Henrik Ibsen - Hedda Gabler

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    Henrik Ibsen - Nora oder Ein Puppenheim / Hedda Gabler (Doppelband)


    Dieses Schauspiel in vier Akten ist das zweite Werk des norwegischen Schriftstellers Ibsen, welches ich lese. Wie bereits in Nora oder Ein Puppenheim steht eine Frau im Mittelpunkt der Geschehnisse, die auf einen tragischen Höhepunkt zusteuern. Diesmal ist es Hedda Gabler bzw. nach ihrer Heirat mit dem Kulturhistoriker Jörgen Tesman eigentlich Hedda Tesman. Zu Beginn des Stücks kommt das frisch verheiratete Paar von ihrer mehrmonatigen Hochzeitsreise zurück, auf der sich Hedda fast nur gelangweilt hat, da ihr Mann seiner Passion nachgegangen ist und sich hauptsächlich in Bibliotheken, Archiven und Museen aufgehalten hat. Hedda kann damit jedoch überhaupt nichts anfangen und ist froh, dass sie endlich zurück sind und ihr gemeinsames Haus beziehen.


    Aus den folgenden Gesprächen wird deutlich, dass der Erwerb und die Ausstattung des Hauses weit über die Möglichkeiten Tesmans hinausgehen, er es jedoch auf sich genommen hat, da er Hedda eine Freude machen wollte. Hedda hingegen hat Tesman einzig und allein aus kalter Berechnung geheiratet, denn erstens ist er ihr verfallen und zweitens hat sie die begründete Hoffnung, dass er bald zu einem einträglichen Beruf kommt und ihr somit ein auskömmliches Leben bieten kann. Von Liebe ist bei ihr hingegen nichts zu spüren.


    Ihre Pläne scheinen allerdings bald einen Rückschlag zu erleiden, denn Ejlert Lövborg kommt zurück in die Stadt. Obwohl er früher aufgrund seines unsteten Lebenswandels kein angesehener Mann war, scheint er sich in den letzten Jahren verändert zu haben und hat nun das feste Ziel, aus seinem Leben etwas zu machen. Damit gerät er jedoch zu einer Konkurrenz für Tesman, seinem alten Freund. Während dieser froh ist, dass es Lövborg gut geht und er sich gefangen hat, schmiedet Hedda Pläne, wie sie die Gefahr, die von ihrer Zukunft von Lövborg droht, ausschalten kann. Da sie ihn bereits aus früheren Jahren kennt, weiß sie auch um seine Schwachstellen, die sie ohne zu zögern nutzt.


    Heddas Gefühlskälte wird jedoch brüchig, als sie von Lövborgs Selbstmord hört. Für sie ist es „eine freiwillige Tat des Muts“, von der sie sich tief beeindruckt zeigt – in ihren Augen wohnt solch einer Tat wahre Schönheit inne. So ist es denn nur die letzte Konsequenz, dass sie, als sie sich der Aufdringlichkeit eines Verehrers nicht länger zu erwehren weiß und von ihrem Mann keine Hilfe mehr erwarten kann, sich selbst erschießt, um ihrem biederen Leben zu entkommen.


    Obwohl das Drama bereits vor über 100 Jahren erschienen ist, konnte ich die einzelnen Personen sehr gut verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen, auch wenn mir keine von ihnen wirklich sympathisch war. Erst gegen Ende des Schauspiels, als Heddas Maske Risse bekam und man einen kurzen Blick auf ihre menschliche Seite erhaschen konnte, fühlte ich mit der jungen Frau, die viel gewagt und alles verloren hatte. Die Bedrückung und Eingeengtheit, die sie letztendlich in den Selbstmord trieben, wurde durch die räumliche Umgebung – einige Zimmer in Tesmans Villa, in der alle Szenen spielten – sehr gut veranschaulicht.


    Ebenso wie bereits Nora hat mich Hedda Gabler beeindruckt und ich werde mich bei Gelegenheit nach weiteren Stücken des Norwegers umsehen. Von mir gibt es 4ratten.

  • Hedda Gabler von Henrik Ibsen


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    Umschlagtext:
    Ibsens Schauspiel Hedda Gabler (1890) ist ein Drama der Mentalitätsgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die zentralen Themen des Stücks - Heddas Langeweile und ihr Ästhetizismus sowie Tesmans historistische Sammelleidenschaft - machen es gleicherweise zu einer Anatomie des bürgerlichen Bewusstseins der Dekadenz-Epoche wie zu einer kritischen Replik auf den vorherrschenden Geist der zeitgenössischen Wissenschaften.


    Ich musste dieses Buch für den Deutschunterricht lesen. Es war unsere Parallellektüre zu Effi Briest, welches wir momentan behandeln und mit Ibsens Stück vergleichen sollten. Gleich zu Anfang muss ich sagen, dass ich zu Hedda Gabler viel schneller Zugang fand, als zu Effi Briest. Ibsens Theaterstück in vier Akten, handelt von der Ehe zwischen Hedda und ihrem Mann, dem Doktor der Kulturgeschichte, Jorgen Tesman. Dazu kommen weitere Charaktere, die in bestimmten Beziehungen zu den beiden Eheleuten stehen und die Handlung vorantreiben. Immer wieder handelt die Geschichte von Heddas Langeweile, welche sie sich mit Nervenkitzel und fiesen Spielchen zu vertreiben sucht.
    Myriel hat die Handlung des Stücks in ihrem Beitrag schon sehr gut wiedergegeben, daher möchte ich das an dieser Stelle nun nicht mehr tun.
    Ich möchte eigentlich nur noch meine persönlichen Eindrücke loswerden. Das Stück hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte die Handlungen der Charaktere logisch und auch emotional nachvollziehen. Das Stück hat für meinen Geschmack genau die richtige Menge an Humor, Drama und Spannung/Verwirrung. Ausserdem finde ich den Charakter Heddas äusserst interessant. Sie ist eine gelangweilte, verzweifelte Frau, gefangen in den Normen ihrer Gesellschaft. Sie wird gefühlskalt und stumpft ab. Bis sie aber wieder wachgerüttelt wird und zum äussersten geht.
    Ein wirklich fabelhaftes Stück, das auch nach 100 Jahren noch nichts von seiner Schönheit, Tragik, etc. eingebüsst hat.


    5ratten

  • Inhalt: Nachdem Hedda Tesman, ehemals Gabler, mit ihrem Mann, dem Kulturhistoriker Jorgen Tesman aus den Flitterwochen nach Hause zurückkehrt, langtweilt sie sich noch mehr als auf Reise. Um ihre Langeweile zu vertreiben, intrigiert sie gegen ihre Mitmenschen. Ihren Mann hat sie nur aus Berechnung geheiratet, denn er hat eine höhere Anstellung in Aussicht. Als Eilert Lovborg in der Stadt auftaucht, der kurz vor der Veröffentlichung eines Manuskripts steht, kommt es zur Tragödie: Hedda, die es nicht erträgt, dass Lovborg ihren Mann überflügeln könnte, zerstört seine Karriere und sein Leben.


    Meinung: Ich fand das Drama spannend und die Figuren schlüssig aufgebaut. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was Hedda im Schilde führt. Obwohl mir Hedda überhaupt nicht sympathisch war, fand ich den Moment am spannendsten, als sie im vierten Akt kurz ihre Maske fallen lässt und Verletzlichkeit zeigt. Dadurch wirkte sie etwas menschlicher. Das Ende des Dramas kam für mich überraschend, ich hatte nicht mit dem Ableben eines der Protagonisten gerechnet.


    4ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Lykantrophin ()