Helene Hanff - 84, Charing Cross Road: Eine Freundschaft in Briefen

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Es gibt 32 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von finsbury.

  • Ich war mir jetzt nicht sicher, ob dieses Buch hier reinpasst, aber da es sich um einen authentischen Briefwechsel handelt, habe ich es mal hier reingestellt.


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    "Schicken Sie Dichter, die Liebe machen können, ohne zu sabbern." Sie liebte Bücher über alles, aber kurz nach dem Krieg war genau daran nur schwer zu kommen. So machte die Amerikanerin Helene Hanff eine Buchhandlung in Europa ausfindig, über die sie ihre ziemlich spezielle Lektüre fortan per Post bestellte. Und nicht nur das: Schon bald begann ein hinreißender Briefwechsel zwischen der spitzzüngigen Amerikanerin und ihrem englischen Antiquar - er sollte zwanzig Jahre dauern und die beiden Akteure schließlich weltberühmt machen. Die Drehbuchautorin Helen Hanff gab dabei den Ton an und eroberte den schüchternen Antiquar nach und nach mit ihrer rauen Herzlichkeit.



    Meine Meinung
    Ich fand dieses Buch ganz entzückend. Das Buch besteht ausschließlich aus dem Briefwechsel zwischen der Schriftstellerin Helene Hanff aus New York und Mitarbeitern des Antiquariats in der Londoner Charing Cross Road, allen voran Frank Doel und (später) seiner Frau. Es ist kurz nach Kriegsende und Helene Hanff versucht auf diesem Weg antiquarisch an hochwertige Bücher zu kommen, die in den USA nicht erhältlich sind. Frank Doel ist ihr erster Ansprechpartner und ist gerne bereit, ihre Wünsche zu erfüllen. Als sie erfährt, dass in England die Nahrung rationiert werden, schickt sie Care-Pakete an die Mitarbeiter, deren Dankbarkeit sich rührend in diversen Dankesbriefen widerspiegelt. So entwickelt sich aus einer zunächst reinen Geschäftskorresponzenz, eine zwanzigjährige Brieffreundschaft.
    Hanff zeigt hier einen lockeren und humorvollen Schreibstil, wobei auch die liebenswerten Briefe der Briefpartner durchaus lesenswert sind. Man erfährt durch diesen Briefwechsel einiges über die Lebensumstände der Nachkriegsjahre. Die Art und Weise, in der sie von ihren neu erworbenen Schätzen schwärmt, spricht mir als Bücherliebhaberin natürlich aus tiefster Seele. Leider kannte ich viele der Bücher, die sie bestellte, nicht- aber was nicht ist und so weiter...
    Ich verstehe nicht, warum es so lange gedauert hat, das Buch ins Deutsche zu übersetzen.
    Auch wenn es sich nur um ein kleines Bändchen handelt, hat mir das Buch schöne Lesestunden bereitet und ich werde das Buch sicher noch einige Male zur Hand nehmen.


    Von mir bekommt das Buch 4ratten

    Die Literatur gibt der Seele Nahrung,<br />sie bessert und tröstet sie.<br /><br />:lesen:<br />Alfred Kerr: Die Biographie

  • 20 Jahre lang schrieben sich Helene Hanff und die Mitarbeiter des Londonder Antiquariats Marks & Co. Briefe, und zwar von 1949 bis 1969. Im Briefwechsel erfährt der Leser viel, was über die reine Geschäftsbeziehung hinaus geht, z. B. über das Leben im London der Nachkriegszeit.


    Natürlich geht es in den Briefen hauptsächlich um Bücher. Von Kinderbüchern wie "Der Wind in den Weiden" über Jane Austen zu "Tristam Shandy", John Donne und Catulls Versen. Ich konnte Helene Hanffs Freude und Begeisterung über die geschickten Bücher sehr gut nachfühlen, und auch ihre Ungeduld, wenn eines ihrer Wunschbücher nicht schnell genug geliefert werden konnte.


    Ein wunderbares Buch! Schade, dass es so kurz ist. 5ratten


    Grüße von Annabas :winken:

  • Wenn ich eure begeisterten Rezis lese, bereue ich gleich wieder, dass ich das Buch heute bei Weltbild als Mängelexemplar nicht mitgenommen habe. In der Hand hatte ich es schon. Vielleicht sehe ich es dort ein anderes Mal wieder, denn ich hatte es bereits mehrmals in der Hand. :winken:

    :leser: Plichota/ Wolf: Oksa Pollock - Die Unverhoffte<br /><br />SLW - Annabas: 1/10<br />SLW - Seychella: 0/10

  • @ Stephi: schlag beim nächsten Mal zu, es lohnt sich wirklich. :winken:
    Grüße von Annabas

  • Ich habe es gestern abend nun auch endlich gelesen. :klatschen:


    Eine Bücherliebhaberin aus New York lässt sich ihre Bücher, statt sie selbst in der Stadt zu kaufen, von einem Antiquariat in London schicken. Über Jahrzehnte werden Bestellungen und Lieferungen hin und her geschickt und mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Helene Hanff und den Mitarbeitern des Antiquariats und zum Teil auch deren Familien.


    Die Briefe sind zwar recht kurz, aber deshalb nicht weniger spannend oder unterhaltsam. Es ist sehr interessant, wie sich aus einer rein geschäftlichen Beziehung zunehmend eine Freundschaft entwickelt, die sich über so viele Jahre hält und der auch längere Unterbrechungen nichts anhaben können.


    Besonders faszinierend ist jedoch der Umgang mit den Büchern und die Leidenschaft Helene Hanffs, mir der sie nach bestimmten Exemplaren sucht. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, entrüstet sich über Ausgaben oder vergöttert sie regelrecht, schreibt mit viel Witz und gibt sich ehrlich und authentisch. Oft führt die Bestellung eines Buches zu weiteren, die sie ebenfalls unbedingt haben muss.


    Das Buch ist leider viel zu kurz, gern hätte ich noch stundenlang weitere Briefe gelesen, weitere Vorlieben Hanffs erfahren. Ich bin mir sicher, dass ich das Buch immer mal wieder zur Hand nehmen und einzelne Briefe lesen werde.


    Meine Wertung: 5ratten. Für mich ist es ein absoluter :tipp:.

    :leser: Plichota/ Wolf: Oksa Pollock - Die Unverhoffte<br /><br />SLW - Annabas: 1/10<br />SLW - Seychella: 0/10

  • Ich habe es gestern auch zu Ende gelesen - leider :rollen:


    Zum Thema muss ich nichts mehr sagen, aber dieses Büchlein ist so schön, irgendwie herzerwärmend. Wie aus einer Bücherbestellung eine langjährige Brieffreundschaft wird und eine fremde Amerikanerin in Nachkriegszeiten Essen an die Mitarbeiter einer englischen Buchhandlung schickt obwohl sie selbst nicht so viel Geld hat - das muss man einfach mögen.


    Genau Stephi - wie leidenschaftlich sie nach bestimmten Büchern sucht und diese dann auch so liest - ganz nach meinem Geschmack.


    Für mich ist dies kleine, kurze Büchlein ein :tipp: 5ratten

    Liebe Grüße<br />JaneEyre<br /><br />Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück<br />Theodor Fontane

  • Eigentlich ist dieses kleine Büchlein, das aus lauter Briefwechseln besteht, genau das Richtige zum Herzerwärmen an einem grauen, nasskalten Herbsttag. Wer es noch nicht gelesen hat, mag es sich vielleicht noch ein wenig aufheben :zwinker: .


    In den Wehen der Nachkriegszeit beginnt Hanff, quer über den großen Teich in einer Buchhandlung in London zu bestellen. Sie sucht "ihre" Bücher mit Akribie, liebt und vergöttert sie, schimpft über wieder andere, so dass ich mich da tatsächlich ein Stück weit selbst wiedererkenne.
    Über diese Diskurse über Bücher und Autoren entwickelt sich eine Freundschaft, die über Jahrzehnte hält.


    Insbesondere die Briefe von Hanff sind sehr lebendig geschrieben und häufig zum Schmunzeln oder Lachen.


    Das Büchlein lässt sich zügig weglesen und bekommt auch von mir :5ratten: .

  • Ich muss etwas gestehen. Wenn Bücher durchgehend gut bewertet werden, bin ich oft ein bisschen skeptisch und lese sie entweder gar nicht oder suche extra nach irgendwelchen Schwächen. Das ist die kindische Revoluzzerin, die in mir steckt. :zwinker:
    84, Charing Cross Road ist so ein Buch, über das man nur Gutes hört und liest.


    Doch ich muss mich geschlagen geben und mich den positiven Meinungen anschließen. Ich habe 84, Charing Cross Road in einem Rutsch durch gelesen. (Na ja, nicht ganz. Ich habe meinem Freund davon vorgeschwärmt und in einer kurzen Pause hat er angefangen, die ersten Briefe zu lesen und wollte es mir nicht zurückgeben.)


    Die Briefe sind lustig, süß, klug und rührend ohne sentimental zu sein. Und: Sie handeln von Büchern.
    Man erfährt, dass Hanff alle Bücher zuerst ausleiht („Es widerstrebt meinen Prinzipien, ein Buch zu kaufen, das ich nicht gelesen habe. Das ist so, als würde man ein Kleid kaufen, das man nicht anprobiert hat [...].“ S. 72), warum sie keine Romane mag und dass sie keine Bedenken hat, Bücher wegzuwerfen („Ich für meine Person kann mir nichts weniger Heiliges vorstellen als ein schlechtes oder auch ein mittelmäßiges Buch.“ S. 88).


    Doch aus dem anfangs rein geschäftlichen Austausch über Bücher entwickelt sich eine Freundschaft, die weit über Bücher hinausgeht. So nimmt Hanff lebhaft Anteil an der Nachkriegssituation Englands und versorgt ihre AntiquarInnen auf ihre direkte, unsentimentale Art mit Lebensmitteln und Feinstrumpfhosen.


    84, Charing Cross Road ist ein wunderbares Büchlein. Absolute Empfehlung!


    5ratten


    LG, kat


    P.S. Ich hoffe, dass meine positive Meinung keine anderen Revoluzzer abschreckt.

  • Eine Revoluzzerin bin ich bei solchen Büchern nicht gerade, aber doch sehr kritisch, und die Erwartungen sind hoch. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Helene Hanff hat eine sehr erfrischende Art, Briefe zu schreiben, ohne jemals zu forsch zu werden. Einen großen Anteil an diesem unterhaltsamen Briefverkehr hat allerdings auch der englische Antiquar, der auf ihre Art eingeht und Hanff nicht nur als eine beliebige Kundin ansieht. So entwickelt sich ein lebhafter Briefverkehr, der über Jahrzehnte hinweg andauert und die geschäftlichen Belange weit übersteigt.


    Neben der lockeren Sprache gefiel mir, dass die Liebe zu den Büchern einen großen Teil einnimmt und das Briefeschreiben schon fast nostalgische Züge annimmt. Wenig gelungen fand ich die optische Einteilung. Der Großteil der Briefe hätte ohne Probleme auf eine Seite gepasst und wurde oft genug zerrissen und auf zwei Seiten verteilt. Mit einem etwas größeren Format hätte man das gut verhindern können.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Ich bin restlos begeistert. Eben habe ich innerhalb weniger als 24 Stunden dieses wunderbare Büchlein gelesen und bin immernoch gefesselt von dem vollen Leben, das aus diesen Briefen spricht. Auf meiner Ausgabe ist ein sehr treffendes Zitat aus der FAZ abgedruckt: "In das eine oder andere Buch scheint das Leben selbst hineinzuwehen, dieses ist eines davon."
    Helene Hanff war einfach nur ein wunderbar authentischer Mensch, der seine Leidenschaft zu Büchern und auch zum Leben in diesen Briefen zum Ausdruck bringt.
    Besonders schön fand ich auch die Briefe der Menschen um Frank Doel und als die Abstände der Korrespondenz immer größer wurden, fand ich das sehr bedauerlich, da mir klar wurde, dass das Büchlein seinem Ende zuging. Gerne hätte ich noch viele weitere Briefe gelesen und auch mehr über das Treffen zwischen Helene Hanff und Frank Doels Familie. Als man schrieb, dass

    So wunderbar lebhaft ist alles geschrieben.
    Daher gibt es von mir die Höchstwertung 5ratten und einen :tipp:


  • Wer es noch nicht gelesen hat, mag es sich vielleicht noch ein wenig aufheben :zwinker: .


    Aufheben? Nein! Sofort lesen und danach immer und immer wieder! :zwinker:


    Ich weiß nicht, zum wievielten Male ich es heute gelesen habe. Eigentlich wollte ich ein Regal auf- und umräumen, doch bin ich mit dem Briefwechsel und meiner Tasse Tee auf der Couch gelandet, ehe ich "Charing Cross Road" sagen konnte.
    Ich finde nicht nur die Freundschaft an sich erstaunlich, die sich aus einer einfachen Bestellung entwickelt, sondern auch, dass sie auch für Außenstehende deutlich aus jedem Brief spricht. Obwohl die Briefe meist nur wenige Zeilen umfassen habe ich am Ende des Buches immer das Gefühl, die Schreiber - besonders Helene Hanff - sehr genau kennengelernt zu haben. Jedes Mal schmunzel ich über ihren ganz eigenen Humor, freue mich mit ihr über besonders schöne Ausgaben und trauere am Ende des Buches ein wenig mit. Und jedes Mal bedaure ich, dass offenbar der eine oder andere Brief verloren gegangen ist und der Briefwechsel somit noch schmaler wurde.


    Auch für mich ein :tipp:


    Viele Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges

  • Hanff, Helene - 84, Charing Cross Road


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    Eine Sammlung von Briefen zwischen der Autorin und einem kleinen Londoner Antiquariat. Beginnt zunächst als reine Geschäftskorrespondenz, entwickelt sich aber zu einer Freundschaft aus der Ferne.


    Ich glaube, mir liegt einfach das Genre an sich nicht wirklich. Dahingehend war ich doch positiv überrascht, dass es mir doch nicht so schlecht gefallen hat. Trotzdem hätte ich mir, besonders nach den ganzen positiven Meinungen, die man überall liest, doch irgendwie mehr erwartet. Ich konnte anhand der Briefe zu den Personen keine Beziehung aufbauen, bis zuletzt konnte ich auch die verschiedenen Personen des Antiquariats nicht immer zuordnen. Ein paar bibliophile Kommentare haben mich zwar doch zum Schmunzeln angeregt, aber richtig begeistert war ich nicht. Vor allem der Tonfall der Briefe: Schwarzer Humor? Gelegentlich. Aber zeitweise kam die Autorin doch recht, naja, fast unverschämt rüber. Aber das ist nur mein Eindruck.
    Wie gesagt: Jemand, der mit Briefromanen mehr anfangen kann, ist mit dem Buch wahrscheinlich besser aufgehoben. Von mir kriegt es allerdings nur:


    2ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Hallo,


    ich habe dieses Buch 2006 gelesen und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Ich fand die Geschichte ausgesprochen schön, zumal sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Mich hat sie sogar sehr berührt. Was als eine reine geschäftliche Beziehung basierend auf einem regen Briefwechsel beruhte, wurde zu einer privaten Beziehung, die in einem persönlichen Besuch und einer langandauernden Freundschaft mündete. Ich war bewegt davon wie aus Fremden Freunde wurden, die eine gemeinsame Leidenschaft verband. Die Liebe zu alten, schönen Büchern.

  • Ach herrje - dieses Forum ist fürchterlich! :zwinker: Jetzt musste ich mir schon wieder ein Buch kaufen... Aber eure Begeisterung über dieses Buch hat mich mal wieder verleitet. Und ich mag diese Art von Büchern, so dass ich gespannt warte bis mir das Buch nach Hause gebracht wird.

    Gruß suray


  • Ach herrje - dieses Forum ist fürchterlich! :zwinker: Jetzt musste ich mir schon wieder ein Buch kaufen... Aber eure Begeisterung über dieses Buch hat mich mal wieder verleitet. Und ich mag diese Art von Büchern, so dass ich gespannt warte bis mir das Buch nach Hause gebracht wird.


    So ging es mir damals auch...lach und bis auf eine Meinung sind ja alle begeistert :breitgrins: viel Spaß damit, ist wirklich ein tolles Büchlein - ich sollte mal wieder einen Re-read machen.

    Liebe Grüße<br />JaneEyre<br /><br />Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück<br />Theodor Fontane

  • Aber zeitweise kam die Autorin doch recht, naja, fast unverschämt rüber. Aber das ist nur mein Eindruck.


    Nicht unbedingt nur dein Eindruck, aber ich würde sie mehr als forsch beschreiben. Es ist immer eine Frage, wie viel Sympathie sich zu den Charakteren aufbaut. Je nach dem ist man eher geneigt, Unverschämtheiten mit einem Lächeln hinzunehmen oder man ärgert sich darüber. Meine Toleranzgrenze ist bei passionierten Lesern wie Helene sehr hoch angesetzt. Ihre Leidenschaft, die sie so schön zum Ausdruck bringt, macht einiges wett.

  • Nicht unbedingt nur dein Eindruck, aber ich würde sie mehr als forsch beschreiben. Es ist immer eine Frage, wie viel Sympathie sich zu den Charakteren aufbaut. Je nach dem ist man eher geneigt, Unverschämtheiten mit einem Lächeln hinzunehmen oder man ärgert sich darüber. Meine Toleranzgrenze ist bei passionierten Lesern wie Helene sehr hoch angesetzt. Ihre Leidenschaft, die sie so schön zum Ausdruck bringt, macht einiges wett.


    Stimmt, "forsch" ist vermutlich ein guter Ausdruck dafür. Mein Problem ist in diesen Fällen dann, dass ich das ganze doch ziemlich aus der Distanz wahrgenommen habe. Diese Art von Kommentaren zwischen Freunden, besonders bei begeisterten Lesern? Keine Sache. Aber wenn das Medium lediglich ein Brief ist? Und ehrlich gesagt waren mir die Anzahl der Briefe, die abgedruckt waren auch fast zu wenig, um mir glaubhaft eine Beziehung zu vermitteln, die dafür die Basis ist.
    Aber Du hast Recht, bei vielen Kommentaren kann ich ihren Ärger richtig nachvollziehen. Ach, was haben wir uns nicht alle schon über so etwas aufgeregt! :breitgrins:

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Was für ein tolles Buch. :klatschen: Dieses Forum ist herrlich! Ohne euch wäre mir dieses Lesevergnügen nicht vergönnt gewesen!


    Ich wollte nur abends kurz vorm Schlafengehn mal reinschauen- und habe es dann durchgelesen! :zwinker: Ich liebe dieses Genre!


    :tipp:

    Gruß suray

  • Oh je, der letzte Eintrag ist schon eine Weile her. Aber dieses Buch ist meine "Bibel" :breitgrins: Die drei Bücher von Helene Hanff lese ich jedes Jahr einmal wieder. Immer zur Herbstzeit (nach unserem Wetter zu urteilen, könnte ich jetzt schon wieder beginnen). Und es ist mir ein absolutes Vergnügen.


    84, Charing Cross Road, wie liebe ich diese Adresse. Helene Hanff hat sie in mein Bücherherz gebrannt.
    Sie selbst lebt in der 14 East 95th St. in New York City. Es ist das Jahr 1949, Oktober.
    In der Zeitschrift "Saturday Review of Literature" entdeckt sie eine Anzeige von Marks & Co. in der 84, Charing Cross Road in London. Ein Antiquariat. Was sie an antik denken lässt und für teuer hält. Sie schreibt einen Brief nach London, mit einer Bücher-Wunschliste.
    Und so entsteht ein Briefwechsel, den jedes Leserattenherz höher schlagen lässt.


    Es ist kein Roman, Helene Hanff hat keine geschrieben. Dieser Schriftwechsel fand wirklich statt. Man merkt zwischendurch auch, dass die Sammlung wohl nicht vollständig ist.
    Dieser Briefwechsel fing ja geschäftlich an, weil sie in ihrer Gegend nicht die Bücher bekommen konnte, nach denen ihr der Sinn stand. Mit der Zeit wurde er aber privater. Sie verschickte an die Buchhandlung Lebensmittelpakete, da die in London nach dem Krieg knapp waren. Und so entspann sich auch zwischen den anderen Mitarbeitern und ihr ein schriftlicher Austausch.
    Helene Hanffs größter Wunsch war es, einmal London zu besuchen. Doch erst 1971 sollte es ihr möglich sein, eine Lesereise zu machen. Da lebte Frank Doel schon nicht mehr (er starb 1969) und der Buchladen war geschlossen.


    Die Erlebnisse dieser Lesereise sind dann in dem Buch Die Herzogin der Bloomsbury Street niedergeschrieben. Das Buch finde ich zwar auch ganz toll, aber es reicht nicht an diesen Briefwechsel heran.


    Ich liebe dieses Büchlein so, weil ich aus jeder Pore von Helene Hanff ihre Bücherliebe herauslese. Einfach wunderbar.


    Und den passenden Film dazu habe ich schon öfter gesehen, als das Buch gelesen: Zwischen den Zeilen mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins.

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    5ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Camille ()

  • Das ist ja ein Ding, dass es dazu einen Film gibt! Das wusste ich nicht. Danke für die Info! Den muss ich auch mal schauen!

    Gruß suray