Langweilige Klassiker

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 84 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Pinky.

  • Ich hab immer gedacht, "Weltliteratur" wäre ein eignes Genre.


    Bzw., wenn wir schon dabei sind, was ist denn der Unterschied zwischen Belletristik und sonstiger Belletristik?


    Ich versuch die Rezis auf meiner HP zu ordnen um komm deswegen immer leicht durcheinander.


    Belletristik dient hier nur als Abgrenzung zum Sachbuch. Sonstige Belletristik dient als Abgrenzung zu allen anderen Kategorien/Genres. Weltliteratur ist halt kein herkömmliches Genre, da es sich nicht in gleicher Weise beschreiben lässt wie Horror oder Science Fiction, deren Genrebezeichnungen sich ja auf den Inhalt der Romane beziehen.


    Aber vielleicht kann sich ja einer der zahlreich hier vertretenden (werdenden) Literaturwissenschaftler mal zu Wort melden, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.


    Gruß, Thomas

  • So und noch etwas: Was macht zum Klassiker? Die Verkaufszahlen? Ich glaub das nicht. Gibt es heute noch werdende Klassiker?


  • So und noch etwas: Was macht zum Klassiker? Die Verkaufszahlen? Ich glaub das nicht. Gibt es heute noch werdende Klassiker?


    Das wurde schon häufiger hier definiert. Wenn 70 Jahre nach dem Tod des Autors das Werk noch aufgelegt wird, dann ist es ein Klassiker.


    Weltliteratur = Übersetzung ins Spanische (für deutschsprachiges) + Eintrag im Kindler bzw. Übersetzung ins Deutsche (für nicht-deutschsprachiges) + Eintrag im Kindler.


    Gruß, Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Klassikfreund ()

  • Aber vielleicht kann sich ja einer der zahlreich hier vertretenden (werdenden) Literaturwissenschaftler mal zu Wort melden, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.


    Gruß, Thomas


    Ich gehöre auch nur zu den Normalsterblichen :breitgrins: Wikipedia schafft einige Aufkärung. Interesssant ist z.B. dass das Theater verschiedene Untergenre (Absurdes Theater, Komödie u.a.) hat wie auch der Film.


    Anderes Beispiel: Tschechow gehört zur Weltliteratur. Vom Genre her u.a. zum "Theater" zuzurechnen und zum Krimigenre, wenn wir seinen Krimi "Das Drama auf der Jagd " berücksichtigen.


    Poe und Lovecraft ist Weltliteratur mit dem Genre Horror.


    Liebe Grüße
    mombour

    Einmal editiert, zuletzt von mombour ()

  • Poe und Lovecraft ist Weltliteratur mit dem Genre Horror.


    Im Buchladen findet man dann Poe nicht mehr unter "Horror", sondern unter den "Klassikern", genauso wie hier. In diesem Sinne haben sie sich vom Genre "befreit". Korrekterweise müsste man es aber so wie bei Dir angegeben handhaben.


    Gruß, Thomas

  • Mit "aufgelegt" meinst Du/Ihr also, dass die Verlage bestimmen, wer als Klassiker überleben darf und wer nicht?! Das find ich ja heftig.


  • Mit "aufgelegt" meinst Du/Ihr also, dass die Verlage bestimmen, wer als Klassiker überleben darf und wer nicht?! Das find ich ja heftig.


    Ich glaube, dass die Verlage wieder auflegen bzw. nochmals neu auflegen, wenn sie merken, dass immer noch ein Kaufinteresse da ist. Also bestimmen das nicht wirklich die Verlage, sondern die Käufer, oder?

  • Hm ich denke für den Verlag lohnt es sich nur dann einen Roman weiter aufzulegen wenn auch die Nachfrage danach besteht. In sofern hat auch der Käufer Einfluss darauf ob ein Roman ein Klassiker werden kann oder nicht. Ich denke auch das ein Klassiker ein Klassiker wird weil er Themen anspricht bwz. Fragen aufwirft die auch in einer anderen Zeit aktuell sind, die auch den Leser von heute genauso treffen wie damals als er geschrieben wurde. Mir viel das vor allem wieder auf als wir in der Schule Die Räuber gelesen haben. Da sind Konflikte beschrieben die im Grunde jeder auch heute noch kennt, vielleicht in einer etwas anderen Form aber in ihrem Grundgehalt immer noch genauso wahr wie vor 200 Jahren.


  • Mit "aufgelegt" meinst Du/Ihr also, dass die Verlage bestimmen, wer als Klassiker überleben darf und wer nicht?! Das find ich ja heftig.


    Zu Ende gedacht, ist das natürlich heftig. Diese Definiton muss man aber auch nicht als unumstößliches Paradigma ansehen. Nur: Welche Definition wäre genauso pragmatisch?


    Gruß, Thomas

  • Ich glaube, dass die Verlage wieder auflegen bzw. nochmals neu auflegen, wenn sie merken, dass immer noch ein Kaufinteresse da ist. Also bestimmen das nicht wirklich die Verlage, sondern die Käufer, oder?


    Da sind wir natürlich beim Henne-Ei-Problem. Kann ein Käufer etwas kennen, was nicht mehr aufgelegt wird?

  • Wie gesagt ich denke es ist eine Mischung aus Nachfrage und auch Einfluss der Medien allgemein. Heutzutage hat sicher auch der Stundenplan in der Schule einen gewissen Einfluss auf die Nachfrage nach Schiller, Goethe und Co.

  • Er kanns im Literaturschock-Forum sehen und unbedingt lesen wollen. :zwinker:


    Klar, nur: Beeindruckt das einen Verlag, es gleich neu aufzulegen?

  • Zitat

    Im Buchladen findet man dann Poe nicht mehr unter "Horror", sondern unter den "Klassikern", genauso wie hier.


    Wer entscheidet denn was ein "Klassiker" (in meinen Augen ein eigentlich obsoleter Begriff der bei mir ganz anders definiert ist wenn überhaupt) ist und was nicht? Mindestalter so a la "Autor muss mindestens 100 Jahre tot sein" ???


    Zitat

    Gut, aber woher weiß der Verlag dann, dass das Buch es wert ist, neu aufgelegt zu werden? *verwirrt*


    Ich schätze mal schon daß Verlage Leute beschäftigen welche einen Überblick über die Nachfrage zB nach alten sonst vergriffenen Auflagen haben sowie auch Anfragen von großen Händlern etc berücksichtigen. Und wenn diese ein gewisses Niveau erreichen die eine wirtschaftliche Neuauflage (also Gewinn) ermöglichen dann machen die das wohl. Ist aber reine Theorie sprich ich würde das so machen :D

    Things that try to look like things look more like things than things. Well known fact Esmerelda &quot;Esme&quot; Weatherwax<br /><br />SLW April :leser: Jean Rabe - Rebellion

  • Wer entscheidet denn was ein "Klassiker" (in meinen Augen ein eigentlich obsoleter Begriff der bei mir ganz anders definiert ist wenn überhaupt) ist und was nicht? Mindestalter so a la "Autor muss mindestens 100 Jahre tot sein" ???


    Ist bereits oben von mir beantwortet. Siehe 14:35.


    Gruß, Thomas

  • Gut, aber woher weiß der Verlag dann, dass das Buch es wert ist, neu aufgelegt zu werden? *verwirrt*


    Wenn er das Risiko einer Neuauflage riskiert, dann ist es halt ein Klassiker! Der Verlag kann dann gleich damit werben, einen Klassiker wieder entdeckt zu haben. :zwinker:


    Gruß, Thomas


    P.S. Tja, einem Wissenschaflter kann diese Klassiker-Definition nicht so recht gefallen. Aber hier für unsere Zwecke reicht sie wohl aus.

  • Ah besten Dank! Das hiesse dann aber auch das Lovecraft seit wenigen Jahren auch ein Klassiker ist (auch schon über 70 Jarhe tot). Witzig an dieser Definition ist das sie mit dem Ablauf des Urheberrechtes (70 Jahre nach Tod des Autors) übereinstimmt. Sprich "altersbedingtes Open Source/Lizenfrei" gleich Klassiker. Das gefällt mir.

    Things that try to look like things look more like things than things. Well known fact Esmerelda &quot;Esme&quot; Weatherwax<br /><br />SLW April :leser: Jean Rabe - Rebellion

  • Dann kriegen wir ja eine Klassikerschwemme :zwinker: wenn es einfach nur an einen Zeitrahmen gebunden ist.
    Ich vermute mal, dass wir heute im Vergleich zu Goethes Zeiten (einfach als Beispiel) eine regelrechte Autorenflut erleben. Viele Autoren, besser zugänglich, viele Vertriebswege, Marketing auf vielen Schienen, billigere Produktion, billiger zu kaufen, Bibliotheken... Wie will man da einen Klassiker ausmachen? Überspitzt gesagt vermute ich: Zu Goethes Zeiten gab es 100 Autoren (in dieser Größenordnung), die einem breiteren Publikum bekannt waren, heute kann man sie in Vielfachen von 100.000 rechnen.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa


  • Dann kriegen wir ja eine Klassikerschwemme :zwinker: wenn es einfach nur an einen Zeitrahmen gebunden ist.
    Ich vermute mal, dass wir heute im Vergleich zu Goethes Zeiten (einfach als Beispiel) eine regelrechte Autorenflut erleben. Viele Autoren, besser zugänglich, viele Vertriebswege, Marketing auf vielen Schienen, billigere Produktion, billiger zu kaufen, Bibliotheken... Wie will man da einen Klassiker ausmachen? Überspitzt gesagt vermute ich: Zu Goethes Zeiten gab es 100 Autoren (in dieser Größenordnung), die einem breiteren Publikum bekannt waren, heute kann man sie in Vielfachen von 100.000 rechnen.


    Die Frage ist: Wer davon wird sich wirklich 70 Jahre halten? Gerade weil wir diese Vertriebswege, das Marketing usw. haben, wird der Buchmarkt immer schnellebiger. Autoren kommen, werden hochgepuscht und wieder vergessen. Selbst die, die sich länger auf dem derzeitigen Markt halten müssen erst noch beweisen, dass sie sich über Jahrzehnte halten und in 50 Jahren auch noch aufgelegt werden. Tatsächlich ist es so, dass Bücher sich immer weniger lang in der Backlist der Verlage halten.



    Was mich interessieren würde, wenn es wirklich nach der Zeitspanne geht: Würde man eine Eugenie Marlitt auch als Klassiker bezeichnen? Sie ist eine der wenigen rein kommerziellen Autoren des 19. Jahrhunderts, die selbst heute noch aufgelegt wird.