Langweilige Klassiker

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Es gibt 84 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Pinky.

  • Marlino
    Lass Dich nicht ärgern, Sandhofers Humor ist halt ein bissl bös ;) aber er greift niemanden persönlich an. Ansonsten sind Affen übrigens durchaus intelligent.


    Ich finde auch das man Klassiker nicht über einen Kamm scheren kann. Mich würde interessieren welche Du genau langweilig findest? Und woran das lag? Nur daran das sie zäh zu lesen sind oder auch an andren (inhaltlichen?) Kriterien.


    Grüße


  • Marlino
    Lass Dich nicht ärgern, Sandhofers Humor ist halt ein bissl bös ;) aber er greift niemanden persönlich an.


    Jetzt sage ich doch mal etwas dazu, auch wenn ich mit meiner Meinung vielleicht allein dastehe:


    Ich lese sandhofers Beiträge nun schon seit einigen Jahren und ich weiß, dass er vieles nicht so böse meint, wie es wirkt. Aber hier ist er schlichtweg übers Ziel hinaus geschossen. Ich glaube so ziemlich jeder andere User hätte nach so einer Aussage eins auf den Deckel bekommen, denn sie war sehr nah an der Grenze beleidigend zu sein. Wenn er so etwas zu jemandem sagt, der ihn besser kennt und seine Aussagen einordnen und wegstecken kann, meinetwegen. Aber auf realtiv neue User wirkt es arrogant und beleidigend. Und in einem Forum, in dem man so mit mir redet, würde ich keinen weiteren Tag verbringen.
    Und gerade sandhofer traue ich zu, in der Lage zu sein, seine Meinung in andere, freundlichere Worte zu verpacken.


    Mir sind derartige etwas zu schroffe Kommentare in den letzten Monaten öfter aufgefallen und sie stören mich extrem. Vor allem in einem Forum, in dem man so stolz auf seinen Umgangston ist.

  • Um hier wieder mal zum eigentlichen Thema zurückzukommen und sinnlose Posts zu vermeiden:


    Ich lese gerade einen etwas dickeren Klassiker (Anna Karenina, 1300 Seiten) und habe bis jetzt 1000 Seiten gelesen und würde ca. 20 Seiten wegkürzen. Die restlichen 980 Seiten waren total spannend.


    Ich denke, es kommt immer auf den eigenen Geschmack drauf an. Wenn man sich für Russland interessiert, wird man auch 3000 Seiten als nicht langweilig empfinden. Wenn man eine Abneigung gegen dieses Land hat, dann wird schon eine Kurzgeschichte die reinste Qual sein.


    Also nicht verzagen und nach einem "langweiligen" Klassiker einfach den nächsten hernehmen und auf ein Neues versuchen.


  • .


    Also nicht verzagen und nach einem "langweiligen" Klassiker einfach den nächsten hernehmen und auf ein Neues versuchen.


    Ja, so ist es. Und gerade Tolstoi, der ist nun wahrlich nicht langweilig! :smile:


    meint
    mombour

  • Ich liebte Anna Karenina! Was für ein Buch. Welche 20 Seiten würdest Du streichen und - wäre das nicht schon egal?


  • Ich würde nicht 20 Seiten hintereinander streichen, aber immer wieder mal etwas über die Wirtschaft, was mir einfach zu hoch war. Vieles hab ich verstanden, einiges leider nicht.


    Diese Seiten sind wahrlich nicht seine Besten, aber mir mit meinem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund haben sie dennoch ganz gut gefallen.


    Gruß, Thomas

  • Das muss ich schon sagen, ich mag das gern, wenn die Russen über das Drumherum und Nebenvorbei schreiben. So bekommt man ein Gesamtbild der Umgebung, man lebt mit und man hört sogar das Rascheln der Kleider! Das ist schön! Vorallem lese ich gerne über St.Petersburg.
    Ich mag das gerne bei Tolstoi - ich mag ihn vielleicht sogar ein wenig mehr als Dostojewski. Auch Puschkin liebe ich sehr. (Besonders die Vertonung für die Oper und Ballett!)


  • Das muss ich schon sagen, ich mag das gern, wenn die Russen über das Drumherum und Nebenvorbei schreiben. So bekommt man ein Gesamtbild der Umgebung, man lebt mit und man hört sogar das Rascheln der Kleider! Das ist schön! Vorallem lese ich gerne über St.Petersburg.
    Ich mag das gerne bei Tolstoi - ich mag ihn vielleicht sogar ein wenig mehr als Dostojewski. Auch Puschkin liebe ich sehr. (Besonders die Vertonung für die Oper und Ballett!)


    Für meinen Geschmack hätte er ruhig noch mehr über die Landschaft schreiben können. Ich mag Landschaftsbeschreibungen mitunter recht gerne.

  • Das ist total schön, wie Geschmäcker verschieden sind. Landschaftsbeschreibungen finde ich wieder öde.
    Deshalb macht mich Goethe teilweise nervös. Aber, nur teilweise.

  • Ich möchte doch noch einmal auf den "Generalverdacht" der langweiligen Klassiker eingehen.


    Natürlich kann jeder seine Probleme mit Klassikern haben. Auch ich habe so manchen Klassiker zur Hand genommen und alsbald wieder beiseitegelegt, weil ich ihn öde, kompliziert oder unverständlich fand. So tue ich mich z.B. seit Jahren mit den "Verlobten" von Manzoni schwer, einem Buch, das meine Frau innig liebt, ich aber sterbenslangweilig finde. Auch habe ich die Lektüre von Pessoas "Buch der Unruhe" in der Leserunde im Klassikerforum abgebrochen, weil mir das weinerliche Geschreibsel irgendwann auf die Nerven ging.


    Das sind meine Empfindungen. Anderen mögen diese Bücher viel mehr geben als mir. Ich will aber mein Empfinden auch nicht zum allgemeingültigen Maßstab machen oder wegen meiner wenigen schlechten Erfahrungen gleich die gesamte klassische Literatur abhaken.


    Marlino, Du darfst nicht den Fehler begehen, von Deinen Schwierigkeiten mit dem "Zauberberg", dem "Mann ohne Eigenschaften", dem "Jüngling" oder einigen anderen Klassikern generell auf die klassische Literatur zu schließen und sie als langweilig und langatmig einzustufen - das haben viele Klassiker nicht verdient. Daher darfst Du Dich bei solch' einem Rundumschlag auch nicht über Abwehrreaktionen aus den Reihen der Klassikerliebhaber wundern.


    Außerdem gab und gibt es derartige Diskussionen um "langweilige Klassiker" nicht zum letzten Male. Vor zwei Jahren entwickelte sich dieser Thread in eine ganz ähnliche Richtung...


    Diese Seiten sind wahrlich nicht seine Besten, aber mir mit meinem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund haben sie dennoch ganz gut gefallen.


    Das kommt außerdem hinzu. Dem einen bereiten solche Passagen wegen des vorhandenen Hintergrundwissens Vergnügen, den anderen langweilen sie. Nicht alles ist schlecht, nur weil man es nicht versteht. Und was die Klassiker betrifft, fühle auch ich mich manchmal wie der Blinde mit den Farben. Oder wie der Affe, der ins Buch schaut... :zwinker:

    Andere Orte im Internet erkundet und für uninteressant befunden.

  • Ich finde den Vergleich mit einem Affen auch nicht so schlimm, da Affen trotz allem intelligente Tiere sind (siehe diverse Dokumentationen, wo Affen mit Stöckchen rumhantieren, ... oder waren das überhaupt keine Affen? Jetzt bin ich verwirrt!)


  • Ich finde den Vergleich mit einem Affen auch nicht so schlimm, da Affen trotz allem intelligente Tiere sind (siehe diverse Dokumentationen, wo Affen mit Stöckchen rumhantieren, ... oder waren das überhaupt keine Affen? Jetzt bin ich verwirrt!)


    Doch doch. Sie sind manchmal sogar so gewitzt, dass sie sich Steindepots anlegen, um später damit lästige Zoobesucher zu bewerfen (s. [url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,612251,00.html]SpiegelOnline[/url]) ... :breitgrins:

    Andere Orte im Internet erkundet und für uninteressant befunden.

  • Mir sind derartige etwas zu schroffe Kommentare in den letzten Monaten öfter aufgefallen und sie stören mich extrem. Vor allem in einem Forum, in dem man so stolz auf seinen Umgangston ist.


    Hier noch eine kurze Stellungnahme von mir: Auch ich heiße das nicht gut, weshalb beide - Marlino und sandhofer - bereits heute vormittag eine PN von mir erhalten haben :winken:


  • Ich würde nicht 20 Seiten hintereinander streichen, aber immer wieder mal etwas über die Wirtschaft, was mir einfach zu hoch war. Vieles hab ich verstanden, einiges leider nicht.


    So ging es mir damals auch, als ich Anna Karenina gelesen habe! Einige Passagen habe ich da leider auch nicht so richtig verstanden, aber trotzdem war ich begeistert von dem Buch!


    Wie schon mehrmals gesagt wurde, ich finde nicht, dass Klassiker grunsätzlich langweilig sind, es mag vielleicht welche geben, die einem vom Thema her nicht zusagen, dann zwingt einen ja auch niemand, das jeweilige Buch zu lesen. Ich lese ein Buch nicht, weil es ein Klassiker ist, sondern weil mich die Geschichte interessiert.
    So ist es doch mit jedem Buch, wenn jemand Harry Potter langweilig findet, muss er ja nicht alle 7 Bände lesen :zwinker:

    ~~better to be hated for who you are, than loved for who you&WCF_AMPERSAND're not~~<br /><br />www.literaturschaf.de

  • Ein literarisches Werk wird meines Erachtens vor allem wegen seiner Rezeptionsgeschichte ein Klassiker; wegen seiner Nachwirkung auf andere Künstler und seine andauernde Bekanntheit bei einem breiteren Publikum. Die Mode bzw. Verkaufsstrategie an so gut wie jedes nicht erst im letzten Jahrzehnt erschienene Buch das Etikett "Klassiker" zu kleben, hat diesen Begriff so verwischt, daß seine Verwendung praktisch nichtssagend ist, demzufolge auch eine Aussage wie "Klassiker sind langweilig".


    Ich finde es allerdings interessant, daß viele, vor allem Menschen die fast ausschließlich Gegenwartsliteratur lesen, beim Begriff Klassiker als erstes an Romane aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem frühen 20. Jahrhundert denken (warum ist das eigentlich so?) und kann im Zusammenhang damit die Aussage schon nachvollziehen, denn in dieser Periode gab es ja bekanntlich eine gewisse manierierte Gesetztheit und Umständlichkeit, war es modern Langsamkeit in der Literatur an den Tag zu legen, und da ist es für einen ungeübten heutigen Leser, dessen Aufmerksamkeitsspanne für eine Sache zeitlich sehr begrenzt ist (Buchzapping aka Dritt-, Viertlektüre usw.), bis zur Langeweile nicht mehr weit.


    Vor wenigen Tagen habe ich Gontscharows Die Schlucht ausgelesen, mit 1200 Seiten auch ein ziemliches Mammutwerk. Eine solche Lektüre ist ein Herantasten an eine Zeit mit einem anderen Rhythmus. Es war weder langweilig noch langatmig, wobei das Buch durchaus eine große Fülle an Unnötigkeiten, Fehlkonzeptionen und Wankelmütigkeiten aufweist - aber es wie immer: vor etwas perfektem steht man in Ehrfurcht, aber abweisend, die Irrungen bringen uns die Bücher näher, und es sind diese Werke, deren Fehler wir erkennen, die wir umso mehr schätzen.

    [i]Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Mensche

  • Was Tolstoi betrifft kann ich mich elsabina nur anschließen, mir hat der Roman auch vor allem deshalb so gut gefallen weil ich einerseits eine Menge über die damalige Gesellschaft erfahren habe und andererseits trotzdem eine gute Geschichte bekam. So empfand ich es jedenfalls. Ich musste mir zwar etwas mehr Zeit dafür nehmen, aber gerade das hat sich absolut gelohnt!


    Pan
    Stimmt, irgendwie schon interessant, zumal man ja in dem Fall eigentlich auch erstmal an Goethe oder Schiller denken könnte. Vielleicht liegt das auch daran das der Begriff heutzutage oft auch eher umgangssprachlich genutzt wird?