Literaturwissenschaft studieren ...

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Es gibt 55 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von mermaid.

  • Zitat

    Dito. Komme jetzt aber ins 9. Semester und habe mich gerade zum Examen angemeldet. Ältere habe ich auch immer gehasst. Wer ist denn dein Lieblings-prof?


    mmh, also ich denk neuser ist als mensch sehr nett, aber als dozent, naja (wobei wir wieder bei der verhassten älteren wären). schwamb fand ich echt gut, brenner und esselborn aber auch!
    wie siehts bei dir aus?

  • huhu,


    @all: Danke für die lieben Zusprüche!! :knuddel:
    Also, ich fühle mich auch nicht zu alt, um noch eine Ausbildung anzufangen, aber die Arbeitgeber sehen das leider meistens so. Ab 20 ist man da ja schon alt! :rollen:
    Ich hatte mich z.B. vor 3 Jahren hier in unserer Stadtbücherei um eine Ausbildungsstelle beworben, und da war das im Bewerbungsgespräch ein ganz großes Thema, ob ich mich denn nicht zu alt für die Berufsschule fühlen würde mit den ganzen jüngeren Mitschülern etc. :confused:
    Naja, da wurde ich dann halt auch nicht genommen!


    Wenn ich eine Ausbildung machen würde, dann aber auf jeden Fall auch im Bereich Buchhandel, Verlag oder eventuell in der Kindererziehung, also Kindergarten, Hort, etc.
    Leider alles Berufe, die auch keine guten Zukunftschancen haben! :zwinker:


    Aber meine Uni muss ich erstmal hinter mich bringen, ich habe jetzt 9 Semester reingesteckt, und bald habe ich ja (wie aida richtig mitbekommen hat! :zwinker: ) auch erstmal unseren Nachwuchs, da wird sich dann berufsmäßig auch eine kleine bis mittlere Pause anbahnen. Da hätte ich dann vorher schon gerne eine Aussicht auf den Studienabschluss, um wenigstens eine Sache mal abgeschlossen in der Tasche zu haben! :sauer:

  • Ich fange jetzt zum Wintersemester mit NDL an und habe mich bis jetzt immer total drauf gefreut. Aber wenn ich das hier so lesen und dass die meisten damit unglücklich sind, frage ich mich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, da ich auch noch Zusagen für den Studiengang 'Medien und Kommunikation' hatte und 'Literary und Cultur Studies' - was zwar ähnlich wäre, aber eben doch nicht ganz gleich.


    Na ja, erstmal anfangen. Und wenn es mir dann nicht gefällt, kann ich ja versuchen, noch was anderes zu bekommen.


    Oh man, ist das alles kompliziert :traurig:

  • Also zum Thema "zu alt für die Ausbildung" kann ich mich hier nur anschließen: Probieren geht über Studieren (oh - Wortspiel ;))


    Ich hab auch 8 Semester studiert und gerade erst vor kurzem abgebrochen und fange im Oktober mit einer Ausbildung an. War auch überhaupt kein Problem, weil mein neuer (bzw. zukünftiger) Beruf wie maßgeschneidert zu mir passt. Und wenn das so ist, dann macht es nichts, wenn man ein wenig älter ist. Klar ist es mit zunehmendem Alter immer schwieriger, aber ich finde, man sollte alles in seiner Macht stehende probieren, um in einen Beruf zu kommen, der einem wirklich Spaß macht, und nicht aus Bequemlichkeit oder Angst einen Weg weiterführen, bei dem man nicht wirklich glücklich wird...
    (Ich bin zwar "erst" 23, aber gemeinsam mit mir fangen auch 25jährige und mindestens eine 26jährige mit der Ausbildung an - bei insgesamt nur 12 Leuten ein gar nicht so geringer Anteil...)

  • Capesider: erstmal ganz herzlichen Glückwunsch an euch! :blume:
    Klar, im 9. Semester ist es wieder was anderes das Studium abzubrechen als im 4.. Denke, es ist nur vernünftig, wenn du das jetzt noch durchziehst. Hinterher kannst du dich ja immer noch nach einer Ausbildung umsehen.


    Alles Gute,
    Soluna :winken:

    "Erschlage die Schönheit dieser Zeit nicht mit der Uhr." (Rafik Schami)

  • Also eigentlich war es (fast) immer mein großer Wunsch einmal Germanistik zu studieren (auf die einzelnen Gebiete möchte ich jetzt mal nicht eingehen) und bis jetzt hatte ich das auch immer vor, aber wenn man euch hier so reden hört, dann bekommt man richtig Angst. So leicht schlägt mir das jetzt zwar keiner aus dem Kopf, aber über meine Berufschancen bin ich mir diesbezüglich noch nichts so im Klaren... Und deshalb sollte man da schon etwas recherchieren. Also, an ihr, die ihr Germanistik studiert (habt): Was macht ihr danach? Bzw. Was wollt ihr danach machen? Ich habe da ja immer so an einen Job bei einem Verlag / Zeitung gedacht... :frieren:

  • Huhu!


    Germanistik habe ich zwar nicht studiert, aber Anglistik und Romanistik (Schwerpunkt Spanisch) und dann war da noch Politikwissenschaft, gehört jetzt aber nicht hierher. Literaturwissenschaft bei Anglistik und Romanistik habe ich geliebt (Ausnahme: Shakespeare, irgendwie sind wir uns immer fremd geblieben :sauer: ), aber den Frust einiger kann ich doch nachvollziehen. Volle Seminare, ein Referat nach dem anderen gibt es auch in der Anglistik. Und was manche in Texte hineininterpretieren - naja. Trotzdem hat es mir Spass gemacht, auch wenn ich beruflich in einer ganz anderen Ecke gelandet bin.


    Lg Dania

  • Zitat von "Soluna"

    Capesider: erstmal ganz herzlichen Glückwunsch an euch! :blume:


    Danke!! :knuddel:


    Zitat von "Eris"

    Und deshalb sollte man da schon etwas recherchieren. Also, an ihr, die ihr Germanistik studiert (habt): Was macht ihr danach? Bzw. Was wollt ihr danach machen? Ich habe da ja immer so an einen Job bei einem Verlag / Zeitung gedacht... :frieren:


    Ja, meine Vorstellungen sind ähnlich. Mein Traum wäre es, in einem Kinderbuchverlag zu arbeiten. Alternativen wären sonst ein Verlag mit anderen Schwerpunkten oder eine Zeitschrift.

  • Capesider: mal allgemein: Ich kenne mehrere Leute, die aus verschiedenen Gründen ihren Abschluss haben sausen lassen - die sind da alle nicht glücklich mit. Und: Es ist sicher kein Problem, danach noch etwas anderes zu machen - meine Mutter (46) überlegt auch gerade, ob sie noch mal studiert, und eine Bekannte von mir hat mit Mitte 40 noch Erzieherin gelernt - aber fünf Jahre Studium ohne Abschluss sieht auf'm Lebenslauf richtig schlecht aus. :rollen:


    Na ja, erstmal viel Spaß mit deiner Kleinen :sonne:

    Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit!<br />Der Hauptmann der Räuber

  • Hallo zusammen!


    Schau an, den Thread gibts auch noch :zwinker: ...
    Erstmal denen, die jetzt dann neu mit Literaturwissenschaft in irgendeiner Form anfangen werden, einen guten Studienanfang und allen einen guten Semesterstart.
    Seit meinen letzten Postings in diesem Thread ist tatsächlich schon wieder ein Semester vergangen (in dem ich tatsächlich nur ein literaturwissenschaftliches Seminar hatte, und das war... naja...), allerdings hat mich ein Professor angesprochen, dem jemand hinterrücks *GGG eine Arbeit von mir weitergegeben hat (es gibt wohl doch sowas wie "gute Geister" an der Uni), jedenfalls geb ich jetzt nächstes Semester ein Tutorium zur NDL (dass ich lieber Tutor in der Mediävistik wäre, das sei dahingestellt...).


    Jedenfalls hatte zumindest eine Folge: Ich musste mir (ausgehend von der Frage: Was erzähle ich in der ersten Sitzung) Gedanken machen, weswegen man, und im konkreteren Fall, weswegen ich unter anderen Fächern auch NDL studiere. Oder sagen wir mal Literaturwissenschaft an sich. Ich will jetzt nicht das wiederholen, was ich auf der ersten Seite des Threads schon geschrieben habe, hinzukommen vielleicht auch noch folgende Gründe:
    Ich denke, wenn man Literaturwissenschaft ernsthaft betreibt, dann ist es schon eine Möglichkeit (die einem natürlich auch andere Fächer bieten können), sich einen eigenen Wissenskosmos aufzubauen. Die Literatur als besonderer Part, der zwischen Kunst einerseits und dem menschlichen "Aufzeichnunsgbedürfnis" steht, lässt sich nicht verstehen, wenn man nicht zugleich die Geschichte der Zeit betrachtet, ihre Religion, Philosophie, ihre wirtschaftlichen und politischen Systeme. Ich persönlich finde es immer wieder schön, wenn ich merke, dass sich mir zwischen zwei einzelnen „Fakten“, die ich mir vielleicht irgendwann einmal gemerkt habe, Verknüpfungen auffallen oder ich mir etwas aus Analogien ableiten kann. Unabhängig von der Frage eines späteren Verdienstes ist Geist dem Dictum nach ja bekanntlich „geil“ :heybaby: – und so kritisch ich diesen Spruch auch bewerten würde, über die Literaturwissenschaft kann man zu einem gigantischen Wissen gelangen, das sich demjenigen, der gerne liest auch äußert willig anbietet (Warum muss ich nur gerade an eine meiner Dozentinnen denken, deren Stimme - sobald sie durch das alte Hörsaalmikro erklingt – so ungemein rauchig und knisternd klingt. Muss ich erwähnen, dass besagte Dozentin uns in der ersten Sitzung schlangengleich mit den Worten „Literatur... das ist... Versuchung...“ begrüßte? :zwinker: ). Spaß beiseite... Sicher ist der Einwand berechtigt, dass jeder „Laie“ sich das auch zuhause auf dem Sofa anlesen kann. Und ich kenne viele Leute (allerdings, ohne nun kulturpessimistisch klingen zu wollen, niemanden aus „meiner Generation“), die ohne Universität, teilweise auch ohne Schulabschluss unglaublich viel Wissen angelesen haben. Aber zum Einen kann das nicht jeder (oder besser formuliert: können das nur ganz wenige Leute), zum Anderen mangelt es dann wohl doch an den schon öfters in diesem Thread erwähnten „Theorien und Methoden“, die eben doch manchmal – und sei es nur ganz rudimentär – nötig sind, damit sich die Literatur uns erschließt (oder: damit wir die Literatur erschließen können???).


    Jetzt sitze ich gerade am Lernen für meine Germanistikzwischenprüfung (ausschließlich Mediävistik) am kommenden Montag. Irgendwie ist es schon verwunderlich, weil es wieder einmal so ist, dass es „eigentlich“ nicht viel gibt, was man „lernen“ kann, sondern, wenn ich die Aufsätze über bestimmte Themen lese, ist es eher wie Zimmeraufräumen, man findet in seinem Hirn irgendwelche Sachen wieder, die entweder eigentlich eh schon klar sind (oder man denkt das zumindest davon), oder die man schon mal irgendwo gehört hat. Und ich glaube, das ist das, was mir an der Literaturwissenschaft auch ein beträchtliches Stückchen Spaß macht – manchmal kriegt man mit, dass sich aus all dem Einzelwissen, das man so mit der Zeit lernt, etwas Zusammenhängendes entsteht. Und ist das nicht schön?


    Viele Grüße, Konstantin


    PS: Irgendwann ist mir mal das Buch, das unten verlinkt ist, in die Hände gekommen. Ich persönlich finde es furchtbar. Mag den Stil einfach überhaupt nicht. Aber ich denke, jeder, der a) gerade anfängt, Literaturwissenschaft zu studieren, b) mit dem Gedanken spielt, selbiges vielleicht einmal zu studieren, c) gerne Bücher liest und interessiert ist, was an der Uni gemacht werden könnte, sollte das mal in die Hand nehmen.

    La vérité, dit-on, sortait d&#39;un puits. <br />La Muse, si vous le permettez, sortira d&#39;un tonneau.

  • Hoi,


    was die Zeit so bringt. Leider habe ich nicht Literaturwissenschaft zu studieren begonnen - Als ich anfangen wollte, wurde das Literaturwissenschaftsstudium einfach so gestrichten. Opfer der Anti-Geisteswissenschaften-Bewegung der Wirtschaft. :-(


    So bin ich letztlich doch zur Geschichte gekommen, konzentriere mich aufs Mittelalter und würde gerne versuchen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen.


    Gruß

  • Eine akademische Laufbahn ist sicher das Beste, was du mit diesem Studium anfangen kannst. Das soll nicht negativ klingen, aber wenn man sich den Arbeitsmarkt so anschaut.... Fange am besten schon während des Studiums an, Beziehungen in der Uni zu knüpfen, vielleicht als wiss. Hilfskraft arbeiten.


    Habe selber auch ein geisteswissenschaftliches Studium (Anglistik, Italienisch, Germanistik - Schwerpunkt Sprachwissenschaft, außer in Ital., da Lit.wiss.) absolviert, würde es aber nicht wieder tun. Obwohl das Studium Riesenspaß gemacht hat. Im Nachhinein finde ich es aber besser, wenn man nach dem Studium einen konkreten Beruf hat.


    Dir auf jeden Fall viel Spaß und auch viel Glück beim Studium und hinterher!

  • mermaid: Ich weiß, du meinst es nicht so und du bist sicher eine Nette, aber solche Meinungen höre ich immer wieder - und ich kann sie nur verneinen. Geisteswissenschaften studiert man nicht für einen konkreten Job, sondern für eine allgemeine Bildung, Persönlichkeitsbildung, das Erlernen von wissenschaftlichen Fähigkeiten. Und genau das ist ein Privileg, ein unfassbarer Vorteil gegenüber anderen Studien. Man ist flexibel einsetzbar und kann fast überall einsteigen, weil man in der Lage ist, Informationen zu sammeln und fachgerecht zu interpretieren. Angesichts der Informationsexplosion und der Forderung nach "Soft skills" ein Riesenvorteil.


    So kommt es auch - allen Vorurteilen zum Trotz - dass es mittlerweile mehr arbeitslose Juristen, Betriebswissenschaftler und Informatiker als Geisteswissenschaftler in Österreich gibt. Die Stellen für Historiker selbst sind rar - Nicht rar ist aber die vielfältige Möglichkeit am gesamten Arbeitsmarkt.
    Wer Geschichte studiert, hat etwa alle Chancen im Ausland, gerade in Amerika und England. Wenn ich hier nichts richtges finde - Wurst. Dann wandere ich einfach aus. So ist das in der globalisierten Welt. Dass Historiker in Amerika etwa Richter, Banker, Manager usw. werden können, macht das Studium zum beliebtesten Allroundstudium. Das Historiker im deutschsprachigen Gebiet vorurteilsvoll auf wenige Berufsmöglichkeiten beschränkt werden, ist es grober Denkfehler, eine Verschwendung von Denkkapital.


    Fazi: Die Aussichten für Historiker sind wirklich hervorragend. Man muss nur bereit sein, flexibel zu agieren, dann beißt man sich durch.


    Ich habe ein Motto: Lieber ein brotloses Studium zu studieren, als ein herzloses Studium. Ich würde niemals Jura studieren, weil man da angeblich so gute Chancen hat, weil mich die sinnlose Paragraphenreiterei wahnsinnig machen würde. Viele studieren Studien wie Informatik, Jura und Co., weil sie glauben, dass sie irgendwann gut verdienen und ihre Erfüllung finden werden. Oft ist das Gegenteil der Fall, siehe die vielen Assistenzärzte in den Krankenhäusern, die einen Hungerlohn verdienen ...


    Zudem habe ich aber das Glück, Eltern zu haben, die mir mein Studium voll finanzieren. Bedingung ist dafür das Erreichen des Doktortitels! ;-) Nächstes Jahr habe ich dann endlich schon mal meinen Bachelor in der Tasche. Hoffentlich mit Auszeichnung!


    Gruß

  • Historikus, interessant, dein Beitrag. Er verlockt mich dennoch, ein wenig zu argumentieren, was du mir hoffentlich nicht übelnimmst. Es ist richtig, im englischsprachigen Ausland ist der Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler sicherlich etwas ganz anderes als in Deutschland; insbesondere in den USA herrscht ja auch ein ganz anderes Hochschulsystem als hier. Allerdings ist die Aussicht, nach dem Studium eher im Ausland Chancen zu haben, ja nicht unbedingt immer und für alle motivierend. Und: Wenn man ein Berufziel vor Augen hat, wenn du z. B. Richter werden oder in einer Bank Karriere machen möchtest, um nur mal ein Beispiel zu nennen, warum dann einen Umweg machen? Warum nicht direkt auf das Ziel zusteuern? Es gibt sicher Studenten, die Geisteswissenschaften bewusst wegen der Schlüsselqualifikationen belegen, mit dem festen Vorsatz, hinterher einen MBA oder ähnliches dranzuhängen. Aber ich denke, der typischen Geisteswissenschaftler, oder sagen wir mal lieber Kulturwissenschaftler, geht einem Neigungsstudium ohne konkrete berufliche Vorstellung nach. Und witzigerweise meistens von den Eltern finanziert. So gut wie nie trifft man Studenten, die sich ihr Studium hart erkämpfen müssen, und die vielleicht Kunstgeschichte studieren. Aber wenn ich deine Zeilen so lese, kann ich mir schon gut vorstellen, dass du den richtigen Drive hast, um aus deinem Studium etwas zu machen! Denn ich bin der Überzeugung, wenn man etwas wirklich möchte, wird man es auch erreichen. Nur muss man wissen, was man möchte.