Axolotl Roadkill - Plagiatsvorwurf

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Es gibt 77 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von hilde.

  • Das hier halte ich für treffend:


    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1121761/


    Immerhin stehen wir mit unserer überwiegenden Einschätzung nicht ganz alleine da. Ich frage mich auch, wie die oben zitierten följetong-Euphoriker urteilen würden, hätten sie nicht etwas voreilig die Sache hochgejazzt.


    Übrigens scheint der Wahnsinn durchaus Methode zu haben:


    http://www.welt.de/kultur/arti…Hegemann-Plagiat-vor.html


    Und:


    Hegemann, die mit Axolotl Roadkill Geld verdient, tut nicht gut daran, einen vorläufigen Verlierer des Literaturbetriebs wie Strobo-Autor Airen für dessen Hilfeleistung auch noch durch avantgardistische Rechtfertigungsfiguren zu verspotten.


    Das ist nun wirklich ein Zitat, und zwar von Arno Orzessek in dem dradio-Artikel, der oben verlinkt ist. Recht hat er.

  • Also einige Aussagen stoßen mir hier echt wieder auf.... wie kann man sie mit Francois Sagan vergleichen????? Gut Benjamin Lebert passt da vielleicht noch eher... aber der hat wenigstens selbst geschrieben...

  • följetong-Euphoriker


    Das ist irgendwie ansteckend, oder? :breitgrins:

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • Simone Meier vom Zürcher "Tages-Anzeiger" hat Anfang Februar (also vor Bekanntwerden der Plagiatsvorwüfe) einen Artikel geschrieben, in dem einerseits kurz das Buch bespricht (das ihr überhaupt nicht gefallen hat), andrerseits beschreibt sie Hegemanns Hintergrund und wie es dazu kam, dass ihr Buch vom följetong so hochgejubelt wurde.


    Link zum Artikel

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.


  • Also einige Aussagen stoßen mir hier echt wieder auf.... wie kann man sie mit Francois Sagan vergleichen????? Gut Benjamin Lebert passt da vielleicht noch eher... aber der hat wenigstens selbst geschrieben...


    Ich finde sämtliche Vergleiche mit Autoren, die ihre Werke selbst geschrieben haben, äußerst unpassend. Diese brüten monate- oder gar jahrelang über ihren Manuskripten, stecken nicht selten ihr ganzes Herzblut rein und finden oft erst nach langer Suche einen Verlag welcher bereit ist, ihr Buch zu verlegen (Vitamin B ist wohl noch immer das wirksamste von allen :rollen:). Man kann der jungen Dame ja fast nur gratulieren zu ihrer Dreistigkeit. Aufmerksamkeit in Literaturkreisen hat sie ja erregt, und die zusätzliche Nominierung... eigentlich unglaublich.
    Pfui.

    "Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit." A. Schopenhauer

    :blume::engel::katze:

  • Von dem Film wusste ich gar nichts. Ach je, dazu fällt mir jetzt echt nichts mehr ein.

    Die Literatur gibt der Seele Nahrung,<br />sie bessert und tröstet sie.<br /><br />:lesen:<br />Alfred Kerr: Die Biographie


  • Von dem Film wusste ich gar nichts. Ach je, dazu fällt mir jetzt echt nichts mehr ein.


    Mir schon :breitgrins: Das Buch und die "Autorin" einfach zu ignorieren.
    Wer weiß falls sie mir aus irgendwelchen Gründen auf der Buchmesse begegnen sollte werd ich mich demonstrativ umdrehen und gehen^^

  • Ich würd dem Mädel sein Buch in die Hand drücken und sagen: "Schau mal, das ist ein echtes Buch."

    //Grösser ist doof//

  • Hat jemand das Buch zur Hand und kann mir sagen, ob das Buch irgendwelche Vorworte/Nachworte von Helene Hegemann enthält?


    Danke :smile:

  • Die "Quellen" bei denen sich die "Autorin" bedient hat, sind angeblich sechs Seiten lang :rollen: Ich frage mich, ob sie wenigstens die Punkte selbst gesetzt hat...

    //Grösser ist doof//

  • Quellen zu nutzen, ist eine Sache. Sie zu verschweigen, eine andere. Vielleicht war es Teil der Marketing-Strategie, die Quellen ungenannt zu lassen, um das Medien-Interesse durch den Literatur-Skandal anzuheizen.


    Vielleicht hat Hegemann aber tatsächlich ein völlig anderes Verständnis vom Umgang mit Quellen. Man könnte es doch auch so sehen: Für Hegemanns Generation stellt das Internet keine zweite, virtuelle Realität dar. Internet ist Realität, oder ein Teil davon. In dieser Sichtweise stellt das Abschreiben aus dem Internet nichts anderes dar als das, was ein Autor tut, wenn er sich von wirklichen Personen inspirieren lässt und deren Aussagen unter Umständen auch wörtlich für seine Werke verwendet.


    Es liegt mir fern, Hegemann zu verteidigen. Aber ich denke, man kann in diesem Zusammenhang durchaus den Einfluss medialer Erfahrungen auf literarische Werke diskutieren und die Frage stellen, wie diese Erfahrungen die Weltsicht von Autoren und damit ihre Bücher verändern werden.



    LG


    hilde

    Ich bin ein trockener Workaholic. (Vince Ebert)

  • hilde
    Sorry aber in dem Alter in dem sich die "Autorin" befindet sollte man schon wissen wie das mit Quellen egal woher aussieht. Vor allem auch dann wenn man einen Vater hat der in diesem Geschäft auch sehr viel Ahnung hat. Da gibt es für mich keine Entschuldigung.

  • Ich finde auch, dass ihr Alter KEINE Entschuldigung ist.


    Ich war bei unserem Abi-Projekt Projektleiterin und bin einer Mitschülerin draufgekommen, dass sie ihren Teil des Projekts 1:1 aus dem Internet kopiert hat.
    Und ich hab sie sofort zur Rede gestellt (und den überarbeiteten Text genauestens kontrolliert, da ich keine Lust auf die sehr ernsten Konsequenzen hatte) - Internetzeitalter hin oder her.


    Es gibt Sachen, die gehen einfach nicht.


    Glg Sabine


    Ps: War heute bei Thalia und hab das Buch bei den Bestsellern auf Platz 5 gesehen *würg* Habs mir kurz angeschaut und dann wieder ins Regal gestellt.


  • hilde
    Sorry aber in dem Alter in dem sich die "Autorin" befindet sollte man schon wissen wie das mit Quellen egal woher aussieht. Vor allem auch dann wenn man einen Vater hat der in diesem Geschäft auch sehr viel Ahnung hat. Da gibt es für mich keine Entschuldigung.


    So schaut's aus. :)


    Außerdem kann von völliger Unkenntnis keine Rede sein. Wenn man der ersten Stellungnahme des Ullstein Verlags Glauben schenken darf, wurde Helene Hegemann von Seiten des Verlags gefragt, ob sie in Axolotl Roadkill Quellen und Zitate verwendet habe. Damals wies sie jedoch nur auf ein Zitat von David Foster Wallace hin... Da frage ich mich doch: Wieso gibt sie ein Zitat aus Wallaces "Kleines Mädchen mit komischen Haaren" an, während sie ihre übrigen Quellen unterschlägt?
    Kurzzeitige Amnesie? Oder ist David Foster Wallaces Werk einfach zu bekannt? :rollen:

  • Sorry aber in dem Alter in dem sich die "Autorin" befindet sollte man schon wissen wie das mit Quellen egal woher aussieht. Vor allem auch dann wenn man einen Vater hat der in diesem Geschäft auch sehr viel Ahnung hat. Da gibt es für mich keine Entschuldigung.


    Da bin ich völlig deiner Meinung. Neben der "Schuld"-Frage an die Adresse Hegemanns fände ich dennoch immer noch die Frage diskussionswürdig, wie mediale Erfahrungen die Gegenwartsliteratur beeinflussen und verändern.

    Ich bin ein trockener Workaholic. (Vince Ebert)