Neal Stephenson - Anathem

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Es gibt 23 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Jaqui.

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    Wie ich gesehen habe, hat Alfa Stephensons neuen Roman schon. Um anderen auch Lust darauf zu machen, möchte ich auf Marcus Hammerschmitts Rezension auf Telepolis verweisen. Hat mich jedenfalls sehr neugierig gemacht, und ich warte nun gespannt auf die deutsche Übersetzung.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001


  • Hat mich jedenfalls sehr neugierig gemacht, und ich warte nun gespannt auf die deutsche Übersetzung.


    Mich hat die Rezi (danke für den Link!) auch neugierig gemacht. Ich hoffe nur, dass ich mir da nicht zu viel vorgenommen habe. Stephenson auf Englisch finde ich schwierig... Sobald ich es gelesen habe, werde ich es natürlich auch rezensieren. Es kann aber gut nächstes Jahr werden...


    :winken:


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Hallo,


    die englische Ausgabe ist nicht nur billiger, sondern vielleicht auch besser. Die Papierqualität der amerikanischen Ausgabe liegt verdammt nah an der Tageszeitung.


    Grüße,
    mohan

  • Auf dieses Buch bezogen? Echt?
    Dachte das ist nur bei Taschenbüchern so ... und dort hab ich mich (aufgrund des günstigeren Preises) daran gewöhnt. :)


    lg

  • Ja, echt. Ein Freund hat sich die US-Fassung bei amazon gekauft. Das Papier ist nicht nur von der beschriebenen Qualität, sondern enthält auch einige Mängel, so dunkle holzige Fasern im - nicht auf dem - Papier, wodurch der Text an manchen Stellen unleserlich ist.


    Grüße, mohan


  • Ein Freund hat sich die US-Fassung bei amazon gekauft. Das Papier ist nicht nur von der beschriebenen Qualität, sondern enthält auch einige Mängel, so dunkle holzige Fasern im - nicht auf dem - Papier, wodurch der Text an manchen Stellen unleserlich ist.


    Das konnte ich bei meinem Exemplar so gar nicht feststellen - alles wunderbar, für ein englisches Buch sogar eine sehr gute Qualität. (1. Auflage) Vielleicht hatte dein Freund Pech und ein Ausschuss-Exemplar erwischt? Nur zur Sicherheit, ich spreche hier über diese Ausgabe:


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    Wie auch immer, ich habe das Buch gelesen und habe fast nur Gutes darüber zu sagen (was keine Überraschung sein dürfte):


    Inhalt:
    Wir befinden uns auf dem erdähnlichen Planeten Arbre, im Jahr 3689. Die Gesellschaft ist – grob gesagt – in zwei Parteien aufgeteilt: Die säkulare Welt, die vergleichbar mit unserem täglichen Leben ist, und die Welt der so genannten Avout. Letztere sind Wissenschaftler und Philosophen, die ein klosterähnliches Leben führen und von der Aussenwelt abgeschnitten sind, um nicht den Einflüssen der säkularen Welt ausgesetzt zu sein. Bei ihren Forschungen sind die Avout vor allem auf ihren Intellekt angewiesen – sie haben in einer sonst hochtechnisierten Welt keinerlei Computer, ihr Wissen schreiben sie von Hand auf Blättern eines speziell dafür gezüchteten Baumes nieder. (Für diese seltsam wirkenden Einschränkungen gibt es einen Grund, der erst sehr viel später klar wird.)
    Die Avout leben in verschiedenen Gruppen innerhalb ihrer Klöster. Der grösste Unterschied zwischen den Gruppen ist, dass sie in unterschiedlich langen Abschnitten für ein paar Tage Kontakt mit der Aussenwelt haben dürfte. Es gibt die «Einjährigen», die ihre Pforten jedes Jahr öffnen, die «Zehnjährigen», die das alle zehn Jahre machen und dann noch die Gruppen, die nur alle 100 respektive 1000 Jahre in Kontakt zur säkularen Welt haben. Unter anderem deshalb brodelt ausserhalb der Klostermauern die Gerüchteküche über die Avout und ihr Leben – da das (eher ungebildete) Volk wenig über die Avout weiss, werden sie eher gefürchtet als geliebt oder zumindest interessant gefunden. Das ändert sich auch nicht, als einzelne Avout zuerst seltsame Phänomene am Himmel bemerken und später aus ihrem Klosterleben abberufen werden, um der säkularen Macht zu Hilfe eilen müssen, um eine möglicherweise bedrohliche Situation abzuwenden.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte wird aus Sicht von Fraa Erasmas, einem jungen Avout, erzählt. Zunächst gibt uns Neal Stephenson so Zeit, sich halbwegs an die von ihm erschaffene Welt Arbre und die Avout zu gewöhnen. Und die Zeit braucht man auch, weil er mit Arbre gleich noch die Geschichte des Planeten geschaffen hat. Es ist ein bisschen, wie wenn ein Ausserirdischer auf der Erde landen würde und sich dann mit verschiedenen Religionen, Philosophen und Weltanschauungen auseinandersetzen müsste. Es ist über weite Strecken des Buches ein sehr hartes Stück Arbeit, lang verstorbene Weise wie Proc, Halikaarn oder Protas (und wofür sie stehen) auseinanderzuhalten. Und was war nochmal genau der Unterschied zwischen komplexem und simplem Protismus? So weit würde es ja noch gehen, aber das waren jetzt grade mal fünf Stichworte aus einem Glossar von über 40 (möglicherweise sogar über 50) Begriffen, die alleine von Religions- oder Philosophiestiftern und ihren Ansichten handeln. Damit hat man aber weder das avoutspezifische Vokabular für das tägliche Leben (sicher nochmal 50 Begriffe) oder all die anderen schönen Arbre-Wörter/-Traditionen/-Spezialitäten und technischen Begriffe abgedeckt. Das bedeutet zwei Dinge: 1. Endloses, verwirrtes Blättern im Glossar. 2. Wenn man dieses Buch liest, liest man dieses Buch und atmet gleichzeitig. Für alle anderen Aktivitäten dürften keine Kapazitäten mehr vorhanden sein. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein schwierigeres Buch gelesen zu haben. Jetzt kommt ein Vergleich, den ich nur mache, damit möglichst viele Leute verstehen, wie kompliziert alles ist und nicht, um zwei völlig verschiedene Bücher miteinander in einen Topf zu werfen. Also: Wenn «Der Herr der Ringe» mit seinem Spezialvokabular ein Segelflugzeug ist, dann ist «Anathem» im Vergleich dazu ein Linienjet: Funktioniert nach denselben Prinzipien, ist aber sehr viel komplizierter.


    Trotz aller Verwirrung und dem Gefühl, wie ein Volldepp in der Geschichte herumzutappen, machte mir das Buch vor allem eines: extrem viel Spass. Auch wenn ich die Welt der Avout zunächst nur in groben Zügen verstand, so fühlte ich mich doch sofort wohl darin und wollte sie eigentlich gar nicht mehr verlassen. Das hat einmal mehr mit Stephensons witziger Schreibe und den ausufernden Beschreibungen von Dingen und Gegebenheiten – die nichts zur Sache tun und einfach nur für Atmosphäre sorgen – zu tun.
    Ich habe Kritiken von anderen Lesern im Internet durchstöbert und bin bei denen, die das Buch nicht mochten, immer wieder auf dieselben Vorwürfe gestossen: unlesbar, weil viel zu kompliziert und zu viele Details, infolgedessen eine zu lange Story. Und ja, man hätte dasselbe auch mit 300 Seiten weniger erzählen können. Was die einen aber für verbalen Durchfall des Autors halten, ist für mich genau das, was seine Bücher von vielen anderen unterscheidet und erst lesenswert macht: Er lässt sich Zeit und Platz, um nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern dem Leser die von ihm erschaffene Welt so zu zeigen, wie er sie im Kopf hat. Und so etwas muss manchmal wortreich beschrieben werden. Mir wird sowas bei Stephenson nie langweilig – aber ich habe durchaus Verständnis für Leute, die das anders sehen.


    Die Schwächen von «Anathem» sind dieselben wie in «Cryptonomicon» und der Barock-Trilogie: Die Charaktere bleiben flach und wirken austauschbar. Und Frauen spielen weiterhin nur Nebenrollen oder verhalten sich wie Männer in Frauengestalt. Macht mir aber nichts, weil es Stephenson offenbar nicht darum geht, die Geschichte einzelner Personen zu erzählen, sondern um das Gesamtbild, die globale Geschichte. Die Charaktere stehen dabei nur als (wirklich austauschbare) Symbole, als Vehikel zur Verfügung. Natürlich hat jeder Charakter bestimmte Eigenschaften, die sie unterscheibar machen (und Fraa Erasmas ist nichts anderes als eine neue Inkarnation von Daniel Waterhouse aus der Barock-Trilogie), aber tiefgründige Studien vom Innenleben der Protagonisten oder gar Entwicklungen sucht man vergebens. Und Kämpfe beschreibt Stephenson immer noch eher unbeholfen. Glücklicherweise gibts davon nur sehr wenige im Buch. Vielleicht hat ihm mal jemand gesagt, dass er solche Szenen meiden soll.


    Dafür bietet «Anathem» so viel anderes, dass man dafür mehr als entschädigt wird. Es gibt eine neue Welt zu entdecken, tonnenweise Ein- und Ansichten, die einen weit über die Lesezeit hinaus beschäftigen, geniale Dialoge, die man gleich nochmal lesen möchte (und es teilweise auch tut) und immer wieder Stephensons Sarkasmus, von dem ich nie genug kriege.


    Fazit:
    Anathem wird einen Ehrenplatz in meinem Buchregal erhalten – zu 90 Prozent wegen seiner Qualitäten und zu 10 Prozent, weil ich ein bisschen stolz auf mich bin, dass ich es tatsächlich gelesen und bis auf ein paar Details verstanden habe. Trotz der hohen Bewertung empfehle ich das Buch ausdrücklich nur Leuten, die schon mindestens ein Buch von Stephenson gelesen haben und es mochten. Als Einstiegslektüre in sein Werk dürfte es eine zu harte Nuss sein, weil man sich dann mit Stephenson Detailversessenheit, seiner Weitschweifigkeit und einem neuen, komplizierten Vokabular gleichzeitig auseinandersetzen muss. Das dürfte den wenigsten gut bekommen und frustrierte Abbrüche wären vorprogrammiert.


    Für weitere Fragen stehe ich natürlich sehr gerne zur Verfügung :breitgrins: Und nein, ich hätte mich bei der Rezi nicht kürzer fassen können. Aber etwa noch fünfmal so viel schreiben. Seid froh, dass ichs nicht getan habe... :zwinker:


    10 von 10 Punkten.

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Danke für diese ausführliche Rezi, Alfa! Bei der Ausführlichkeit stehst Du Stephenson in nichts nach :zwinker:.


    Angesichts Deiner Begeisterung bin ich natürlich neugierig geworden. Das Thema finde ich interessant, aber wahrscheinlich ist das Buch nichts zum "schnell mal zwischendurch lesen"; es sieht schon eher danach aus, dass man es zweimal lesen muss, um es einmal zu verstehen. Aber ich kenne Stephenson und weiß, dass alleine das Lesen schon ein Genuss ist, das Verstehen steht eben manchmal erst an zweiter Stelle. Im Oktober 2010 soll ein erschwingliches Taschenbuch erscheinen, das ich mir schon mal auf meine Liste gesetzt habe. In unserer Bücherei wird Stephenson bedauerlicherweise nach wie vor ignoriert.


    Liebe Grüße
    Doris


  • Das konnte ich bei meinem Exemplar so gar nicht feststellen - alles wunderbar, für ein englisches Buch sogar eine sehr gute Qualität. (1. Auflage) Vielleicht hatte dein Freund Pech und ein Ausschuss-Exemplar erwischt? Nur zur Sicherheit, ich spreche hier über diese Ausgabe:


    Daraufhin habe ich ihm vorhin eine Mail geschickt und nachgefragt. Auf der Seite mit den bibliographischen Angaben steht: "Second Printing before Publication". Frage mich aber nicht, was das bedeutet. :smile:


    :winken: mohan


  • Das Thema finde ich interessant, aber wahrscheinlich ist das Buch nichts zum "schnell mal zwischendurch lesen"; es sieht schon eher danach aus, dass man es zweimal lesen muss, um es einmal zu verstehen.


    Und vor allem lohnt es sich, genug Zeit zu haben, um jeden Tag darin zu lesen. Ich hatte einmal einen etwa dreitägigen Leseunterbruch und danach ein paar Seiten lang Mühe, wieder in die Welt von Arbre hineinzufinden. Hätte ich es ein paar Wochen liegen lassen, hätte ich wohl irgendwo zwischen 10 und 40 Seiten zurückblättern und dort wieder einsteigen müssen... Sonst ist es ein wenig wie Cryptonomicon: Man verstehts im ersten Durchgang, aber all die schönen Details und Anspielungen auf den weitern Verlauf der Geschichte bemerkt man wohl erst in einem zweiten Umgang.


    Ich stehe sonst im Oktober 2010 für eine Leserunde zur Verfügung :lachen:




    Auf der Seite mit den bibliographischen Angaben steht: "Second Printing before Publication". Frage mich aber nicht, was das bedeutet. :smile:


    Hat dein Freund das Buch von einem Journalisten bekommen/abgekauft? Er hat es ja bei amazon bestellt, evtl über deren "Gebraucht-Bücher"-Börse? Verlage machen manchmal Vorabdrucke, vor allem für die Presse und die Kritiker und evtl auch einzelne Testleser um zu schauen, wie ein Buch ankommt. Diese Vorabdrucke entsprechen in Sachen Bindung und Papierqualität nicht immer dem, was nachher in den Regalen der Buchhändler landet. Falls dein Freund das Buch regulär über amazon gekauft und den vollen Preis dafür bezahlt hat, würde ich in dem Fall mal nachfragen, ob amazon das Exemplar gegen ein leserliches eintauschen würde...


    Lieber Gruss


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.


  • Hat dein Freund das Buch von einem Journalisten bekommen/abgekauft? Er hat es ja bei amazon bestellt, evtl über deren "Gebraucht-Bücher"-Börse? Verlage machen manchmal Vorabdrucke, vor allem für die Presse und die Kritiker und evtl auch einzelne Testleser um zu schauen, wie ein Buch ankommt. Diese Vorabdrucke entsprechen in Sachen Bindung und Papierqualität nicht immer dem, was nachher in den Regalen der Buchhändler landet. Falls dein Freund das Buch regulär über amazon gekauft und den vollen Preis dafür bezahlt hat, würde ich in dem Fall mal nachfragen, ob amazon das Exemplar gegen ein leserliches eintauschen würde...


    Lieber Gruss


    Alfa Romea


    Keine Ahnung, aber ich habe ihm die Textstelle aus deinem Posting gemailt. Mal sehen, was er dazu sagt.


    Danke und liebe Grüße,
    mohan


  • Ja, echt. Ein Freund hat sich die US-Fassung bei amazon gekauft. Das Papier ist nicht nur von der beschriebenen Qualität, sondern enthält auch einige Mängel, so dunkle holzige Fasern im - nicht auf dem - Papier, wodurch der Text an manchen Stellen unleserlich ist.


    Grüße, mohan


    Ich habe ebenfalls die US-Fassung von Amazon.com geliefert bekommen und bin über die Qualität des Buches/Bindung/Papiers eher angenehm überrascht gewesen. Es ist wirklich ein sehr hochwertiges Buch. Allerdings würde ich das nächste mal eine US-Fassung über Amazon.co.uk bestellen. Das Pfund ist jetzt sehr niedrig, man hat weniger Zoll-Probleme bei hochpreisigen Lieferungen und die Verpackung von Amazon.com ist kein Vergleich zu Amazon.de. Die versenden ein Buch in einem normalen Karton mit etwas Pufferfolie. Das Buch kann da relativ ungehindert hin und her geschleudert werden. Meins ist in akzeptabler Verfassung angekommen, aber nochmal gehe ich das Risiko bei einem Hardcover nicht ein.


    Zum Inhalt:
    Ich hatte etwas mit der Expedition zu kämpfen, die sich für mein Befinden doch ziemlich in die Länge zog. Irgendwie war ich sowieso etwas traurig, als die Avouts losziehen mussten ;) Jetzt sind sie alle im Concent und ich lese mit Spannung weiter.


    Zum Verständnis:
    Die erschaffenen Begriffe rund um das Leben der Avout hat man ganz schnell drin. Sie sind so nah mit der Englischen Sprache verwandt, dass es nicht schwer fällt, sich diese zu merken. Mehr Probleme bereiten mir die philosophischen Theorien, insb. alles rund um die Hylean Theoric World. Wer Platon kennt, dem wird es besser ergehen. Ich musste aber erstmal bei Wikipedia nachsitzen *seufz*


  • Mehr Probleme bereiten mir die philosophischen Theorien, insb. alles rund um die Hylean Theoric World. Wer Platon kennt, dem wird es besser ergehen. Ich musste aber erstmal bei Wikipedia nachsitzen *seufz*


    Ja, so ging es mir auch. Allerdings habe ich auf das Nachsitzen bei Wikipedia verzichtet, da die griechischen Philosophen nicht grade ein Thema sind, das mich interessiert (auch wenn sie viel Wahres gesagt haben, das noch heute Bestand hat - aber ich gehöre ja nicht zu den "Loriten", die sowas wissen müssen :breitgrins:) Trotzdem habe ich die Theorien so nach und nach begriffen, auf einen Re-Read freue ich mich trotzdem, weil ich mich dann eher auf die Geschichte und etwas weniger auf die Begriffe konzentrieren kann.


    Lieber Gruss


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.


  • weil ich mich dann eher auf die Geschichte und etwas weniger auf die Begriffe konzentrieren kann.


    Bin auf Seite 86 und frage mich wann die Geschichte endlich anfaengt... Bis jetzt ist ja nur zwei, dreimal das Potential kurz aufgeblitzt (und davon wurde einmal die platonsche Ideenlehre ausgefuehrt). Ich weiss nicht so recht, ob es sich auszahlt noch laenger durchzuhalten, da ich kein Freund ausfallender Szenenbeschreibungen (noch dazu auf Englisch) bin. Bleibt der Anteil an philosophischen Gedankenspielen gleich hoch im Laufe des Buches oder kommt die noch dichter und ausfuehrlicher?


    Viele Gruesse,


    plakes

    Remember, remember the Fifth of November, / The Gunpowder Treason and Plot, / I can think of no reason / Why the Gunpowder Treason / Should ever be forgot.

  • Hi plakes!


    Sagen wirs mal so: die erste Hälfte von "Anathem" ist so ungefähr in dem Stil wie die ersten Seiten, ab der Hälfte gibt es dann mehr Action und weniger Philosophie. Trotzdem werden dir die Philosophie und die ausführlichen Beschreibungen (die ein Markenzeichen von Stephenson sind!) bis zum Ende erhalten bleiben. Es werden also noch viele schlaue Gespräche folgen :smile: Und ebensoviele Schilderungen, die keine Fragen mehr offen lassen :breitgrins:


    Lieber Gruss


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Hallo Alfa_Romea,


    danke fuer deine Antwort. Nunja, ich geb Stephenson noch eine Chance. Wenn mich das Buch in den naechsten 40 Seiten, und da folge ich meiner 20%-Regel (in der das Buch seine Lektuere rechtfertigen sollte) nicht packt, dann werd ichs bleiben lassen. Die schlauen Gespraeche waeren ja ganz meins, Szenenbeschreibungen, falls nicht handlungsrelevant, sind in meiner Vorstellung vom vollendeten Roman im niedersten Ausmasz zu halten. :D Demzufolge ist Anathem, deinem Hinweis folgend, fuer mich wahrscheinlich gar nicht das Richtige, zumal sich der (erhoffte) philosphische Tiefetauchgang sich als eher als Waten im seichten Gewaesser herausgestellt hat (um mal ein fruehes Fazit zu wagen).

    Remember, remember the Fifth of November, / The Gunpowder Treason and Plot, / I can think of no reason / Why the Gunpowder Treason / Should ever be forgot.


  • ...zumal sich der (erhoffte) philosphische Tiefetauchgang sich als eher als Waten im seichten Gewaesser herausgestellt hat (um mal ein fruehes Fazit zu wagen).


    Das kommt auf den Standpunkt an: Wer sich noch nie mit Philosophie beschäftigt hat, wird ganz schön ins Schwitzen kommen. Wer sich schon intensiv damit beschäftigt hat, wird nichts Neues erfahren und die verbalen Duelle als "hab ich in (ganz) anderer Form auch schon gelesen" abhaken können :smile:

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Vielleicht hätte ich alfas Rezi lesen sollen bevor ich mit der Lektüre begann. :breitgrins: Dann wäre mir klar gewesen dass es kein guter Einstieg in Stephensons Schreibe ist.


    Aber jetzt hab ich schon knapp 100 Seiten gelesen und finde mich schön langsam zurecht. Wenn ich das Buch aber nicht auf Empfehlung lesen würde, hätte ich es wahrscheinlich wirklich schon frustriert in die Ecke geworfen. Denn diese Kunstsprache ist echt nicht jedermanns sache.


    Katrin


  • Vielleicht hätte ich alfas Rezi lesen sollen bevor ich mit der Lektüre begann. :breitgrins: Dann wäre mir klar gewesen dass es kein guter Einstieg in Stephensons Schreibe ist.


    Nein, als Einstieg würde ich eher Error (Originaltitel "Reamde") empfehlen...
    Mit Anathem hast du dir ganz schön was vorgenommen. Bei mir steht der Reread noch aus, das Ding werde ich mir nochmal vorknöpfen - ich weiss nur noch nicht recht, ob im Original oder in der Übersetzung. (Habe beides hier rumstehen.)


    Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Nerven und Durchhaltevermögen, allenfalls auch in einem zweiten Anlauf (den habe ich seinerzeit für meine Erstlinge "Cryptonomicon" und "Quicksilver" gebraucht) :smile:

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.