Erik Fosnes Hansen - Das Löwenmädchen

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  • Erik Fosnes Hansen - Das Löwenmädchen


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    In einem kleinen Provinznest in Norwegen kommt im Winter 1912 ein Mädchen zur Welt. Das Schicksal meint es nicht gut mit ihr:
    die Mutter stirbt bei der Geburt und das kleine Mädchen, Eva, ist am ganzen Körper behaart. Ein Gen-Defekt, welcher als Hirsutismus bezeichnet wird und von der Wissenschaft der Zeit genauestens beäugt wird.


    Der Vater wendet sich vor Schmerz um seine tote Frau, wie aus Ekel über seine haarige Tochter, von dieser ab.
    Glücklicherweise findet sich schnell eine Amme, die sich sehr liebevoll um Eva kümmert, die nun versteckt und abgeschottet von den anderen Dorfbewohnern im Haus des Vaters aufwächst.


    In wunderschöner Sprache begleitet der Leser Eva durch ihre Kindheit, erfährt, wie der Vater sich langsam seinem "Katzenmädchen" annimmt und sie vor der brutalen Außenwelt zu schützen versucht.
    Aber ist dies der richtige Weg? Hätte es Eva nicht einfacher, wenn man sie von Kindesbeinen an als "normal" in die Dorfgemeinschaft integriert hätte?
    Denn genau diese bitteren Erfahrungen über die Intoleranz und Angst des Mobs vor dem Unbekannten, die ihr Vater ihr ersparen wollte, muss Eva dann doch machen und sie bricht aus, mit den Mitteln die ihr zur Verfügung stehen.


    Erik Fosnes Hansen ist ein wunderbares Buch über die kleine Eva und die Toleranz im allgemeinen gelungen.


    4ratten

  • 1912 wird in einem Dorf in Norwegen ein Kind geboren. Die Mutter stirbt bei der Geburt, der Vater, Stationsvorsteher des Bahnhofs, hat sie sehr geliebt und ist untröstlich. Das kleine Mädchen überlebt, sie ist kerngesund, allerdings am ganzen Körper mit Haaren bedeckt. Die ersten Tage glaubt man noch, dass sie ausfallen und das Mädchen normal werden würde, aber diese Hoffnung zerschlägt sich. In drei Abschnitten schildert der Autor Evas Leben als Baby, als Siebenjährige und als Jugendliche, jeweils soweit wie möglich aus ihrer eigenen Perspektive.


    Aus einer Mischung von Schutz und Scham wird Eva die meiste Zeit versteckt. Sie verbringt ihre Zeit alleine, nur von einem Kindermädchen versorgt und ab und zu von ausgewählten Erwachsenen besucht, die sie seit ihrer Geburt kennen. Der Kontakt zu anderen Menschen ist von deren Vorurteilen und Evas (aus Mangel an Gelegenheit) eher schlechter sozialer Kompetenz geprägt und schwierig und dadurch, dass sie nur so selten im Dorf sichtbar auftritt, nutzt sich ihre Fremdartigkeit auch nicht irgendwann ab und es kommt zu keiner signifikanten Besserung.


    Im letzten Drittel trifft sie verstärkt auf neue Menschen, die ihr neue Impulse geben, die Pubertät als Zeit der Loslösung von elterlichen Einschränkung kommt dazu, und sie erkennt ihre Fremdheit als unwandelbar und prägend an.


    Ich bin mir nicht sicher, ob ihre einsame Kindheit wirklich unabdingbar war oder ob bei anderem Verhalten des Vaters eine andere Entwicklung möglich geworden wäre. Letztlich kommt sie als für mich schwieriger und wenig sympathischer Mensch daraus hervor, dass erleichtert es anderen natürlich wiederum, sie schlecht zu behandeln und wodurch das diskriminierende Verhalten der Umgebung fast schon verständlich wirkt. Eine verfahrene Situation, das ganze Buch hindurch handeln fast alle Figuren verständlich und trotzdem kommt niemand dabei sympathisch herüber.


    Da ich die Figuren so wenig mochte konnten auch interessante Details, tragische Geschehnisse und ansprechende Sprache das Buch nicht vor einem nur mittleren Urteil meinerseits retten.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: