Elizabeth George - Careless in Red/Doch die Sünde ist scharlachrot

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 40 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von foenig.

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    Inhalt:
    Nach einer persoenlichen Tragoedie nimmt sich Thomas Linley eine Auszeit von New Scotland Yard und laeuft relativ ziellos die Kueste Cornwalls entlang.
    An einem Touristenort fuer Surfer entdeckt er dann am Fusse eines Felsens zufaellig die Leiche eines jungen Mannes, der scheinbar bei einer Kletterpartie abgestuerzt ist.
    Nicht unweit von dem Ungluecksort findet Linley ein Haeuschen, das von der jungen Tieraerztin Daphne Trahair als Ferienhaus benutzt wird. Zusammen benachrichtigen sie die Polizei, deren Verdacht recht schnell auf Daphne Trahair faellt, die einige Informationen zurueckzuhalten scheint.
    Beatrice Hannaford, die ermittelnde Beamtin, bemerkt ausserdem, dass Daphne wohl eine Schwaeche fuer Thomas Linley hat, der nach 43 Tagen Wanderschaft einen ziemlich verwahrlosten Eindruck macht.
    Diesen Umstand will sie nun ausnutzen, indem sie Linley dazu ueberredet, ihr bei der Beschaffung von Informationen zu helfen.


    Meine Meinung:
    Wer das Ende von “Wo kein Zeuge ist” nicht erfahren will, sollte sich den Klappentext dieses Buches lieber nicht durchlesen, weil er nicht ganz spoilerfrei ist.


    Ich muss sagen, dass mir dieser Band wieder recht gut gefallen hat. Es war fluessig zu lesen und ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt. Den Taeter habe ich zwar schon vor der Aufloesung erraten, aber an Spannung hat dem Buch trotzdem nicht gefehlt.
    Man erfaehrt viel ueber die Bewohner des Kuestenortes und anfangs scheint auch jeder ein Geheimnis zu haben. Wie ueblich bei Elizabeth George, vertieft sie sich in die Psyche der Charaktere und beschreibt deren verschiedenen Probleme.
    Ueber manchen Charakter kann man auch oefters schmunzeln, vor allem ueber Bea Hannford, so dass die Stimmung ein wenig aufgelockert ist.
    Dadurch, dass so viele Charaktere vorgestellt werden, scheinen Thomas Lynley und Barbara Havers allerdings ein wenig in den Hintergrund zu ruecken, was ich ein wenig schade fand. Trotzdem laesst Havers die eine oder andere spitze Bemerkung fallen oder versucht Thomas Linley zur Rueckkehr zu Scotland Yard zu ueberreden.


    Ich bin jedenfalls schon einmal gespannt, wie es weitergeht mit der Serie und als Fan vergebe ich


    4ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Alfa_Romea ()

  • Vielen Dank für die Rezension, whiskers! Ich bin froh, dass es sich offenbar lohnt, den neuen George zu lesen - nach dem Ende von "With no one as witness" war ich nicht überzeugt, dass da nochmal was Brauchbares nachkommt. :smile:


    :winken:


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Hallo whiskers :winken:


    Mir ging es ähnlich wie Alfa_Romea: nach "With no one as witness" war ich nicht sicher ob ich noch ein weiteres Buch aus der Linley-Reihe lesen will. Deshalb habe ich "Careless in red" während meines Urlaubs zwar oft in Buchgeschäften gesehen, aber nicht mal in die Hand genommen. Jetzt bin ich aber bereit, Elisabeth George wieder eine Chance zu geben.


    Liebe Grüße
    Kirsten

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Hallo,
    seit dem Buch mit dem Geigenspieler (A Traitor to Memory), das ich als ziemlichen Flop empfand, bin ich auch sehr vorsichtig mit dieser Reihe geworden.
    Aber dieses hier hat mir wieder gefallen, und ich hoffe, dass Ihr auch nicht enttaeuscht sein werdet. :winken:

  • Oh schön, ich habe gehofft, dass es in der Linley/Heavers-Geschichte weiter geht! "Am Ende war die Tat" so hieß das, glaube ich, habe ich ausgelassen, aber den neuen Band werde mir gönnen, sobald er auf dt. erscheint.
    Herzlichen Dank für den Tipp bzw. die Rezi!


    lg, Frau 32

  • "Am Ende war die Tat" hat mich auch nicht interessiert, aber "Careless in Red" gehe ich heute in der Buchhandlung abholen :smile:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Hallo!


    Careless in red ist ein Buch, bei dem Elisabeth George wieder zu ihren alten Qualitäten zurückgefunden hat. Sie beschreibt die Ereignisse aus den verschiedenstens Gesichtspunkten und zeigt so auf wie der Mord nicht nur die Familie und Freunde des Opfers betrifft sondern auch Menschen, die mit dem Opfer eigentlich keinen Kontakt hatten wie der Sohn der ermittelnden Polizistin. Die Rolle der Bea mochte ich besonders, weil sie nicht nur als die Ermittlerin gezigt wurde sondern auch als die alleinerziehende Mutter mit allen Problemen die zudem noch immer nicht über die Trennung von ihrem Mann hinweg ist.


    Spoiler zu Linley resp. dem Vorgängerbuch "Wo kein Zeuge ist":

    Solche Gedanken wie er sich in dieser Geschichte macht hat er sich vorher noch nicht gemacht. Ich wußte bisher gar nicht dass er zu solchen Gedanken fähig ist.


    Auch Barbara lernte ich in einem neuen Licht kennen. Bea macht sich viele Gedanken über sie die ich nie so gesehen habe. Hinter all ihrer Schroffheit verbirgt sich eine sensible Person die oft stärker als Linley ist. Leider kommt das durch ihr lautes Wesen nicht so zum Zug.


    Im Gegensatz zu whiskers war ich übrigens lange auf der falschen Fährte was den Täter angeht :zwinker:


    Das einzige Minus an Careless in red sind Daidre und Aldara. Die beiden fand ich stellenweise überzogen dargestellt. Trotzdem kann ich das Buch guten Gewissens weiterempfehlen und vergebe
    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße
    Kirsten


    Edit Alfa_Romea: Vorsichtshalber Spoiler gesetzt

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

    Einmal editiert, zuletzt von Alfa_Romea ()

  • Mir ist es wie Kirsten gegangen. Ich war dann am Ende doch richtig überrascht. :zwinker:


    Auch ich habe eure Bedenken geteilt ob und wie die Serie weitergehen kann.
    Und ich muss sagen, dass ich Elizabeth George wieder ganz in ihrer alten Klasse erleben konnte.
    Ich konnte mit Lynley so gut mitfühlen, da hat sie sich sehr mit der Thematik beschäftigt. ( ich schreibe so kryptisch, weil nicht alle hier alle Bücher von George gelesen haben).
    Ich konnte ihr wegen der sensiblen Behandlung des Themas wirklich jedes Wort abnehmen.


    Die Geschichte handelt, sehr allgemein gesprochen, von dem Miteinander und Auseinander von Familien. Dieses Thema zieht sich durch und man lernt als Leser da äußerst merkwürdige Familien kennen.


    Ich fand es klasse und deshalb von mir: 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Judith :winken:

  • Careless in Red hat mich begeistert. Die Facetten, die George Lynley hinzu gefügt hat, machen ihn für mich mittlerweile zu meinem Lieblingskriminalisten. Ich hätte auch nicht gedacht, dass Lynley so glaubwürdig in die Tiefe weiter entwickelt werden könnte - was zudem auf so schöne Weise mit dem Inhalt korrespondiert. Vorübergehend schien mir die Reihe eher einfallslos, aber mit Careless in Red hat George eines ihrer besten Bücher geschrieben.

  • Hallo!


    Edit Alfa_Romea: Vorsichtshalber Spoiler gesetzt


    Ups- danke schön :winken:


    Mir hat Careless in red wieder Lust auf Elisabeth George gemacht. Ich habe zwar bereits alle Bücher von ihr gelesen aber jetzt habe ich Lust, den alten und neuen Linley miteinander zu vergleichen :zwinker:


    Liebe Grüße
    Kirsten

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.


  • Ich habe zwar bereits alle Bücher von ihr gelesen aber jetzt habe ich Lust, den alten und neuen Linley miteinander zu vergleichen :zwinker:


    So was ähnliches habe ich mir auch grade vorgenommen - allerdings weiss ich nicht, obs damit 2009 etwas wird... Hier ist jedenfalls meine Meinung zum neuesten Werk:


    Inhalt:
    Inspector Lynley – nach einem tragischen Todesfall innerhalb der Familie eigentlich ausser Dienst – stösst auf einer Wanderung durch Cornwall auf die Leiche eines jungen Mannes, der beim Klettern einen Unfall hatte. Bald jedoch kommt die Gewissheit auf, dass der verstorbene Santo Kerne ermordet wurde. Detective Inspector Beatrice Hannaford übernimmt die Ermittlungen in dem kleinen Touristenkaff Casvelyn und spannt Lynley gegen dessen Willen in die Aufklärung des Verbrechens ein. Der Mord an dem Teenager weckt in Lynley schliesslich seinen alten Kampfgeist und er spielt bei den Ermittlungen seine ganze Erfahrung aus.


    Meine Meinung:
    Ein schöner Krimi mit klassischer Mörderjagd, da das halbe Dorf Casvelyn Gründe hatte, den ungestümen Santo Kerne zu hassen und zu töten. Praktisch alle Dorfbewohner haben etwas zu verbergen, kaum einer sagt der Polizei die Wahrheit, was nicht nur für die Ermittler, sondern auch für den Leser ziemlich ermüdend ist.
    Als weiteren negativen Punkt muss man leider die Charaktere anführen: Sie wirken allesamt grotesk überzeichnet und würden besser in einen Herzschmerz-Schinken als in einen Krimi passen. Kein einziges (!) Elternteil in der Story scheint in der Lage zu sein, mit seinen Kindern auch nur halbwegs vernünftig umzugehen. Zudem hat fast jeder Dreck am Stecken oder dunkle Geheimnisse, was auch nicht gerade zur Glaubwürdigkeit der Konstruktion beiträgt. Auch Lynleys eigenes Drama ist ein wenig zu dick aufgetragen, um wirklich noch Mitleid zu erwecken. Im Gegenteil: Ich hätte ihm so manches mal liebend gern einen Tritt in den Hintern versetzt, damit er endlich aufhört, sich in seinem Elend zu suhlen.


    Aber gut, es gibt auch die besseren Seiten an dem Roman und die sehen so aus: Die Auflösung ist wie so oft eine Überraschung, aber diesmal eine gelungene, da sie geschickt in die Handlung eingeflochten ist. Überhaupt ist George diesmal ein guter Schluss gelungen, der mir wahrscheinlich länger in Erinnerung bleibt als bei anderen Krimis.
    Auch die Schnitzeljagd auf den Mörder macht für den Leser Spass, sobald man mal den Durchblick hat, wer hier eigentlich wer ist und mit wem wie verbandelt. Da ist anfangs ein kleiner Notizzettel nicht schlecht, weil die Story zwischen verschiedenen, lose verknüpften Handlungssträngen hin- und herspringt. Aber sonst lässt sich der Handlung leicht folgen und man kann sich mit diesem Buch so richtig im Lesesessel vergraben, um erst Stunden später wieder aufzutauchen.


    Fazit:
    Wie schon beim letzten Lynley-Roman «Wo kein Zeuge ist» ist auch dieser hier wohl nur für Elizabeth-George-Fans wirklich etwas. Diese werden sich dafür umso mehr über das Wiedersehen mit Thomas Lynley – fast wieder in alter Form – und Barbara Havers – schlagfertig, eigenwillig und witzig wie immer – freuen. Der Kriminalfall und seine Auflösung sind diesmal sehr gelungen, die Charaktere leider weniger.


    7 von 10 Punkten


    :winken:


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Ich habe das Buch vor einigen Monaten auf englisch gelesen und fand es sehr gut. Aber vielleicht bin ich der englischen Sprache auch nicht soo mächtig und habe einiges überzogenes nicht verstanden... :smile:


    Ich fand es einfach schön mal wieder etwas über Linley zu lesen und zu erfahren, wie sein Leben weitergeht. Und da ich die Gegend kenne, wo das Buch spielt, war natürlich auch das ein Pluspunkt! Und diese durchgeknallte Familie schien mir nicht wirklich unrealistisch - so was kommt mir im Berufsleben des öfteren vor die Nase. :rollen:


    Und der Plot war klasse, spannend und unerwartet. Also, mich hat das Buch in den Bann gezogen. Deswegen:


    5ratten


    leseliese

    :leser:<br />Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher

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    Kurzbeschreibung


    Der Blick des Wanderers bleibt an etwas Rotem hängen. Tief unten, am Fuß der Steilküste, liegt ein zerschmetterter Körper. Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, kann der Wanderer keine Papiere vorweisen. Ist er wirklich der, der zu sein er behauptet ...?
    Es ist Ende April. Durch das wechselhafte Frühlingswetter wandert ein Mann die Küste Cornwalls entlang. Seit Wochen hat er nicht mehr in einem Bett geschlafen, sich gewaschen, sich rasiert. Als er über der Klippe bei Polcare Cove innehält, bleibt sein Blick an etwas Rotem hängen. In der Tiefe liegt ein zerschmetterter Körper. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich als Sabotageakt und Mord, und die örtliche Ermittlerin Bea Hannaford steht bald schon einem ganzen Dutzend Verdächtigen gegenüber - darunter auch der Wanderer, der von sich behauptet, Thomas Lynley zu heißen, doch ausweisen kann er sich nicht. Als Hannaford bei New Scotland Yard Informationen einfordert, bekommt sie seine Dienstmarke übermittelt, die keineswegs vernichtet wurde, als Lynley nach dem tragischen Tod seiner Frau den Dienst hatte quittieren wollen. Hannaford bezieht den Detective Superintendent, der er nicht mehr zu sein behauptet, in ihre Ermittlungen ein. Und tatsächlich hat Lynley bereits einen ersten Verdacht. Nur eine Person, weiß er, kann ihm auf unbürokratischem Wege mehr Informationen beschaffen. Und er ruft Barbara Havers an ...


    Meine Meinung


    Wir treffen Lynley hier als gebrochenen Mann, der auf einer langen einsamen Wanderung der Trauer um seine verstorbene Frau davon zu laufen versucht und nicht gewillt ist, jemals wieder in sein altes Leben zurückzukehren. Doch dann entdeckt Lynley eine Leiche am Fuße der Klippen Cornwalls und er ist gezwungen, für die Dauer der Ermittlung in dem kleinen Ort Casvelyn zu bleiben.
    Elizabeth George hat hier ganz wunderbar geschildert, wie Thomas Lynley langsam wieder beginnt zu leben, indem er merkt, dass er als Polizeibeamter, der er auf eigenen Wunsch eigentlich nicht mehr ist, einfach funktioniert, seine Spürnase sich automatisch einschaltet und sich den Ermittlungen des Falles nicht entziehen kann.
    Auch Lynleys Kollegin Barbara Havers ist in ihren roten Turnschuhen zu ihren Fans zurückgekehrt. Gewohnt nachlässig gekleidet taucht auch sie in Casvelyn auf und unterstützt die örtliche Polizei bei der Ermittlung.
    Die Geschichte um den Mordfall selbst hatte zwar seine Längen, konnte aber trotzdem immer wieder fesseln. Bedrückend waren die Beziehungen zwischen Eltern und ihren fast erwachsenen Kindern, die alle im entscheidenden Moment nicht miteinander geredet haben, Dinge hingenommen haben und unfähig waren, die eingefahren Bahnen zu verlassen.
    Es hat schon einige Lesezeit gedauert, bis ich alle Dorfbewohner auf Anhieb auseinander halten und den richtigen Familien zu sortieren konnte, aber zum Ende hin hat es doch geklappt. Den Täter hingegen hatte ich ab der zweiten Hälfte im Visier, sein Motiv wurde wenig später geliefert.


    Fazit:
    Mit diesem Buch hat Elizabeth George fast zu der Form zurückgefunden, wie ihre Fans sie lieben. Besonders schön ist es natürlich, das Thomas Lynley, im Gegensatz zu den letzten drei Büchern, wieder mehr Raum eingeräumt wird. Der Kriminalfall ist gelungen, die einzelnen Charaktere prägnant und die Auflösung des Falls schlüssig.


    4ratten

    Liebe Grüße

    SheRaven


  • Es hat schon einige Lesezeit gedauert, bis ich alle Dorfbewohner auf Anhieb auseinander halten und den richtigen Familien zu sortieren konnte, aber zum Ende hin hat es doch geklappt.


    Ich habe erst vor Kurzem mit dem Buch begonnen, bin also noch ziemlich am Beginn des Geschehens und das Auseinanderhalten der verscheidenen handelnden Personen und deren Familienzugehörigkeiten fällt mir noch etwas schwer. Aber ich hoffe, das wird noch....
    ;-)


    lg, Frau 32

  • Meine Meinung:


    Alles in allem wurde ich von diesem Band eher etwas enttäuscht. Nach dem tollen Wo kein Zeuge ist, hatte ich da mehr erwartet:
    Für meinen Geschmack wurden viel zu viele Figuren eingeführt, derren Schicksal den Leser auf mehrere falsche Fährten locken sollten. Durch die etwas banale Lösung des Falles, wurden meiner Meinung nach einige Gute Ideen der Autorin, die als Lösung irgendwie interessanter wirkten, zunichte gemacht. Zwar war die Antwort auf die Frage nach dem Mörder letztendlich schlüssig, aber irgendwie hätte ich von George etwas mehr Fantasie erwartet. Dies hier war für mich eher 0815, das bin ich von ihr nicht gewöhnt...


    Lynley und Havers fehlten mir. Ich hatte den Eindruck George wollte hier bewusst eine Figur einführen, der sie vielleicht schon bald eine eigene Reihe widmet. So kam es mir jedenfalls vor. Den beiden Ermittlern wurde jedenfalls für meinen Geschmack zu wenig Raum gelassen. Andererseits fand ich gerade Lynley hier sehr sehr glaubwürdig. Seine Gefühle und sein Handeln waren gut nachvollziebar und mehr als einmal musste ich schon schwer schlucken.
    Barbara Havers wird fast schon zur Statistin abgewertet. Da sie meine Lieblingsfigur ist, fand ich das schade. Aber gut, die Autorin legt ja immer wieder verschiedene Schwerpunkte auf ihre Figuren, daher konnte ich dann trotzdem damit leben.


    Die Auflösung des Falls tritt finde ich etwas in den Hintergrund. Der Schwerpunkt liegt auf dem Schicksal der vielen Figuren die scheinbar mit dem Mord zu tun haben, den Ermordeten kannten, liebten, hassten. Hier vetsteht es die Autorin meisterhaft, die Gefühle und Gedanken ihrer Figuren lebendig werden zu lassen,
    die Spannung wird leider eher mäßig aufgebaut, dennoch mochte ich gerne weiter lesen. Das lag diesmal vor allem daran das ich die Athmosphäre des Buches genossen habe. Irgendwie melancholisch und eine Stimmung, düsterer Tag am Strand, sehr windig. So hatte ich es beim Lesen im Kopf.


    Insgesamt hat die Autorin finde ich wieder etwas nachgelassen, aber ich fand Doch die Sünde ist Scharlachrot, ist dann doch einer ihrer besseren Romane geworden.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Nachdem ihn im vorherigen Band das Schicksal mit aller Härte getroffen hat, versucht Thomas Lynley bei einer langen Wanderung an der Küste Cornwalls alles hinter sich zu lassen. Er ist schon über einen Monat unterwegs, als er am Fuß einer Klippe die Leiche eines jungen Mannes entdeckt, der offenbar beim Klettern abgestürzt ist.


    Bei näherer Betrachtung ist Fremdeinwirkung jedoch nicht auszuschließen, und so nimmt die örtliche Polizei unter Leitung der resoluten Bea Hannaford die Ermittlungen auf. Bedingt durch chronischen Personalmangel und Defizite in der Ausrüstung holt sie sich schon bald den zunächst widerstrebenden Lynley mit ins Boot (und ist häufig genervt von seinen recht speziellen Ermittlungsmethoden, zumal er auch ein wichtiger Zeuge ist).


    Unter der Oberfläche des malerischen Küstenstädchens sorgen, von den Urlaubsgästen unbemerkt, familiäre Konflikte und alte, problematische Verflechtungen für Spannungen in und zwischen Familien. Doch warum musste Santo Kerne sterben, falls sein Sturz kein Unfall war?


    Wieder greift Elizabeth George tief in die Psychologie-Kiste und zeichnet präzise, erschreckende Porträts von Menschen in seelischem Aufruhr, nicht nur bei Lynley selbst, der zu Beginn gar nicht die tragende Rolle spielt, die man erwartet hätte, sondern auch bei den zahlreichen Personen, die Santo Kerne kannten und unter denen nun ermittelt wird.


    Sehr langsam entfaltet sich das Gesamtbild, George lässt sich viel Zeit, um das Tableau vorzubereiten, vor dem sich letztendlich die tempo- und spannungsreichere zweite Hälfte des Buches abspielen wird - beinahe ein wenig zu viel. Diesmal empfand ich nämlich das Abtauchen in die Tiefen der menschlichen Seele als sehr dick aufgetragen, kaum eine Person unter den möglichen Verdächtigen wirkt ansatzweise "normal". Man spürt, welche Geheimnisse und Fehden von früher auf dem kleinen Städtchen lasten, die Atmosphäre ist düster und ganz und gar nicht romantisch.


    Als Sergeant Havers, deren Schlagabtausche mit Lynley man anfangs doch ziemlich vermisst, als "Leihgabe" von Scotland Yard vor Ort eintrifft, gerät die Handlung allmählich in Fahrt und gipfelt in einem überraschenden, aber glaubhaften und ein wenig abrupten Schluss.


    Insgesamt fehlt bei dem Buch ein wenig der "Wiedersehen mit alten Freunden"-Faktor, außer Lynley und Havers und ein paar Gedanken an die Vergangenheit gibt es wenig Wiedererkennungseffekte für Fans der Serie - andererseits vermeidet George dadurch auch Wiederholungen altbekannter Muster. Dennoch hoffe ich, dass das nächste Buch wieder die komplette Stammbesetzung an Bord hat.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Ich habe es jetzt auch gelesen, es hat mir gut gefallen.
    Die Vornamen der Leute dort in Cornwall fang ich recht gewöhnungsbedürftig.
    Und hoffentlich wird man nieeee im Leben von einer Kombination Hannaford & Havers verhört, das muss hart sein :zwinker:

    Bücher sind Magie zum Mitnehmen.

  • Ich stecke gerade so um Seite 150 herum fest und überlege, ob ich weiterlesen soll. Von der Elizabeth George der früheren Bände kann ich nicht viel entdecken. Die Ermittlungsarbeiten nehmen (noch?) wenig Raum ein, dafür werden jede Menge Leute vorgestellt, die sich hinsichtlich ihrer Beziehung zu dem Toten und seiner Familie nur in Andeutungen ergehen, weil sie untereinander natürlich wissen, was in der Dorfgemeinschaft los ist. Das soll sicher Spannung aufbauen, mich stört es aber zunehmend. Thomas Lynley ist - wenn auch nur selten - zwar bereits ein Teil der Handlung, doch von Havers noch keine Spur.


    Wenn das so weitergeht, wird das mein letzter Fall dieser Reihe :rollen:.