Paolo Giordano - Die Einsamkeit der Primzahlen

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 39 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bücherkrähe.

  • creative
    Ich persönlich finde es immer sehr interessant wie unterschiedlich Meinungen zu einem Buch sein können. Die Vorfreude hast Du mir damit keinesfalls genommen^^ ich bin nun umso neugieriger darauf welcher Meinung ich mich wohl anschließen werde oder ob sie nochmal ganz anders sein wird ;)


    @cori
    Das Porto von Austria nach Deutschland ist aber doch schon hoch oder nicht?

  • Geht so. Aber, das ist ja mein Problem :winken:
    Also, wennst magst, schick mir ein pn mit Deiner Adresse.


    Ich kann den anderen nur sagen: LESEN!!!! Eine Sensation das Buch!!!!

  • Ich wills noch lesen. Aber die Grundanahme-stimmt die? Eins ist keine Primzahl, okay, aber was ist mit zwei und drei? Beides Primzahlen, stehen direkt nebeneinander-oder sehe ich das falsch?

    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.


  • Ich wills noch lesen. Aber die Grundanahme-stimmt die? Eins ist keine Primzahl, okay, aber was ist mit zwei und drei? Beides Primzahlen, stehen direkt nebeneinander-oder sehe ich das falsch?


    Das siehst du richtig, aber das ist auch die Ausnahme. Bei höheren Zahlen wirst du keine zwei Primzahlen mehr finden können, die direkt nebeneinander stehen.

    ~~better to be hated for who you are, than loved for who you&WCF_AMPERSAND're not~~<br /><br />www.literaturschaf.de

  • Zum Inhalt muß nichts mehr gesagt werden, das kommt bei diesem Buch scheinbar nicht besonders gut an :zwinker:


    Mir hat es gut gefallen, die Geschichte war abseits vom ewig Gleichen und konsequent zuende erzählt.


    Da ich aber kein Seelchen sondern eher ein grober Klotz bin,


    Das Lesen hat sich gelohnt,
    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

  • Es ist schon ärgerlich. Vor einem Jahr kaufte ich mir das Buch und wollte es sofort lesen. Aber irgendwie ist immer etwas dazwischen gekommen etc. Jetzt endlich war es soweit und ich war hin und weg von der Geschichte um Alice (gesprochen sicherlich: Alitsche) und Mattia!


    Die Geschichte ist sehr eindringlich und dicht geschrieben, eine klare Sprache, unmissverständlich und doch manchmal subtil.
    Es ist eine tragische Geschichte, ja. Aber sie ist nicht traurig. Immer wieder blitzt Hoffnung auf, Hoffnung für Alice und Mattia, dass ihr Leben endlich in die richtigen Bahnen gelenkt wird, raus aus der Rolle der Außenseiter, rein ins normale Leben.


    Und das Ende... nein, ich sage hier nicht wies ausgeht (denn aus den vorhergehenden Posts wird das auch nicht richtig klar), aber ich mochte das Ende.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    :tipp: Für alle, die die leisen Töne mögen.

    Liebe Grüße

    SheRaven

  • Gestern Abend habe ich Die Einsamkeit der Primzahlen begonnen. Obwohl ich schon in den ersten beiden Kapiteln einiges gefunden habe, worüber ich mich meckernd auslassen könnte, habe ich das Buch erst hundert Seiten später aus der Hand gelegt. Was sagt mir das jetzt? Das Buch ist gefällig geschrieben und liest sich angenehm, aber nicht so angenehm, dass es über die "Störfaktoren" hinweg trösten kann. Wirklich faszinierend.


    Was mich bisher gestört hat? Zum Beispiel das:


    In den ersten beiden Kapiteln werden Alice und Mattia vorgestellt, genauer gesagt erfährt der Leser mehr oder minder präzise, welche Ereignisse in ihrer Kindheit dazu geführt haben, dass sie nun sind, wer sie sind. Mir gefällt, dass Giordano vieles unklar lässt und der Fantasie des Lesers überlässt, aber was er sich zusammengereimt hat, ist leider stellenweise hanebüchen.


    Alice ist sechs Jahre alt und


    Mattia und seine Zwillingsschwester Michaela sind in der dritten Klasse.


    Es geht lustig so weiter und bisher ist mir noch kein Charakter begegnet, der einigermaßen normal handelt, alles zielt irgendwie darauf ab, "schlimm" zu sein. Inzwischen ist 1991 und man sollte meinen, dass verhaltensauffällige Kindern auch mit besonderer Fürsorge beobachtet werden. Aber nein.


    Obwohl ich an allen Ecken Auffreger finde, habe ich noch nicht vor, das Buch abzubrechen. Aber sicher, dass ich es beenden werde, bin ich auch noch nicht.


    Viele Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges

  • Meine Meinung vom Buch hat sich zwischenzeitlich etwas gebessert. Es gab starke Momente, als Mattias Leidenschaften für die Mathematik (etwas, was ich nicht nachvollziehen kann) und Alices Leidenschaft für die Fotografie beschrieben wurden. Auch die Verzweiflung, die Mattia manchmal überkommt, hat Giordano bedrückend gut eingefangen. Allerdings gab es auch den ein oder anderen Grund zum Augenrollen.



    Außerdem meke ich mal wieder, dass tragische Liebesgeschichten nix für mich sind. Aber ich halte durch. ;)


    Viele Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges

  • Ich sag mal - im Gegensatz zu anderen hier - ehrlich "Danke" für den "Spoiler" (also ob es ein Happy End gibt oder nicht). Wieso? Ich mag keine tragischen Liebesgeschichten, nicht mal ansatzweise. Das zieht mich runter, versaut mir den Tag und ist ansonsten auch irgendwie nicht das Richtige für mich. Ich mag ab und zu leicht-seichte Liebesgeschichten und manchmal auch nicht-ganz-so-leicht-seichte Liebesgeschichten, aber immer mit Happy End. Das Recht auf ein Happy End bei Liebesgeschichten nehme ich mir in dieser tristen Welt einfach heraus. :breitgrins:


    Deshalb: Danke! :zwinker:

    ... this is nat language at any sinse of the world.<br />:lesen: Gustave Flaubert: Madame Bovary&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; :buecherstapel: [url=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/16631

  • :lachen: Ich mag ja Melancholische Geschichten bin aber immernoch am überlegen ob der Roman etwas für mich ist oder nicht. Ich überlasse es dem Zufall, wenn er mal zufällig im Regal in der Bibliothek steht nehm ich ihn mit. Dringend lesen muss ich "Die Einsamkeit der Primzahlen" aber zur Zeit nicht.

  • Ich bin irgendwie auch unschlüssig, ob das Buch etwas für mich wäre, da die Meinungen dazu ja doch sehr gemischt sind. Hatte es vor kurzem im Buchgeschäft in der Hand, aber nicht mitgenommen.


    Und ich wusste gar nicht, dass es eine Verfilmung dazu gibt.

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Alice will sich dem Skikurs, den ihr Vater ihr aufgezwungen hat, entziehen und verunglückt, wodurch sie ein steifes Bein zurückbehält. Mattia vernachlässigt einmal die Aufsicht über seine behinderte Schwester, um sich wie ein normales Kind zu fühlen, und sie verschwindet. Beide treffen Jahre später aufeinander und fühlen sich als Außenseiter sofort miteinander verbunden.


    Den Titel und auch das Bild, aus dem er entsteht, finde ich nach wie vor toll. Denn beide, Alice und Mattia, stehen außerhalb der Gesellschaft und schaffen es auch nicht, sich einander anzunähern, obwohl der jeweils andere ihr nächster Vertrauter ist. Das, was sie wirklich bewegt, was sie erst zu dem gemacht hat, was sie sind, bleibt tabu. Nur einmal bricht aus Mattia heraus, was mit seiner Schwester geschah. Ansonsten wahren sie auch körperlich eine Distanz, die keiner von beiden überbrücken kann. Sie erkennen im Anderen die eigene Einsamkeit, schaffen es aber nicht, sie gemeinsam zu überwinden.


    Dabei trägt Giordano ganz schön dick auf, wobei Mattia in seinen Handlungen noch einigermaßen nachvollziehbar bleibt. Bei Alice hatte ich hin und wieder den Eindruck, dass hier überzogen gehandelt wird. Sie macht sich selbst zur Außenseiterin, weil sie dies von ihrer Umwelt erwartet, leugnet ihre Probleme und verstrickt sich so immer weiter – sicherlich ein Vorgang, den es auch in der Wirklichkeit gibt, aber hier für meinen Geschmack zu überzeichnet. Der Spruch „weniger ist mehr“ hätte dem Autor schließlich nicht die Geschichte gekostet, dem Leser aber eine gute Portion Drama erspart.Ständig erleiden die Protagonisten neue Schicksalsschläge, die wahllos in der Geschichte platziert erscheinen. Hinzu kommt, dass mich diese Schicksalsschläge nicht berührten, sondern ich die Geschichte die gesamte Zeit mit Distanz und (wachsendem) Unmut verfolgte.


    Darüber hinaus versäumt es Giordano, seinen Protagonisten Tiefe zu geben. Man erfährt nur bruchstückhaft, was sie tatsächlich bewegt. Oft zieht der Autor sich aus der Affäre, indem er mitten in einer eskalierenden Situation das Kapitel enden lässt und später wieder einsetzt. Das fand ich anfangs nicht schlimm, als es zum Beispiel um die Ereignisse in der Kindheit von Alice und Mattia geht. Doch auch im Lauf der Geschichte bricht der Autor immer wieder ab, ohne dass solche Eskalationen sich auf die weitere Handlung auswirken. Die Protagonisten bleiben fremd, ihre Handlungen lassen sich nicht nachvollziehen. Auch wenn man Personen mit Magersucht oder Borderline-Störung nicht verstehen kann, erwarte ich, dass mir ein Autor ihre Motivation zumindest ansatzweise nachvollziehbar macht.


    Am allermeisten hat mich aber gestört, dass Giordano mir weiß machen möchte, dass das Umfeld der beiden durchgängig die Augen verschließt. Die Eltern kümmern sich zu keiner Zeit um ihre Kinder, sondern setzen sie im Gegenteil noch mehr unter Druck. Weder Lehrer noch Ärzte noch nahestehende Personen sehen sich berufen, einzuschreiten, obwohl das Selbstzerstörerische bei beiden offensichtlich ist. Und sie selbst sind zu sehr Teil dieses Kreislaufs, um dem anderen hinaus helfen zu können. Diese Blindheit im Umfeld von Alice und Mattia hat mich schier zur Weißglut getrieben.


    1ratten


    Viele Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges

  • Ich hatte dieses Buch damals spontan gekauft, weil mich zum einen der Titel ansprach (nicht jedoch das wohl auf den Film verweisende Cover) und ich glaubte, mich zu erinnern, einmal etwas sehr positives darüber gelesen oder gehört zu haben. Es ist interessant, wie drastisch hier die Meinungen und Wertungen auseinanderklaffen, mir persönlich hat es sehr gut gefallen. Gleichzeitig bin ich allerdings meiner Einschätzung gegenüber ein wenig skeptisch, weil mich die Handlung persönlich-sentimental angesprochen hat, auch wenn ich nicht annähernd so schlau bin wie Mattia. :zwinker: Das macht eine Beurteilung unter literarischem Gesichtspunkt immer schwieriger, finde ich.
    Vielleicht äussere ich mich daher einfach zu zwei häufig genannten Kritikpunkten. Ich kann dem gar nicht zustimmen, dass die Figuren überzogen bzw. ihre Entwicklung, was ihnen widerfährt usw. zu künstlich wirken würde, mir schien im Gegenteil die Handlung - in Anbetracht der Tatsache, dass sie sich über viele Jahre hinzieht und auf relativ wenigen Seiten zugegebenermassen eher in Episoden beschrieben wird - sehr gekonnt und überzeugend entwickelt zu werden. Nirgendwo hatte ich das Gefühl, dass die beiden Hauptfiguren einfach sozusagen eine Idee des Autors durchexerzieren müssen. Ein anderer Punkt ist die Haltung der Umgebung. Es ist zwar wirklich etwas seltsam, dass kaum jemand die Schwierigkeiten von Mattia und Alice wahrzunehmen scheint, was ich selbst, zumindest was Alice' Ehemann angeht, auch etwas seltsam fand. Auf der anderen Seite zeigt Giordano doch auch ein wenig auf, dass weite Teile der Gesellschaft den möglicherweise abgründigen psychischen Entwicklungen, in die sich einzelne über die Jahre verstricken, unter der Voraussetzung, dass man arbeitet und funktioniert, tatsächlich oft ziemlich gleichgültig gegenüber stehen bzw. derartige Phänomene als Kuriosa abtun und weitgehend ignorieren.


    Wie dem auch sei, ich gebe:
    4ratten

    Tell all of my friends, I don&#039;t have too many: just some rain-coated lovers&#039; puny brothers. Dallow, Spicer, Pinkie, Cubitt - rush to danger, wind up nowhere.<br />Patric Doonan - raised to wait. I&#039;m tired again, I&#039;ve tried again...<br />and now my heart is full. Now my heart is full and I just can&#039;t explain, so I won&#039;t even try to.<br />(Morrissey)

    Einmal editiert, zuletzt von Rydal ()

  • Titel: Die Einsamkeit der Primzahlen
    Autor: Paolo Giordano
    Verlag: Heyne
    Jahr: 2011
    ISBN: 978-3-453-40801-2


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    Alice ist 10, als ein Unfall sie ihre Zuneigung zu ihrem Vater verlieren und eine unfassbare Wut auf ihn entwickeln lässt. Der Unfall prägt nicht nur ihr Verhältnis zu ihrer Familie und ihrem Sozialleben, sondern wirkt sich auch nachhaltig auf ihre Persönlichkeitsentwicklung aus.
    Auch Mattia wurde durch eine Tragödie in seiner Kindheit maßgeblich geprägt. Mehr noch als Alice wurde er zu einem Einzelgänger, still und immer etwas außerhalb der Welt. Während Alice einfach dazugehören will und dafür einiges in Kauf nimmt, ist es Mattia gleichgültig, ob er Freunde hat oder nicht.
    Alice und Mattia begegnen sich in ihrer Teenagerzeit und knüpfen eine Freundschaft, die über Jahre halten wird. Manchmal ist die Liebe zum Greifen nah, doch die Unfähigkeit beider auszusprechen, was in ihnen vorgeht, auch die letzten Schwächen preiszugeben, verhindert, dass sie diese letzte Grenze überschreiten.


    „Primzahlzwillinge werden sie von Mathematikern genannt: Paare von Primzahlen, die nebeneinanderstehen oder genauer, fast nebeneinander, denn neben ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren…Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.“


    Der Roman ist in sieben Lebensabschnitte der beiden Protagonisten unterteilt, die in Jahreszahlen angegeben werden, vier davon umfassen nur jeweils ein Kapitel, die den Fokus auf Mattia bzw. auf Alice in der jeweiligen Lebensphase werden. Die restlichen Abschnitte umfassen mehrere Kapitel, die sich in der Regel darin abwechseln, ob aus Mattias oder Alices Sicht geschrieben wird.
    Sowohl die Leichtigkeit der Sprache als auch die Zerbrechlichkeit und Verwundbarkeit der Charaktere, ihre dunklen Seiten und auch die persönlichkeitsprägenden Ereignisse zeichnen eine Geschichte, die einen in den Bann zieht. Die Spannung nimmt zum Ende hin meiner Meinung etwas ab, was aber auch daran liegen kann, dass ich das Buch über einen längeren Zeitraum gelesen habe.


    3ratten

  • Da hatte ich schon damals als der Thread erstellt wurde ein Auge drauf geworfen. Jetzt hab ich es mal bestellt.

    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Ich schreibe meine Meinung zum Roman, ohne die vorangegangenen Rezensionen gelesen zu haben:


    Zu Beginn fand ich die Lektüre vielversprechend. Zwei Kinder, die Traumatisches erlebt haben und wie diese Traumata ihr weiteres Leben bestimmen werden. Das Interesse wurde auch dadurch wach gehalten, dass ich wissen wollte, wie Mattia und Alice zusammenfinden und wie es dann mit den beiden wohl weitergehen würde. So weit so gut. Als dann klar wurde, dass die beiden Figuren sich nicht entwickeln, erstarrt in ihren Neurosen bleiben - auch im Umgang miteinander -, fing es an mich zu nerven. Im Grunde genommen geht es um zwei verzogene Gören, die ihre Umwelt mit ihren Maleschen völlig terrorisieren. Am Schluss terrorisieren sie sich dann noch gegenseitig.
    Einiges ist völlig unglaubwürdig:

    Dieser Handlungsstrang bleibt ebenso stecken, wie alle anderen.


    Das einzige, was mich davon abgehalten hat, diesen Roman nach etwa der Hälfte wegzulegen, war die ansprechende Sprache des Autors und einige Spannungsmomente, von denen man jedoch ohne Ausnahme enttäuscht wurde. Ach ja, außerdem wollte ich die Lektüre eines Monatsrundenbuches nicht abbrechen.


    Ich hätte gute Lust, nur eine Leseratte zu vergeben, das mache ich nur nicht, weil ich schon Schlechteres gelesen habe.


    2ratten

    :lesewetter:&nbsp; &quot;Willkommen in der Wüste der Wirklichkeit&quot; (Morpheus)<br />

    <br />[li]Anthony Powell: &quot;Bei Lady Molly&quot;[/li]<br />

    Einmal editiert, zuletzt von louzilla ()


  • Einiges ist völlig unglaubwürdig:


    DAS hat mich seinerzeit auch gewundert. Vor allem schien er davon gewusst zu haben

    .

  • Meine Meinung


    Ich habe das Buch heute nur mit einer Unterbrechung zum Kochen und Essen in einem Rutsch verschlungen.
    Die negativen Meinungen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
    An keiner Stelle fand ich das Buch unglaubwürdig oder überzogen.
    Vielleicht muss man aber auch selbst ein paar psychische Probleme, eine komische Kindheit und keinen gradlinigen Lebenslauf haben, um sich in diesem Buch zu verlieren und auch teilweise wieder zu finden.
    Bei mir war es an sehr vielen Stellen so, dass ich sehr lebhafte Vorstellungen von Zuständen hatte - sowohl von Alice, als auch von Mattia. Auch das Verhalten der Eltern und des Ehemanns Fabio (Augen vor der Wahrheit verschliessen, Dinge schönreden etc.) kann ich aus beiden Perspektiven heraus verstehen.
    Vielleicht bin ich auch einfach zu nah dran, aber bei mir hat das Buch, das trotz der Schwere des Stoffes mit einer Leichtigkeit und sprachlicher Reinheit daher kommt, voll den Nerv getroffen und ich bin immer noch ganz bewegt.
    Daher Höchstwertung von mir (wenn man nicht im Heileweltland wohnt und/oder auch mal über den Tellerrand blicken mag):
    5ratten :tipp:

    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Hallo,


    ich habe das Buch ja im Lesekreis gelesen bzw. gehört und es ist bei uns durchwachsen angekommen. Ich persönlich fand es jetzt nicht so überweltigend toll wie Weratundrina, aber "genervt" wie louzilla hat es mich auch nicht.


    Das die Charaktere so unglaubwürdig und überzogen sein sollen, kann ich nicht bestätigen. Mattia hat ja fast autistische Züge und lebt somit in seiner eigenen Welt, das fand ich wirklich sehr glaubhaft dargestellt. Alice, nun ja, hier kann man natürlich sagen, verzogene Göre, aber wenn man mal jmd. mit Magersucht kennengelernt hat bricht auch hier die abwertende Haltung. Mit gesundem Menschenverstand kann man nicht erklären, was die Leute denken und fühlen. Ein Leben voller Lügen, Selbstzweifel bis hin zu Depressionen, auch wenn ich Alice als Charakter nicht mochte, hat sie mir doch eher Leid getan als das ich sie als "verzogene Göre, die ihre Umwelt terrorisiert" bezeichnen würde.


    DAS hat mich seinerzeit auch gewundert. Vor allem schien er davon gewusst zu haben

    .


    Diese Stelle führte auch bei uns im Lesekreis zu kontroversen Diskussionen, ich selbst kann dazu nur sagen, alle Ärtze die ich privat kennengelernt haben, reagieren als Privatperson völlig anders als man es von Ihnen als Arzt erwartet. Es ist schwer zu erklären, entweder sehen sie in jedem Niesen gleich eine Lungenentzündung oder sie wehren bestimmte Krankenheiten von sich und Angehörigen psychisch komplett ab, weil sie das nicht wahrhaben wollen. In sofern war diese Szene für mich plausibel dargestellt, wenn auch vllt. nicht 100% nachvollziehbar...


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%


  • Meine Meinung
    Vielleicht muss man aber auch selbst ein paar psychische Probleme


    Check


    Zitat

    eine komische Kindheit


    Semi-Check


    Zitat

    keinen gradlinigen Lebenslauf haben, um sich in diesem Buch zu verlieren und auch teilweise wieder zu finden.


    Check.


    Ich denke, das hat damit nur bedingt was zu tun bzw. ich würde das nicht so verallgemeinern wollen :)