Wilkie Collins - Die Frau in Weiß

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 88 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bettina.

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    Kurzbeschreibung
    Walter Hartrights begegnet der geistig verwirrten Anne Catherick. Als er wenig später auf Gut Limmeridge in Cumberland als Lehrer beginnt, erkennt er in seiner Schülerin Laura Fairlie eine Doppelgängerin der mysteriösen Fremden. Die beiden verlieben sich, doch Laura ist einem anderen versprochen. Auch auf Limmerigde begegnen sich Walter und Anne und Walter reist ab, da er Laura nicht gewinnen kann. Die vorgesehene Ehe von Laura jedoch verläuft nicht glücklich und jemand versucht, Lauras und Annes ähnelnde Erscheinung zu seinen Gunsten auszunutzen. Walter Hartright versucht hartnäckig, die Machenschaften aufzudecken.


    Das Buch stammt von 1860 und es stehen verschiedene Ausgaben und Übersetzungen ab 1891 sowie das Original zur Verfügung.


    Teilnehmer
    Bettina
    dubh
    mohan
    Saltanah
    Machandel
    UlrikeW
    Hildegunst
    Wickie ?
    Yanni


    [hr]


    Viel Spaß!!

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  • Da ich bisher nur von Saltanah weiß, dass sie gestern bereits mit der Leserunde angefangen hat, habe ich wenig schlechtes Gewissen *g* wenn ich meinen Start auf heute Abend lege. Gestern waren wir unterwegs.


    Ich lese das Original als pdf, das ich von feedbooks.com downgeloaded habe. Das ist gleichzeitig ein kleiner Testlauf, ob sich das lesen lässt und ob ich künftig weitere Bücher als Download beschaffen werde. Am Rechner lese ich es jedoch nicht, sondern als Ausdruck. Hat sonst noch jemand irgendeine eBook-Version oder lest Ihr mehrheitlich eine Taschenbuch-Variante?

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  • Hallo! :winken:
    Wenn ihr alle etwas verspätet anfangt kann ich vielleicht doch noch mitlesen. Ich habe die Leserunde nämlich vor lauter Unistress total vergessen :redface: und muss mir jetzt erst mal das Buch bestellen und werde bis Donnerstag auch nicht so viel zum Lesen kommen. Danach ist mein letztes Referat in diesem Semester dann allerding rum und ich habe wieder etwas mehr Zeit.

  • Guten Nachmittag :winken:


    Erstens, es geht mir sowas von auf den Keks von Amazon wenn ich "Wilkie Collins Woman White" in die Suche eingebe 650 Ergebnisse präsentiert zu bekommen von denen nur etwa 10 wirklich "The Woman in White" sind.
    Zweitens, ich lese eine englische Taschenbuchausgabe. Wordsworth Editions, 2002. Das habe ich mir mal in London gekauft, nachdem ich das auf dem Buch basierende Musical gesehen hatte.

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    Die ist es nicht :breitgrins: aber sie kommt dem immerhin am Nächsten.


    Ich bin gestern bis Seite 30 gekommen und werde heute auch nur den angefangenen Abschnitt beenden. Am besten gefiel mir ja, wie Hartright seinen ersten Eindruck von Marian Halcombe beschreibt ... der Stil ist insgesamt angenehm flüssig, finde ich, und man bekommt auch nicht erst 100 Seiten Exposition aufgetischt, ehe wirklich etwas passiert, sondern es geht quasi gleich zur Sache.

    "A book is to me like a hat or a coat - a very uncomfortable thing until the newness has been worn off." (Charles B. Fairbanks)

  • Hallo zusammen!


    Mittlerweile habe ich den VI. Abschnitt beendet. Das ist bei mir auf Seite 55. Ich lese übrigens die HC-Ausgabe von Area.


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    Erstaunt war ich etwas über die Einteilung des Buches. Es wird sicher interessant die Geschichte aus den verschiedenen Blickwinkeln zusammen zu setzen.


    Hartright kann ich mir im Moment noch nicht so gut vorstellen, dafür um so besser seinen Freund, den Professor, und auch die junge Dame, Marianne Halcombe.
    Über den Onkel konnte ich mich prächtig amüsieren. :breitgrins: Im Grunde wird er heilfroh sein, dass sein älterer Bruder das Zeitliche gesegnet hat und er nun in angemessener Form leiden kann.


    Was mir auf die Nerven ging war das frauenfeindliche Gerede von Marianne Halcombe. Ständig setzte sie ihre Geschlechtsgenossinnen herunter wo sie nur konnte. Mir ist klar, dass zu jener Zeit das Frauenbild nicht viel anders war, aber für meinen Geschmack wird da viel zu sehr darauf rumgetrampelt!



    ... der Stil ist insgesamt angenehm flüssig, finde ich, und man bekommt auch nicht erst 100 Seiten Exposition aufgetischt, ehe wirklich etwas passiert, sondern es geht quasi gleich zur Sache.


    Das empfand ich auch als sehr angenehm. Man bekommt sozusagen gleich auf den ersten Seiten eine geheimnisvolle Frau präsentiert und lechzt dann danach mehr zu erfahren. :smile:

  • :winken: ,


    ich lese auch auf Englisch, allerdings die Penguin Popular Classics-Ausgabe:

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    und habe eben das 8. Kap. beendet.


    Mein erster Eindruck war ebenfalls sehr positiv. Ich liebe die britische Literatur des 19. Jahrhunderts und fühle mich da sehr heimisch. Irgendwie sind diese Romane für mich wenn auch nicht die aller-allerbesten, so doch die idealen - falls ihr versteht, was ich meine. Der Inbegriff eines Romans sozusagen.


    Das wundert mich insofern, als ich es eigentlich gerne sehr kurz und nur angedeutet mag. Das gilt für dieses Buch ja nicht direkt - auch wenn es schnell zur Sache geht, so sind die Beschreibungen doch recht ausführlich, aber trotzdem... Ich mag es!


    Eigentlich reagiere ich auch sehr empfindlich auf (zu) große Zufälle. Dass Hartright und die Frau in Weiß (fast) gemeinsame Bekannte haben und dass er zudem noch ganz zufällig erfährt, woher sie kommt, würde mich in jedem anderen Buch zu Wutschnauben veranlassen, aber hier passt es. Die ollen Briten dürfen sowas tun! :zwinker: Das gehört dazu.


    Hartright, der erste von mehreren Erzählern (ich bin eine manische Vorblätterin; zwar lese ich nichts vom Text, aber wenn der erste Abschnitt mit den Worten The Story begun by..., muss ich doch erst mal gucken, wie lange der erzählt, wer ihn ablöst, usw.) ist mir auf Anhieb sympathisch. Zwar höflich und wohlerzogen, nimmt er, wenn es um die Schwächen seiner Mitmenschen geht, doch kein Blatt vor den Mund, z. B. bei der Beschreibung von Mr. Fairlie oder Mrs. Vesey. (Some of us rush through life, and some of us saunter through life. Mrs. Vesey sat through life. :breitgrins: (8. Kap.)) Dabei wird er aber nie bösartig - sehr sympathisch eben.


    Auch Marian Halcombe gefällt mir in ihrer freien Art, und vor allem mag ich, dass sie nicht der Inbegriff weiblicher Schönheit ist. Zu dunkel, zu männlich, bright, frank and intelligent und dabei wanting in those feminine attractions of gentleness and pliability (6. Kap.). Allerdings wurde mir bei der Beschreibung gleich klar, dass es zwischen ihr und Hartright sicher nichts werden wird. Sie ist eher der Typ der Freundin und Vertrauten als der Angebeteten.

    Was mir auf die Nerven ging war das frauenfeindliche Gerede von Marianne Halcombe. Ständig setzte sie ihre Geschlechtsgenossinnen herunter wo sie nur konnte. Mir ist klar, dass zu jener Zeit das Frauenbild nicht viel anders war, aber für meinen Geschmack wird da viel zu sehr darauf rumgetrampelt!

    Gefallen tun mir diese Sprüche auch nicht, aber ich denke, Marian handelt in Selbstverteidigung. Sie nimmt sich ja einiges heraus, ist sehr offen und direkt (und intelligent), kaschiert ihre Stärke aber dadurch, dass sie ständig von den Schwächen von "uns Frauen" redet. Sie stellt sich und ihre Geschlechtsgenossinnen in ihren Aussagen klein und hilflos dar, verhält sich aber gar nicht so.


    In Laura Fairlie hat Hartright dann seine ideale Angebetete gefunden. Aber auch ein Rätsel, wie er des Abends bemerkt:


    Zum Abschluss noch mein Lieblingswort bisher: smalltakable! :lachen:

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Flotte Gesellschaft. Ich tippele hinterher und habe heute gerade mal soviele Seiten geschafft, dass zehn Finger zum Zählen reichen. Da muss ich meinen Mann gleich auf Dienstreise schicken, damit ich einen freien Leseabend habe.


    Bisher haben wir nicht eine einzige Ausgabe doppelt hier *g*


    Ich muss mich in den Schreibstil erst noch einfinden, da ich schon lange nichts mehr gelesen habe, das so alt ist. Auf Anhieb kam es mir eher umständlich vor; ich hatte befürchtet, die Einleitung gerät nach den ersten Worten umfangreich, aber das war glücklicherweise nicht der Fall.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Hallo!
    Mach dir mal keine Sorgen Bettina. Ich bin im Moment auch eher eine Leseschnecke und das wird sich bis Donerstag auch sicher nicht ändern.
    Ich habe es immerhin geschafft mir das Buch aus der Bib auszuleihen und bis Seite 11 (das ist bei mir Mitte 2. Kapitel) zu lesen.
    Ich lese eine Enlische Ausgabe von 1975.
    Zum Inhalt kann ich noch nicht viel sagen. Ich finde es ist auf jedenfall sehr interessant die Geschichte von den Verschiedenen Protagonisten erzählen zu lassen.
    Positiv überrascht war ich von der Sprache. Das Buch ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und ich habe bei Weitem nicht so viele Verständnisprobleme wie bei Jane Austen.

  • Ich bin inzwischen mit Kapitel 9 zu Ende.


    Hartright hat sich eingelebt und verbringt viel Zeit mit den Damen. Während er erkennt, dass er sich in Laura verliebt hat und annimmt, dass auch diese, durch die Erkenntnis seiner Liebe merkt, sich ihrerseits zu ihm hingezogen fühlt, sucht Marian weiterhin nach Hinweisen auf die Dame in Weiß.


    Ihre Suche bringt schließlich auch einen Namen hervor. Das Mädchen von damals sah Laura sehr ähnlich. Da die Mutter sich weder zu ihrer noch zu der ihrer Tochter Herkunft auslassen will, rattert es stark in meinem Kopf. Könnte es sein, dass sie irgendwie verwandt ist, oder dass man die erstaunliche Ähnlichkeit in der Gegenwart zu betrügerischen Taten benutzen könnte?


    Und dann entdeckt auch Marian, dass Laura und Hartright sich etwas zu nahe stehen. Dass sie ihn so bald als möglich aus Lauras Nähe entfernen möchte und zwar ohne dass der Onkel Lunte riecht, kann ich nachvollziehen. Aber doch bleibt da ein klein wenig Misstrauen zurück. Warum kontrolliert sie Lauras Post? Und warum wurde der Verlobte bisher nicht erwähnt? Warum diese seltsame Art der Mitteilung bei Tisch? Wenn Hartright es nicht hat hören sollen, gab es doch sicher genügend Gelegenheiten um es Laura vertraulich mitzuteilen. :gruebel:

  • Ich bin jetzt bei Kapitel 7


    Fallen euch auch diese kleinen Halbsätze auf, die Andeuten, dass da noch ganz gehörig was im Busch ist? Ich habe sie mir natürlich nicht angestrichen :rollen: aber zum Beispiel in der Beschreibung von Mrs Vesey machte mich misstrauisch: "Surely a mild, a compliant, an unutterably tranquil and harmless old lady!" (S. 36 in meiner Ausgabe. Abschnitt 1, Kapitel 7, Ende erster Absatz.) Dieses "surely" lässt meine Barthaare irgendwie zittern. :gruebel:

    "A book is to me like a hat or a coat - a very uncomfortable thing until the newness has been worn off." (Charles B. Fairbanks)


  • Dieses "surely" lässt meine Barthaare irgendwie zittern. :gruebel:


    :breitgrins:
    Alle Mitglieder dieses Haushaltes scheinen eine Seite zu haben, die man bisher nur erahnen kann. Ist Marian wirklich nur so fürsorglich, weil sie die ältere Schwester ist?


    Dabei fällt mir ein, wie ist es in euren Ausgaben mit dem Verwandtschaftsverhältnis der beiden Damen. Ganz zu Anfang erzählt Marian Hartright, dass sie und Laura Halbschwestern wären. Aber im Verlauf der nachfolgenden Seiten bezeichnet sie sie ständig als ihr Stiefschwester. :confused:


  • Ich bin inzwischen mit Kapitel 9 zu Ende.


    Warum kontrolliert sie Lauras Post? Und warum wurde der Verlobte bisher nicht erwähnt?


    :gruebel: Haben wir etwa unterschiedliche Kapitelangaben? Der Brief kommt in meiner Ausgabe erst im 10. Kapitel.
    Jedenfalls finde ich es nicht unnormal, dass sie sich den an Laura gerichteten Brief anguckt. Es passiert ja nicht so furchtbar viel in Limmeridge House - da ist die Ankunft eines Briefes schon was besonderes. Also guckt man sich den schon mal an und überlegt, von wem der sein könnte, auch wenn der nicht an eine selbst adressiert ist. Immerhin liest Marian den Brief ja nicht bevor ihre Schwester ihn bekommt.


    Und warum wurde der Verlobte bisher nicht erwähnt?


    Warum sollte er? Da gab es bisher keinen Anlass zu. Es handelt sich ja nicht um eine Liebesheirat sondern etwas, das vor allem die Anwälte der beiden Familien angeht. Ich nehme an, dass weder Marian noch Laura selbst über die bevorstehende Ehe besonders nachdenken. Sie wird irgendwann geschehen, das wissen sie beide und nehmen es hin. Kein Thema, über das man mit dem Zeichenlehrer reden würde.
    Erst jetzt wird es akut, als der Verlobte sich ankündigt und die Eheschließung bald stattfinden soll und sich außerdem anderweitige Gefühle entwickelt haben.



    aber zum Beispiel in der Beschreibung von Mrs Vesey machte mich misstrauisch: "Surely a mild, a compliant, an unutterably tranquil and harmless old lady!" (S. 36 in meiner Ausgabe. Abschnitt 1, Kapitel 7, Ende erster Absatz.) Dieses "surely" lässt meine Barthaare irgendwie zittern. :gruebel:


    Jetzt wo du es sagst... Wäre möglich, dass sich da etwas hinter versteckt. Ich habe das "surely" allerdings nicht so aufgefasst. Mrs. Vesey ist meiner Meinung nach zu dumm, um wirklich gefährlich zu sein.


    Dabei fällt mir ein, wie ist es in euren Ausgaben mit dem Verwandtschaftsverhältnis der beiden Damen. Ganz zu Anfang erzählt Marian Hartright, dass sie und Laura Halbschwestern wären. Aber im Verlauf der nachfolgenden Seiten bezeichnet sie sie ständig als ihr Stiefschwester. :confused:


    Das ist mir nicht aufgefallen. Ich habe eben ein bisschen geblättert, aber auf die Schnelle nur Stellen gefunden, in denen Marian Laura entweder als "Miss Fairlie" oder als "my sister" bezeichnet.



    Ich habe mittlerweile Walter Hartrights Teil der Erzählung beendet.


    Ehrlich gesagt wurde es mir hier etwas zu gefühlsduselig. Ach, wie sie unter ihrer unglücklichen Liebe leiden :rollen: ! Wobei es mich dann wieder etwas versöhnt, dass nicht nur die Frau so von ihren Gefühlen überwältigt wird, sondern auch der Mann. Ein moderner "Held" würde sich sicher etwas "männlicher" (=härter) darstellen als Hartright es tut.


    Auch dass sie alle manchmal etwas arg lange brauchen, um eigentlich offensichtliche Schlussfolgerungen zu ziehen, hat mich manchmal leicht genervt. Andererseits haben wir als Leserinnen es ja viel einfacher, Hinweise zu verstehen. Von wem z. B. der Brief ist, oder wer den Grabstein putzt, ist für uns leichter zu erraten als für die Protagonisten im Buch. Die wissen ja nicht, welche Ereignisse in ihrem Leben für die Romanhandlung wichtig sein werden und welche nicht - falls ihr versteht, was ich meine.


    Dass Sir Percival Glyde, der Verlobte, die Ehe noch vor Ende des Jahres schließen will, ist natürlich hoch verdächtig. Wieso plötzlich diese Eile? (11. Kap.) Jedenfalls ist es für mich klar, dass wir in ihm den Bösewicht des Buches vor uns (oder eigentlich nicht vor uns, er ist ja noch nicht aufgetaucht) haben. Ihm traue ich jedenfalls nciht über den Weg.


    Ob man allerdings der Frau in Weiß trauen kann, ist auch fraglich. Einerseits natürlich - ansonsten würde dem Roman ja seine Basis fehlen, aber andererseits wirkt sie ja psychisch schon ziemlich labil, um es vorsichtig auszudrücken. Kann man ihr wirklich alles glauben, was sie sagt?

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Die Einteilungen geben mir auch Rätsel auf.
    Bei mir gibt es drei grosse Teile, drei Mal eine so genannte epoch. Jede davon enthält chapter, die wiederum "unternummeriert" in Abschnitte sind. Aktuell lese ich z.B. epoch 1, chapter 1, no7.
    Die Beschreibung von Mrs Vesey finde ich erst in Abschnitt 8 *auchgrübel*


    Dafür aber lese ich inzwischen echt gerne in dem alten Schinken. Das geht flott in der Geschichte, Walter hält sich nicht lange auf beim Erzählen, sondern erzählt nur das, was wirklich dazu gehört. Kaum fängt er an, ergattert er sozusagen schon den Job in Limmeridge House, kaum weiss er von diesem Job, trifft er jemanden, der das Haus kennt. Kaum trifft er die Dame, verwirren ihn die Anweisungen der Männer in der Kutsche...


    Leseschnecke Bettina zieht sich wieder in ihr Kämmerlein zurück und liest weiter. Pageturner made in 1860 :smile:

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  • Die Einteilungen geben mir auch Rätsel auf.
    Bei mir gibt es drei gro


    Was verstehst du denn unter drei gro?


    Bei mir ist die Aussage des Walter Hartright in 14 Kapitel unterteilt.



    Immerhin liest Marian den Brief ja nicht bevor ihre Schwester ihn bekommt.


    Das ist mir positiv aufgefallen. Ich hatte den Eindruck, sie wolle ihre Schwester vor unliebsammen Mitteilungen schützen.

  • Mir hat's bloss das Posting zerfetzt, als ich versucht habe, das scharfe s auf dieser Tastatur zu schreiben :zunge: Auf der von meinem Mann kann ich das nicht...


    Es muss also irgendwelche Änderungen gegeben haben. Walters Erzählung hat bei mir 15 Abschnitte und dann beginnt chapter 2, in dem Vincent Gimore erzählt. Aber bis ich da ankomme, dauert das noch eine Weile.

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  • Jetzt wo du es sagst... Wäre möglich, dass sich da etwas hinter versteckt. Ich habe das "surely" allerdings nicht so aufgefasst. Mrs. Vesey ist meiner Meinung nach zu dumm, um wirklich gefährlich zu sein.


    Auf Mrs. Vesey habe ich auch ein wenig geachtet, nachdem Machandels Nackenhaare sich so gesträubt haben. Bisher allerdings macht sie einen höchst schlichten Eindruck. Es könnte sich allerdings um eine Frau handeln, die eine absolut geregelte Umgebung braucht und Störungen derselben nicht vertragen kann. Doch bisher scheint sie eine harmlose Schachtel zu sein.


    Was mich überrascht ist, dass Walter Hartright erst den Brief benötigt, den Miss Halcombe vorliest, um die Ähnlichkeit von Miss Fairlie mit der Frau in weiss zu erkennen. So, wie es für Leseschnecke Bettina aussieht, sehen sich also Anne Catherick und Laura schön ähnlich. Mehr bisher aber nicht; ob es schon Verwechslungen gegeben hat oder warum Anne so erbost auf Baronets reagiert hat, erahne ich noch nicht. Dazu muss ich weiterlesen. Bin allerdings die letzten beiden Abende nicht dazu gekommen, weil Artikel geschrieben werden müssen.


    Schnell weiterlesen, solange der Sohn noch schläft.


    P.S.: Sehr schön, wie sich die Zufälle häufen *g * und Walter, vom Liebeskummer überflutet, genau an den richtigen Stellen misstrauisch wird... ein Baronet, der Anne geschadet hat, ein Baronet, den Laura heiraten soll... und noch dazu einer aus ihrer Heimat. Da geht die Post ab und ich bin mit Walters Bericht auch bald durch, hoffe ich.

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  • Was mich überrascht ist, dass Walter Hartright erst den Brief benötigt, den Miss Halcombe vorliest, um die Ähnlichkeit von Miss Fairlie mit der Frau in weiss zu erkennen.


    Das fand ich auch höchst eigenartig! Nach den Beschreibungen dachte ich, sie würden sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Also besteht nur eine gewisse Ähnlichkeit, die nicht unbedingt ins Auge fällt, oder wie seht ihr das?


    Hartright hat seine Frau in Weiß auf dem Friedhof überrascht und einiges erfahren können, allerdings sind sie und ihre Begleiterin am anderen Tag mit unbekanntem Ziel abgereist.
    Kurze Zeit später lernt Hartright den Advokaten Gilmore kennen und es entsteht ein freundschaftliches Verhältnis.
    Schließlich kommt der Tag seiner Abreise und er muss Abschied nehmen.

  • Ich konnte zwar noch nicht weiterlesen, aber ich habe eine Verdacht, warum Sir Parcival die Hochzeit beschleunigen will. Nachdem Anne aus dem Asylum entflohen ist und nun offensichtlich auch in Limmeridge House aufkreuzt, erscheint eine Person auf der Bildfläche, die ihm schaden könnte. Wenn Sir Parcival derjenige ist, den Anne so verabscheut (und ich schätze, davon können wir ausgehen), dann ist Anne diejenige, die über seine Untaten berichten kann. Auch, wenn man das möglichste zu tun schein, um sie als Ballaballa hinzustellen, kann sie durch Gerüchte schaden, irgendwer findet sich, der ihr glaubt, sie bestätigt .... und der gute Ruf ist futsch und die Hochzeit mit der reichen Erbin scheitert.

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  • Nach den Beschreibungen dachte ich, sie würden sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Also besteht nur eine gewisse Ähnlichkeit, die nicht unbedingt ins Auge fällt, oder wie seht ihr das?


    Ich denke eher, es ist eine Ähnlichkeit, die man am ehesten sieht, wenn die beiden nebeneinander stehen. Getrennt voneinander fallen eher die Unterschiede auf. Da ist auf der einen Seite die etwas verwirrte, sehr nervöse Frau, die nachts alleine (ein Unding!) über die Straßen irrt und auf der anderen Seite eine Tochter aus gutem Hause, die inmitten ihres Familienkreises angetroffen wird. Dass in diesen so ganz unterschiedlichen Situationen eine vorhandene Ähnlichkeit nicht gleich auffällt, kann ich gut nachvollziehen.



    Ich konnte zwar noch nicht weiterlesen, aber ich habe eine Verdacht, warum Sir Parcival die Hochzeit beschleunigen will. Nachdem Anne aus dem Asylum entflohen ist und nun offensichtlich auch in Limmeridge House aufkreuzt, erscheint eine Person auf der Bildfläche, die ihm schaden könnte.


    Möglich. Aber immerhin sind schon 3 Monate vergangen, seit Anne entkommen ist. Da müsste er doch schneller reagiert haben, denke ich. Dass sie ausgerechnet nach Limmeridge House gehen würde, konnte er noch nicht wissen, als er dort seinen Besuch ankündigte. Der Brief an den Anwalt wurde ja erst geschrieben, nachdem der arme Walter von den Hochzeitsplänen erfahren hatte.
    Ich nehme ja an, es hat mit Lauras Alter zu tun. Sie ist 20 und damit noch nicht volljährig. Vielleicht befürchtet Percival, sie könne sich, sobald sie nicht mehr das Mündel ihres Onkels ist und dem gehorchen muss, gegen ihn entscheiden. Und dann ist es glaube ich auch so, dass er, solange sie noch nciht volljährig ist, die Verfügungsgewalt über ihren Besitz hat, später aber nicht mehr. Also besser schnell arbeiten! - Wogegen natürlich spricht, dass er sie unter diesen Voraussetzungen schon lange hätte heiraten können. Aber vielleicht mag er eigentlich gar nicht heiraten, fühlt sich in seinem Junggesellendasein zu wohl, als dass er sich früher als unbedingt nötig binden wollte.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Gestern bin ich ein gutes Stück weiter gekommen und habe den Abschnitt mit Advokat Gilmores Aussage gelesen.


    Gilmore lernt Walter Hartridge kennen und erfährt von diesem und Marian die bisherigen Umstände einschließlich des Briefes.
    Kurz nach Hartridge Abreise erscheint Sir Percival Glyde. Von Gilmore auf den besagten Brief angesprochen, erklärt er seine Unschuld. Er legt den beiden seine Version der Vorgänge vor und Gilmore würde sich damit auch abspeisen lassen, nicht jedoch Marian. Ihrem Verhalten merkt Sir Percival an, dass sie nicht völlig überzeugt ist. Was ich ihr gut nachfühlen kann. Daraufhin besteht dieser darauf, dass sie einen Brief an die Mutter von Anna. Ein paar Tage später kommt eine Antwort darauf an, worin die Mutter die Angaben von Sir Parcival bestättigt.
    Da stellt sich nun die Frage, ob man diesem Brief so ohne weiteres Glauben schenken kann. Wenn nun Glyde mit so einer Entwicklung der Dinge gerechnet hat und sich einfach nur aufs Beste darauf vorbereitet ist. Sprich die Mutter wurde instruiert in dieser Art zu antworten, oder die Briefeschreiberin ist gar nicht die Mutter? Oder aber, ich sehe in Sir Percival Glyde einen Unhold, der gar keiner ist.


    Höchst interessant finde ich die Erbverhältnisse in der Familie Fairlie. Der bestehende Fideikommiß erscheint mir noch sehr üblich, die Erbfolge sehr verwirrend und er könnte so mancher Anlass haben, sich den Tod eines Familienmitglied herbeizusehnen. :zwinker:
    Gilmore muss ohne wirklich besprochenen Heiratskontrakt abreisen. Um so mehr erstaunte es nicht nur ihn, als bald darauf die Mitteilung über die festgesetzte Hochzeit eintraf. Ich bin gespannt, was der Auslöser dafür war!


    Gilmore setzte also den Vertrag auf, unter Berücksichtigung des einzigen Wunsches von Laura Fairlie. Die Anwälte des Bräutigams sind ja richtige Aasgeier, oder eher die ausführenden Organe eines Erbschleichers? Soll Laura ihre Heirat vielleicht nicht allzu lange überleben, damit Sir Parcival saniert ist?


    Gilmores Versuche Lauras Wunsch durchzusetzen, wird sogar von ihrem Onkel abgelehnt. Der Miesling will ja nur seine Ruhe haben. :grmpf: Trotz allem Sträubens bleibt dem Anwalt schließlich nichts anderes übrig als in die Forderungen einzuwilligen.
    An seinen Satz: "Wenn das meine Tochter wäre ...", werden wir wohl noch des öfteren denken. :sauer:


    Warum wollte Sir Parcival eigentlich unbedingt wissen, ob Anna außer von Hartridge noch von anderen gesehen wurde? Für meinen Geschmack interessiert er sich auch viel zu sehr für Hartridge. Was hat er davon, wenn er weíß, ob dieser Mitglied in irgendeinem Aquarellverband ist? Will er ihn etwa ausspionieren?
    Da braucht er allerdings keine Sorge zu haben, den Walter Hartridge tut alles um England den Rücken zu kehren.