Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 35 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von schokotimmi.

  • Hallo ihr Lieben,


    ich stecke jetzt mitten im letzten Teil (S. 292 einschließlich "Kannibalismus) und ich muss sagen, mir gefällt es widererwartend ein wenig besser. Ich bin froh den 2. Teil beendet zu haben (war mir fast ein bisschen zu Happy End mäßig) und zu Beginn des 3. Teil dachte ich nur :rollen: Aba wieder. Ihr Brief war auch dementsprechend, aber die sachlichen Ausführungen die nun zu Baba Jaga folgen, gefallen mir doch recht gut - auch finde ich die Idee an sich gar nicht so blöd, ein paar Anmerkungen zum Text davor einzubauen. Für mich hat das Ganze was Originelles. (Nur schade das die Geschichte vorher so gar nicht interessant und verständlich war).


    Denn Sinn bzw. das Ziel, Aba Bagay (Rückwärts Yaga Baba) zu nennen, finde ich etwas zu weit hergeholt, obwohl es sich ja mit Saltanahs Idee, dass Aba noch eine Hexe wird deckt - immerhin ist sie auf dem besten Weg dorthin.


    Danke auf jeden Fall für die Papageifotos, obwohl ich nach Betrachtung der Bilder den Sexuell extremen Bezug nicht wirklich nachvollziehen kann, aber vllt. streube ich mich auch nur dagegen, das hatte damals auch meine Kunstlehrerin schon behauptet - ich müsse mehr auf die Bilder eingehen... eine Antwort von einem "Fachmann" würde mich wirklich interessieren!


    Alles in allem denke ich die letzten Seiten werden mir ganz gut von der Hand gehen, mal sehen wie meine Stimmung zum Buch sich weiter entwickelt.


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%


  • Denn Sinn bzw. das Ziel, Aba Bagay (Rückwärts Yaga Baba) zu nennen, finde ich etwas zu weit hergeholt, obwohl es sich ja mit Saltanahs Idee, dass Aba noch eine Hexe wird deckt - immerhin ist sie auf dem besten Weg dorthin.


    Ja, und das wird noch auffälliger.



    aber die sachlichen Ausführungen die nun zu Baba Jaga folgen, gefallen mir doch recht gut - auch finde ich die Idee an sich gar nicht so blöd, ein paar Anmerkungen zum Text davor einzubauen.


    Wenn es sich auf die sachlicheren Ausführungen beschränken würde und als ausdrückliches Nachwort formuliert wäre, wäre mir das auch recht gewesen. Aber die gekünstelte Integration in eine Rahmenhandlung (als solche könnte man Teil eins und drei plus Abas Ausführungen ja sehen) gefällt mir nicht. Und spätestens, wenn ich bei der Badstube so etwas lese:


    [quote author=S. 301]
    Dass Ihre Autorin die Handlung des zweiten Teils ihres Manuskripts in einem Kurort spielen läßt, halte ich für eine gelungene Idee.
    [/quote]


    dann hört echt alles auf. Solche Selbstbelobigungen gibt es mehrfach, und das stößt mich ab. Daß ein Autor sein eigenes Buch gut findet, davon gehe ich aus, man muß es mir nicht noch so unter die Nase reiben. Das erweckt nämlich, zumindest bei mir, den Eindruck, daß der Autor von mir eine ausdrückliche Bestätigung wünschte und jede abweichende Meinung, die ich mir als Leser ja wohl erlauben darf, als persönliche Beleidigung auffaßt. So habe ich mich zwar bis zum Ende geschleppt, aber überzeugt hat mich das Ganze nicht.

  • Wenn es sich auf die sachlicheren Ausführungen beschränken würde und als ausdrückliches Nachwort formuliert wäre, wäre mir das auch recht gewesen. Aber die gekünstelte Integration in eine Rahmenhandlung (als solche könnte man Teil eins und drei plus Abas Ausführungen ja sehen) gefällt mir nicht. Und spätestens, wenn ich bei der Badstube so etwas lese:


    [quote author=S. 301]
    Dass Ihre Autorin die Handlung des zweiten Teils ihres Manuskripts in einem Kurort spielen läßt, halte ich für eine gelungene Idee.


    dann hört echt alles auf. Solche Selbstbelobigungen gibt es mehrfach, und das stößt mich ab. Daß ein Autor sein eigenes Buch gut findet, davon gehe ich aus, man muß es mir nicht noch so unter die Nase reiben. Das erweckt nämlich, zumindest bei mir, den Eindruck, daß der Autor von mir eine ausdrückliche Bestätigung wünschte und jede abweichende Meinung, die ich mir als Leser ja wohl erlauben darf, als persönliche Beleidigung auffaßt. So habe ich mich zwar bis zum Ende geschleppt, aber überzeugt hat mich das Ganze nicht.


    [/quote]


    Nun ich persönlcih finde die Idee es in den Roman einzubeten irgendwie gut, ist ja auch Geschmacksache. Für mich hat es einen gewissen Reiz, diese Kombination aus autobiografischen, fikitiven und sachlichen. Nun gut ich hätte mir von der Umsetzung etwas mehr erwartet. Vllt. wäre die Verknüpfung ja auch noch positiver in meiner Empfindung wenn Aba nicht aus Teil 1 her so negativ besetzt und Teil 2 nicht so schlecht wäre, aber insgesamt kann ich mich mit dem Aufbau schon anfreunden - ich wüßte nicht ob ich es als Nachwort wirklich so gelesen hätte.


    Dieses Selbstlob habe ich bis jetzt noch nicht so empfunden, bin aber gespannt was da noch kommt. Insgesamt scheint die gute Frau ja sehr überzeugt von sich zu sein, eine gewissen Überheblichkeit der Autorin zeigte sich ja auch schon im ersten Teil - leider trifft es das Buch ja nun nicht ganz.


    Viele Grüße
    schokotimmi

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  • Ich stecke immer noch im 2. Teil fest, genauer gesagt im 5. Tag.



    Beba versteht das Roulette nicht und gewinnt 600 TEUR ohne es zu begreifen


    An dieser Stelle bin ich richtig sauer geworden. Beba landet also im Kasino und bleibt am Roulettetisch stehen
    "um zu sehen, wie das, was sie bisher nur aus Filmen kannte, in Wirklichkeit aussah."
    Aha - sie "kennt" also Roulette! (Wer kennt es auch nicht?) Wieso versteht sie denn dann überhaupt nicht, dass sie gewonnen hat? Sie mag nicht die hellste sein, aber dass ihr das nicht klar sein soll, nehme ich ihr (bzw. der Autorin) nicht ab.
    Fast noch saurer bin ich dann im 5. Tag im 1. Kap. geworden, als diese Stelle noch einmal rekapituliert wurde:
    "Dann hatte sie versucht, den 500 Euroschein zu wechseln, aber niemand im Dorf wollte ihn wechseln, und sie landete im Kasino des Hotels, weil sie dachte, dort würden sie ihn ihr wechseln, sie brauchte doch nur 50..."
    Okay, es wird nur die Vorgeschichte wiederholt, das weitere bleibt uns durch ... erspart, aber auch die Vorgeschichte kennen wir doch! Auch wenn Beba selbst an dieser Stelle an die Geschichte denkt, würde es für uns Leserinnen doch reichen, wenn nur kurz* der Geldschein erwähnt würde. Dann stünde uns doch der Rest der Ereignisse wieder vor Augen. Ich hasse es, wenn Autoren mich als Leserin für so unaufmerksam halten, dass sie mir schon erzähltes mehrfach vorsetzen müssen!
    *Das wahre Leben dauert lange, die Erzählung davon geht schnell - so etwas ähnliches wird doch mehrmals im Buch gesagt. Ich bin eine große Verfechterin dieses Standpunktes und langweile mich bei ausführlichsten Beschreibungen in (gefühlter) Realzeit. Übrigens kommt dieser Ausdruck auch öfter in den russischen Märchen vor, die ich gelesen habe.


    Ebenso stören mich die häufigen Einschübe in den verschiedensten Sprachen. Zwar "stimmt" das eigentlich, da die Leute in ebenjenen Sprachen sprechen, und ihre Zuhörer nicht unbedingt verstehen, was sie genau sagen, aber ich möchte trotzdem wissen, was genau gesagt wird. Wenn nicht im Text, dann doch bitte in einer Fußnote. Ist eigentlich das deutsche Einsprengsel als solches markiert? "Ich deck mein schmerz mit mein nerz!" (4. Tag, 1. Kap.)

    Wir sind irre, also lesen wir!


  • Aha - sie "kennt" also Roulette! (Wer kennt es auch nicht?) Wieso versteht sie denn dann überhaupt nicht, dass sie gewonnen hat? Sie mag nicht die hellste sein, aber dass ihr das nicht klar sein soll, nehme ich ihr (bzw. der Autorin) nicht ab.


    Wirklich verstanden habe ich das auch nicht. Auch wenn man die Feinheiten (gibt's solche?) des Roulettespiels nicht kennt, dann weiß man doch zumindest, daß man dabei mit der richtigen Nummer gewinnt.



    Ich hasse es, wenn Autoren mich als Leserin für so unaufmerksam halten, dass sie mir schon erzähltes mehrfach vorsetzen müssen!


    Zu dem Zeitpunkt war ich schon so bedient, daß ich mich darüber gar nicht mehr aufregen konnte ...



    Ist eigentlich das deutsche Einsprengsel als solches markiert? "Ich deck mein schmerz mit mein nerz!" (4. Tag, 1. Kap.)


    Nein, es sieht genauso aus wie der übrige Text und fällt nur wegen der „unrunden“ Formulierung auf, denn sonst spricht höchstens Mevlo schon mal so verdreht.

  • Hallo,


    also die Einschübe in Fremdsprachen empfand ich auch immer als nervig und hätte mir eine Fussnote mit Übersetzung gewünscht - ich kann die Sprache nun mal nicht (untypischerweise für einen Ossi auch kein Russisch was eventuell geholfen hätte) und gebe zu ich bin zu faul es ständig nachzuschlagen. Das geht mir aber immer so - mir ist aufgefallen, dass ich oft in alten Buchausgaben (aus den 60er oder früher) lateinische Ausdrücke finde, die auch nicht übersetzt sind - ich frage mich dann immer ob es damals eben noch allgemeine Bildung war Latein zu können, weil es in der Schule gelehrt wurde. (offtopic Ende)


    Der von dir erwähnte Satz "Ich deck mein Schmerz mit mein Nerz!" (was für ein deutsch ist das?!) ist in der deutschen Ausgabe nicht extra kursiv gekennzeichnet, er steht als einfache Wörtliche Rede im Text.


    Saltanah, du hast es ja bald geschafft mit dem 2. Teil - ich bin gespannt wie du den 3. Teil empfindest. Da gehen Aldawen und meine Einstellungen ja doch auseinander.


    Viele Grüße
    schokotimmi

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  • Hallo,


    ICH BIN DURCH! Und ich bin stinksauer - was ist das Bitte für ein Ende :grmpf:. Das Aba nicht ganz dicht ist, war ja eh klar aber was sollte bitte dieses letzte Kapitel?! Oder bin ich einfach nicht Feministin genug um so was zu verstehen. Für mich hatte das nicht wirklich mehr etwas mit Baba Jaga zu tun. Dieses "Frauen aller Länder vereinigt euch!" hat doch schon bei den Proletariern nicht geklappt, da macht es sich die Autorin doch irgendwie zu einfach. Ich sehe den Zusammenhang zu Baba Jaga hier nicht wirklich! Nagut - ich rege mich jetzt erstmal ab (leider darf ich ja gerade keinen Whisky trinken, das könnte ich jetzt brauchen).


    Bis später.


    Schokotimmi

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  • ICH BIN DURCH! Und ich bin stinksauer - was ist das Bitte für ein Ende :grmpf:.


    Ein an den Haaren herbeigezogenes. Paßte aber doch prima zu dem Gesülze davor.



    (leider darf ich ja gerade keinen Whisky trinken, das könnte ich jetzt brauchen).


    Ach was, einen Whisky kann man immer trinken. Slàinte mhath! :trinken:

  • Ein an den Haaren herbeigezogenes. Paßte aber doch prima zu dem Gesülze davor.



    Ach was, einen Whisky kann man immer trinken. Slàinte mhath! :trinken:


    Dabei hatte ich bei den ersten paar Erläuterung zu Baba Jaga in Teil 3 noch wirklich ein versöhnliches Gefühl... :rollen:


    Du hast recht - einen "wönzöigen Schluck" verträgt auch das Baby. :zwinker:

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  • Der 2. Teil ist beendet (Gott sei Dank ist's vorbei :rollen: ), der 3. begonnen.
    Spätestens als schließlich auch noch AIDS, eine unbekannte Enkelin, die Judenverfolgung und Partisanen ins Spiel kamen, hat es mir endgültig gereicht. Mehr konnte Ugrešić nun wirklich nicht unterbringen. Dabei hätten mir einige Szenen des 2. Teils durchaus gefallen können (z. B. auch Pupas Sterbeszene), wenn sie zum einen sprachlich besser dargestellt worden wären (stilistisch gefiel mir der 1. Teil richtig gut, der 2. fiel aber sehr ab) und ein Ziel oder zumindest ein Zusammenhang deutlicher geworden wäre. Aber so war's wirklich nichts.



    Dabei hatte ich bei den ersten paar Erläuterung zu Baba Jaga in Teil 3 noch wirklich ein versöhnliches Gefühl... :rollen:


    Den habe ich im Moment (stecke in Baba Jaga - die Hexe) auch noch. Ich habe sogar Lust, mir die erwähnte Fachliteratur über die Baba Jaga genauer anzugucken.
    Aber ich bin ja schon mal vorgewarnt, dass mein einigermaßen positives Gefühl nicht von Dauer sein wird.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Durch.


    Mir ging's wie euch. Nach kurzer Zeit begann mich auch der dritte Teil zu nerven. Die Ausführungen zu verschiedenen Baba Jagaaspekten waren viel zu ausführlich und Abas Anmerkungen wirklich überflüssig und ärgerlich. Von der Logik der Geschichte ist es zwar stimmig, dass sie die Erzählerin so lobt; es steht ja im ersten Teil, dass sie ein großer Fan der Erzählerin ist und so ist es ja verständlich, dass sie auch dieses neueste Werk toll findet. Das nimmt aber nicht den schlechten Geschmack, den die Bauchpinselung, die Ugrešić hier bei sich selbst vornimmt, weg.
    Was den feministischen Aspekt angeht, bin ich zwiegespalten. Einerseits finde ich, dass da viel Wahres drinsteckt; Frauen wurden/werden schnell zu "Hexen" gestempelt und aus der Gesellschaft ausgestoßen - wobei das "ausgestoßen" nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, im Sinne von einer einsamen Hütte mitten im Wald; auch die im Schoße der Familie lebenden Frauen haben/hatten ja nicht unbedingt alle Menschen(Männer-)rechte, und gehörten so nicht wirklich dazu.
    Das hilft allerdings diesem Buch auch nicht weiter. Der Feminismus ist zu plump aufgetragen und verursacht auch bei mir einen schlechten Geschmack.


    Fazit: Nein - so nicht.
    So vielversprechend der erste Teil war, so sehr fiel der Rest ab. Aus "einem Guss" war das Buch wirklich nicht. Mir kam der Verdacht, dass Ugrešić den ersten Teil schon in Arbeit oder gar fertig hatte, als sie den Auftrag für ein Mythenbuch bekam und ihn dann darin wiederverwertete.
    Hinter dem ganzen ahne ich schemenhaft ein viel besseres Buch, das es hätte werden können. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass Ugrešić was kann; das hat sie mit der Darstellung der Mutter im ersten Teil gezeigt. Den 3. Teil durch eine kurze Einführung in die Baba Jaga als Vorwort ersetzt, dann ein ausgebauter erster Teil und ein völliger Verzicht auf den 2. - das hätte vielleicht was werden können.

    Wir sind irre, also lesen wir!


  • Durch.


    Da fehlt nur noch ein „Uff!“ :breitgrins: Aber ich kann's verstehen, mir ging's ja nicht anders.



    Von der Logik der Geschichte ist es zwar stimmig, dass sie die Erzählerin so lobt; es steht ja im ersten Teil, dass sie ein großer Fan der Erzählerin ist und so ist es ja verständlich, dass sie auch dieses neueste Werk toll findet.


    Das stimmt natürlich, aber wie Du auch sagst und was ich ja auch schon festgestellt habe, dieses Eigenlob kommt nicht gut an.



    Was den feministischen Aspekt angeht, bin ich zwiegespalten. Einerseits finde ich, dass da viel Wahres drinsteckt; (...)


    Keine Frage. Aber man sollte vielleicht nicht versuchen, alles gleichzeitig in einem Buch abzuhandeln. Von dem Verlust des Mythenbezugs ganz zu schweigen.



    Mir kam der Verdacht, dass Ugrešić den ersten Teil schon in Arbeit oder gar fertig hatte, als sie den Auftrag für ein Mythenbuch bekam und ihn dann darin wiederverwertete.


    :lachen: Das könnte natürlich sein!



    Ich bin nämlich davon überzeugt, dass Ugrešić was kann; das hat sie mit der Darstellung der Mutter im ersten Teil gezeigt.


    Nicht nur damit. Ich habe von ihr ja auch schon Das Ministerium der Schmerzen gelesen, das mir gar nicht übel gefallen hat. Deshalb fand ich das jetzt auch so besonders enttäuschend. Gut, daß nicht jeder Band das Tokarczuk'sche Niveau erreichen kann, ist ja in Ordnung, aber so? Naja, erstmal habe ich ja noch andere ungelesene aus der Reihe, die kaum schwächer werden können, und ansonsten freue ich mich einfach auf den Mythenband von Chinua Achebe, der irgendwann noch erscheinen soll :breitgrins:

  • Hallo,


    Keine Frage. Aber man sollte vielleicht nicht versuchen, alles gleichzeitig in einem Buch abzuhandeln. Von dem Verlust des Mythenbezugs ganz zu schweigen.


    Nun, mir ging dieser ganze Feminismus doch zu weit - aber ich habe, zumindest als Wirklung auf Aussenstehende, eine konservative Betrachtung dazu. Dabei bin ich überhaupt nicht konservativ, eher passiv und darum ging mir dieses "Revolution und Auf die Barrikaden" viel zu weit - für mich ist das der falsche Weg beim Thema Feminismus. Sorry!
    Das es dann zum Thema Mythos Baba Jaga im Buches so gar nicht mehr recht passen wollte ist dann nochmal ein weiteres.


    Ich werd mal sehen dass ich in den nächsten Tagen eine Rezi schreibe - mehrere gute Aspekte hatte die LR für mich auf jeden Fall.
    1. Ich hab so lang keine mitgemacht und hab mich gefreut vor der Niederkunft doch noch eine zu erleben. Wer weiß wie schnell ich dafür wieder die nötige Ruhe habe.
    2. Ich konnte ein weiteres Land für die Weltreise "abhacken" - Kroatien.
    3. Ich habe einen tollen Buchtipp bekommen und bin auf die Mythenreihe insgesamt aufmerksam geworden.


    Ich bin mal gespannt, wie Nikki noch so durchkommt und welche Aspekte sie noch finde - gute und schlechte?!


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Hallo,


    ich konnte es nicht lassen und habe schon mal eine Rezi verfasst.


    Nikki, laß dich nicht entmutigen - du schaffst das schon auch noch...


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Hallo zusammen,


    zuallerst Dankeschön für die Besserungswünsche; die Mama ist wieder aus dem Spital heraus und mir geht es demenstprechend auch besser! Und dann noch Entschuldigung, dass ich mich nicht so in die Leserunde eingebracht habe.



    Ich bin mal gespannt, wie Nikki noch so durchkommt und welche Aspekte sie noch finde - gute und schlechte?!


    Tja, eigentlich stimme ich so gut wie in Allem mit Euch überein. Ich habe mir Eure Beiträge schon vor Wochen durchgelesen, bevor ich mit dem Buch weitergekommen bin und habe mir eigentlich gedacht „oje“. Vielen Dank für die vielen interessanten Beiträge zu Märchen! schokotimmi ich habe mich dann doch nicht entmutigen lassen und habe weiter gelesen, fertig bin ich noch nicht aber immerhin bin ich im letzten Teil – und seit ich den begonnen habe, befindet sich das Buch wieder im Regal, aber langsam der Reihe nach...


    Im ersten Teil ist mir Aba eigentlich nicht so auf die Nerven gegangen, es war viel mehr die Erzählerin mit ihren Launen, Erwartungen und ständig wechselnden Meinungen über Aba, die mich genervt hat. Und dann ihr Rundumschlag gegen die Anthropologen (da wurde der Berufsstolz ein wenig verletzt) – dieses besserwisserische Getue hat mich gestört (setzt sich für mein Empfinden im letzten Teil nochmals durch – leider).


    Der zweite Teil hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen – bis auf drei Szenen, die auch von Euch bemängelt worden sind. Erstens diese unsägliche Papageien-Szene – ich bin sowieso ein Mensch, der mit Interpretation von Bildern nicht viel anfangen kann, entweder gefällt mir ein Bild oder nicht und dabei belasse ich es meistens. Aber die Interpretationen hier fand ich zum Teil stark an den Haaren herbeigezogen (wiederholt sich dann leider auch im letzten Teil). Die zweite störende Szene war die mit dem Casino. Ich habe den Teil mit wachsender Wut gelesen, am liebsten hätte ich Beba gepackt und durchgeschüttelt! Was mich noch gestört hat ist die Verdichtung der Ereignisse zum Schluss des zweiten Teils – da waren es mir zu viele Zufälle auf einmal. Pupas Enkel, dann die Adoptivenkelin von Beba... Die Ankunft von Pupas Enkel alleine hätte ich noch durchgehen lassen, aber dass er zufälligerweise Bebas Sohn in London kennengelernt hat, dieser auch gerade jetzt stirbt und Beba die Fürsorge für die Kleine bekommt, war mir zu konstruiert. Manchmal ist weniger mehr. Da geht es mir wie Aldawen, v.a. auch mit den Abschnittsenden – die habe ich zum Schluss nicht mehr gelesen.
    Was mir aber gefallen hat, waren die geschichtlichen Ausführungen – das mag an meinem Hintergrund liegen, genauso wie die Kleinigkeiten wie die Salami „Gavrilovic“, die hat’s bei meiner Oma immer geben müssen, wenn ich nach Hause gekommen bin ☺ oder auch die sprachlichen Einschübe.
    Die Idee Pupa in diesem Riesenei, das als Sarg diente, nach Kroatien zu bringen fand ich sehr schön – so als Symbol für das Leben geht weiter... Baba Jaga legt eben ein Ei ;-)


    Ich bin jetzt wie gesagt im dritten Teil, wo Eure Vermutungen bestätigt worden sind, dass es sich bei den drei Damen um Baba Jaga handelt und das Buch wurde mal wieder zurückgelegt (stattdessen bin ich unterwegs nach Isfahan mit Pierre Lotti). Die Ausführungen über die Baba Jaga finde ich auch gut und interessant, was mir auf die Nerven geht sind die Interpretationen der Autorin. Ich fühle mich als Leserin dadurch schon eingeschränkt und fast bevormundet, bekomme fast das Gefühl dass die Autorin mir als Leserin nicht zutraut, ihren Stoff adäquat zu verstehen (wobei mir manche ihrer Interpretationen wirklich zu weit gehen – ich muss nicht alles sexualisieren und überall die Opferrolle der Frau hineinreklamieren; das nimmt mir den ganzen Reiz). In ein paar Tagen werde ich es nochmals wagen, bin schon nämlich gespannt auf den Schluss.


    Liebe Grüße
    nikki

    Ich lese gerade:<br />Lion Feuchtwanger - Der jüdische Krieg

  • Hallo Nikki,


    erstmal sehr gut, dass es deiner Mutter besser geht!


    Schön dass du noch durchhältst auch wenn es dich eben so wenig begeistert wie uns - wenigstens scheinst du nicht ganz so schlecht von Teil 2 Denken oder hast dich nicht so reingesteigert. Dein positiver Ansatz zu dem Ei als Sarg hat mir einen kleinen Lichtblick gegeben. Auch wenn mir das Buch so insgesamt weniger zugesagt hat, empfinde ich es mit ein paar Tagen Abstand doch recht spannend, es mal gelesen zu haben. Manche Autoren sind wirklich von sich überzeugt, das muss man erstmal drauf haben. :zwinker:



    (wobei mir manche ihrer Interpretationen wirklich zu weit gehen – ich muss nicht alles sexualisieren und überall die Opferrolle der Frau hineinreklamieren; das nimmt mir den ganzen Reiz). In ein paar Tagen werde ich es nochmals wagen, bin schon nämlich gespannt auf den Schluss.


    Na dann wünsche ich dir für den Schluss sehr gute Nerven - da gibt es noch ein wenig Sex und sehr viel Feminismus... :zwinker: Lass uns doch an deinen Gedanken teilhaben, da bin ich jetzt nochmal richtig gespannt. :breitgrins:


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%