Irgendwo bellte ein Hund.

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 720 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kritty.

  • Hallo miteinander,


    mir fiel letzte Woche ein Gegenbeispiel auf: :smile:
    "Die unterirdischen Hunde der Mitternacht, sie bellen niemals. Sie jaulen nicht, sie wedeln nicht mit dem Schwanz. Sie haben Augen wie Untertassen. Sie behalten alles in Erinnerung, was sie gesehen haben."
    (Olga Tokarczuk - AnnaIn in den Katakomben)


    Viele Grüße von Annabas

  • Als ich mal wieder in dem Thread las, dachte ich: hey, in meinem aktuellen Buch kamen bisher keine vor - und dann das auf der fünftletzten Zeile:


    Irgendwo in Haggard bellte ein Hund. (außerdem hört man noch Autohupen, Leute lachen und Musik aus einem Pub)


    [Skulduggery Pleasant S. 340]

  • Bei mir ist auch schon wieder Hundealarm :zwinker::


    "Irgendwo in der Nachbarschaft bellte ein Hund;..."


    (Brigitte Riebe - Schwarze Frau vom Nil, Seite 207)


    :winken:

    :lesen: Brandon Sanderson - Krieger des Feuers

  • Mich wundert es eigentlich auch nicht, dass das Hundegebell so häufig verwurstet wird - der Autor braucht nur so einen nervigen Nachbarhund zu haben wie wir :rollen:


    In Krabat gab es dafür zwei Positivbeispiele: "Kein Hund schlug an, keine Treppe knarrte" ... obwohl das in dem Fall sogar gut hätte sein können, weil Krabat an der Mühlentür geläutet hat ;)


    Die Lippen schürzen bedeutet doch, dass man so ein spitzes Mündchen macht. Ich mache das manchmal, wenn ich nachdenke.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)


  • Die Lippen schürzen bedeutet doch, dass man so ein spitzes Mündchen macht. Ich mache das manchmal, wenn ich nachdenke.


    Ja, ich glaube das heißt es (und ich mache es bestimmt auch). Ich finde es nur komisch, da ich diesen Ausdruck des Lippenschürzens sonst fast nie höre, er in Büchern aber recht häufig verwendet wird (aber jenseits des Romans besteht vielleicht auch einfach keine Notwendigkeit diese Handlung näher zu beschreiben). Wenn ich vom Lippen schürzen lese, denke ich meistens an Keira Knightley, weil ich finde, dass sie manchmal eigenartige Dinge mit ihren Lippen macht :breitgrins:.

  • Ich verfolge den Thread schon von Anfang an, und es ist schon erstaunlich, wie viele Hunde in meinen Büchern seitdem schon irgendwo gebellt haben.


    Gerade vorhin wieder in "Caravan" von Marina Lewycka, und sogar das am weitesten verbreitete Original:
    Irgendwo bellte ein Hund.


    Ich möchte auch anmerken, dass mich irgendwo bellende Hunde schlichtweg nicht interessieren.
    Nein, ich finde sie sogar ziemlich unnötig, wenn sie nichts mit der Handlung zu tun haben.

    Als der Thread noch ziemlich am Anfang stand, begegnete mir auch prompt eine knarrende Tür.

  • :grmpf: Ich lese wirklich die falschen Bücher. Bei mir bellt einfach kein Hund, barks no dog und skäller ingen hund. Was mache ich nur falsch? :sauer:

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ich habe auch noch einen deutschen Klassiker entdeckt:


    "Endlich hörte ich von ferne Hunde bellen"


    Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts (3. Kap., S. 31 der Reclam-Ausgabe)

  • Auch in Japan gibt es das Phänomen:


    In der Nähe kläffte neurotisch ein Hund.


    (Haruki Murakami: Tanz mit dem Schafsmann)

  • Der Hund verkneift sich das Bellen
    So die Überschrift zum Artikel über den Kritiker Joachim Kaiser heute in der Zeitung. Ich habe gleich mal geschaut, ob dem Herrn in seiner Laufbahn ebenfalls zuviele Hunde in den Romanen aufgefallen sind. Leider Fehlanzeige. Das dramatische Anhäufen klischeebeladener Tieräußerungen in der modernen Literatur ist offensichlich noch nicht überall übel aufgestoßen. Und das bei einem belesenen Kritiker.
    Schade :zwinker:

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Sergej Lukianenko - Wächter der Nacht In der dritten Geschichte heißt es im Prolog:


    Zitat

    Irgendwo auf dem Bahnhof weinten Kinder, winselte ein Hund.


    Immerhin winselt er nur. :zwinker:

    Liebe Grüsse Hanni 8)

  • ichhabe jetzt schon das dritte Mal in Rolf Lapperts "Nach Hause schwimmen" gelesen, das ein Hund bellte. Ich bin noch nicht durch...

    Habent sua fata libelli

  • Ich musste schmunzeln und direkt an diesen Thread denken, als ich bei Cornelia Funke's Tintenherz direkt als dritten Satz gelesen habe "Irgendwo in der Dunkelheit bellte ein Hund..." :breitgrins:

  • Ich muss feststellen: In Frankreich sah es im Jahre 1365 auch nicht besser aus:


    Irgendwo kläffte ein Hund, und in der nächsten Gasse greinte ein Säugling.


    :hund:


    Vielleicht handelt es sich bei diesem Phänomen einfach um einen gängigen Textbaustein, oder um das automatische Korrigieren?

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • In "Sturmflut" von Margriet de Moor heißt es auch an einer Stelle:


    "Hinter der Tür hatte ein Hund zu bellen begonnen."


    Aber der ist entschuldigt, Sturm und Hochwasser sind gute Gründe für einen Hund, zu bellen...

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.