Wilkie Collins - Die Frau in Weiß

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 88 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bettina.

  • Ihr schreibt ja wie die Wahnsinnigen :entsetzt:


    Ich bin gerade erst am Ende von Mr Gilmore's Erzählung angekommen, schleppe mich also ganz träge euch hinterher... das liegt aber eher daran, dass das Buch mich immer so in seinen Bann zieht und ich unter der Woche nicht so oft stundenlang lesen kann, hoffentlich schaffe euch heute Abend noch ein ordentliches Stück :breitgrins:


    Mich stört ein wenig, dass die Charaktere teilweise so, ja, dumm sind. Das hat ja schon angefangen, als Walter erst erkannt hat, dass Laura der Frau in Weiß zum Verwechseln ähnlich sieht, als er es aufs Brot geschmiert bekommen hat.
    Dann die Art wie Walter mit Anne umgeht ... und natürlich Laura. Also Laura und ich werden bestimmt keine Freunde ...


    Ich spekuliere ja schon ein wenig, dass Anne und Laura den gleichen Vater haben. Aber würde Collins das wirklich so schreiben, zu seiner Zeit, oder muss man es am Ende ganz vorsichtig zwischen den Zeilen lesen? Oder vielleicht ist wirklich alles nur Zufall. Ich bin gespannt.


    Ach ja! Ich hatte das alte Programmheft des Musicals das ich mal gesehen habe herausgekramt und darin gelesen, dass "Die Frau in Weiß" eines der ersten Bücher war, zu dem es Merchandisingartikel zu kaufen gab, zum Beispiel Seife und Parfüm. Außerdem war das Phänomen der Lesesucht damals wohl mit Harry Potter heute zu vergleichen, das fand ich schon enorm. Weiß natürlich nicht, wie zuverlässig meine Quelle da ist :breitgrins:

    "A book is to me like a hat or a coat - a very uncomfortable thing until the newness has been worn off." (Charles B. Fairbanks)


  • Ihr schreibt ja wie die Wahnsinnigen :entsetzt:


    Das ist die reine Panik, dass jemand denken könne, die Leserunde wäre eingeschlafen. :breitgrins:



    Ach ja! Ich hatte das alte Programmheft des Musicals das ich mal gesehen habe herausgekramt und darin gelesen, dass "Die Frau in Weiß" eines der ersten Bücher war, zu dem es Merchandisingartikel zu kaufen gab, zum Beispiel Seife und Parfüm. Außerdem war das Phänomen der Lesesucht damals wohl mit Harry Potter heute zu vergleichen, das fand ich schon enorm. Weiß natürlich nicht, wie zuverlässig meine Quelle da ist :breitgrins:


    Mensch, das ist ja interessant. Zu dieser Zeit schon so ein Hype. Wonach die Seife wohl roch? :gruebel:


    Ich hatte glücklicherweise ein wenig mehr Zeit zu lesen, da mich das Buch inzwischen so gefesselt hat, dass mir nachts die Augen beim Lesen zufallen. Also nicht erschrecken, wenn ich so viel schreibe, unter der Woche wird's wieder weniger. :zwinker:



    Bis Ende 4. Juli.


    Als erstes muss ich mich gleich mal wieder über meine Übersetzung aufregen. :grmpf: So langsam begreife ich, warum man bei dieser Ausgabe auf den Namen dieses Übeltäters verzichtet hat.
    Marian spaziert durch den Innenhof und entdeckt einen Fischteich. Da steht bei mir zu lesen:
    Der Teich ist voller Gold- und Silberfischchen und von dem weichsten Rasengürtel eingefaßt.


    Marian ist also erst kurz vor der Rückkehr Lauras nach Blackwater Park gezogen. Und Mrs. Vesey ist bei ihrer Schwester untergekommen. Mal sehen, ob wir diese Dame noch mal wiedersehen.
    Als ich Marians Beschreibung des Hauses und des Anwesen so durchlas, dachte ich nur, oh Gott, da möchte ich nicht nach meiner Hochzeitsreise hinkommen. Es macht alles einen recht vernachlässigten Eindruck. Ob das nur an Sir Percyvals Geldschwierigkeiten liegt. Interessieren würde mich ja, wer den Blumengarten angelegt hat.
    Seltsam finde ich, dass die Haushälterin neu ist. Was war denn mit der alten? Musste die vielleicht verschwinden, damit sie nicht etwas ausplaudert, was Laura nicht wissen darf?


    Was mag nur auf der Hochzeitsreise vorgegangen sein, dass Laura sich Marian nicht brieflich anvertrauen mag oder kann.
    Marian findet sie auch ziemlich verändert, als das Paar und, wie ich mir schon dachte, Graf Fosco nebst Gattin eintreffen. Die Gräfin hatte ich mir nun doch ganz anders vorgestellt. Das scheint ja nur ein besserer Schoßhund zu sein! Ob der verstorbene Mr. Fairlie Graf Fosco nicht mochte, weil er durchschaute, wie dieser seine Mitmenschen manipuliert? Dass sogar Marian von ihm um garnt wird! Aber sie durchschaut es und kann es für sich und hoffentlich auch für Laura nutzen.


    Der See, der Blackwater Park seinen Namen gab, spiegelt für mich die Verhältnisse der Familie Glyde wider. Laura soll der neuer Zufluss sein.
    Schrecklich fand ich, dass Marian gleich am ersten Tag im Bootshaus so eine scheußliche Erfahrung machen musste. Und dieses Stubenmädchen strotzt ja nur so vor Dummheit. Am liebsten hätte ich ihr eine geknallt. Barbarisch wie ich veranlagt bin. :kommmalherfreundchen: Immerhin wissen wir nun, wie es dort zugeht.


    Mrs. Catherick war also kürzlich in der Gegend. Aha! Suchte sie wirklich nur nach Anne, oder steckt da mehr dahinter? Warum wollte sie nicht, dass Sir Percival von ihrer Anwesenheit erfuhr?
    Oder dieser seltsame Mann? War er, wie Graf Fosco glaubt, ein Gläubiger?


    Nun zeigt Sir Percival sein wahres Gesicht. Aus ist es mir der Freundlichkeit. Marian hat schon Recht, wenn sie ahnt, dass sie sich vorsehen muss, um nicht Knall auf Fall aus dem Haus verwiesen zu werden. Die Stimmungsschwankungen, denen er unterliegt, wechseln heftig. Komischerweise weiß der Graf ihn sehr gut zu nehmen. Er weiß überhaupt sehr viel über Sir Percival. Wie sein Anwalt heißt, dass er Gläubiger hat usw.


    Jetzt ist es soweit! Sir Percival braucht Geld. Warum er unbedingt den Grafen und dessen Frau bei der Unterredung mit dabei haben wollte, verstand ich erst als es um die Zeugenunterschriften ging. Bei Fosco bin ich mir nicht sicher, ob ich wegen seiner Tiervernarrtheit lachen soll oder den Kopf schütteln. Da nimmt der Kerl doch glatt seine Mäuse mit auf einen Spaziergang. Ist er ein Narr oder ein gescheiter Mann? Oder doch ein gescheiter Mann, der sich als Narr ausgibt? Denn inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass unser Graf Fosco auch nicht astrein ist. Entweder hat er alleine was am laufen, oder er arbeitet mit Sir Percival zusammen.
    Durch Foscos kleinen Ausreisser kommt dann zutage, dass Mrs. Catherick vor kurzem da war. Wie schnell doch (ach ich bin's nun leid immer diesen langen Namen auszuschreiben und erlaube mir Sir Percival in Zukunft ganz vertraulich Percy zu nennen) Percy auf und davon war. Keine Frage welches sein Ziel war.


    Aber bevor er auf die Reise gehen kann, will er die Unterschrift unter Dach und Fach haben. Ein ganz fieser Schachzug ist übrigens die Weigerung Foscos seine Frau unterschreiben zu lassen und statt dessen auf Miss Halcombe zurückzugreifen.
    Und endlich hat Laura Verstand im Kopf, auch wenn ihre endgültige Verweigerung erst mit diese seltsamen Äußerung von Percy kam.


    Marians Brief an den Advokaten hat Fosco doch mit Sicherheit gelesen. Beide sahen sie den Brief einstecken und während die Tante Marian ablenkte, hat er alles gelesen. Pech für ihn, dass Marian dies auch entdeckte und den Antwortbrief frühzeitig abfing.
    Sieh einer an, kaum merkt der Graf, dass er zu spät ist, schon ist Lauras Unterschrift im Moment vom Tisch.


    Was nun die seltsame Aussage Percys bedeutet, hat Laura meiner Meinung nach nicht ganz wahrheitsgemäß beantwortet. Nur weil er nun den Namen kennt, würde er nicht so etwas sagen. Zumal er den Namen vorher schon kannte. Ich habe ja den Verdacht, dass Laura und Walter sich nicht nur aus der näheren Ferne angeschmachtet haben. Den die Worte:
    Deine Skrupel! Es ist etwas spät, damit jetzt anzufangen. Ich hätte gedacht, daß du mit all derlei Schwächen fertig gewesen wärest, als du aus der Notwendigkeit eine Tugend machtest, indem du mich heiratetest.
    können doch nur bedeuten, dass sie keine Jungfrau mehr ist. Womöglich sogar schwanger.


    Laura hat Anna getroffen. Es war ja klar, dass nur sie es gewesen sein konnte, die die beiden am Abend vorher im Dunkeln verfolgte. Anna scheint ein wenig enttäuscht von Laura zu sein. Hat sie erwartet eine Mrs. Fairlie in jung vor sich zu haben. Laura erinnert sich auch Anna als Kind gekannt zu haben. Leider kam sie nicht mehr dazu, welches Geheimnis ihre Mutter von der Familie Glyde kannte und auch später ihr erzählte. Das war sicher der Grund sie in diese Anstalt zu stecken. So ein Pech, warum muss die junge Dame auch so schreckhaft sein.

  • Ich habe eben das 4. Kap. des zweiten Teils von Marians Tagebuch beendet und stecke im 17. Juni.



    Seltsam finde ich, dass die Haushälterin neu ist. Was war denn mit der alten? Musste die vielleicht verschwinden, damit sie nicht etwas ausplaudert, was Laura nicht wissen darf?


    Dass die Haushälterin neu ist, muss ich überlesen haben. Wo wird das erwähnt? Mich wundert bei ihr vor allem, dass wir ihren Namen nicht kennen. Normalerweise haben Haushälterinnen in englischen Romanen des 19. Jahrhunderts Namen.
    Oder liegt es an Marian, dass wir ihn nicht erfahren? Kümmert es sie nicht, wie das Personal heißt? Soll das zeigen, wie wenig sich in Blackwater Park zu Hause fühlt?



    Die Gräfin hatte ich mir nun doch ganz anders vorgestellt. Das scheint ja nur ein besserer Schoßhund zu sein!


    Den Eindruck hatte ich auch! Erschreckend, wie Fosco seine Frau gezähmt zu haben scheint. Das macht mich sehr misstrauisch ihm gegenüber. Ansonsten geht es mir wie Marian. Der Graf ist mir beinahe gegen meinen Willen sympathisch. Er ist intelligent, höflich, nicht stromlinienförmig angepasst (dass man über seine Gewohnheiten lachen könnte, stört ihn nicht im geringsten) und hält Sir Percival im Zaum - zum Glück für Laura und Marian. Aber mit ihm stimmt trotzdem was nicht. Trauen kann man ihm nicht, davon bin ich überzeugt.
    Nur was er will, ist nicht klar. Mich würde interessieren, wie es mit seinen Finanzen aussieht. Ob er vielleicht dringend das Geld, das seine Frau nach Lauras Tod erben würde, braucht? Hat er sie vielleicht nur wegen ihres vermeintlichen großen Erbes geheiratet?



    Mrs. Catherick war also kürzlich in der Gegend. Aha! Suchte sie wirklich nur nach Anne, oder steckt da mehr dahinter? Warum wollte sie nicht, dass Sir Percival von ihrer Anwesenheit erfuhr?


    Ein Grund mehr, nicht an den Brief zu glauben, den sie angeblich an Marian geschrieben hat. Ich nehme mittlerweile an, dass Percival ihre Tochter ins Irrenhaus karrte, ohne dass die Mutter darüber informiert war.



    Aber bevor er auf die Reise gehen kann, will er die Unterschrift unter Dach und Fach haben. Ein ganz fieser Schachzug ist übrigens die Weigerung Foscos seine Frau unterschreiben zu lassen und statt dessen auf Miss Halcombe zurückzugreifen.


    Hier bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich Foscos Handeln einschätzen soll. Wollte er tatsächlich auf Nummer Sicher gehen und ein eventuelles Anfechten der Unterschrift wegen Voreingenommenheit der Zeugen verhindern? Oder wollte er vielleicht die Unterschrift verhindern? Ich könnte mir gut vorstellen, dass er ein ganz eigenes Spiel spielt, und Sir Percival nicht unbedingt in dessen Zielen unterstützt.



    Ich habe ja den Verdacht, dass Laura und Walter sich nicht nur aus der näheren Ferne angeschmachtet haben. Den die Worte:
    Deine Skrupel! Es ist etwas spät, damit jetzt anzufangen. Ich hätte gedacht, daß du mit all derlei Schwächen fertig gewesen wärest, als du aus der Notwendigkeit eine Tugend machtest, indem du mich heiratetest.
    können doch nur bedeuten, dass sie keine Jungfrau mehr ist. Womöglich sogar schwanger.


    Schwanger von Walter kann sie nicht sein. Der ist ja Anfang November, d. h., vor 8 Monaten abgereist; eine Schwangerschaft müsste man also deutlich sehen.
    Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die beiden sich wirklich so nahe gekommen wären, ohne dass Marian das wüsste. Die hätte sicher was gemerkt. Percival kann mit seinem Spruch auch meinen, dass ihr voriger Verehrer sich ja abgemacht hatte (wenn auch nicht freiwillig, was er aber nicht weiß), und Laura ihn als Ersatz nehmen "musste". Zwar hat er Laura nur wegen ihres Geldes geheiratet, aber dass sie an ihm nicht weiter interessiert ist, kann er trotzdem nicht verknusen. Er darf bei der Eheschließung andere Gründe als Liebe haben, sie noch lange nicht!

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ach ja, was ich ganz vergessen hatte:


    Was mag nur auf der Hochzeitsreise vorgegangen sein, dass Laura sich Marian nicht brieflich anvertrauen mag oder kann.


    Vielleicht gar nichts. Das war zumindest ein Gedanke, der mir durch den Kopf ging. Gar nichts - so dass schließlich auch Laura klar wurde, dass Percival keinerlei romantisches, sondern nur ein rein finanzielles Interesse an ihr hat. Das ist sowohl ernüchternd für sie als auch peinlich. Nichts, warüber man sprechen könnte, schon gar nicht, wenn Sex sowieso ein Tabuthema ist. Auch Nicht-Sex fällt darunter.
    Kein Sex hat für Percival (abgesehen von seinem allgemeinen Desinteresse an Laura) noch den Vorteil, dass er keine Erben befürchten muss, die sich dann ja zwischen ihn und Lauras Geld stellen würden.
    Außerdem hätte eine nicht vollzogene Ehe für den Fortlauf des Romans noch den Vorteil, dass Laura weiterhin "frei" für Walter wäre, ganz unberührt wie vor ihrer Ehe.


    Aber ob das stimmt? Nun ja - wir werden es sicher erfahren.


    Und noch etwas: beim Vorblättern, wie lang Marians Teil ist, entdeckte ich, wer den nächsten Teil erzählt. Das hat mich umgehauen. Von der Person hätte ich als allerletzte einen Beitrag erwartet.

    Wir sind irre, also lesen wir!


  • Ich habe eben das 4. Kap. des zweiten Teils von Marians Tagebuch beendet und stecke im 17. Juni.


    17. Juni? Den habe ich gar nicht. Miß Holcombes Aussage endet mit dem 23. Dezember und Aus Miß Holcombes Tagebuch beginnt mit dem 27. Juni. Hat Saltanah sich vertan oder habe ich eine gekürzt Fassung? :entsetzt:



    Dass die Haushälterin neu ist, muss ich überlesen haben. Wo wird das erwähnt? Mich wundert bei ihr vor allem, dass wir ihren Namen nicht kennen. Normalerweise haben Haushälterinnen in englischen Romanen des 19. Jahrhunderts Namen.
    Oder liegt es an Marian, dass wir ihn nicht erfahren? Kümmert es sie nicht, wie das Personal heißt? Soll das zeigen, wie wenig sich in Blackwater Park zu Hause fühlt?


    Das kommt erst am 28. Juni mit dem Zwischenfall des angeschossenen Hundes. Dort erfährt Marian von der Haushälterin, dass Mrs. Catherick vor ein paar Tagen da war. Auf Marians Nachfrage erklärt ihr die Haushälterin, die sich übrigens ein paar Tage später als Mrs. Michelson herausstellt, dass sie Mrs. Catherick an jenem Tag zum ersten Mal sah.



    Schwanger von Walter kann sie nicht sein. Der ist ja Anfang November, d. h., vor 8 Monaten abgereist; eine Schwangerschaft müsste man also deutlich sehen.


    Klar! Rechnen müsste man können. :clown:

  • 17. Juni? Den habe ich gar nicht. Miß Holcombes Aussage endet mit dem 23. Dezember und Aus Miß Holcombes Tagebuch beginnt mit dem 27. Juni. Hat Saltanah sich vertan oder habe ich eine gekürzt Fassung? :entsetzt:


    Nein, diesmal hat Saltanah sich nicht im Datum vertan. Unsere Ausgaben scheinen verschiedene Datierungen zu haben. Bei mir beginnt der 2. Teil des Tagebuchs mit dem 11. Juni 1850 (Marians Ankunft in Blackwater Park) und endet am 20. Juni, eight o'clock (Handlung noch unbekannt). Einen 4. Juni, bis zu dem du in deinem vorletzten Beitrag gelesen hattest, gibt es dafür bei mir nicht. Frag' mich nicht, wieso das so ist :rollen: .


    Das kommt erst am 28. Juni mit dem Zwischenfall des angeschossenen Hundes. Dort erfährt Marian von der Haushälterin, dass Mrs. Catherick vor ein paar Tagen da war. Auf Marians Nachfrage erklärt ihr die Haushälterin, die sich übrigens ein paar Tage später als Mrs. Michelson herausstellt, dass sie Mrs. Catherick an jenem Tag zum ersten Mal sah.


    Ach so. Du hast also daraus, dass die Haushälterin Mrs. Catherick nicht kannte, geschlossen, dass sie neu ist. Für mich war das eher der Beweis dafür, dass Sir Percival über seine enge Beziehung zu Mrs Catherick gelogen hatte, da die Haushälterin sie ja eben nicht kannte. Beides könnte stimmen.

    Wir sind irre, also lesen wir!


  • Nein, diesmal hat Saltanah sich nicht im Datum vertan. Unsere Ausgaben scheinen verschiedene Datierungen zu haben. Bei mir beginnt der 2. Teil des Tagebuchs mit dem 11. Juni 1850 (Marians Ankunft in Blackwater Park) und endet am 20. Juni, eight o'clock (Handlung noch unbekannt). Einen 4. Juni, bis zu dem du in deinem vorletzten Beitrag gelesen hattest, gibt es dafür bei mir nicht. Frag' mich nicht, wieso das so ist :rollen: .


    *Grrr* Wenigstens die Zeiten hätte sie gleich lassen können. Mein letzter Tag ist der 6. Juli.
    Letzter Eintrag von Marian um 9 Uhr, dann folgt noch ein Postscriptum von Graf Fosco!



    Ach so. Du hast also daraus, dass die Haushälterin Mrs. Catherick nicht kannte, geschlossen, dass sie neu ist. Für mich war das eher der Beweis dafür, dass Sir Percival über seine enge Beziehung zu Mrs Catherick gelogen hatte, da die Haushälterin sie ja eben nicht kannte. Beides könnte stimmen.


    Oh, an die zweite Möglichkeit hatte ich noch gar nicht gedacht. Danke, für den Schubs.


  • Ihr schreibt ja wie die Wahnsinnigen :entsetzt:


    Dafür lesen wir langsam :breitgrins:
    Ich bin gerade dabei, wie Marian die Neuankömmlinge seziert und bin bis zu dem Punkt gekommen, an dem der Anwalt Percivals aufkreuzt.


    Das Anwesen spricht für sich: Da zeigt die Beschreibung sozusagen, was drin ist. Ein mieser Baronet eben. Der hat inzwischen kein Interesse mehr daran, sich irgendwie nett zu zeigen - er hat Laura, er hat, was er wollte und jetzt ist er wieder wie immer. So kommt es mir vor.


    Fosco hat mit Chemie zu tun. :hallo: Bettinas Alarmglocke! Bettina liest entweder zuviele Krimis oder Foscos Frau kriegt Tranquilizer oder sowas in der Richtung. Wie kann sich ein Mensch so drehen? Abgesehen davon, dass Fosco das Talent hat, Menschen völlig für sich einzunehmen, finde ich Frau Foscos Benehmen fast schon befremdlich daneben. Als ob sie unter Medikamenten steht. Alternativ die Frage, was er sonst tut: Bei mir im Text bezieht sich Marian explizit auf den Umgang von Fosco mit seiner Frau in der Öffentlichkeit: His management of the Countess (in public) is a sight to see.
    Außerdem schreibt sie von einer rod of iron. Ist das etwa Ernst gemeint? Das ist doch übersetzt eine Eisenstange und ich hoffe doch sehr, dass er seine Frau nicht verprügelt: The rod of iron with which he rules her never appears in company-it is a private rod, and it is always kept upstairs.


    Auf Fosco müssen wir ein Auge haben. Der ist nicht wie Percival einfach scharf auf Geld, rücksichtslos und gemein, sondern gefährlich intelligent, skrupellos und durchtrieben.


    In Sachen Mrs. Catherick: Das wird ja immer interessanter :zwinker:
    Das habt Ihr ja schon gesagt: Auffällig, wie sich Percivals und Michelsons Aussagen da widersprechen!

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa


  • Fosco hat mit Chemie zu tun. :hallo: Bettinas Alarmglocke! Bettina liest entweder zuviele Krimis oder Foscos Frau kriegt Tranquilizer oder sowas in der Richtung.


    Ah, gut das du mir dies wieder in Erinnerung rufst. Richtig, Percy hat ihn als einen der größten experimentierenden Chemiker bezeichnet. Aber wenn man seine Wirkung, sogar auf Marian betrachtet, dann braucht er seine Pülverchen höchstens unterstützend, oder ... um der Geschichte eine unangenehme Wendung zu geben. Laura wird doch nicht schon in kürze an Magenbeschwerden leiden?

  • Ah, gut das du mir dies wieder in Erinnerung rufst. Richtig, Percy hat ihn als einen der größten experimentierenden Chemiker bezeichnet. Aber wenn man seine Wirkung, sogar auf Marian betrachtet, dann braucht er seine Pülverchen höchstens unterstützend, oder ... um der Geschichte eine unangenehme Wendung zu geben. Laura wird doch nicht schon in kürze an Magenbeschwerden leiden?


    Ich hoffe nicht. Allerdings ist mir aufgefallen, dass Laura bisher nicht zur Geschichte beiträgt und als ich das pdf ausgedruckt und sortiert habe, ist mir der Name Laura / Glyde auch nicht aufgefallen. Bisher und auf absehbare Zeit sozusagen berichten also andere über Laura. Da darf man ruhig fragen, warum Laura nichts erzählt.


    Ein P.S. zum Chemiker:
    Aufgefallen war mir, dass die Süßigkeiten immer nur an die Frau von Fosco verteilt werden. Dafür aber reichlich. Von einem Gentleman wie Fosco, der immer so rührig um die Damen bemüht ist, dürfte man schon erwarten, dass er auch mal anderen was anbietet. Ich vermute, dass in den sugarplums was drin ist.


    :gruebel: Das ist echt schlimm. Kaum weiß man, dass dieses Buch als Detektivgeschichte gewertet wird, jagt man Hinweisen hinterher :breitgrins:


    [hr]


    Riesiges P.S. zu diesen beiden Punkten:


    Ich könnte mir vorstellen, dass er ihr sehr besitzergreifend ins Ohr flüsterte, bald wäre sie die SEINE. Was gleichbedeutend ist mit "Haut und Haar" und nicht zu vergessen das Geld.



    Ich habe mir das durch den Kopf gehen lassen: Wäre es möglich, dass Laura schwanger war, das Baby aber abtreiben ließ? Das würde Percivals Kommentar erklären, Lauras intensive Veränderung auch. Das Geflüster vor der Hochzeit hätte sich durchaus darauf beziehen können, dass Percival das geschnallt hat und für sich zu nutzen wusste.


    Walter bleibt bei seiner Erzählung dieser ersten Monate zwar brav (ich erinnere mich jedenfalls nicht an irgendwelche Andeutungen - oder wir verstehen die diskreten Anspielungen einfach nicht mehr, weil es inzwischen direkter in der Literatur zugeht ??), aber das muss ja nichts heißen, wenn er später bei der Erzählung sich und Laura schützen will.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

    Einmal editiert, zuletzt von Bettina ()


  • Ich hoffe nicht. Allerdings ist mir aufgefallen, dass Laura bisher nicht zur Geschichte beiträgt und als ich das pdf ausgedruckt und sortiert habe, ist mir der Name Laura / Glyde auch nicht aufgefallen. Bisher und auf absehbare Zeit sozusagen berichten also andere über Laura. Da darf man ruhig fragen, warum Laura nichts erzählt.


    Da ich bei diesem Buch stets einen Krimi im Hinterkopf hatte, muss also irgend etwas geschehen, dass mit Mord, Betrug etc zu tun hat. Wenn nun Laura keine Aussage macht, liegt es entweder daran, dass sie dies nicht mehr kann :entsetzt: oder sich weigert dazu eine Erklärung abzugeben. Also entweder tot oder sie schützt jemanden. :gruebel:

  • Ich habe mir das durch den Kopf gehen lassen: Wäre es möglich, dass Laura schwanger war, das Baby aber abtreiben ließ? Das würde Percivals Kommentar erklären, Lauras intensive Veränderung auch. Das Geflüster vor der Hochzeit hätte sich durchaus darauf beziehen können, dass Percival das geschnallt hat und für sich zu nutzen wusste.


    Nein, nein, nein, nein, nein! Leute - wir befinden uns in einem Roman aus der Zeit, wo nicht sein kann, was nicht sein darf. Eine romantische Heldin aus guter Familie kann einfach keinen vorehelichen Sex gehabt und das Ergebnis abgetrieben haben. Punkt 1 könnte ich mit Ach und Krach vielleicht noch akzeptieren, aber Punkt 2 nicht. Nicht bei einem unselbständigen Gänschen wie Laura. Wie sollte sie eine Abtreibung organisieren? Das müsste dann schon Marian getan haben, was aber zeitlich sehr knapp wird. Nur wenn es zwischen Laura und Walter schon sehr früh "zum Äußersten" gekommen sein sollte (was ich beiden nicht zutraue - die brauchen doch Monate, um sich ihrer gegenseitigen Anschmachtung überhaupt bewusst zu werden), könnte eine Abtreibung noch vor der Eheschließung zeitlich hinhauen. Erst einmal muss sich Laura ja bewusst werden, dass sie schwanger ist, (über den Zusammenhang ausbleibende Menstruation und Schwangerschaft ist sie garantiert nicht informiert), dann muss sie sich dazu durchringen, es Marian zu beichten und dann muss die eine Engelmacherin finden. Das dauert.


    Ein P.S. zum Chemiker:
    Aufgefallen war mir, dass die Süßigkeiten immer nur an die Frau von Fosco verteilt werden. Dafür aber reichlich. Von einem Gentleman wie Fosco, der immer so rührig um die Damen bemüht ist, dürfte man schon erwarten, dass er auch mal anderen was anbietet. Ich vermute, dass in den sugarplums was drin ist.


    Interessanter Gedanke. Aber ich glaube nicht, dass ein so geschickter Manipulator wie Fosco solche Wege nötig hat, um seine Frau ruhig zu stellen.
    Bei "Chemiker" läuteten auch bei mir die Alarmglocken. Ich glaube ja sowieso nicht an Lauras Überleben (sie muss in meinem Drehbuch ja Platz für Marian und Walter machen), und das wäre eine plausible Erklärung für ihr Ableben.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Nein, nein, nein, nein, nein! Leute - wir befinden uns in einem Roman aus der Zeit, wo nicht sein kann, was nicht sein darf. Eine romantische Heldin aus guter Familie kann einfach keinen vorehelichen Sex gehabt und das Ergebnis abgetrieben haben. Punkt 1 könnte ich mit Ach und Krach vielleicht noch akzeptieren, aber Punkt 2 nicht. Nicht bei einem unselbständigen Gänschen wie Laura. Wie sollte sie eine Abtreibung organisieren? Das müsste dann schon Marian getan haben, was aber zeitlich sehr knapp wird. Nur wenn es zwischen Laura und Walter schon sehr früh "zum Äußersten" gekommen sein sollte (was ich beiden nicht zutraue - die brauchen doch Monate, um sich ihrer gegenseitigen Anschmachtung überhaupt bewusst zu werden), könnte eine Abtreibung noch vor der Eheschließung zeitlich hinhauen. Erst einmal muss sich Laura ja bewusst werden, dass sie schwanger ist, (über den Zusammenhang ausbleibende Menstruation und Schwangerschaft ist sie garantiert nicht informiert), dann muss sie sich dazu durchringen, es Marian zu beichten und dann muss die eine Engelmacherin finden. Das dauert.


    Wahrscheinlich hast Du viel, viel mehr Recht als ich. Ich lese zu wenig romantische Heldinnen-Bücher aus annotobak und denke da sehr straight.
    Engelmacherinnen waren vielleicht nicht angesehen, aber sicher nicht gerade unterbeschäftigt - daher kam auch die Idee dazu. Aber Laura ist nach reiflichem Überlegen wirklich nicht der Typ, der die nötigen Kontakte hat. Die hätte vielleicht noch nicht einmal Marian - wenn die aber nach einigem Überlegen eher drauf käme, wo man mal fragen könnte.


    Dafür ist eine neue Frage aufgetaucht.
    Walter glaubte ja, beobachtet worden zu sein. Von wem? Offensichtlich ist Percival ja erst während der Hochzeitsreise draufgekommen, wer sein Nebenbuhler ist. Von Percival kann das also nicht ausgegangen sein. Hat sich Walter das eingebildet oder gibt es jemand anders, der Interesse an ihm gehabt haben könnte? Vielleicht waren ja die Leute des Heims daran interessiert, ihn als Kontakt zu Anne zu identifizieren. *grübel*

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa


  • Dafür ist eine neue Frage aufgetaucht.
    Walter glaubte ja, beobachtet worden zu sein. Von wem? Offensichtlich ist Percival ja erst während der Hochzeitsreise draufgekommen, wer sein Nebenbuhler ist. Von Percival kann das also nicht ausgegangen sein. Hat sich Walter das eingebildet oder gibt es jemand anders, der Interesse an ihm gehabt haben könnte? Vielleicht waren ja die Leute des Heims daran interessiert, ihn als Kontakt zu Anne zu identifizieren. *grübel*


    Da muss ich dir widersprechen. Percy kann ihn sehr wohl zu jenem Zeitpunkt schon beobachten lassen. Zwar nicht weil er in ihm den Nebenbuhler sieht, sondern den Mann der Anna Catherick getroffen hat und ihr eventuell nochmals zur Flucht verholfen hat.


    Ach, ein Glück, dass wir Saltanah haben, die uns immer wieder auf den Boden der damaligen Tatsachen holt. Dann gebe ich halt auch mal eine Schwangerschaft auf. Eigentlich schade. :teufel:


    Aber ich glaube nicht so recht, dass aus Walter und Marian ein Paar wird. Walter ist ihr doch gar nicht gewachsen. Marian ist der Typ Gesellschafterin für Frauen wie Laura oder wenn als Eheweib, dann doch mit einem richtigen Kerl und nicht so einem Jammerlappen.

  • Percy kann ihn sehr wohl zu jenem Zeitpunkt schon beobachten lassen. Zwar nicht weil er in ihm den Nebenbuhler sieht, sondern den Mann der Anna Catherick getroffen hat und ihr eventuell nochmals zur Flucht verholfen hat.


    Ja genau. Das sehe ich auch so.



    Aber ich glaube nicht so recht, dass aus Walter und Marian ein Paar wird. Walter ist ihr doch gar nicht gewachsen. Marian ist der Typ Gesellschafterin für Frauen wie Laura oder wenn als Eheweib, dann doch mit einem richtigen Kerl und nicht so einem Jammerlappen.


    Ach, für ein Leben als aufopfernde Gesellschafterin ist mir Marian viel zu schade. Die braucht ein eigenes Leben!
    Zwar stimme ich dir zu, dass Jammerlappen Walter ihr nicht gewachsen wäre, aber vielleicht entwickelt er sich in Südamerika ja noch. Herausforderungen bietet die Expedition ja genug.
    Aber der einzige Mann, der wirklich ein geeigneter Partner von Marian wäre, ist ein ganz anderer, was er auch selbst zu Ende von Marians Tagebuch feststellt - sicherheitshalber als Spoiler:


    Leider musste ich mittlerweile einige meiner Lieblingstheorien aufgeben: Mrs Catherick hat tatsächlich besagten Brief an Marian geschrieben (Kap. 9), allerdings ist das Verhältnis zwischen ihr und Percival doch ganz und gar nicht so gut wie er es dargestellt hatte.


    Auch sie kennt Percivals Geheimnis, das Secret mit großem S auch auf Englisch, das eben auch der


    Oh, was habe ich mich über Anne aufgeregt, als sie mit Laura sprach. Immer schön um den Brei herum geredet, bis es zu spät war und Laura ebenso wie wir Leserinnen immer noch nichts weiter wissen :grmpf: . Dabei bin ich doch so neugierig.


    Aber damit nicht genug. Auch Percival erzählt in dem von Marian belauschten Gespräch Fosco über das Geheimnis, erwähnt aber ebenfalls nicht, was es ist. Damit starb übrigens eine weitere Theorie von mir:
    Als Fosco im 3. Kap. des Tagebuchs (die Datumangaben spare ich mir; danach können wir ja nicht gehen) den Blutfleck entdeckt, den der sterbende Hund im Bootshaus hinterlassen hatte, verliert er vollkommen die Fassung, was sonst gar nicht seine Art ist. Das brachte mich auf den Gedanken, die beiden hätten vor Jahren zusammen dort jemanden umgebracht. Fragt mich nicht, wen; da hatte ich keine passende Idee. Jedenfalls dachte ich, Mrs Catherick hätte die beiden dabei vielleicht beobachtet und das wäre ihr Geheimnis. Aber da Fosco das ja nicht kennt...
    Bleibt trotzdem die Frage, wieso ihn ein paar Tropfen Blut so verstören.


    7. Kap.:
    Typisch Marian, dass sie sich sofort darüber im Klaren ist, wie wichtig schnelles Handeln ist, als Percival Laura einsperrt. Sie sieht die Bedrohung, der die beiden ausgesetzt, deutlich. Und recht hat sie; die beiden sind jeder Laune von Percival ausgeliefert. Freunde oder auch nur Bekannte, die eingreifen könnten, haben sie keine in der Gegend und mit Lauras Zofe verlieren sie auch die einzige Vertraute unter den Dienstboten. Wie schnell könnten die beiden verschwinden, ohne dass es irgend jemandem auffiele. Percival bräuchte nur mit ihnen abreisen und bei seiner Rückkehr erzählen, seine Frau und deren Schwester wären bei Freunden geblieben. Die Haushälterin, die einzige, der ich zutraue, dass sie sich auch nur ein wenig um die beiden Gedanken machen würde, würde das sicher glauben. Dann wird sie entlassen, eine neue eingestellt und niemand in Blackwater Park findet es sonderbar, dass die Frau nie zurückkehrt.
    Genial ist Marians Idee, nicht nur an den Anwalt zu schreiben, sondern auch an


    Fragt sich nur, ob die Briefe tatsächlich abgeschickt wurden, oder ob die Gräfin sie irgendwie in die Finger bekommen hat. Collins versteht es, uns im Ungewissen zu lassen.


    9. Kap.:
    Aha, der Graf kannte die Ähnlichkeit zwischen Anne und Laura nicht. Percival hatte sie bisher nur als einen Zufall abgeten, also keine darauf basierenden Pläne geschmiedet. Dazu ist er wohl zu fantasielos. Aber der Graf... Ich glaube, den hat es auf gewisse Ideen gebracht! :entsetzt:
    Noch entsetzter bin ich natürlich darüber, dass er es in Betracht zieht,


    Puh, ganz schön spannend! Wie weit seid ihr jetzt eigentlich? Ich würde gerne bald weiterlesen, will euch aber auch nicht davonrasen, wie ich das sonst so oft bei Leserunden tue.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Puh. Nachdem ich jetzt endlich die erste Epoche beendet habe, möchte ich auch mal wild mitspekulieren :breitgrins:


    An eine Schwangerschaft glaube ich nicht, an eine Abtreibung noch weniger. Walter und Laura sind viel zu verhuscht, um sich so schnell so nahe zu kommen. Und Abtreibungen waren zu Collins' Zeiten sicher nichts, worüber man einfach so geschrieben hätte, schon gar nicht bei einer höheren Tochter wie Laura - wenn, dann bei irgendeiner Hure. Außerdem waren sie (wie das Kinderkriegen ja auch) furchtbar gefährlich, oft tödlich.


    Meine Theorie ist etwas wild: Was, wenn Anne Catherick und Laura wirklich den gleichen Vater haben, dieser Vater auch von seiner schwangeren Geliebten wusste. Was, wenn die Tochter von Frau Catherick nur vielleicht eine Woche älter ist als die Tochter von Frau Fairlie, ihr Vater sie schon gesehen hat - und was, wenn sein zweites Kind dann offensichtlich zurückgeblieben ist? (Hier ist jetzt die Frage inwieweit man das einem Säugling anmerkt, und inwieweit Collins darüber informiert war.) Vielleicht hat er dann einfach eine Tochter gegen die andere ausgetauscht. Anne ist Laura, Laura Anne ... irgendetwas haarsträubendes wird auf jeden Fall noch kommen, da bin ich mir sicher.


    Marians weiteres Schicksal interessiert mich auch besonders. Mit anderen Frauen, als Gesellschafterin zum Beispiel, wird sie nie glücklich werden, so sehr, wie sie die typischen Albernheiten ihres Geschlechts verachtet. Ich glaube aber auch nicht, dass sie - trotz einstweiliger Zusage - bei Laura bleiben darf. Dazu ist es zu einfach, durch eine Trennung der beiden ein bißchen Dramatik in die Sache zu bringen. Ich könnte sie mir gut als Autorin a la George Eliott vorstellen. Vielleicht wird sie auch wirklich am Ende Walter heiraten, als reine Zweckgemeinschaft, versteht sich.

    "A book is to me like a hat or a coat - a very uncomfortable thing until the newness has been worn off." (Charles B. Fairbanks)


  • Meine Theorie ist etwas wild: Was, wenn Anne Catherick und Laura wirklich den gleichen Vater haben, dieser Vater auch von seiner schwangeren Geliebten wusste. Was, wenn die Tochter von Frau Catherick nur vielleicht eine Woche älter ist als die Tochter von Frau Fairlie, ihr Vater sie schon gesehen hat - und was, wenn sein zweites Kind dann offensichtlich zurückgeblieben ist? (Hier ist jetzt die Frage inwieweit man das einem Säugling anmerkt, und inwieweit Collins darüber informiert war.) Vielleicht hat er dann einfach eine Tochter gegen die andere ausgetauscht. Anne ist Laura, Laura Anne ... irgendetwas haarsträubendes wird auf jeden Fall noch kommen, da bin ich mir sicher.


    Aha, Du denkst daran, dass eine Vertauschung schon längst stattgefunden hat?
    Sehr interessanter Gedanke!!

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Dass Laura und Anne schon als Babys wegen der Behinderung eines Mädchens vertauscht worden sind, kann ich nicht glauben. Solche Behinderungen konnte man erst in späteren Jahren erkennen.
    Aber dass sie noch ausgetauscht werden könnten, die Möglichkeit besteht nach wie vor. Ihr Onkel kümmert sich nicht um sie, Mrs Vesey ist weit ab vom Schuß und schon älter, bleibt nur noch Marian. Wenn sie die irgend wie loswerden, könnte man Laura als Anne ausgeben, weil ihr doch keiner glauben würde. Aber wie macht man aus Anne Laura? Da sehe ich nach wie vor die Schwierigkeit!

  • So langsam wird es Zeit dass ich mich auch mal wieder melde. Ich habe übers Wochende zwar ein ganzes Stück weitergelesen aber ich bin irgendwie nicht zum Schreiben gekommen. Ich bin mittlerweile übrigens in Miss Halcombe's Tagebuch beim 19. Juni angekommen.
    Im Moment bin ich vorallem total neugierig auf Sir Percivals Geheimnis. Aber nach dem was ihr so schreibt werden wir das ja so schnell noch nicht erfahren.
    Sir Percival kommt mir im Moment ein bisschen wie ein in die Enge getriebenens Raubtier vor. Finanziell scheint ihm das Wasser ja bis zum Hals zu stehen und außerdem ist die Gefahr ziehmlich groß das sein Geheimnis doch noch ans Licht kommt. Das macht ihn meiner Meinung nach besonders gefährlich. Und er scheint ja auch recht aufbrausend zu sein. Das hat man vorallem gemerkt als er Laura zu der Unterschrift zwingen wollte. Ich hoffe dass er nicht irgendwann etwas Dummes tut, dass Laura nicht überlebt. Mit ihrem Tod wäre er ja zumindest seine Geldsorgen erstmal los.
    Noch gefährlicher als Sir Percival ist aber auf jedenfall Frosco. Ich frage mich die ganze Zeit was der im Schilde führt. Ich habe das Gefühl das er seine ganz eigenen Interessen verfolgt, die sich nicht immer mit denen von Sir Percival decken müssen. Ob das für Laura und Marian allerdings von Vorteil ist wage ich zu bezweifeln.
    Ich frage mich auch viel Frosco eigentlich von Sir Percival weiß. Er scheint ja ziehmlich gut mit dessen finanzieller Situation vertraut zu sein, aber kennt er auch Sir Percival's Geheimnis?



    Dass Laura und Anne schon als Babys wegen der Behinderung eines Mädchens vertauscht worden sind, kann ich nicht glauben. Solche Behinderungen konnte man erst in späteren Jahren erkennen.
    Aber dass sie noch ausgetauscht werden könnten, die Möglichkeit besteht nach wie vor. Ihr Onkel kümmert sich nicht um sie, Mrs Vesey ist weit ab vom Schuß und schon älter, bleibt nur noch Marian. Wenn sie die irgend wie loswerden, könnte man Laura als Anne ausgeben, weil ihr doch keiner glauben würde. Aber wie macht man aus Anne Laura? Da sehe ich nach wie vor die Schwierigkeit!


    Möglich wäre es. Aber ich frage mich was so eine Vertauschungsaktion bringen soll. So wie ich das im Moment sehe würde das kein einziges von Sir Percivals Problemen lösen.


  • Puh, ganz schön spannend! Wie weit seid ihr jetzt eigentlich? Ich würde gerne bald weiterlesen, will euch aber auch nicht davonrasen, wie ich das sonst so oft bei Leserunden tue.


    Ich stecke in Epoch 2, Chapter 2: Lauras Tagebuch, Abschnitt 8 (bei mir June 19th).
    Fehlen noch 8, 9, 10, bevor in Chapter 2 die nächste Person erzählt.


    Ansonsten brauche ich Deinem Posting nichts hinzuzufügen. Wenn ich nicht morgens so früh aus den Federn geworfen werden würde, könnte ich abends länger lesen - das Buch ist wirklich spannend :-) Ich hatte zwar keine konkreten Erwartungen, bin aber wirklich überrascht, wie dicht das Buch geschrieben ist. Viel Handlung, viele Rätsel, viel Schrecken und viele Ahnungen. Aber weit und breit keine Auflösung oder Erklärungen für irgendetwas.


    Da muss ich dir widersprechen. Percy kann ihn sehr wohl zu jenem Zeitpunkt schon beobachten lassen. Zwar nicht weil er in ihm den Nebenbuhler sieht, sondern den Mann der Anna Catherick getroffen hat und ihr eventuell nochmals zur Flucht verholfen hat.


    Rechthaste. Das kommt sicher noch raus, hoffe ich. Meinen Zeilen zuvor zufolge jedoch erst in 250 Seiten :breitgrins:

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa