Lauren Groff - Die Monster von Templeton

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

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    Templeton ist eine nette kleine Stadt, man kennt sich und die Geschichten der alten Familien, die schon am Aufbau der Stadt beteiligt waren. Willie ist eine Nachfahrin des Gründers dieser Stadt, auf jeden Fall mütterlicherseits. Wer ihr Vater ist, versucht sie in diesem Roman herauszufinden. Dazu gräbt sie tief in der Geschichte ihrer Familie, und damit auch der Geschichte der Stadt, wobei sie so manches Monster der Vergangenheit weckt.


    Wirkliche Monster sollte man hier allerdings nicht erwarten, die meisten Monster in diesem Buch sind sehr menschlicher Natur. Abgesehen von Flimmy, dem Seeungeheuer im Flimmerspiegelsee, und einem Geist, der Willie ab und an auf die Sprünge hilft. Ein wenig Mystik ist also schon vorhanden, aber nur sehr wenig. Der größte Teil des Buches dreht sich um Willie, die auf der Suche nach ihrem Vater auch sich selbst entdeckt. Dabei wird einem in interessanten Rückblenden die zweihundertjährige Geschichte der Stadt näher gebracht, in der zum Beispiel auch Chingachcook und Unkas eine Rolle spielen, die den meisten aus „Lederstrumpf“ von James Fenimore Cooper bekannt sein dürften.


    Die verschiedenen Erzähler sorgen immer wieder für Abwechslung und verschiedene Einsichten in die Geschichte. Nicht nur Willie erzählt von ihrer Suche, auch viele ihrer Vorfahren kommen zu Wort und erzählen Teile der Geschichte. Auch in der Gegenwart ist Willie nicht alleine, hier dürfen vor allem die „Laufbrüder“, zu denen sie eine ganz besondere Beziehung hat, immer wieder von ihrer Sicht der Dinge berichten. So wird es niemals langweilig, man taucht tief in die Geschichte ein und sucht mit Willie zusammen nach der Lösung des großen Rätsels.
    Ab und an könnte man ob der verworrenen Verwandtschaftsbeziehungen in Verwirrung geraten, doch immer gerade dann taucht wieder ein aktualisierter Stammbaum auf, der hilft den Überblick zu behalten.
    Es ist mir ein paar Mal passiert, dass ich mich festgelesen hatte und das Buch wesentlich später weg legte als ich geplant hatte.


    „Die Monster von Templeton“ sind nur schwer in einer Schublade unter zu bringen. Auf dem Cover steht unter anderem etwas von Schauerroman, das habe ich als weniger passend empfunden. Es ist ein historischer Roman und eine Familiensaga, mit einem Schuss Mystik. Auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre, die mir einige sehr schöne Lesestunden beschert hat.


    Ebenfalls kurz erwähnt werden sollte das wunderschöne Cover, das sich ausnahmsweise mal wirklich auf das Buch bezieht. Das ist ja leider immer seltener der Fall, hier macht es aber richtig Spaß die einzelnen Elemente im Laufe der Lektüre zuordnen zu können.



    4ratten

  • Danke für die wunderschöne Rezi!
    Deine Buchbeschreibung macht mich neugierig, ebso wie das wirklich sehr schöne Cover.
    Das Buch ist bereits auf meiner Wunschliste gelandet.

    Liebe Grüße

    SheRaven

  • Ich habe gestern "Die Monster von Templeton" beendet. Eine Inhaltsangabe spare ich mir, denn die hat Likimeya schon sehr treffend geschrieben.


    Mir gefiel das Buch auch sehr gut. Zu Anfang hatte ich leichte Probleme, richtig reinzukommen, aber irgendwann hat es mich dann in seinen Bann gezogen. Viele Personen kommen in Zeitsprüngen zu Wort und erzählen einen kleinen Teil der Geschichte Templetons aus ihrer Sicht. Dies macht das Buch sehr lebendig. Auch die Auswahl an Photos und Zeichnungen, die unglaublich realistisch sind, fand ich sehr gut gemacht. Die Beschreibungen dazu sind teilweise köstlich humorvoll. Und die Idee mit dem aktualisierten Stammbaum ist klasse und hat mir sehr geholfen, nicht ab und zu mal den Überblick zu verlieren.


    Ich finde hier auch keine Schublade, in die das Buch passt. Ein Schauerroman ist es aber nun wirklich nicht.


    Weil es neben dem Lesegenuss ein wirklich aufwändig und liebevoll gestaltetes Buch ist, verdient es meiner Meinung nach

    5ratten

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    Inhaltsangabe:


    Willie „Sunshine“ Upton unterbricht ihr Studium in Stanford und kommt zurück nach Templeton, in ihre Heimatstadt. Dort will sie wieder bei ihrer alleinstehenden Mutter Vivienne wohnen und versuchen, Ordnung in das Durcheinander in ihrem Privatleben zu bringen. Von ihrer Mutter erfährt sie kurz darauf, dass ihr Vater gar nicht – wie bisher allgemein angenommen – ein Mitglied der Hippie-Kommune in San Francisco war, wo Vivienne eine Zeit lang lebte, sondern jemand anderes, dessen Name Vivienne nicht verraten will. Willies Neugier ist angestachelt und sie taucht in die Geschichte ihrer Familie und in die weiterer alter Templeton-Familien ein, um das Geheimnis zu lüften ...


    Der erste Satz:


    „An dem Tag, als ich, knietief in Schande, nach Templeton zurückkehrte, tauchte im Flimmerspiegelsee der über fünfzehn Meter lange Kadaver eines Ungeheuers auf.“


    Meine Meinung zum Buch:


    In diesem Buch sollte man keine Geister, Drachen oder ähnliches erwarten, denn die echten Monster von Templeton sind menschlich. Den im Klappentext gedruckte Hinweis „Schauerroman“ empfinde ich als irreführend, wenn es auch mystische Komponenten in dem Buch gibt.


    Das Buch ist in insgesamt 35 Kapitel unterteilt. Die Erzählperspektive wechselt (meistens) von Kapitel zu Kapitel, was das Lesen abwechslungsreich macht. Außerdem erfährt man sozusagen aus erster Hand, nämlich von Willies Vorfahren selbst erzählt, wie sie lebten, liebten und starben. Die Geschichten sind meistens melancholisch, und diese Stimmung zieht sich auch durch das ganze Buch, was das Lesen nicht immer ganz einfach macht. Gerade am Anfang konnte ich immer nur kurze Abschnitte lesen.


    Es war für mich sehr interessant zu sehen, wie sich Willie durch ihre Familiengeschichte kämpft, wenn auch nicht immer spannend. Besonders am Anfang, als ich noch nicht so richtig wusste, wo es lang gehen soll und ob nicht doch noch mal irgendetwas Entscheidendes passiert, war ich von der Entwicklung etwas enttäuscht. Vermutlich lag das an den Erwartungen, die ich aufgrund des Klappentextes bzw. des Titels hatte. Aber als ich mich dann auf die Art der Geschichte eingelassen hatte, wurde es wieder besser und einige der erzählten Familienepisoden sind sehr spannend. Allerdings gibt es keinen sich steigernden Spannungsbogen, der sich durch das Buch zieht, sondern eine immer gleich bleibende „Grundspannung“.


    Bei diesem Buch sollte aber auch die liebevolle Aufmachung erwähnt werden. Ich habe schon lange kein so schönes Cover mehr gesehen, die Scherenschnitt-artigen Medaillons sind sehr hübsch und haben sogar inhaltlich sogar mit dem Buch zu tun. Das ist nicht immer üblich, wie schon Likimeya in ihrer Rezi anführte. Die im Buch abgedruckten Fotos der Familienmitglieder fand ich jetzt nicht so wichtig, dafür aber den immer wiederkehrenden Familienstammbaum, der jedes Mal den Stand von Willies Nachforschungen widerspiegelt. Ohne den Stammbaum hätte ich mich sicher mehrfach in den verschiedenen Familienzweigen der Temples oder Uptons verirrt. Auch die ausgewählte, feine Schrift passt zur Aufmachung – wenn sie auch für mich (Lesebrillen-Leser) den Nachteil hatte, dass ich den Leseabstand recht genau einhalten musste, weil die Schrift sonst schnell zu verschwimmen begann.


    Ein Fazit fällt mir bei diesem Buch schwer. Einerseits fand ich die Sprache, die Stimmung und die Art zu Erzählen wunderschön, andererseits fehlte mir etwas Handlung in dem Buch.


    Meine Bewertung: 3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    Viele Grüße von Annabas :winken:

  • Ich lese diesen Roman momentan und bin sehr angetan von der Stimmung und der Erzählweise. Gerade auch die Idee echte Bilder in die Geschichte zu integrieren gefällt mir total gut. Leider kenn ich mich mit Cooper nicht soo gut aus, es kann also durchaus sein das mir da so manche Anspielung entgeht. Aber die auf Lederstrumpf hab ich bisher alle verstanden :breitgrins:

  • Ich habe das Buch am Wochenende in fast einem Rutsch gelesen - daraus könnte man jetzt schliessen, dass ich es ganz toll fand, war aber leider nicht so.


    Mir hat das Buch zunächst sehr gut gefallen. Es ist zwar wirklich keine Schauergeschichte, wie der Einband sagt, sondern eine dramatische Familiengeschichte. So weit so gut, ich mag Drama, ich mag Familiengeschichten.
    Der Einstieg ist nett und Willie ein interessanter Charakter. Die Einschübe aus der Vergangenheit sind zunächst spannend, auch, weil es ein neuer Erzählstil ist.
    Mit der Zeit hat mich das alles jedoch sehr angeödet. Mich hat die eigentliche Frage der Geschichte nicht so richtig interessiert, die Geschichten, die mich näher angesprochen haben, sind mehr oder weniger unter den Tisch gekehrt oder extrem kurz abgehandelt worden.


    Was wirklich super ist, ist die Aufmachung des Buches. Dafür würde ich fünf Ratten vergeben. Da die Geschichte mich aber nicht so recht überzeugen konnte, gibt es


    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Ich musste bei mir abbrechen, irgendwie bin ich nicht dazu gekommen weiter zu lesen. Andres kam dazwischen und schwupp musste ich das Buch abgeben. Ich bin am überlegen es mir zu kaufen, dann aber auf englisch.

  • Ich mochte "Die Monster von Templeton" sehr. Das Buch trieft nicht vor nägelkauernder Spannung, aber die ganze Atmosphäre hat mich gefangengenommen. Die Erzählweise und die Aufmachung des Buches mit den Fotos, Briefen, Tagebucheinträgen etc. haben genau meinen Geschmack getroffen. Dennoch wirkt die Handlung nicht zerstückelt, weil der Erzählstrang aus der Gegenwart alles schön "zusammenhält". Willies sarkastische Kommentare fand ich herrlich. :breitgrins:


    Mit Cooper kenne ich mich gar nicht aus, auch wenn mir der Name Lederstrumpf schon etwas sagt, deswegen konnte ich da bestimmt mit der ein oder anderen Anspielung nichts anfangen. Ich habe aber große Lust, das zu ändern, denn eines der Cooper-Zitate am Anfang des Romanes hat mich spontan dazu bewogen, meine Signatur zu ändern.


    Von mir gibt es 4ratten

    "Ein fiktives Werk, das von Interesse ist, [...] spricht unsere Wahrheitsliebe an - nicht die reine Liebe zu den Tatsachen, [...] sondern die Liebe zu einer höheren Wahrheit, der Wahrheit der Natur un

  • Mir hat "Die Monster von Templeton" sehr gut gefallen.

    Die kunstvolle Art, in der Lauren Groff Vergangenheit und Gegenwart verwebt liest sich angenehm - die Erzählatmosphäre mit ihren kleinen mystischen Elementen fand ich sehr stimmig. Die Protagonistin Willie entdeckt an einem kritischen Punkt in ihrem Leben, wie sehr dieses mit ihrem Herkunftsort und der Geschichte ihrer Vorfahren verbunden ist - auch wenn oder auch gerade weil viele von ihnen im Grunde "Freigeister" waren.

    Eine Hommage an einen Ort..

    4ratten