Maxime Chattam - Alterra. Die Gemeinschaft der Drei

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kiba.

  • Ein Orkan bricht über New York herein. Innerhalb weniger Stunden versinkt die Stadt in Eis und Schnee. Aus der Dunkelheit, die folgt, schießen blaue Blitze hervor. Als sie verschwunden sind, ist die Welt eine andere geworden: gefährlich und wild, ohne Technik und Zivilisation – und ohne Erwachsene. Übrig sind nur die Kinder, unter ihnen Matt, Tobias und Ambre. Gemeinsam machen sie sich auf in ein unglaubliches Abenteuer…


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    Am Anfang des ersten Teils der Alterra-Trilogie lernen wir die Freunde Matt und Tobias in ihrer gewohnten Umgebung kennen. Diese verändert sich nach dem Orkan jedoch tiefgreifend – sie erwachen in einem scheinbar menschenleeren New York ohne Technik und Erwachsene.


    Die Hauptfigur Matt war mir schnell sympathisch, wozu sicher auch seine eher ernsthafte Art beitrug. Seine Reaktion auf diese plötzlich so andere Welt konnte ich leicht nachvollziehen – die Ängste und Fragen genauso wie seine Entscheidungen und Überlegungen. Zusammen mit Tobias sucht er nach Antworten, Menschen und seinem Platz in dieser neuen Welt. Denn mit dem Verschwinden gewisser Dinge hört diese Veränderung nicht auf, es betrifft die ganze Erde – mit allem, was auf ihr lebt.


    Bereits auf den ersten Seiten hatte mich diese Geschichte gefangen genommen, und entwickelte besonders nach dem Sturm einen immer größeren Sog. Die abwechslungsreiche Atmosphäre bot sowohl unheimliche, bedrückende aber auch hoffnungsvolle Momente. Es geht um Entdeckungen und Hintergründe, Fragen und Antworten, Verschwörungen und Freundschaften. Natürlich bleibt noch einiges offen, sonst wäre die Spannung auf die weiteren Bände ja dahin – aber zumindest sieht man nun ein paar Dinge klarer, auch den weiteren Weg der Gemeinschaft der Drei.


    Mir gefällt auch die Tiefe der Geschichte. Man lernt die Hauptfiguren gut kennen, es wird einiges hinterfragt und nicht einfach so hingenommen. Und nicht zuletzt bringt es einen dazu, sich Gedanken über unseren rücksichtslosen Umgang mit der Natur zu machen – und wie es aussehen könnte, wenn diese sich eines Tages gegen die Menschheit wendet, wovon wir durch Naturkatastrophen ja schon den einen oder anderen Vorgeschmack bekommen haben. Aber lernen wir daraus?


    5ratten

  • Allgemeine Infos zum Buch
    Alterra – Die Gemeinschaft der Drei
    Originaltitel: Autre Monde, L’Alliance des Trois
    Von Maxime Chattam
    Erschienen im PAN Verlag, 09.09. 2009
    ISBN 978-3426283004
    Hardcover mit Lesebändchen, 389 Seiten, 16,95 € [D]
    Vom Hersteller empfohlen ab 14-15 Jahren


    Inhalt
    New York in naher Zukunft: der 14-jährige Matt schwankt zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Er liebt Rollenspiele und Fantasy, aber entdeckt auch neuerdings Interesse an Mädchen und leidet unter der bevorstehenden Trennung seiner Eltern. Die unbeschwerte Kindheit endet abrupt mit einem mysteriösen Unwetter. Zahlreiche unheimliche Blitze tasten die Straßen und Häuser ab und schlagen Matt bewusstlos. Als er aufwacht ist die Stadt totenstill und von einer dicken Schneeschicht bedeckt. Alle Erwachsenen und sämtliche Autos sind verschwunden. Glücklicherweise trifft Matt seinen Freund Tobias und sie machen sich gemeinsam auf die Suche nach weiteren Überlebenden. Schnell bemerken sie, dass außer einigen weiteren Kindern auch noch weniger harmlose Lebewesen durch die Straßen streifen. Bedrohliche Stelzenwesen suchen offenbar nach ihnen und sie fliehen unter weiteren Gefahren aus der Stadt. Das Land ringsum ist überwuchert mit Schlingpflanzen und monströsen Lebewesen, die ihnen das Vorankommen erschweren. Nach einer abenteuerlichen Reise landen Matt und Tobias in einer Gruppe von anderen Kindern, die sich „Pans“ nennen und auf einer geschützten Insel eine kleine Gesellschaft aufgebaut haben um gemeinsam den Gefahren zu trotzen, ihr Überleben zu sichern und langsam ein wenig Licht in das Dunkel der geheimnisvollen Veränderungen auf der Erde zu bringen. Wie sich heraus stellt, gibt es auch in anderen Regionen des Landes ähnliche Gemeinschaften von Kindern und Jugendlichen. Wagemutige „Weitwanderer“ unter den älteren Jugendlichen durchstreifen das Land um Informationen zu sammeln und sie zwischen den Pan-Gesellschaften auszutauschen. Für die Kinder besonders gefährlich sind die Gruppen von „Zyniks“, überlebende Erwachsene, die seltsam aggressiv geworden sind und nur das Ziel haben, Kinder zu entführen. Dann gibt es noch die einfältigen, aber nicht weniger aggressiven „Mampfer“, zu Monstern mutierte Erwachsene, sowie jede Menge gefährliche Fantasiegestalten.


    Die größte Bedrohung lauert jedoch in der Gruppe der „Pans“ selbst, denn es gibt Hinweise auf eine Verschwörung, die eine Invasion der Zyniks zum Ziel hat. Doch wer gehört zu den Verrätern und welche Motive haben sie? Was hat es überhaupt mit der plötzlichen Katastrophe auf sich, die über die Erde herein gebrochen ist und warum wurden nur Kinder davon verschont? Was haben die langsam auftretenden übernatürlichen Fähigkeiten einzelner Kinder zu bedeuten? Und steht über den Zyniks und den anderen feindlichen Gruppierungen eine besonders böse Macht, ein Anführer, der noch viel schrecklicher ist als alle Monster zusammen? Gemeinsam mit der gleichermaßen hübschen wie intelligenten Ambre schließen sich Matt und Tobias zur „Gemeinschaft der Drei“ zusammen, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen …



    Kritik
    Eine bunte Collage bekannter Elemente aus zahlreichen Abenteuer- und Fantasyfilmen, Märchen und Mythen hat Maxime Chattam hier zusammengebastelt. Aber ich muss zugeben, das Ergebnis ist trotzdem zufrieden stellend. Die jungen Helden, allen voran Matt, sind zwar nicht besonders detailliert gezeichnet, bergen aber vielleicht gerade deswegen Identifikationspotential für gleichaltrige Leser und Leserinnen. Im Mittelpunkt stehen die Geheimnisse, all die unbeantworteten Fragen dieser neuen Welt nach der Katastrophe, einer anderen Welt. Warum der deutsche Verlag den Titel gleich der bekannten Naturkosmetikmarke von Rossmann benannt hat, ist mir schleierhaft und finde ich bedauerlich (aber man kann wohl davon ausgehen, dass Kinder sich dadurch nicht irritiert fühlen werden). Diese andere Welt ähnelt schon sehr einem Fantasy-Rollenspiel-Szenario mit geheimnisvoller Atmosphäre in einem dschungelartigen Dickicht, aus dem jederzeit fantasievolle Kreaturen hervorbrechen können. Stilecht führt Matt von Anfang an die klassische Helden-Waffe mit sich: ein Schwert, dass seine Eltern ihm zu Weihnachten geschenkt haben, ein Nachbau eines Schwertes aus dem Film „Herr der Ringe“. Und es verwundert auch nicht, dass die Kinder nach und nach individuelle, übernatürliche Fähigkeiten entwickeln, so wie man im Rollenspiel seinen Helden unterschiedliche Talente zuweist: Stärke, Gewandtheit, Beherrschung der Elemente, … ihr kennt das ja vielleicht. ;-)


    Aber was soll’s, die Geschichte macht Spaß zu lesen! Die Kapitel sind kurz und enden mit Cliffhangern, die Sprache ist einfach gehalten und flüssig zu lesen. Es wird nicht zu viel und nicht zu wenig der Figuren und Umgebung beschrieben und die Handlung ist sehr spannend erzählt. Matt und seine Gefährten stolpern von Anfang bis Ende von einem ins nächste Abenteuer, kämpfen, fliehen, rätseln und entwickeln sich somit rollenspieltypisch weiter. Einige Geheimnisse werden gelüftet und machen die Geschichte im ersten Band einigermaßen rund, aber natürlich bleiben die ganz großen Fragen ungeklärt. Zum Schluss startet die Gemeinschaft der Drei in ein noch größeres, unbekanntes Abenteuer und man kann wirklich sehr gespannt sein auf die Fortsetzung.


    Das Buch ist daher ein guter Unterhaltungsroman für Fantasy- und Spannung-liebende junge Leser. Für Erwachsene ist „Alterra – Die Gemeinschaft der Drei“ etwas zu flach und in der Sprache zu einfach. Man kann es lesen, wenn man sonst nichts Spannendes rumliegen hat, aber es gibt sicherlich bessere Jugendbücher, die auch Erwachsene fesseln können und mehr Tiefe haben (wenn ich allein schon an die Bücher von Michael Ende denke oder meinetwegen auch die Harry-Potter-Reihe).


    Was mich etwas gestört hat, sind die doch teils recht brutalen Zwischenfälle, bei denen Kinder (wenn auch unfreiwillig) zu Mördern werden. Ich kann es akzeptieren, wenn Kinder in Jugendromanen zu Opfern „des Bösen“ werden, aber wenn Kinder selbst „das Böse“ in sich aktivieren um zu überleben und zum Helden zu werden, egal wie schlecht sie sich dabei fühlen … ich bin ja keine Pädagogin, aber das finde ich doch recht bedenklich. Daher würde ich das Buch besser nur Kindern, bzw. Jugendlichen mit einer gewissen Reife und Fähigkeit zur Selbstreflexion zu Lesen geben. Aber diese Leser wären dann wahrscheinlich mit anspruchsvollererer Fantasy besser bedient.


    Etwas zwiegespalten bin ich also noch in meiner Bewertung dieses Buches. Am liebsten würde ich 3,5 Leseratten vergeben. Angesichts der wirklich schönen und hochwertigen Aufmachung des Buches runde ich mal großzügig auf 4 für die Fortsetzung hoffnungsvolle Ratten auf:


    4ratten



    Fazit
    Spannend geschriebener Fantasy-Roman für Jugendliche, der mit seiner Öko-Message gerade voll im Trend liegt. Erzieherisch anspruchsvolle Eltern sollten angesichts mancher Gewaltszene besser selbst erst einen Blick reinwerfen, bevor sie ihren Kindern dieses Buch schenken. Aber allein die schöne Umschlaggestaltung, die floralen Verzierungen auch auf den Innenseiten des Buches und das Lesebändchen, machen es bestimmt zu einem begehrten Schmuckstück auf jedem Jugendzimmer-Bücherbord.



    Zum Autor
    Der unter dem Künstlernamen Maxime Chattam bekannte Autor, geboren 1976 in Montigny-lès-Cormeilles in Frankreich, studierte in Paris Literaturwissenschaften, war anschließend als Buchhändler tätig und begann zu schreiben: 2002 erschien sein erster Thriller „Das Pentagramm“ (L'Âme du Mal), gefolgt von weiteren Thrillern für Erwachsene. Mit „Alterra“ schreibt er nun erstmals für eine jugendliche Leserschaft. Laut einem Interview auf der PAN-Verlags-Website stellt „Alterra“ tatsächlich eine Art Hommage an Chattams Vorbilder dar (die Parallelen zu den dort genannten Buch- und Filmtiteln sind fast schon unverschämt offensichtlich). Seine Vorliebe für die USA spiegelt sich in den amerikanischen Schauplätzen, Helden und seinem Künstlernamen wider (zu meinem Bedauern – Frankreich würde doch eine prima Fantasy-Katastrophen-Abenteuer-Kulisse abgeben). „Alterra“ war ursprünglich als Trilogie konzipiert, laut französischer Wikipedia ist nun wohl aber eine 7-bändige Serie geplant.

    &quot;The difference between fiction and reality? Fiction has to make sense.&quot;<br />Tom Clancy


  • Die jungen Helden, allen voran Matt, sind zwar nicht besonders detailliert gezeichnet, bergen aber vielleicht gerade deswegen Identifikationspotential für gleichaltrige Leser und Leserinnen.


    Das habe ich dann doch ein wenig anders empfanden, gerade Matt wird auch durch seine vielen Gedanken sehr detailliert geschildert.



    Warum der deutsche Verlag den Titel gleich der bekannten Naturkosmetikmarke von Rossmann benannt hat, ist mir schleierhaft und finde ich bedauerlich (aber man kann wohl davon ausgehen, dass Kinder sich dadurch nicht irritiert fühlen werden).


    Ähm, dann hättest du die Geschichte wohl aufmerksamer lesen sollen.
    Amber hat die Entwicklung Alteration genannt (in Anlehnung an das lateinische alterare = verändern).



    Stilecht führt Matt von Anfang an die klassische Helden-Waffe mit sich: ein Schwert, dass seine Eltern ihm zu Weihnachten geschenkt haben, ein Nachbau eines Schwertes aus dem Film „Herr der Ringe“. Und es verwundert auch nicht, dass die Kinder nach und nach individuelle, übernatürliche Fähigkeiten entwickeln, so wie man im Rollenspiel seinen Helden unterschiedliche Talente zuweist: Stärke, Gewandtheit, Beherrschung der Elemente, … ihr kennt das ja vielleicht. ;-)


    Nein, ich kenne das nicht. Trotzdem finde ich es schade, diese Geschichte darauf zu reduzieren. Mit diesem Schwert hat Matt wenigstens eine eigene Waffe, um sich in der neuen gefährlichen Welt zu verteidigen - wenn er natürlich auch erst mit ihm bzw. dem Gewicht umzugehen lernen muss. Und die individuellen Fähigkeiten entwickeln nicht alle Kinder, vor allem sind sie ja auch eine Folge der Alteration. Eine andere als die für die Erwachsenen - aber durch sie wird deutlich, dass sich eben die ganze Welt verändert hat.



    Das Buch ist daher ein guter Unterhaltungsroman für Fantasy- und Spannung-liebende junge Leser. Für Erwachsene ist „Alterra – Die Gemeinschaft der Drei“ etwas zu flach und in der Sprache zu einfach. Man kann es lesen, wenn man sonst nichts Spannendes rumliegen hat, aber es gibt sicherlich bessere Jugendbücher, die auch Erwachsene fesseln können und mehr Tiefe haben (wenn ich allein schon an die Bücher von Michael Ende denke oder meinetwegen auch die Harry-Potter-Reihe).


    Deiner Meinung nach.

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    Liebe Grüße,<br />Verena<br /><br />&WCF_AMPERSAND"Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?&WCF_AMPERSAND" Gandalf in &WCF_AMPERSAND"Die Gefährten&WCF_AMPERSAND", J.R.R. Tolkien

  • Nach einer kurzen Einführung stürzt der Autor seine Protagonisten ins Abenteuer. Der Schneesturm bricht los und von diesem Augenblick an hat mich das Buch gepackt. Ich war genauso entsetzt wie Matt und sein Freund, als die ersten Mutanten auftauchen und eine atemlose Flucht beginnt, bei der ich regelrecht mitgefiebert habe.


    „Alteration“ bedeutet Umwandlung od. Veränderung. Wenn man den Titel der Reihe „Alterra“ betrachtet, dann habe ich es für mich mit „Veränderte Erde“ übersetzt, oder eine Erde, die sich in einem Umwandlungsprozess befindet. Das passt eigentlich ganz gut zur Handlung.


    Wenn man dieses Buch liest, muss man die Lust mitbringen sich auf die Ideen des Autors einzulassen, auch wenn vieles unmöglich ist. Es ist keine Dystopie, die sich im Bereich des Mögliches abspielt, sondern eine fantasievolle Geschichte, deren Botschaft deswegen nicht weniger eindringlich ist.


    Die Idee einer Welt, die sich zur Wehr setzt, wird konsequent umgesetzt. Die darin steckende Ökobotschaft hat mir gut gefallen, genauso wie die Einfälle, mit welchen der Autor diese Botschaft untermauert. Oft sind diese richtig grausig und düster, wodurch eine sehr spannende und packende Atmosphäre entsteht.


    Die Vorstellung einer Welt, in der nur die Kinder unversehrt überlebt haben und sich nun gegen die Natur und grauenvolle und furchterregende Wesen zur Wehr setzen müssen, hat etwas beklemmendes, genauso wie die menschenleeren Städte, welche die Jugendlichen immer wieder erkunden und zur Beschaffung von lebenswichtigen Dingen nutzen. Vieles was früher selbstverständlich war ist nun ein kostbares Gut.


    In einer Umgebung, in welcher man alleine nicht überleben kann, bekommen Freundschaften und Gemeinschaften eine überlebenswichtige Bedeutung. Und so findet sich „Die Gemeinschaft der Drei“ um gemeinsam die Rätsel dieser neuen Welt zu entschlüsseln.


    Am Schluss bleiben viele Fragen offen und Matt macht sich mit seinen Freunden auf den Weg um die Antworten zu finden. Am liebsten hätte ich die Fortsetzung gleich im Anschluss gelesen!


    Fazit: Eine düstere, spannende und wendungsreiche Zukunftsvision.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    LG, Aurian

    Einmal editiert, zuletzt von Aurian ()

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    Meine Meinung:
    Die Welt ist plötzlich nicht mehr, wie wir sie kennen. Die Erwachsenen sind verschwunden, die Erde ist überzogen von einem Urwald und die übriggebliebenen Kinder und Jugendlichen kämpfen ums nackte Überleben!


    Matt und sein Freund Tobias sind plötzlich auf sich allein gestellt, müssen wilden Tieren ausweichen und vor Wesen flüchten, die mit einem weltveränderten Sturm gekommen sind.
    Zum Glück sind sie zu zweit, können sich gegenseitig Trost geben und helfen.
    Als sie auf andere Kinder treffen, wird es etwas besser mit der Selbstverteidigung und einem gewissen Schutz. Dort treffen die beiden Jungs auf Ambre, ein Mädchen, das zunächst etwas abweisend erscheint, doch dann ein guter Kumpel der beiden wird.
    Aber nicht einmal bei den Pans, so nennen sich die Gruppierungen der Kinder, fühlen sich die drei ganz sicher. Und das hat gleich mehrere Gründe, einer klingt gefährlicher als der andere ...


    Die Geschichte war von Anfang an spannend und das zog sich durch das ganze Buch hindurch.
    Ich konnte die Kälte spüren, mit der die Geschichte begann, Matts Selbsterhaltungstrieb förmlich vor mir sehen, wie er immer nach Auswegen und Lösungen sucht.
    Der Weg durch das Gestrüpp des Waldes und auf der Suche nach anderen Überlebenden, die ermüdende Suche nach Lebensmitteln, der Kampf mit gefährlichen Tieren, all das wurde sehr lebendig beschrieben. Unterstrichen wurde das Ganze immer mit einem Schuss Dramatik.
    Die Gemeinschaft der Drei erlebte ein revolutionäres Abenteuer!


    Die Sache mit der Verständigung zwischen den Pangemeinschaften erinnerte mich an den Film "Postman", bei dem das so ähnlich lief. Das half mir, den Zustand der gegenwärtigen Situation noch besser zu verstehen und das hat der Autor dadurch sehr gut hinbekommen.
    Durch die Lebendigkeit, die Maxime Chattam in seinem Werk an den Tag legte, wirkte das Abenteuer der drei noch spannender. Dafür muss ich auch dem Übersetzer ein großes Lob aussprechen, der es geschafft hat, die Geschichte so mitreißend umzusetzen!


    Matt wurde von den wichtigsten Dreien am besten beschrieben. Das Verhältnis zu seinen Eltern wurde gut dargestellt, ich konnte seine Zerrissenheit nachempfinden. Aber auch die Veränderung, die geistige wie auch die körperliche, wurde super geschildert. Der Verlauf dieser Veränderung, der sich durch den ganzen Roman zog, war nachvollziehbar beschrieben.
    Tobias wirkte dagegen immer wie ein Anhängsel, der für den Leser nur ab und zu ins Rampenlicht für eine kleine Aktion trat und genauso schnell wieder im Schatten verschwand. Er ist Matts treuer Weggefährte und ein wahrer Freund. Ich könnte mir vorstellen, dass er in den beiden Folgebänden mehr in den Mittelpunkt geraten könnte.
    Ambre, die bei den Pans dazu stieß, war von Anfang an eine herausstechende Persönlichkeit, aus deren Blickwinkel ich ab und zu auch etwas lesen durfte. Aber auch sie war eher eine Nebenfigur.


    Klimawandel und Umweltschutz sind ein großes Thema in dem Buch, auf das zum Ende hin kurz eingegangen wird. Aber die Zerstörung der Erde hatte zur Folge, dass die Jugendlichen und Kinder nun unter dieser starken Veränderung leben müssen, ohne Eltern und Bequemlichkeiten des Alltags.
    Ich finde es toll, dass diese Problematik so gut in einem Jugendbuch geschildert wird. Dem einen oder anderen gibt es vielleicht einen Denkanstoß, nicht gleichgültig durchs Leben zu gehen.


    Die Kapitel sind relativ kurz gehalten, immer nur ein paar Seiten lang, und sie beginnen stets auf der rechten Seite. Eine schöne Kleinigkeit ist ein Muster, das am Anfang und am Ende jeden Kapitels an einer Ecke abgedruckt ist.
    Die meiste Zeit wurde mir Matts Sicht geschildert, aber ab und zu durfte ich die Handlung auch aus dem Blickwinkel von Matts Mitstreitern Tobias und Ambre sehen. Das führte zu einem guten Überblick.
    Hinter der Geschichte wurde noch eine Karte abgelichtet, die die USA nach der großen Veränderung zeigt. Darauf sind verschiedene Pangemeinschaften und andere wichtige Orte abgebildet.


    Ich muss einfach immer wieder erwähnen, wie einzigartig und lebensnah der Autor diese Geschichte schrieb. Man sagte mir, dass der zweite Teil noch realer sei, das selbst herauszulesen, darauf freue ich mich jetzt schon!
    Dieses Werk ist mein erster Roman von einem französischen Autor und ich bin vollauf begeistert!
    Nun hoffe ich, dass meine persönliche Meinung ausdrücken konnte, was ich empfand. Mir fehlten leider oft die richtigen Worte.

    Fazit:

    Ein genialer Mix aus Fantasiegeschichte und einem atemberaubenden Abenteuerroman. Da macht das Lesen einen sehr großen Spaß!
    Deshalb bekommt der Roman fünf von fünf Sterne von mir und ist mein persönliches Aprilhighlight 2011.


    Anmerkung:
    Auf http://www.pan-verlag.de gibt es ein kurzes Interview mit dem Autor.



    ALTERRA-Trilogie:
    1. Die Gemeinschaft der Drei
    2. Im Reich der Königin
    3. Der Krieg der Kinder (September 2011)



    © Tikvas Schmökertruhe 7.5.2011

    gesegnete grüße, dine *wink* :schmetterling:

  • Weltuntergangsstimmung in New York


    Kurz vor Weihnachten erkennen die Freunde Matt, Tobias und Newton erste Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Es ist definitiv zu warm für Dezember, seit 2 Jahren hat es nicht mehr geschneit. So richtig geht es dann an Weihnachten los: Ein furchtbarer Sturm kommt auf, blaue Blitze schießen aus dem Boden. Es scheint, als würden sich Menschen einfach in Luft auflösen. Nach einer schrecklichen Nacht ist die Welt eine total andere. Scheinbar gibt es keine Erwachsenen mehr, keine Autos oder andere technische Geräte. Matt und Tobias machen sich auf die Suche nach weiteren Überlebenden. Schnell erkennen sie, dass es doch noch erwachsene Menschen gibt, die ihnen jedoch nicht wohlgesonnen sind. Auch sogenannte Stelzenläufer sind hinter ihnen her. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als New York zu verlassen und vor diesen feindlichen Wesen zu fliehen. Unterwegs erwartet sie so manches Abenteuer. Mit viel Mut und auch viel Glück gelangen sie zu einer Insel, auf der eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen sich bereits zusammengefunden und organisiert hat. Doch auch hier ist nicht alles so friedlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Es gibt Verräter unter den Kindern. Wem kann man trauen, vor wem muss man sich hüten?


    Das Buch hat mir und meinen Kindern (12 und 14 Jahre) ausgesprochen gut gefallen. Das Thema ist mal was anderes im Fantasybereich, nicht immer nur Vampire, Zauberer und Werwölfe. Die Geschichte ist äußerst spannend geschrieben und kommt schnell voran. Die Jugendlichen sind sehr gut charakterisiert. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen in der Handlung, die zum Teil auch etwas unheimlich und gruselig ist. Die Sprache ist recht einfach gehalten, dadurch leicht zu lesen und sehr gut auch für Kinder ab ca. 12 Jahren geeignet. Gut finde ich auch die dezenten Hinweise darauf, dass wir Menschen sehr verantwortungslos mit der Natur umgehen und es nun an den Kindern liegt, dies zu ändern.


    Maxime Chattam, den man bisher nur als Thriller-Autor kannte, ist hier ein hervorragendes Debüt im Fantasy-Bereich gelungen. Ohne Zögern gebe ich 5 Ratten für den 1. Band einer Trilogie, der leider mit einem Cliffhanger endete.


    5ratten

    Liebe Grüße, Lilli

  • Ich kann mich der Begeisterung nicht so richtig anschließen. Die Erde wehrt sich - das kam so mit dem Nudelholz übergezogen daher. Die Entwicklungen der neuen Gesellschaft und Erkenntnisse über die Veränderungen der Lebewesen fanden in kürzester Zeit statt, das war unglaubwürdig. Aber gut, für ein Kinderbuch mag das angehen.


    Weitere Teile werde ich nicht lesen.


    Knapp 3ratten

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr