Frank Schätzing - Limit

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 75 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kiba.

  • Eigentlich wollte ich ja auf das TB warten, aber dann musste ich doch rausfinden, was der Herr Schätzing da so geschrieben hat... :smile:


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    Inhalt:
    Wir schreiben das Jahr 2025. Der findige Milliardär und Geschäftsmann Julian Orley hat mit der Nasa Technologien entwickelt, dank denen es sich lohnt, auf dem Mond Helium-3 zu fördern. Da der Energieträger effizienter und umweltfreundlicher ist als Erdöl oder -gas, wird ihm die Zukunft gehören. Da zunächst aber nochmal kräftig in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden muss, sucht Orley unter den Reichen und Mächtigen dieser Welt nach Geldgebern. Zu diesem Zweck lässt er eine sorgfältig ausgewählte Reisegruppe einen Augenschein vor Ort nehmen und lädt die Leute zur Voreröffnung in sein neues Mondhotel, das Gaia, ein. Bei Reiseantritt ahnt noch niemand, dass das Leben der ganzen Gruppe auf dem Spiel steht.


    Gleichzeitig verschwindet in Shanghai die junge Hackerin und Dissidentin Chen Yuyun, genannt Yoyo. Tu Tian, ein guter Freund des Mädchens, setzt den Privatdetektiv Owen Jericho auf die Spur von Yoyo. Im Laufe der Ermittlungen merkt Jericho, dass Yoyo offenbar von professionellen Killern gejagt wird. Es beginnt ein actionreicher Wettlauf, bei dem Jericho Yoyo möglichst schnell finden und in Sicherheit bringen sollte.


    Meine Meinung:
    Das Buch ist lang, es ist dick und es ist viel zu schwer, um es bequem in der Hand zu halten. Drum die offensichtliche Frage, die sich angesichts eines solchen Schinkens stellt: Lohnen sich Zeit und Mühe, das Ding zu lesen? Die kurze Antwort: Für Freunde der gepflegten Unterhaltung ja, für Thrillerfans ist es sogar ein Muss.
    Ich habe mich vor «Limit» zunächst gedrückt, weil es nochmal 300 Seiten länger ist als «Der Schwarm» und ich meine Zweifel hatte, ob es Frank Schätzing geglückt war, nach dem Meeresthriller nochmal so ein fesselndes Buch zu schreiben. Ich fürchtete, dass ich das Buch am Ende viel zu lang und nicht so gut wie «Der Schwarm» finden würde. Zu lang kann mans finden (aber das war beim «Schwarm» nicht anders), aber sonst ist es mindestens so gut wie der Vorgänger. Diesmal hat es Schätzing sogar geschafft, ein Ende hinzubekommen, das nicht wie ein Fremdkörper im Vergleich zum Rest des Buches wirkt und das ziemlich sicher weniger Stirnrunzeln in der Leserschaft auslöst, als das seine philosophisch-mysterischen Einsichten am Ende von «Der Schwarm» getan hat. Diesmal ist es sogar glaubwürdig, wenn auch ein wenig übertrieben. Aber man darf einem einzelnen Buch nicht die Schwächen eines ganzen Genres anlasten.


    Nachdem die ganzen «Soll mans überhaupt lesen oder wird man zwangsläufig enttäuscht»-Fragen so weit geklärt sind, kommen wir mal zu «Limit» an und für sich:
    1300 Seiten mit Inhalt zu füllen ist schwierig, vor allem wenn man eine Geschichte erzählt, die sich rückblickend gut auf zwei A4-Seiten zusammenfassen lässt. Trotzdem schafft Frank Schätzing das, indem er minutiös beschreibt, Hintergründe ausschweifend erklärt und – an dieser Stelle ein kleiner Vorwurf – Actionszenen über das Mass meiner Toleranz hinaus ausdehnt. Es gibt auch in «Limit» Passagen, die sich bereits wie das Hollywood-Drehbuch lesen und wenn mich Kampfszenen im Kino trotz Spezialeffekten und Pipapo schon anöden, so ist es in Buchform noch schlimmer. Und auch wenn es einiges zu verteidigen und zu zerstören gibt, so ist die Action glücklicherweise nur ein Aspekt in diesem gegen Ende immer rasanter werdenden Thriller.
    Daneben gibt es allerhand über das Leben und Überleben im All zu erfahren und man erhält noch kurze Einblicke in die chinesische Kultur und was sie von unserer unterscheidet. Glücklicherweise ist der Autor offenbar lernfähig und verschont uns diesmal mit allzu schulmeisterlicher Streuung von Information, auch wenn sich der lehrerhafte Unterton nicht an jeder Stelle vermeiden liess. Aber es sei ihm verziehen, zumal die Informationen, die man aus diesen Vorträgen gewinnen kann, interessant und sicher wieder bestens recherchiert sind.
    Was manchen Leser verwirren mag, sind die beiden Handlungsstränge, die so gar nichts miteinander zu tun haben wollen. Es dauert auch geraume Zeit, bis mal klar ist, wieso wir da sozusagen zwei Bücher in einem serviert bekommen und die Handlungen endlich zusammenfinden. Bis dahin sollte man die beiden unterschiedlichen Geschichten einfach geniessen und sich freuen, wenn sie dann endlich zusammenfinden.


    Dann kommen wir zu den Figuren. Davon gibts jede Menge und deshalb ist es gut, dass es am Ende des Buches ein Personenregister gibt, dass dem Gedächtnis da und dort wieder auf die Sprünge hilft. Da gibt es noch Verbesserungspotenzial, zumal die allermeisten Figuren sehr schablonenhaft wirken. Das hat mich in dem Fall gar nicht gestört; zum einen erwarte ich in einem Thriller keine ausgeklügelten Psychogramme und zum anderen hatte ich während des Lesens genug zu denken, um mich nicht von Charakterentwicklungen und ähnlichem ablenken zu lassen. Immerhin hat es Schätzing bei ein paar seiner Hauptfiguren mit tiefergehenden Charakterprofilen probiert und es gar nicht mal schlecht hinbekommen.


    Was er im Gegensatz zu sehr vielen seiner Berufskollegen immer wieder sehr gut hinbekommt, ist das Abmurksen von liebgewonnenen, symphatischen und wichtigen Charakteren. Schätzing hat in dem Bereich keine Trennungsängste und so wird munter gestorben, manchmal sogar richtig gemetzelt. Ich würde mal schätzen, dass in dem Buch über 30 Leute umkommen; darunter eben auch solche, denen man ein Happyend gegönnt hätte. Dabei geht es meist brutal zu, manchmal aber auch sanft und schon fast berührend und einmal sehr originell. Das schöne daran ist nicht die Blutspur, die sich durch das Buch zieht, sondern die Ungewissheit, die man als Leser erleben darf. Während ich bei anderen Autoren hundertprozentig davon überzeugt bin, dass der Held und sein bester Kumpel/seine Freundin das Ende der Geschichte noch mit eigenen (strahlenden) Augen sehen werden, so weiss ich bei Schätzing nie, ob nicht auf der nächsten Seite genau jemand aus diesem Personenkreis den Löffel abgibt. Das finde ich wirklich mal eine Erwähnung wert! Genau sowas bereichert meine kleine Leserinnenwelt ungemein.


    Fazit:
    Wer «Der Schwarm» gut fand, wird auch von «Limit» begeistert sein. Und das trotz der Schmerzen, die man beim Handling dieses 1,2-Kilo-Buches sicher wird erdulden müssen.


    Dafür gibt es 9 von 10 Punkten.


    Für Fragen zum Buch stehe ich gerne zur Verfügung :smile:


    Liebe Grüsse


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Danke für diese ungemein ausführliche Rezi :klatschen:


    Auf der Buchmesse Frankfurt hatte ich das Buch in der Hand, habe hin und her überlegt und es dann doch wieder ins Regal gestellt, weil es mir ehrlich gesagt zu teuer war. Und auch diese sehr positive Rezi ändert daran leider nichts.


    Du hast mich aber zumindest davon überzeugt das Buch zu lesen, auch wenn ich sicherlich auf das TB warte.


    Katrin

  • Ich weiß zwar nicht, ob ich jenseits von Tod und Teufel je ein Buch von Frank Schätzing lesen werde (auch wenn mir Der Schwarm über Bookcrossing schon mal zugelaufen ist), aber beim Lesen Deiner Rezi zu diesem Werk habe ich gerade mehrfach meinen Weißwein auf den Bildschirm geprustet, besonders bei solchen Aussagen:



    Was er im Gegensatz zu sehr vielen seiner Berufskollegen immer wieder sehr gut hinbekommt, ist das Abmurksen von liebgewonnenen, symphatischen und wichtigen Charakteren. Schätzing hat in dem Bereich keine Trennungsängste und so wird munter gestorben, manchmal sogar richtig gemetzelt.


    Für dieses wunderbare Wort zum Montag daher vielen Dank :breitgrins:

  • Ich habe Alfas Rezi gerade schon auf ihrer Website durchgelesen und ich liebe Alfas Rezis.
    Wenn es passt, ist sie immer herrlich direkt und pointiert. :breitgrins:

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Ich hab mich schon auf deine Rezi gefreut :breitgrins: Im Grunde hatte ich so oder so vor Limit zu lesen, einfach weil mich interessiert ob es mir gefällt oder ich es sogar besser als der Schwarm finde- welchen ich ja ganz gut fand. Ich kann natürlich nach einer Rezi von jemand anderem noch nicht sagen ob ich es dann wirklich mögen werde, aber zumindest macht es mir Lust es zumindest mit Limit zu versuchen^^

  • Oh, da werde ich ja das zweite Mal an diesem Tag :redface:


    Aldawen:
    Rückblickend beurteile ich "Tod und Teufel" als das schwächste Werk von Schätzing. Na gut, "Lautlos" war auch nicht grade ein Brüller. Trotzdem empfehle ich dir "Limit" nicht unbedingt - allein aufgrund der Tatsache, dass wir uns bei Neal Stephenson so gar nicht einig waren und ich schon öfter festgestellt habe, dass sich unser Lesegeschmack auch sonst häufig nicht deckt... :zwinker:


    @Holden:
    Ich bin auf deine Meinung gespannt, wenn du es dann irgendwann auch in Angriff nimmst :smile:


    Liebe Grüsse


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.


  • allein aufgrund der Tatsache, dass wir uns bei Neal Stephenson so gar nicht einig waren


    Ja, ich erinnere mich :breitgrins:



    und ich schon öfter festgestellt habe, dass sich unser Lesegeschmack auch sonst häufig nicht deckt... :zwinker:


    Stimmt, aber auch das hilft ja bei der Buchauswahl!

  • Mensch Alfa, eine tolle Rezi, die mir gleich wieder Lust macht weiter zu lesen. :breitgrins:
    Ich bin ja erst auf S.304 und unterbreche hier und da mal für eine Leserunde.


    In vielen deiner angesprochenen Kriterien kann ich dir bisher aber sehr wohl zustimmen. Das Buch liegt wahnsinnig schwer in der Hand :breitgrins: und ist für mich bisher auch sonst alles andere als leichte Kost. Sehr informativ und mit einer Unzahl an extravaganten Charakteren, die ich fast alle recht gut gestrickt finde, möchte ich dieses Buch für mich schon einmal vorab als höchst interessant betiteln. Vor allem, da es sich für mich durch seinen Aufbau und die beiden so ungleichen Handlungsstränge doch völlig andersartig darstellt, als den "gewöhnlichen Thriller" schlechthin, den man meist als Pagenturner einfach so wegblättern kann. Schätzing hinterfragt und regt zu eigenen Gedanken an. Dies gefällt mir ausgesprochen gut braucht aber Zeit und Konzentration bzw, auch mal einen Gesprächspartner, dem ich die entsprechenden Passagen einfach nochmals vorlese.
    Das Buch ist durch seine Informationsflut und die Darstellung offener Fragen, sowie den Einblick in die chinesische Kultur für mich zwar nicht gerade einfach zu lesen. Es trommeln jede Menge verschiedene Thematiken auf einen ein. Trotzdem freue ich mich stets darauf mehr zu erfahren.
    Auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Zumindest in dem Handlungsstrang in Asien. Im Orbit hingegen kann man momentan einfach nur erahnen, dass noch etwas verherendes passieren könnte. Da du nun erwähnt hast, dass sich die Geschichten noch rasant in ihrem Spannungsbogen steigern werden bin ich nun auch mächtig gespannt und freue mich, dass ich morgen den Faden wieder aufnehmen kann.


    PS: Ich gehöre ja auch zu eben jenen, denen der Schwarm so ausnehmend gut gefallen hat. :zwinker:



    Liebe Grüßle
    Marion :smile:

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Hallo Ihr Lieben,


    @Alfa: wow, deine Rezi ist echt super! :klatschen: Und ich musste bei einigen ironischen Aussagen auch ganz schön schmunzeln, wie der Hinweis mit den vielen Leuten, die Hr. Schätzing gerne über die Klinge springen lässt. War ja auch bei "Der Schwarm" nicht so ohne! :smile:
    Diese Rezi hat mich jetzt gleich noch neugieriger auf das Buch gemacht. Ich war ja auch schon sehr begeistert von "Der Schwarm" und von daher bin ich auch schon neugierig um das neue Werk herum getigert, aber die HC-Ausgabe ist mir doch etwas arg teuer, von daher warte ich lieber doch noch das Taschenbuch ab. Freue mich aber jetzt schon auf das Buch.
    Vor allem, wenn ich von dir Marion lese, dass du auch schon sehr begeistert von dem Buch bist! :klatschen: Da hoffe ich, dass sich das bis zum Ende so hält. Ist aber wohl ganz entspannend, dass du nebenbei noch etwas über "Berglöwen" lesen kannst? :breitgrins::zwinker:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • Also, nach diesen Rezis muss ich überlegen, ob ich meine Vorbehalte gegenüber Frank Schätzing nicht mal zurückstellen und dem Buch eine Chance geben sollte. Nach den Interviews, die ich mit ihm gesehen habe (z.B. bei [url=http://www.daserste.de/druckfrisch/thema_dyn~id,301~cm.asp]Druckfrisch[/url] oder auf dem Blauen Sofa), halte ich ihn ja für 'nen ziemlich eitlen Pfau, der sich gerne selber reden hört. Aber offenbar kann er spannend und unterhaltend schreiben. Dann sei ihm verziehen... :breitgrins:

    Andere Orte im Internet erkundet und für uninteressant befunden.

  • Hallo.



    Da hoffe ich, dass sich das bis zum Ende so hält. Ist aber wohl ganz entspannend, dass du nebenbei noch etwas über "Berglöwen" lesen kannst? :breitgrins::zwinker:


    Absolutes Kontrastprogramm, dass kann ich dir sagen. Aber beide Bücher haben ihre Stärken. :zwinker:



    Nach den Interviews, die ich mit ihm gesehen habe (z.B. bei [url=http://www.daserste.de/druckfrisch/thema_dyn~id,301~cm.asp]Druckfrisch[/url] oder auf dem Blauen Sofa), halte ich ihn ja für 'nen ziemlich eitlen Pfau, der sich gerne selber reden hört. Aber offenbar kann er spannend und unterhaltend schreiben. Dann sei ihm verziehen... :breitgrins:


    Diesen Eindruck hatte ich in den Interwiews auch und ich kann dich gleich ein wenig vorwarnen. Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass Frank Schätzing in "Limit" irgendeinen Adjektiven-Marathon veranstaltet. So viele Beschreibungswörter habe ich noch nie in einem Buch gelesen und ich gestehe, es gibt für mich ganz ganz viele Wörter bisher, die ich noch nie (wirklich noch nie) gehört oder gelesen habe. :redface:
    Dies tut dem Buch aber für mich bisher noch keinen Abbruch, sondern macht es für mich eigentlich eher interessanter.


    Liebe Grüßle
    Marion :smile:

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Gestern habe ich Limit beendet und mir hat es sehr gut gefallen. Ein top Thriller der bei weitem nicht mit Der Schwarm zu vergleichen ist - den habe ich gelangweilt und genervt abgebrochen. Limit wollte ich gar nicht lesen, bekam das Buch aber überraschend geschenkt und dachte ich geb ihm eine Chance.


    Ich fand die Story gut, sehr informativ und beide Handlungsstränge gleich spannend. Die Figuren haben mir gefallen, die Orte der Handlung sind detailliert beschrieben und haben ein klares Bild in meinem Kopf gezeichnet, das Ende war auch stimmig.


    Mal schauen ob ich eine Rezi hin bekomme demnächst, also eine richtige, nun erst mal:


    5ratten

  • Hallo miteinander,


    ich glaube, ich werde mir das Buch doch zulegen. Der "Schwarm" hat mir sehr gut gefallen (bis auf den Schluss), und "Limit" wird oft noch besser beurteilt - zumindest von den Leuten, deren Tipps mit meinem Lesegeschmack überein stimmen. Allerding schreckt mich die Seitenzahl immer noch etwas ab ... :rollen:
    Ich warte einfach mal aufs Taschenbuch, dann sehe ich weiter.


    Grüße von Annabas :winken:

  • Hallo Annabas.



    Allerding schreckt mich die Seitenzahl immer noch etwas ab ... :rollen:
    Ich warte einfach mal aufs Taschenbuch, dann sehe ich weiter.


    Na ob das Taschenbuch weniger Seiten hat, bezweifle ich jetzt allerdings. :elch:
    Ich lese Limit sozusagen als Langzeitprojekt im Hintergrund zwischen meinen Leserunden. Wobei ich hier noch kurz betonen möchte, dass diese Vorgehensweise für diesen Roman viel zu schade ist... Aber manchmal geht es halt nicht anders.


    Liebe Grüssle
    Marion :winken:

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Also ich bin auch schon sehr gespannt^^ schade das es so dick ist, sonst würd ich mir doch noch überlegen den Bestsellerservice in Anspruch zu nehmen, aber in zwei Wochen schaff ich das dann doch nicht, wobei ... schlaf braucht man ja eh nur in der Vorlesungszeit... :gruebel:


  • aber in zwei Wochen schaff ich das dann doch nicht,


    Ich habe dafür exakt 14 Tage gebraucht und ich hatte in der Zeit weder Ferien noch sonst aussergewöhnlich viel Zeit zum Lesen - das könnte schon passen :zwinker:

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • Eigentlich wollte ich Limit ja nicht lesen. Habe von Schwarm ganze Seiten überblättert und trotzdem nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben... Habe mit bei der positiven Kritik hier jedoch anders entschieden - scheint ein guter Schmöker für den kommenden Urlaub zu sein.

  • Hallo liebe Literaturschockler.


    Nachdem ich dieses Buch nun auch beendet habe kann ich Alfa-Romeas Rezension durchweg so unterschreiben. :zwinker:
    Ich glaube sie hat es absolut auf den Punkt gebracht, auch wenn ich den kleinen Kritikpunkt an den Aktion-Szenen zwar sehr gut aus ihrer Sicht verstehe, ihn für mich allerdings eher ins positive bewerten möchte.
    Zur Handlung selbst brauche ich glaube ich auch nichts mehr zu sagen.


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    Auszug Klapptext:
    Mai 2025: Die Energieversorgung der Erde scheint gesichert, seit die USA auf dem Mond das Element Helium-3 fördern. Bahnbrechende Technologien des Konzerngiganten Orley Enterprises haben die Raumfahrt revolutioniert, in einem erbitterten Kopf-an-Kopf-Rennen versuchen Amerikaner und Chinesen, auf dem Trabanten ihre Claims abzustecken.


    Während der exzentrische Konzernchef Julian Orley mit einer Schar prominenter Gäste zu einer Vergnügungstour ins All aufbricht, soll Detektiv Owen Jericho, den eine unglückliche Liebe nach Shanghai verschlagen hat, die untergetauchte Dissidentin Yoyo ausfindig machen. Was nach Routine klingt, ist tatsächlich der Auftakt zu einer alptraumhaften Jagd von China über Äquatorialguinea und Berlin bis nach London und Venedig. Denn auch andere interessieren sich für Yoyo, die offenbar im Besitz streng gehüteter Geheimnisse und ihres Lebens nicht mehr sicher ist.


    Jericho muss sich mit der bildschönen, aber ziemlich anstrengenden Chinesin zusammentun, um den phantomgleichen Gegnern auf die Spur zu kommen. In einer Zeit, in der multinationale Konzerne der Politik zunehmend das Zepter aus der Hand nehmen, führen beide einen verzweifelten Kampf ums Überleben, gehetzt von einer Übermacht hochgerüsteter Killer…



    Meine Meinung:

    Dieses Buch konnte mich wirklich begeistern. :klatschen:
    Es war die Komplexibilität des Gesamtwerkes, welche hier für mich heraus stach.
    Sicher, es war nicht immer ganz so einfach vom Fleck weg zu lesen. Gerade weil sich der Autor hier doch fast schon in Überlänge Zeit nahm einzelne Stimmungen und Situationen herauszuarbeiten. Dies tat er vor allem durch viele mit Adjektiven angereicherten Umschreibungen, die zunächst etwas gewöhnungsbedürftig anmuten, dem ganzen aber seinen ganz eigenen Stil verpassten. Es war unter anderem gerade dieser Stil, der mir gefiel. Er (andere könnten es wohl vielleicht als Geschwafel abtun) erzeugte in jeder doch so unterschiedlichen Situation und Umgebung eine ganz besondere und vor allem sehr passende, individuelle Atmosphäre. Eine Atmosphäre in die man hinein schlupfen konnte, wenn man nur wollte beziehungsweise sich auf ihn einließ.
    Auch Handlungsstränge oder Nebensächlichkeiten, die einem im ersten Augenblick eben als solche erschienen, bekamen viel später in der Geschichte noch einen Grund. So bekamen Figuren, die ursprünglich vielleicht sogar nerven konnten, zum Schluss noch einen Stellenwert. Handlungen die man nach mehreren Seiten fast schon längst wieder vergessen hatte, eine höhere Bedeutung. Überhaupt wuselte es in diesem Roman von Frank Schätzing geradezu von unglaublich vielen, grundsätzlich unterschiedlichen Charakteren, die er allesamt wunderbar herausgearbeitet hatte, wie ich fand. Manche mehr, manche weniger, doch immer stets geschickt. Für alle, die bei solch einer geballten Personalschaft zurückschrecken sei erwähnt, dass es dafür ein Personenregister am Ende des Buches gibt. Allerdings kam ich auch ohne dieses auch ganz gut zurecht.
    Überhaupt haben mir die Darstellungen der Hauptprotagonisten sehr gut gefallen. Hier gab es Tiefe und Psychologie, Zynismus und Überheblichkeit sowie Vergangenheit. Ich fand die Zeit für Zeilen und Seiten die sich Schätzing hier genommen hat wahrlich nicht verschwendet oder gar überflüssig.
    Ich möchte hier auch noch erwähnen, dass sich die beiden großen so anscheinend vollkommen unabhängigen Handlungsstränge (jener in China und jener der mit der Mondexkursion zu tun hatte) erstmals erst nach zirka 740 Seiten touchieren, dann aber durchaus logisch zusammen spielen. Auch die kleineren, so für Schätzing typischen, abzweigenden „Ausflüge“ in kleinere Nieschengeschichten waren diesmal sehr spannend und informativ angelegt (für meinen Geschmack viel besser als im SCHWARM) und fügten sich jeweils zu späteren Zeitpunkten in die Gesamtlogik der Geschichte mit ein. Hierbei gab es ganz viel für mich zu erkunden oder auch zu staunen. So erfuhr ich zum Beispiel eine ganze Menge über Putschversuche in Afrika, es gab Hintergrundinformationen über die Möglichkeit von anmietbaren Söldnertruppen zu politischen oder wirtschaftlichen Zwecken, das Verhalten von Elementen im Vakuum, oder in der Schwerelosigkeit, dem Weltraum und dem Mond ganz allgemein, aber auch über die politischen Unruhen und die manipulativen Machenschaften in China, dessen Art mit Kultur umzugehen bzw. hier entgegenzuwirken…
    Dabei hat sich der Autor aber immer wieder auf zum Teil tatsächlich passierte und auch hochaktuelle Tatsachen bezogen. Das Zusammenspiel von Vergangenem und Zukunft hat ihm hierbei anscheinend in seiner Verknüpfung keinerlei Schwierigkeiten bereitet.

    Dieser Roman war einfach so unglaublich vielfältig ohne dass die Spannung auch nur einen Augenblick zu kurz kam. Ein wahres Kaleidoskop für die Lesersinne. :daumen:
    Apropo spannende Stellen. Hier hat der Autor gerne mit der Stilart der wechselnden Betrachtung gearbeitet. Gerade an den rasantesten Stellen konnte ich als Leser verschiedene Szenarien mehrmals oder zeitversetzt aus verschiedenen Blickwinkeln erleben, ohne den Knalleffekt zu früh zu verraten. Dabei wurde wunderbar mit der Perspektive von Jäger und Gejagten gespielt. Gerade in der Berliner Hotelszenerie hing ich dann auch gebannt an den Seiten, fing fast an mitzuschwitzen und las bis weit in die Nacht hinein. Es war überhaupt ein Buch, welches ich zu Beginn sehr skeptisch, da mit großen Erwartungen verbunden, betrachtete, und das ich mit jeder Seite weniger aus der Hand legen konnte. Und dies, wo die gebundene Ausgabe ja nun wirklich kein Leichtgewicht ist.
    Es gäbe hier sicher noch viel zu erzählen und sehr vieles auf was man noch eingehen könnte, so farcettenreich wie dieser Wälzer doch war. Ich kann nur jedem raten, dem der Schwarm auch nur annähernd gefallen hat, es auch mit LIMIT zu versuchen.

    Kurz: Dieser wahrlich tolle Wirtschafts-Thriller war sehr spannend, hochinteressant wie farcettenreich, mit immer neuen wechselseitigen Betrachtungen und Einblicken, und zumindest für mich „saugut“ geschrieben. :klatschen:

    Deshalb von mir: 5ratten

    Grüßle
    Marion :winken:

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi