Alexandra Potter - Ein Mann wie Mr. Darcy

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Avila.

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    Verlag: Goldmann
    ISBN: 978-3-442-46503-3
    Seiten: 416
    Ausgabe: Taschenbuch
    Preis: € 8,95
    ET: 02.2008


    Kurzbeschreibung


    Emily hat die Nase voll von Männern, die entweder inakzeptabel sind, Angst vor Beziehungen haben oder noch bei Mama wohnen. Dabei will sie doch nur einen netten, gut aussehenden Mann mit Charme und Manieren. Ist das denn so schwer zu finden? Im wahren Leben anscheinend schon. In der Phantasie jedoch hat Emily ihren Traummann längst gefunden: Mr. Darcy aus Jane Austens Roman „Stolz und Vorurteil“. Verglichen mit dem Journalisten, den Emily auf einer Englandreise kennen lernt, ist Darcy einfach perfekt. Aber ist die Phantasie wirklich besser als die Wirklichkeit?


    Meine Meinung


    Als großer „Stolz und Vorurteil“-Fan konnte ich letztendlich nicht an diesem Roman vorbei gehen, obwohl er nicht zu meinen bevorzugten Genres zählt. Nachdem ich mit einem anderen Roman nicht so recht warm werden wollte, schob ich kurzerhand „Ein Mann wie Mr. Darcy“ dazwischen, und musste schnell feststellen, dass auch meine Alternativ-Lektüre nicht gerade berauschend ist.


    Ich hatte leider deutlich mehr von diesem Roman erwartet. Vor allem inhaltlich, aber auch sprachlich. Es liest sich wirklich gut und flüssig weg, und es gibt auch keine Durststrecken, das muss ich dem Buch positiv anrechnen. Man wird leicht, oberflächlich, aber nett unterhalten. Zwar habe ich gerade zu Beginn reichlich und herzlich gelacht, in vielen Details konnte ich mich wiederfinden, aber diese anfängliche Begeisterung ließ nach etwa siebzig Seiten schlagartig nach. Der Roman wurde platt, vorhersehbar und dann auch noch magisch-mysteriös, so dass die Handlung letztendlich wenig überzeugend und vor allem unglaubwürdig wurde.
    Hin und wieder kann man zwar heraus lesen, dass Alexandra Potter in diesem Roman versucht hat, die gleiche Entwicklung der Figuren und der Ereignisse aus „Stolz und Vorurteil“ auf ihre Protagonisten und Handlung zu projizieren, aber wirklich gelungen ist es ihr nicht. In so manchen Szenen hatte ich leider sogar das Gefühl, dass die Autorin Jane Austens Roman durch den Kakao zieht.
    Das Ende war unsagbar dick und unglaubwürdig aufgetragen. Die vermeintlich witzige und originelle Überraschung des Finales hätte mich das Buch beinahe in die Ecke pfeffern lassen. Glück für die Autorin, dass es eh zu Ende war, ansonsten hätte ich bei diesen phantastischen Übertreibungen das Buch spätestens abgebrochen.


    Die Figuren sind leider recht eindimensional. Em ist in ihren Handlungen meistens absolut vorhersehbar und die netten alten Damen hätten faszinieren können, hätte sich die Autorin sich die Mühe gemacht, ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Begeistern konnten mich die vielen flachen Charaktere leider nicht.


    Da ich "Stolz und Vorurteil" liebe, profitiert „Ein Mann wie Mr. Darcy“ am Ende davon und bekommt noch eine recht hohe (eher unverdiente) Bewertung.


    Bewertung


    3ratten

    Liebe Grüße<br />Melli

  • Ich habe die englische Ausgabe gelesen Me and Mr Darcy.

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    Emily Albright ist die Managerin eines kleinen Buchladens in New York. In ihrem Beruf ist sie sehr erfolgreich, was Männer angeht eher weniger. Vielleicht liegt es daran, dass sie lieber zuhause bleibt und liest, als auszugehen, oder dass sie jeden Mann, der ihr über den Weg läuft, mit ihrem Traummann Mr Darcy aus Jane Austens "Stolz und Vorurteil" vergleicht. Ihre Freundin Stella hat bald genug davon und will Emily dazu überreden über Silvester nach Mexico zu fliegen, um dort in den Clubs jemanden kennenzulernen. Glücklicherweise hat Emily schon andere Pläne: Eine Tour durch England auf den Spuren von Jane Austen. So verbringt sie eine Woche lang mit vielen älteren Damen, einem ätzenden Journalisten namens Spike, und tatsächlich auch Mr Darcy.


    Von der ersten Seite an war mir Emily sympathisch. Sie ist Managerin eines Buchladens, liest gerne und viel und hat Humor. Die Meinung, dass Mr Darcy der Traummann schlechthin ist, teile ich zwar nicht unbedingt, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch.
    Auch ihre Entscheidung lieber eine Woche in England zu verbringen bei einer Literaturtour, als eine Woche in den Clubs des heißen Mexico kann ich nachvollziehen.
    Allein schon die Idee ein Buch darüber zu schreiben, dass eine Person einen Buchcharakter trifft finde ich toll, wenn es dann noch so gut umgesetzt wird, finde ich das noch besser.
    Die ganze Geschichte ist zugegebenermaßen sehr vorhersehbar, vor allem, da unter all den alten Frauen bei der Tour genau ein Mann ist und die Geschichte auch noch praktisch eine moderne Version des Romans von Jane Austen ist. Wer also "Stolz und Vorurteil" gelesen hat, wird viele Parallelen erkennen, schon bevor Emily sie bemerkt.
    Was mir wahrscheinlich am besten gefallen hat, war der Schreibstil. Wobei ich glaube, dass dies kaum in die deutsche Übersetzung übernommen werden kann, zumindest nicht so schön wie es im englischen Original ist. Das liegt vor allem daran, dass es oft darum geht, dass Emily Amerikanerin ist mit dem entsprechenden Akzent und es im britischen viele Wörter gibt, die einfach vollkommen anders sind. Wer also kann, dem empfehle ich, die Originalausgabe zu lesen.
    Obwohl das Ende vorhersehbar war, fand ich es doch sehr gelungen und sehr schön umgesetzt. Vor allem die "Botschaft", die dahintersteckt ist eindeutig: Leseratten, haltet euch in manchen Dingen doch lieber an die Wirklichkeit!
    Alles in allem ist "Me and Mr Darcy" zwar keine anspruchsvolle Literatur, aber trotzdem gute Unterhaltung. Witzig, romantisch und für Fans von "Stolz und Vorurteil" eigentlich ein Muss.


    5ratten :tipp:


    Lg,
    Sookie :winken:

    :kaffee:

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  • Ich hab das Buch im Jänner gelesen, und obwohl das nur 2 Monate her ist, ist mein Kopf leider nicht mehr in der Lage sich an Details zu erinnern, darum kann ich nur grob schreiben, wie es mir gefallen hat. Ich habe übrigens die englische Ausgabe gelesen.


    Ich fand das Buch recht angenehm zum Lesen, nicht besonders anspruchsvoll, aber das stört mich sowieso nicht. Am Anfang als Mr. Darcy zum ersten Mal auftauchte, war ich etwas verwirrt, wusste nicht, wie ich das finden sollte,

    Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und Gefallen daran gefunden.


    Das Ende war zwar wenig überraschend, aber das sehe ich jetzt nicht unbedingt als Minuspunkt, da das in solchen Büchern nunmal so ist.


    Ich muss zugeben, dass ich §Pride and Prejudice" nicht gelesen habe (aber es liegt auf meinen SUB), aber ich habe die BBC-Ausgabe auf DVD gesehen und daher konnte ich doch einige Parallelen entdeckt. Allerdings weiß ich nicht, ob diese auch einen wahren Jane Austen Fan begeistern könnten.

  • Ich habe mich immer sehr auf dieses Buch gefreut, weil ich den Titel so verlockend fand, aber irgendwie wurde ich schon ein wenig enttäuscht.
    Also die Message von dem Buch, gefällt mir schon, und an sich die Handlung auch, aber es gibt zwei recht große Kritikpunkte.


    1. Mr. Darcy ... Also das war mir schon alles ein wenig zu abgedreht und zu wenig erklärt, als das ich mich damit zufrieden geben könnte. Vielleicht eine ganz nette Idee, aber ganz schlecht umgesetzt.


    2. Der Stil. Teilweise fand ich ihn einfach viel zu aufgesetzt. Die Protagonistin wollte in vielen Fällen einfach "cool" rüberkommen, aber wie es dann geschrieben wurde - total aufgesetzt. Der Humor und diese Frauenklischees in den Büchern. Wenn es authentisch rüber kommt, dass die Frau nur durchschnittlich ist, kein Yoga kann, obwohl sie einen Kurs besucht etc., okay, aber hier? Sieht nur durchschnittlich aus und zieht auf einmal ein Kleidchen an und ist dann Cinderella? Und wenn ich Yoga langweilig finde, dann breche ich den Kurs doch ab?! ... Ich weiß nicht, irgendwie fand ich sie nur halb so witzig, wie sie sich selber fand.


    Die Parallelen zu "Stolz und Vorurteil" haben mir sehr gut gefallen. Es war zwar alles etwas sehr auffällig, wodurch die Handlung natürlich sehr vorhersehbar wurde, aber mir gefiel's. Aber gerade weil es so auffällig war, hätte sie es am Ende nicht nochmal extra erwähnen müssen.


    Na ja, aber im Endeffekt eine doch ganz nette Geschichte.


    3ratten

  • Obwohl der Roman doch eher negativ bewertet wird bin ich doch neugierig geworden.^^ Ich glaube das liegt wohl doch an dem Jane Austen Bezug *gg* In der Bibliothek werde ich dann doch mal Ausschau halten und hier dann meinen Senf dazu geben. ;)

  • Ich glaube, das ist auch der Grund für seinen Erfolg. Hätte er den Bezug zu Austen nicht, wäre er wohl einfach nur ein durchschnittlicher Frauenroman ohne weitere Bedeutung.
    Und der Bezug zu Jane Austen kommt schon sehr hervor. Ich finde sogar, wesentlich mehr als in "Der Jane Austen Club". Aus ihren Büchern wird auch immer wieder zitiert und das hat mir übrigens sehr gut gefallen.