etwas unglaubwürdig macht. Auch fand ich es lange seltsam, dass das Buch zwar "Oliver Twist" heisst, er auch ganz klar der Hauptcharakter ist, jedoch kaum zu Wort kommt. Oliver wird hin und her gereicht wie ein Bierkrug, aus dem jeder mal einen Schluck nimmt. Er ist zwar der Hauptcharakter, aber eigentlich nur ein Spielball. Anfangs habe ich mich daran gestört, dann musste ich aber auch denken, wie genial das ist. Oftmals fühlt man sich doch gerade so im eigenen Leben: Man ist das Opfer äusserer Umstände und es ist unglaublich schwer aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Schön, hat es Oliver am Ende mehr oder weniger geschafft. Ich habe mich überhaupt nicht an dem Happy-End gestört, für mich war es absolut nötig. Dem armen Oliver passieren so viele grauenhafte Dinge, da wünschte ich mir einfach einen guten Ausgang.
    Oliver Twist ist sicher ein Buch, das sich lohnt gelesen zu werden, aber ich würde es jetzt nicht unbedingt ein zweites Mal lesen. Es gibt viele tolle, spannende Stellen, aber auch viele langatmige Beschreibungen, wie es für die damaligen Literatur und Dickens' nunmal so üblich ist. Als Maturalektüre für Englisch, kann ich es jedoch nur empfehlen. Das Englisch ist sehr toll! Ihr müsst unbedingt einmal den Originaltext lesen, denn die Übersetzung lässt leider einiges verschwinden und nimmt Dickens' Text einen Teil seiner Magie.


    Fazit: Ein gelungenes Buch, ein zeitloser Klassiker, aber leider manchmal etwas langatmig und manche Charaktere etwas zu flach.


    3ratten

  • Mag ich denn Dickens eigentlich? Och jo! Schon, immer mal wieder.


    Seine Sprache ist toll, ich liebe seine Ausdrucksweise! Ich liebe es, dass jede Figur ihre eigene Schnauze hat! Ich liebe seine Fähigkeit über einen Absatz einen Charakter vor Augen erstehen zu lassen, der komplett einzigartig ist, mit seinen Eigenarten aber auch sofort erfasst werden kann.



    Die Randfiguren sind Dickens Stärke, finde ich. Ich mag sie alle, die Guten und die Bösen. Oliver Twist bietet schon tolle Charaktere, weiter geht das dann nicht Nicklas Nickleby und vor allem auch David Copperfield. Einfach genial, wie der alte Brummi Figuren zeichnen konnte - man könnte meinen, er war ein Maler :smile:


    Da muss ich dir unbedingt Recht geben!


    Umso trauriger ist es, dass Oliver selbst so furchtbar ist. Was ist dieser Junge edel und gut! :schnarch:


    Nach der Hälfte der Geschichte wünschte ich, ich wüsste, wie der Roman, als er als Fortsetzung in einer Zeitschrift erschien, aufgeteilt gewesen ist, dann würde ich so nach und nach Teile lesen. Aber diese ständigen Miniklimaxe und Cliffhanger machen mich wahnsinnig! Außerdem scheint sich die Geschichte im Kreis zu drehen: Oliver wandelt zwischen unerträglich guten und unerträglich bösen Charakteren hin und her (er selbst bleibt natürlich immer ein großherziger, edelmütiger, bescheidener Junge).


    Seit heute lese ich dazwischen in anderen Büchern, und momentan komme ich mit dieser Taktik viel besser voran. Also, es bleibt spannend - wobei ich mir natürlich schon denken kann, wo das alles hinführt. :rollen:

    Auch ungelebtes Leben<br />geht zu Ende<br />- Erich Fried

  • Sehr viel bleibt mir zu meinem Beitrag oben nicht mehr hinzuzufügen. Auch in der zweiten Hälfte der Geschichte ist mir Oliver viel zu gut, viel zu sehr ein richtiger Engel.


    Allerdings, und das muss man Dickens lassen, nimmt er, gerade auf den letzten 100 Seiten etwa, noch einmal richtig Fahrt auf und schreibt einige wirklich tolle dramatische Szenen. Insgesamt kommt dann doch alles, wie es kommen musste: Friede, Freude, Eierkuchen, und ich hatte, außer mit der Sprache und einigen Figuren und Augenblicken, kaum wirklichen Spaß daran, die Geschichte zu lesen.


    Trotzdem bin ich froh, die Lektüre beendet zu haben: Es ist eine dieser allgemein bekannten Storys, die einem ständig in Fernsehen, in Büchern, etc. begegnet. Und die Vorlage dazu zu kennen, zu wissen, worauf all dies letzten Endes beruht, ist schon ein gutes Gefühl.


    Für Lesespaß ( :schnarch:), Dickenssche Sprache ( :heybaby:), manche Szenen ( :entsetzt:) und Charaktere ( hahaha) gebe ich:


    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Auch ungelebtes Leben<br />geht zu Ende<br />- Erich Fried

  • Ich lese gerade in einer Leserunde Oliver Twist und bin hier über den Thread gestolpert. Interessant wie sehr die Bewertungen hier auseinandergehen.


    Ich habe fast die Hälfte gelesen und mir gefällt das Buch bisher gut. An den Schreibstil musste ich mich erst mal gewöhnen, aber jetzt finde ich es super. Die Charakter finde ich teilweise etwas flach, sie sind so vorhersehbar gut oder böse. Es gibt bisher keine Überraschungen. Vielleicht passiert da ja noch etwas.


    Oliver möchte ich am liebsten die ganze Zeit im Arm halten und Trösten :knuddel: Obwohl ich mich schon die ganze Zeit frage: Bei seiner ganzen Geschichte (Heim; er hat selten Gutes erlebt), da wundert es mich manchmal doch wie naiv und gutgläubig er ist. Eigentlich ist er ja fast schon zu brav.

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

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    Mir hat das Buch richtig Spaß gemacht, zu lesen. Ich war ja sehr skeptisch, ob ich so einen Klassiker überhaupt durchhalte beim Lesen, aber nun bin ich total begeistert.


    Negativ bleibt für mich, dass die Charaktere (bis auf Nancy) nicht so facettenreich sind, wie erhofft. Gerade Oliver hat mich teilweise richtig genervt, weil er so gut ist.


    Das ganze Buch ist sehr stark in gut und böse eingeteilt. Aber mittlerweile finde ich, dass ich mich gerade deswegen sehr gut in diese Zeit reinversetzen konnte. Mir ist noch aufgefallen, dass das beschriebene London eigentlich nur schmutzige, schmuddelige und gefährliche Ecken hat. Zu dieser Zeit hätte ich dort nicht wohnen wollen.
    Toll waren die Dialekte. Das hat das Lesen für mich zwar etwas erschwert (gerade wenn der Jude gesprochen hat), aber es war super für die Stimmung.


    Von mir bekommt das Buch 4ratten

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.


  • Gerade Oliver hat mich teilweise richtig genervt, weil er so gut ist.


    :lachen: Das ging mir auch so. Irgendwie mochte ich die schmuddeligen Figuren fast lieber :zwinker:

    //Grösser ist doof//

  • Nach wie vor gehört "Oliver Twist" zu einem meiner liebsten Klassiker, ja sogar zu einem meiner Lieblingsbücher. Ich muss es unbedingt mal wieder lesen. So ein schönes Buch :herz:

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • Oliver Twists Leben steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Wer sein Vater ist, weiß man nicht, seine Mutter, ein junges Mädchen noch, stirbt bei seiner Geburt, und Oliver landet schließlich im Armenhaus und muss, wie seinerzeit üblich, noch vor seinem zehnten Geburtstag anfangen zu arbeiten.


    Eines Tages hält er es nicht mehr aus und läuft davon, geht tagelang zu Fuß, will in London sein Glück versuchen. Kurz vor seinem Ziel macht er die Bekanntschaft eines Jungen, der ihn mit nach Hause nimmt und ihm Arbeit in Aussicht stellt.


    Der grundehrliche Oliver ist entsetzt, als er begreift, dass Fagin, sein neuer Herr, ein Hehler und Chef einer jugendlichen Bande von Dieben ist. Verzweifelt sucht er nach einem Ausweg, doch Fagin und seine Spießgesellen sind nicht so einfach bereit, Oliver vom Haken zu lassen.


    Die bewegte Geschichte des kleinen Oliver Twist dürfte zu Dickens‘ bekanntesten und beliebtesten Werken gehören, macht es dem Leser aber zu Beginn nicht leicht. Bevor es richtig losgeht mit der Handlung, muss man sich zunächst einmal durch verschlungene, verschwurbelte, ellenlange Bandwurmsätze voller philosophischer Betrachtungen kämpfen, doch es lohnt sich, das zu tun.


    Dickens ist natürlich kein Mann der knappen Worte, er erzählt ausschweifend, schildert gerne und detailliert die Umgebung und die Menschen und baut das Buch unerwarteterweise so auf, dass Oliver selbst gar nicht so stark im Mittelpunkt steht, wie man es vielleicht erwarten würde, und der Erzählfokus auch oft auf wichtigen Nebenfiguren liegt. Somit erhält der Leser nicht nur ein deutliches Bild der Londoner Armenviertel und des Kleinkriminellenmilieus, sondern blickt auch in gehobenere Gegenden und noble Häuser.


    Sprachlich ist die Originalversion insbesondere für heutige Leser anspruchsvoll und manchmal ein wenig umständlich, aber besser verständlich, als ich befürchtet hatte. Die umfangreichen Fußnoten in der Penguin-Ausgabe helfen zusätzlich, Anspielungen oder altmodische Ausdrücke zu verstehen. Die ebenfalls enthaltenen Originalillustrationen sind wohl eher interessant als schön zu nennen.


    Ein wenig schwarzweiß kommt der Roman manchmal daher und kann auch schwülstig wirken, was sicherlich mit an der Entstehungszeit liegt. Ebenso stechen die Einstellung zu Frauen und insbesondere die Charakterisierung Fagins, der Jude ist, heutigen Lesern unangenehm ins Auge. Da war Dickens, wie viele andere, ein Kind seiner Zeit (und es wäre wohl eher unrealistisch, Mitte des 19. Jahrhunderts etwas anderes zu erwarten).


    Dafür besticht er an vielen anderen Stellen durch seine Gesellschaftskritik, die er nicht selten in herrlich beißenden Spott kleidet. In dieser Deutlichkeit hatte ich das nicht erwartet.


    Alles in allem ein lesenswerter Klassiker, der auch heute noch einen hohen Unterhaltungswert besitzt.


    4ratten

    The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.

    E. L. Doctorow





    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Danke für die schöne Rezension.


    Dickens liebe ich sehr, trotz seiner zeitbezogenen (19. Jahrhundert :zwinker:) Vorurteile. Oliver Twist ist mir als spannend, aber z.T. besonders schwülstig, wie ja auch du findest, in Erinnerung. Da gibt es beim späteren Dickens bessere Werke. Dennoch ist der Oliver Twist gerade wegen der von dir angesprochenen Bandbreite der gesellschaftlichen Beobachtungen und des auch manchmal recht scharfen sozialkritischen Tons immer noch sehr lesenswert.