Sabine Wassermann - Die eiserne Welt

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Es gibt 42 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Tammy1982.

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    Sabine Wassermann - Die eiserne Welt


    Inhalt:


    Um einen alten Fluch abzuwenden, der das phantastische Reich Argad zu zerstören droht, reist Grazia, eine Berliner Gelehrtentocher aus dem Jahr 1895, gemiensam mit dem Krieger anschar in das verfeindete Temenon. Im Auftrag des Königs sollen sie Frieden schließen. Doch hier ist nichts wie erwartet, und als Grazia zurück nach Berlin flüchtet, bleibt Anschar keine Wahl: Er muss ihr in die fremde welt folgen. Im Berlin der Kaiserzeit geraten der stolze Krieger und seine temperamentvolle Gefährtin in das Abenteuer ihres Lebens...


    Meine Meinung:


    Mit dem Roman "Die eiserne Welt" knüpft Sabine Wassermann nahtlos an ihren Vorgängerroman "Das gläserne Tor" an und entführt uns wieder in eine ferne, antike Phantasiewelt, in der die Protagonisten diesmal eine Mission zu erfüllen haben: nämlich das legendäre Land Temenon zu erreichen und den Frieden zwischen zwei Völkern zu besiegeln, um damit den Fluch der Götter aufzuheben, der aus einstmals grünen Landstrichen eine trockene und öde Wüste gemacht hat.


    Eine große Herausforderung für unser Traumpaar Grazia und Anschar, die sich mit einem kleine Trupp Getreuer auf den Weg ins Unbekannte machen. Die Handlung wird auch sofort tempo- und ereignisreich eingeleitet, so dass beim Lesen keinesfalls Langweile aufkommt. Trotzdem brauchte ich eine Weile, bis ich mit den beiden wieder so richtig vertraut wurde, was vielleicht an dem etwas sexlastigen Anfang lag, der mich etwas überrumpelte. Aber nach wenigen Kapiteln waren Grazia und Anschar für mich wieder greifbar und ich hatte sehr viel Spaß an ihren Dialogen und gemeinsamen Abenteuern, auch an den erotischen.


    Die Geschichte bringt auch diesmal ein paar unerwartete Wendungen zutage, und einige davon verleihen dem Roman ungeahnte Tiefe. Was mir schon im "gläsernen Tor" in Sachen Rassismus ein Dorn im Auge war, wird hier thematisiert und aufgearbeitet - Respekt, dass die Autorin die Handlung auch in dieser Richtung vorantreibt. Bevor jedoch Konflikte gelöst und ein dauerhafter Frieden geschaffen werden kann, befinden wir uns dank einiger dramaturgischer Hechtsprünge im Berlin der Jahrhundertwende.


    Hier übt das Aufeinanderprallen der beiden Welten wieder seinen besonderen Reiz aus; während im Vorgängerband vor allem Grazias Anpassungsprobleme in einer antiken bronzezeitlichen Welt Anlass zu zahlreichen amüsanten Szenen war, ist es hier Anschar, der sich als archaischer Wüstenkrieger in einer nasskalten, modernen Welt zurechtfinden muss. Seine Interpretationen und darauf folgenden Handlungen fand ich sehr originell geschildert, obwohl ich doch mit der Zeit Mitleid mit dem Helden bekam, der hier einen ziemlichen Kulturschock erlebt und dessen Selbstbewusstsein doch arg zurecht gestutzt wird.


    Dennoch beweist er sich als eine verlässliche Kraft im Kampf gegen das Böse, der sowohl hier als auch da angetreten wird und dem Leser dank einiger phantastischer Elemente, die wohldosiert eingesetzt werden, atemberaubende und actionreiche Szenen beschert. Das Ende finde ich sehr gelungen und es ist wunderbar in sich abgeschlossen, lässt aber in jedem Fall Spielraum für weitere Geschichten aus der Welt hinter dem gläseren Tor.


    Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich denke, wer "Das gläserne Tor" gelesen hat und daran Gefallen gefunden hat, der sollte sich diesen Folgeroman nicht entgehen lassen. Sabine Wassermanns Schreibstil sorgt dafür, dass auch "Die eiserne Welt" zu einem flüssigen und unterhaltsamen Leseerlebnis wird, das den Leser für ein paar Stunden in eine andere Welt eintauchen lässt.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    Viele liebe Grüße
    Miramis

    :lesen: Brandon Sanderson - Jäger der Macht

  • Armer Anschar! Das hört sich ja so an, als ob er einiges durchmachen bzw. verarbeiten muss.
    Und was macht Grazias Korsett? :zwinker:


    Mich würde ja noch interessieren, ob der Fantasy-Anteil größer geworden ist und wieviel Platz die erotischen Szenen einnehmen.


  • Armer Anschar! Das hört sich ja so an, als ob er einiges durchmachen bzw. verarbeiten muss.


    Das muss er auch. Der muss ganz schön leiden. :breitgrins:


    Ein richtiges Fantasybuch ist auch der zweite Teil nicht, ein bisschen mehr fantastische Elemente - in Bezug auf die Götter - gibt es aber schon. Auf jeden Fall gibt es mehr erotische Szene, wenn auch in angemessenem Rahmen.


  • Das muss er auch. Der muss ganz schön leiden. :breitgrins:


    Ein richtiges Fantasybuch ist auch der zweite Teil nicht, ein bisschen mehr fantastische Elemente - in Bezug auf die Götter - gibt es aber schon. Auf jeden Fall gibt es mehr erotische Szene, wenn auch in angemessenem Rahmen.


    Allerdings hat mir der zweite Band noch besser gefallen als der erste. Ich fand ihn sehr lustig, spannend, mitreißend. Und das wo ich doch so "romantisches Zeug" :breitgrins: nicht so mag.

  • Hallo liebe Literaturschockler


    nun, ich bin ja nicht so der Rezi-Schreiber. Dennoch will ich versuchen meine Begeisterung für diesen zweiten Teil in Worte zu fassen.


    Schon "Das gläserne Tor" konnte mich begeistern und so war meine Erwartungshaltung an diesen zweiten Teil, "Die eiserne Welt", doch schon sehr hoch geschraubt. Um so verblüffter war ich dann beim Lesen, denn es ist der Autorin, Sabine Wassermann, tatsächlich gelungen sich nochmals ein ganzes Stück zu steigern. Voller mitreißender Handlungsstränge und mit viel Spannung hat es Sabine auch diesmal wieder geschafft eine durchweg geniale Geschichte zu kreieren. In einer leicht zu lesenden Sprache und gespickt mit viel Humor war die Geschichte um Grazia und Anschar ein wahrer Genuss. Packend und reizvoll erzählt konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Schließlich wollte ich ja auch stets wissen, wie und ob die beiden Protagonisten es eventuell schaffen könnten den Fluch über Argad und Temenon beizulegen. Dass sie dazu nicht nur fremde Völker aufsuchen mussten, sondern auch noch ins Berlin des Jahres 1895 eintauchten, hatte natürlich seinen ganz besonderen Reiz. Trotzdem haben mich vor allem die immer wieder unvorhersehbaren, überraschend auftretenden Wendungen in dieser Geschichte überzeugen können. Diese sowie die ausgefeilt und liebevoll dargestellten Charaktere machten für mich den Großteil dieser Exkursion für mich aus.
    Kurz, eine wunderbare Geschichte, die mich begeistern konnte. Zu schade, dass es keinen dritten Teil geben wird.


    Wem der erste Teil gefallen hat, der wird von "Die eiserne Welt" garantiert nicht enttäuscht sein.


    Hier vergebe ich gut und gerne 5ratten
    da mir dieser zweite Teil noch besser als der erste gefallen hat.



    Seychella.
    Oh ja, leiden musste er, der gute Anschar. Und wie... :entsetzt:
    Aber es gab durchaus Ausschnitte, da ich es ihm so richtig gegönnt hatte.
    Was die Fantasy-Einlagen angeht, so hatte dieser zweite Teil doch noch ein klein wenig zulegen können. Allerdings für eingefleischte Fantasy-Leserinnen wie dir, nur ein ganz klitzeklein bisschen.
    Seine Stärke wiederum lag vielmehr im Aufzeigen, wie jemand aus einer fremden Welt von unserer Welt "erschlagen" werden kann. :zwinker:


    Liebe Grüssle
    Marion :winken:

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Rezension


    Um den letzten Gott zu befreien und das Land somit vor der erbarmungslosen Dürre zu retten, brechen die Gelehrtentochter Grazia und ihr stolzer Krieger Anschar ins Land der Feinde auf. Nur wenn Frieden zwischen den Völkern herrscht, werden die Götter den Fluch, der das Meer verschwinden ließ, aufheben.
    Doch der Weg nach Temenon ist voller Gefahren und die Beziehung der beiden Helden hält den Strapazen kaum stand. Als Grazia zurück nach Berlin flieht, bleibt Anschar nichts anderes übrig, als ihr zu folgen…


    Mit «Die eiserne Welt» knüpft Sabine Wassermann nahtlos an die Geschehnisse aus dem Vorgänger «Das gläserne Tor» an. Diese werden zwar zu Beginn geschickt in die Geschichte eingeflochten und dem Leser so nochmals ins Gedächtnis gerufen, letztlich sollten die Bücher – logischerweise – aber dennoch in der richtigen Reihenfolge gelesen werden.
    Anders als es der Klappentext vermuten lässt, geht es nicht gleich nach Berlin, sondern erst nach etwa der Hälfte. Zunächst einmal gilt es, einige Abenteuer in der antiken Fantasiewelt zu bestehen. Diese sind zwar auch spannend und unterhaltsam, die Szenen im Berlin des späten 19. Jahrhunderts sind jedoch unübertroffen und Sabine Wassermann besticht erneut durch ihren tollen Humor, ein unglaubliches Händchen für Situationskomik und ihren schwungvollen Erzählstil.


    Trotzdem kommt aber auch in diesem Teil die Spannung und Dramatik nicht zu kurz. Schließlich lebt auch die Fortsetzung von ihren Charakteren, die diesmal nicht wenige unliebsame Entscheidungen treffen und sich beim Leser zwischenzeitlich richtig unbeliebt machen. Besonders Anschar ist phasenweise alles andere als ein strahlender Held. Dafür muss er in Berlin aber auch einiges durchmachen, sodass er mit der Zeit wieder mehr an Sympathie gewinnt. Letztlich macht all dies seinen Charakter nur noch runder und wenn Grazia auch noch anfängt zu berlinern, hat man das Gefühl, hier wirklich zwei ganz besonderen Figuren begegnet zu sein.


    So ist «Die eiserne Welt» ein gut durchdachter, packender Abenteuer-Liebesroman, der immer wieder durch unvorhersehbare Wendungen überrascht und der einen richtig traurig zurücklässt, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Sehr sehr schade, dass es keinen dritten Teil geben wird, sondern die Geschichte nun erzählt ist.


    FAZIT: Teil 1 war schon gut, aber die Fortsetzung ist sogar noch besser. Mit noch mehr Spannung, Witz und Romantik.


    Von mir gibt es ebenfalls 5ratten.

  • Hier ist noch meine kleine Meinung zu dem Buch:


    Anschars und Grazias Abenteuer geht weiter! In „Die eiserne Welt“ haben die beiden einige Schwierigkeiten zu überwinden, um ihren Auftrag, die Versöhnung zwischen den beiden verfeindeten Ländern zu ermöglichen, zu erfüllen. Ist der Weg durch die Wüste schon schwierig und lebensgefährlich genug, so hat Anschar in Berlin mit ganz neuen Problemen zu kämpfen. Grazias so vertraute Umgebung bringt ihn mehr als nur durcheinander.


    Mit schon durch „Die gläserne Welt“ bekanntem Schwung führt uns die Autorin von einem Abenteuer in das nächste. Die lieb gewonnenen Charaktere waren mir gleich wieder vertraut und es machte viel Spaß, sie wieder miteinander zu erleben. Doch die Stimmung änderte sich plötzlich, denn Sabine scheute sich nicht, auch ein negatives Bild vom Helden zu erzeugen, das bei mir zu etwas Schadenfreude gegenüber seinen Problemen in Berlin führte. Dort hatte er dann allerdings auch genug Zeit, sich wieder bei mir einzuschmeicheln. Es machte einfach viel zu viel Spaß, ihn dabei zu beobachten, wie er auf seine wohlbekannte Art von einem Problem ins nächste schlitterte, weil er diese furchtbare Welt einfach nicht verstehen konnte. Der humorvolle Schreibstil mit viel Situationskomik und lustigen Dialogen ließ mich mehrmals laut auflachen.


    Doch auch die Spannung kam nicht zu kurz, denn Gefahren lauerten überall und die beiden mussten nicht nur einmal um ihr Leben bangen. Dabei konnte ich immer sehr gut mitfiebern. Als Kontrast dazu wurde man aber auch mit ein paar mehr romantischen Szenen versorgt, als im ersten Teil.


    Ich empfand diesen Teil noch spannender und humorvoller als den ersten und hätte noch länger in der Geschichte verweilen können. Leider wird es keinen dritten Teil geben, aber andererseits ist die Geschichte auch insgesamt rund und sehr schön fertig erzählt.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Es ist schon ein wenig her, dass ich das Buch lesen durfte aber meine Eindrücke sind noch immer recht frisch.


    War ich von dem ersten Teil besonders vom phantastischen Anteil im Buch, nicht so ganz überzeugt, hat mich nun der zweite Band jedoch voll gepackt! Grazias und Anschars Reisen zu verfolgen hat mir immens Spaß gemacht. Zunächst hatte ich Angst, zu viel Romantik und Stelldicheins im Buch vorzufinden, dieser Eindruck ließ aber nach etwa den ersten 100 Seiten nach. Wie der erste Band ist auch 'Die eiserne Welt' wieder ein wunderbarer Urlaubsschmöker. Die Charaktere sind liebens- und manchmal auch hassenswert ;-) sind authentisch und lebensecht. Ich hatte sehr viel Spaß bei der Lektüre und habe das Buch schon sehr gerne weiterempfohlen. Liebevoll nenne ich es die einzige "Romantasy"-Reihe, die ich je gelesen habe.


    Anschar und Grazia werden mir immer in Erinnerung bleiben, die beiden sind einfach zu süß :herz:


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Hallo Ihr Lieben,


    konnte leider an der Leserunde zu dem Buch nicht teilnehmen, musste mir aber natürlich das Buch trotzdem sofort holen und lesen... Hier meine Meinung dazu:


    Anschar und Grazia sind auf dem Weg nach Temenon, um endlich den Fluch, der auf der Welt liegt zu brechen. Trotz einiger Gefahren und Widerstände, schaffen sie es tatsächlich dorthin, jedoch gestaltet sich ihr Aufenthalt dort nicht so, wie gedacht und Grazia flieht schließlich verzweifelt zurück in ihre Welt, wohin ihr Anschar folgt...


    Der Schreibstil ist wie von Sabine Wassermann mittlerweile gewohnt, total flüssig und bereits nach den ersten 3 Zeilen war ich in der Geschichte drinnen. Obwohl der erste Band jetzt doch schon gut über ein Jahr her ist, war das kein Problem, da die Autorin es geschickt versteht, wichtige Details aus dem ersten Band nochmal mit einzubauen, so dass der Leser sich jederzeit zurecht findet.


    Die Charaktere sind ähnlich kantig und teilweise sehr nervend, wie bereits im ersten Teil, jedoch muss ich gestehen, dass Grazia mir besonders in der ersten Hälfte des Buches gewaltig auf die Nerven gegangen ist und es für meinen Geschmack ein bisschen arg lange dauert, bis sich bei ihr auch endlich eine Entwicklung erkennen lässt und sie nicht weiterhin stur an Konventionen festhält, obwohl sie bereits seit Jahren unter ganz anderen Umständen lebt! :rollen:
    Auch Anschar macht eine gehörige Entwicklung durch, seine "Lehrzeit" in diesem Buch, konnte ich aber dann irgendwann gar nicht mehr richtig lesen, da mich das viel zu sehr aufgeregt hat. Klar, dürfen es Hauptfiguren nicht zu einfach haben, aber dem Kerl wurden hier teilweise schon Gesteinsbrocken in den Weg gelegt und ich muss sagen, dass ich einfach nicht in der Stimmung war, um die Umschiffung aller dieser Probleme und Gefahren für ihn bis zum Ende lesen zu können.


    Bei ca. dreiviertel des Buches war ich dann so weit, dass ich das Buch am liebsten einfach nur noch in die Ecke gefeuert hätte, aber ich habe weitergelesen und wurde schließlich dafür auch belohnt: Grazia, die entschuldigt, Ober-Zicke, kommt doch noch endlich zur Vernunft und auch Anschar steigt endlich von seinem hohen Ross, dass er nur auf seinem Stolz gründet, herunter und ich wurde mit einem Ende belohnt, dass mir voll und ganz gefallen hat.


    Insgesamt tue ich mich, wie ihr vielleicht auch schon aus der teils sehr emotionalen Rezi erkennen könnt, sehr schwer dieses Buch zu bewerten. Es ist super, da es den Leser komplett in seinen Bann zieht und einen bis zum Ende mitfiebern lässt, aber man kann es nur dann lesen, wenn man sich einen Tag Zeit nimmt, um es zu Ende zu lesen, sonst dreht man durch! :wand: :breitgrins:


    Am Besten haben mir daher die Szenen in dem Buch gefallen, in denen Grazia und Anschar gemeinsam Berlin erkunden und wir Preußen aus Sicht Anschar's sehen dürfen!


    Die Bewertung fällt mir schwer, aber insgesamt dann doch:
    3ratten


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • Hatte ich "Das gläserne Tor" noch quasi verschlungen, so hat mich "Die eiserne Welt" doch ziemlich enttäuscht.


    Ich las beide Bücher nahtlos hintereinander und hoffte auf eine deutliche Steigerung der Spannungskurve angesichts Anschars Ausflug in Grazias Welt. Nachdem die Autorin aber durch eine für mich bis heute absolut nicht nachvollziehbare Handlung Anschars den positiven Eindruck aus Band 1 erst einmal zunichtegemacht hatte, konnte mich auch der Rest der Story nicht mehr wirklich reizen. Im letzten Drittel hatte ich wie Tammy mit absoluter Leseunlust zu kämpfen und hätte mit dem Buch vielleicht lieber ein Feuerchen anzünden sollen. Manche Handlungsstränge wirkten auch etwas unrund. Mit viel Wohlwollen vergebe ich


    3ratten

    &quot;Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler&quot; (Philippe Dijan)<br /><br />[url=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/11612.0.html]Mein SUB[/url

  • Klingt ja leider gar nicht so gut.
    Vielleicht hilft es dir ja, wenn du interesse hast, mal in der Leserunde zu stöbern, die wir zu dem Buch hatten. Sabine musste uns Rede und Antwort stehen, was sie auch mit Begeisterung getan hat.
    Ich habe einen Verdacht, welche Handlung für dich nicht nachvollziehbar sein könnte und gerade dazu steht, wenn ich mich richtig erinnere, einiges in dem Thread. Damit ist er bei einigen von uns angeeckt....
    Vielleicht stimmt es dich ja etwas versöhnlicher :zwinker: :breitgrins:

    Mein Patronus ist eine Büchereule :leserin:

  • simmilu:
    Ich hatte in einem anderen Forum an einer Autorenleserunde zum Buch teilgenommen, habe aber trotz alledem immer mehr das Interesse verloren. Zuerst schob ich meinen schlechten Eindruck auf meine anhaltende Leseflaute. Inzwischen musste ich aber auch erkennen, dass meine Leseflaute wesentlich milder verläuft, sobald ich ein wirklich gutes Buch erwische.

    &quot;Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler&quot; (Philippe Dijan)<br /><br />[url=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/11612.0.html]Mein SUB[/url

  • Hätte ja klappen können :zwinker:
    Leider ist es ja öfter so, das die Folgeteile das Niveau des ersten Bandes nicht halten können. Ich glaube ich fand den ersten Teil auch ein bisschen besser, als den zweiten - aber nur ein kleines bisschen. Ich hab mich zwar auch ziemlich über Anschar geärgert, aber mir gefiel das Buch trotzdem sehr gut. Dafür hatte ich im ersten Teil so meine Schwierigkeiten mit Grazia :rollen:

    Mein Patronus ist eine Büchereule :leserin:

  • Hallo Fandorina, simmilu,



    Nachdem die Autorin aber durch eine für mich bis heute absolut nicht nachvollziehbare Handlung Anschars den positiven Eindruck aus Band 1 erst einmal zunichtegemacht hatte, konnte mich auch der Rest der Story nicht mehr wirklich reizen.



    Ich hab mich zwar auch ziemlich über Anschar geärgert, aber mir gefiel das Buch trotzdem sehr gut. Dafür hatte ich im ersten Teil so meine Schwierigkeiten mit Grazia :rollen:


    Ich kann mir jetzt gut vorstellen, dass man manchmal von einer Hauptfigur, die man zuvor doch sehr mochte, ab und an (je nach Buch und Geschichte) schon mal ganz schön enttäuscht sein kann. Dann hat der Rest des Buches eigentlich meistens schlechte Karten beim Leser noch zu punkten, egal was noch passiert.
    Dies ist mir sicher auch schon mal passiert. Anschar hat für mich aber in "Die eiserne Welt" gerade noch so die Kurve gekriegt, da er...


    Aber da liegt die Schmerzgrenze bei jedem Leser anders. :zwinker:


    Liebe Grüßle
    Marion :smile:

    &quot;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.&quot; Mahatma Gandhi

  • apassionata :
    Da hast du sicher recht, mit der Schmerzgrenze.
    Bei mir ist es so : Wenn ich eine Figur von Anfang an sehr mag, wird es schwer das zu zerstören.
    Klar kann die Figur mal einen Fehler machen, aber ich hoffe dann immer, das sie es im Laufe der Geschichte wieder gerade biegt...und meistens ist es ja auch so :zwinker: Und über Anschar hab ich mich zwar geärgert, aber ich mochte ihn ja trotzdem als Figur der Geschichte.


    Ich überlege gerade - wenn man die oder eine Hauptfigur der Geschichte nicht mag, kann man dann trotzdem die Geschichte bzw. das Buch mögen ? :gruebel:
    Mir fällt kein Buch ein, wo das bei mir der Fall war. Entweder mochte ich das komplette Paket oder eben nicht.

    Mein Patronus ist eine Büchereule :leserin:

    Einmal editiert, zuletzt von simmilu ()


  • Ich überlege gerade - wenn man die oder eine Hauptfigur der Geschichte nicht mag, kann man dann trotzdem die Geschichte bzw. das Buch mögen ? :gruebel:


    Eine sehr gute Frage, wie ich finde!


    Bei der "Eisernen Welt" ging es mir eigentlich nicht in erster Linie um verspielte Sympathie für Anschar. Ich fand nur seine Handlungsweise an einem gewissen Punkt völlig daneben und hatte ich vorher noch den Eindruck, eine schlüssig erzählte Geschichte zu lesen, so hatte ich plötzlich von den mir unbegreiflichen Wendungen/Verhaltensweisen genug. Ich mag nämlich ganz entschieden keine Bücher, in denen die Hauptpersonen mehrfach völlig gegen mein eigenes Empfinden handeln. Im besten Fall finde ich das dann nur sehr aufgesetzt. Oder aber es liegt an meiner mangelnden Phantasie. :zwinker:


    Ansonsten kann ich mich gerade nur an eine Krimiserie erinnern, bei der ich eine der Hauptpersonen extrem nervig fand, wegen einer mir besonders sympathischen Figur sowie der intelligenten Krimihandlung aber jahrelang am Ball geblieben bin. Ich meine die Inspector-Lynley-Reihe von Elizabeth George. Deborah St. James ist ja sowas von ... 'ohne Worte'!!! :grmpf:

    &quot;Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler&quot; (Philippe Dijan)<br /><br />[url=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/11612.0.html]Mein SUB[/url


  • apassionata :
    Da hast du sicher recht, mit der Schmerzgrenze.
    Bei mir ist es so : Wenn ich eine Figur von Anfang an sehr mag, wird es schwer das zu zerstören.
    Klar kann die Figur mal einen Fehler machen, aber ich hoffe dann immer, das sie es im Laufe der Geschichte wieder gerade biegt...und meistens ist es ja auch so :zwinker: Und über Anschar hab ich mich zwar geärgert, aber ich mochte ihn ja trotzdem als Figur der Geschichte.


    Ich verstehe gerade sehr gut was du meinst und ich glaube mir geht es da ganz genauso.
    Habe ich einen bestimmten Protagonisten (oder eine Protagonistin) erst einmal richtig ins Herz geschlossen, so hat dieser sicher erst auch einmal einen kleinen Bonus, so dass er sich auch schon mal einen Fehler erlauben darf. Bei Anschar war dies jetzt auch genau so, zumals er den Bogen für mich nicht gänzlich überspannt hat und...


    Schließlich will ich ja nicht nur über perfekte Übermenschen lesen sondern gerade über Charaktere mit Ecken und Kanten und somit auch mit Fehlerchen. :zwinker:



    Ich überlege gerade - wenn man die oder eine Hauptfigur der Geschichte nicht mag, kann man dann trotzdem die Geschichte bzw. das Buch mögen ? :gruebel:
    Mir fällt kein Buch ein, wo das bei mir der Fall war. Entweder mochte ich das komplette Paket oder eben nicht.


    Stimmt eigentlich. Da habe ich mir zuvor noch nie konkrete Gedanken drüber gemacht. :gruebel:
    Mir fällt jetzt gerade auch kein Buch ein, welches mir trotz verhassten Protagonisten durchweg gefallen hätte. Umgekehrt ebenso, obwohl es hier sicher einfacher ist ein Buch schlecht zu finden, obwohl man die Hauptperson mag. Aber dies liegt dann wiederum eher an der sprachlichen oder stiltechnischen Seite. Oder der Schluß ist total verhagelt. Da kann ich ein zuvor gutes Buch dann auch einmal an die Wand werfen. :breitgrins: Was aber doch sehr selten vorkommt und jetzt doch wieder ein anderes Thema ist. :zwinker:



    Bei der "Eisernen Welt" ging es mir eigentlich nicht in erster Linie um verspielte Sympathie für Anschar. Ich fand nur seine Handlungsweise an einem gewissen Punkt völlig daneben und hatte ich vorher noch den Eindruck, eine schlüssig erzählte Geschichte zu lesen, so hatte ich plötzlich von den mir unbegreiflichen Wendungen/Verhaltensweisen genug. Ich mag nämlich ganz entschieden keine Bücher, in denen die Hauptpersonen mehrfach völlig gegen mein eigenes Empfinden handeln.


    Dies geht mir auch so und ich gebe zu auch bei mir gab es da so die eine oder andere Irritation was Anschar betraf. Gerade sein arrogantes Auftreten gegenüber den Bewohnern dieses verteckten Wüstendorfes hat mich so manches Mal den Kopf schütteln lassen.



    Ansonsten kann ich mich gerade nur an eine Krimiserie erinnern, bei der ich eine der Hauptpersonen extrem nervig fand, wegen einer mir besonders sympathischen Figur sowie der intelligenten Krimihandlung aber jahrelang am Ball geblieben bin. Ich meine die Inspector-Lynley-Reihe von Elizabeth George. Deborah St. James ist ja sowas von ... 'ohne Worte'!!! :grmpf:


    Du machst mich jetzt glatt neugierig. :breitgrins:
    Zu schade, dass ich diese Reihe nicht kenne. Aber vielleicht kann ich hier auch die Wallender_Reihe aufführen, die ich letztendlich nur abgebrochen habe, weil ich mir Wallenders Tochter Linda auf keinen Fall als seine Nachfolgerin vorstellen konnte und wollte. :zwinker:


    Liebe Grüssle
    Marion :smile:

    &quot;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.&quot; Mahatma Gandhi

  • Zum Thema "Bücher mögen trotz verhasster Hauptpersonen".
    Also mir fiele derzeit auf Anhieb keins ein ... dafür aber schon Bücher, wo mich die Hauptpersonen ab und an nerven. Und da wären wir bei diesem Thema ... ich fand Grazia ein wenig nervig. :breitgrins: Gelesen habe ich es trotzdem ganz gerne. :)


    Und zum Thema Anschar ... tja, der hat bei mir schon im ersten Buch nicht die allergrößten Sympathien hervorgelockt. Also wenn ich mich in anderen Büchern gerne mal ein wenig mitverliebe, konnte ich das bei ihm eher nicht schaffen. War nicht so ganz mein Fall ... der Anschar. Ich denke auch deshalb hatte ich weniger Probleme mit seinem Verhalten in Band 2. Natürlich habe ich geschimpft und ihn mit einigen bösen Wörtern bedacht, aber näher ging es mir dann eher als Sabine Wassermann ihn hinterher hat leiden lassen. So richtig leiden lassen. :breitgrins:

  • [quote author=Tolpan link=topic=18001.msg452528#msg452528] Und zum Thema Anschar ... tja, der hat bei mir schon im ersten Buch nicht die allergrößten Sympathien hervorgelockt. Also wenn ich mich in anderen Büchern gerne mal ein wenig mitverliebe, konnte ich das bei ihm eher nicht schaffen. War nicht so ganz mein Fall ... der Anschar. Ich denke auch deshalb hatte ich weniger Probleme mit seinem Verhalten in Band 2. Natürlich habe ich geschimpft und ihn mit einigen bösen Wörtern bedacht, aber näher ging es mir dann eher als Sabine Wassermann ihn hinterher hat leiden lassen. So richtig leiden lassen. :breitgrins:
    [/quote]


    Schöne Erklärung. Anschar ging dir also nicht so nahe, daher fiel sein Vergehen nicht soooo sehr ins Gewicht. Besser gesagt, der emotionale Schock schlug nicht so tief bei dir ein, als wenn er zuvor schon eine sehr wichtige (innige) Person für dich gewesen wäre. An diesem Beispiel sieht man dann auch wieder, wie wichtig der Geschmäckleunterschied des Lesers zu den einzelnen Charakteren an der Einflußnahme der Bewertung auf das gesamte Buch haben kann.


    :smile:

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  • Du machst mich jetzt glatt neugierig. :breitgrins:
    Zu schade, dass ich diese Reihe nicht kenne. Aber vielleicht kann ich hier auch die Wallender_Reihe aufführen, die ich letztendlich nur abgebrochen habe, weil ich mir Wallenders Tochter Linda auf keinen Fall als seine Nachfolgerin vorstellen konnte und wollte. :zwinker:


    Liebe Grüssle
    Marion :smile:


    Jaa, das stimmt !! Ich habe auch nicht mehr weitergelesen, weil ich sie mir so gar nicht schön lesen konnte.


    Tolpan : Da hast du völlig recht. Wenn man keine (emotionale) Bindung aufbaut, kann man einfach objektiver sein und mehr über den Dingen stehen. Gelingt mir bloß leider ganz selten....ich binde mich ( jedenfalls bei Büchern :breitgrins: ) immer sehr schnell !!

    Mein Patronus ist eine Büchereule :leserin: