Alexander Hartung - Die Rache des Inquisitors

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Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von claudi-1963.

  • Da ich mich ein wenig für das Thema Inquisition interessiere, habe ich mir das Debüt von Alexander Hartung gekauft.


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    Die Rache des Inquisitors erzählt die Geschichte der jungen Klara, deren Leben auf den Kopf gestellt wird, als die Inquisition in ihrem Dorf ankommt. Anfänglich ist sie der Gefahr noch nicht bewusst, die von den Männern der Kirche ausgeht, aber als ihre Freundind und Lehrerin Agnes auf dem Scheiterhaufen stirbt, wird ihr das Ausmaß dieses Besuchs klar.
    Als die Inquisitoren das Dorf wieder verlassen wollen, entdeckt einer der Priester eine Scheune voller mit Blut geschriebener Ketzer-Zeichen, als wollte sie jemand bewusst herausfordern. Kaum wird ein Mann mit Verdacht auf Häresie verhaftet, findet sich die nächste Wand mit dämonischen Kreuzen.
    Die Inquisitoren greifen mit aller Härte durch, doch die Ketzer scheinen sie verspotten zu wollen. Als ihr Freund Peter in das Gefängnis geworfen wird und ihm ein Prozess droht, entschließt sich Klara aktiv zu werden. Sie kommt einem Geheimnis auf die Spur, das viele Jahre in der Vergangenheit liegt.


    Meine Meinung
    Die Charaktere sind gut und glaubhaft ausgearbeitet. Die Angst der Menschen vor der Inquisition, gepaart mit einer ständig zunehmenden Hysterie, die in einem Lynchmob endet, ist gut geschrieben. Die Hauptfigur ist keine Superheldin und das Buch kann mit ein paar interessanten Wendungen überraschen. Die Story ist gut erzählt und wird nicht langweilig.
    Man merkt dem Werk an, dass der Autor sich ein wenig mit der Inquisition auskennt.
    Was ich an der Rache des Inquisitors gemocht habe, war das Ende, worüber ich aber nicht zu viel verraten will.
    Eigentlich habe ich nichts auszusetzen, außer dass das Buch vielleicht eine Spur zu kurz ist, daher folgende Wertung:


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    Leerzeichen hinter der ISBN entfernt, damit der Link auch funktioniert. LG, Aldawen

    Einmal editiert, zuletzt von Aldawen ()

  • Ich habe es auch gelesen!


    Meine Meinung:


    Klara Ulner, die hübsche junge Frau, lebt glücklich in dem kleinen deutschen Dorf Reheim. Regelmäßig besucht sie ihre gute Freundin Agnes, die Heilerin und Kräuterfrau und hegt ein freundschaftlich-neckendes Verhältnis mit ihrem Jugendfreund und Schürzenjäger Peter. Da ihre Eltern früh gestorben sind, lebt sie bei ihrem Onkel Markus, einem ehemaligen Soldaten. Die Bewohner ihres Dorfes pflegen eine lockere, nette Gemeinschaft. Jeder kennt jeden, jeder hilft jedem und manchmal gibt es auch Streitereien. Doch als zwei Inquisitoren in Begleitung mehrerer Soldaten in Reheim Einzug halten und geheimnisvollen Anschuldigungen der Ketzerei nachgehen, ändert sich Klaras heile Welt grundlegend.


    "Die Rache des Inquisitors" ist Alexander Hartungs Debüt und als solches mehr als gelungen. Das Buch hat mich angenehm überrascht und die Seiten flogen nur so dahin. Klara und Peter sind zwei sehr sympathische Hauptcharaktere und obwohl es sich hier um das Thema Hexenverfolgung und Verbrennung von Ketzern handelt, verzichtet der Autor weitgehend auf die übliche Schwarz-Weiß-Malerei. Sogar der eigentliche Bösewicht der Geschichte schafft es, dass man am Ende Mitleid mit ihm empfindet. Besonders Baselius, der blinde Inquisitor, hat mich überrascht: Obwohl er Verbrennungen und peinliche Vernehmungen veranlasst, empfindet er dabei Demut und Trauer, bleibt allzeit besonnen und neigt nicht dazu, die Menschen zu quälen.


    Faszinierend schildert Alexander Hartung die Entwicklung der Dorfbevölkerung von einer Gemeinschaft in eine verängstigte Meute, die ihre Nachbarn verrät, um ihr eigenes Leben zu retten. Das Misstrauen greift immer mehr um sich, denn die Opfer der Inquisitoren führten vormals ein gläubiges und einfaches Leben. Warum also findet man nun überall in den Scheunen Ketzersymbole und geköpfte Hühner? Klara weiß, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und sucht nach Hinweisen und Spuren. Doch die Zeit läuft ihr davon und immer mehr ihrer Freunde landen auf dem Scheiterhaufen.


    Natürlich sind die historischen Fakten bezüglich Hexenverfolgung etwas überstrapaziert und überdehnt, weshalb man das Buch eher als Kriminalroman sehen sollte. Da erwarte ich als Leserin zum Beispiel eine spannende Geschichte mit schlüssiger Auflösung statt fundierter Recherche - Anforderungen, denen der Autor hier wirklich gerecht wird. Ich wollte das Buch kaum zur Seite legen, weil ich - wie Klara - wissen wollte: Was geht hier vor? Die Zusammenhänge dämmerten mir dann irgendwann, was aber der Spannung keinen Abbruch tat. Alexander Hartungs flüssig zu lesender Schreibstil tat sein übriges dazu und so waren dies sehr kurzweilige 317 Seiten. Ich bin sehr gespannt auf die folgenden Bücher des Autors.


    4ratten

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • Oh wie schön. Jetzt freue ich mich gleich noch mehr auf die Leserunde mit dem Autor :klatschen:


  • Oh wie schön. Jetzt freue ich mich gleich noch mehr auf die Leserunde mit dem Autor :klatschen:


    Da kann ich mich nur anschließen :five: Ich hatte grade genau den gleichen Gedankengang.

    :leserin:Kendare Blake - Der schwarze Thron ( Die Schwestern 1 )

  • Hallo ihr Beiden,


    auf die Leserunde könnt ihr euch wirklich freuen :winken:


    Liebe Grüße
    nimue

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • So schnell vergeht die Zeit.... die Leserunde war/ist toll :smile:
    Hier meine Meinung:


    Deutschland zur Zeit der Hexenverfolgung. Der alte Inquisitor Baselius und Thomas, sein zukünftiger Nachfolger, reisen durch das Land und machen Ketzern den Prozess. Als sie in Reheim ankommen, scheinen dort besonders schwere Fälle in größerem Ausmaß vorzuliegen. Die Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken vor den Inquisitoren sowie ihren Verhör- und Foltermethoden. Verrat und Beschuldigungen bestimmen den Alltag. Doch es gibt Hoffnung. Die junge Klara glaub nicht an Schuld und Zufälle. Sie forscht unter Einsatz ihres Lebens in der Vergangenheit des Dorfes und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur.


    "Die Rache des Inquisitors" ist der erste Roman von Alexander Hartung. Sein persönliches Interesse an der Inquisition merkt man diesem historischen Kriminalroman an. Fesselnd beschreibt er die Hexenverfolgung in Deutschland am Beispiel eines Dorfes im Taunus. Besonders die bildhafte Sprache hat mir gut gefallen. Der Wandel der Bewohner von Gemeinschaft zu Egoismus, die schwarze Kutsche der Inquisition, die über das Kopfsteinpflaster poltert und den Alltag förmlich zerreisst. So vermittelte mir der Roman Spannung und Gefühl zugleich.


    Der Autor verzichtet auf zu tiefe Details der Folter. Man ist als Leser nicht unbedingt darauf angewiesen, weil Worte und kleine Anmerkungen passend plaziert sind. Um sich langsam an das grausame Thema Inquisition heranzutasten, ist es die richtige Lektüre. Die Charaktere empfand ich als angenehm und gut beschrieben. Es gibt Sympathieträger, mit denen man mitfiebert, sowie Typen, vor denen man am liebsten davonlaufen möchte.


    Auch wenn das Buch bis zum Schluß spannend blieb, war der Ausgang der Geschichte sehr vorhersehbar. Bei der Umsetzung sind dem Autor aber noch einige Überraschungen gelungen. Für mich ist "Die Rache des Inquisitors" ein kurzweiliger Histokrimi, der gemütliche Lesestunden über ein ungemütliches Thema beschert.


    4ratten


    LG Kati :winken:

  • Hallo Ihr Lieben,


    nach der wirklich gelungenen Leserunde, kommt hier auch meine Meinung:


    Im 17. Jahrhundert wächst Klara wohl behütet von ihrem Onkel Markus und der Kräuterfrau Agnes in dem kleinen Dorf Reheim im Taunus auf. Ihre Welt verändert sich von heute auf morgen rapide und zum Schlechteren, als die Inquisition in Reheim auftaucht und einen Bürger nach dem anderen der Ketzerei beschuldigt. Aber Klara glaubt nicht daran, dass es sich wirklich um Ketzer handeln soll und fängt selber an zu recherchieren, ohne dabei an die eigene Gefahr zu denken, in die sie sich begibt…


    Kaum hat man die ersten Seiten gelesen, ist man bereits komplett von der Geschichte gefangen und dem Leser werden nicht viele Verschnaufpausen gegönnt. Trotz der Kürze des Buches und des sehr schnellen Schreibstils, gelingt es dem Autor alle wichtigen Informationen an den Leser zu vermitteln und den Spannungsbogen immer sehr weit oben zu halten.


    Dabei empfand ich es als sehr positiv, dass Folterszenen nicht explizit beschrieben werden, sondern z. B. nur über die Aufzählung von Werkzeugen beim Leser das notwendige Grauen erzeugt wird.


    Die Hauptpersonen sind gut beschrieben, so dass ich ihre Handlungen und auch ihre Motive jederzeit gut nachvollziehen konnte. Klara ist mir dabei fast ein bisschen zu naiv und gutgläubig einerseits, andererseits ist sie mit einem sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet und einer guten Portion Sturheit, die sie immer wieder in brenzlige Situationen bringt.


    Ein kleiner Wehmutstropfen besteht darin, dass kaum Raum für Spekulationen gelassen wird, da mir als Leser relativ schnell klar war, wer wie in die Sache verstrickt ist und welche eigentlichen Motive verfolgt werden. Nur kurzzeitig wird eine andere Fährte gelegt, die sich aber sehr schnell wieder auflöst.


    Schade ist auch, dass am Ende die Guten wirklich gut und die Bösen wirklich böse sind und kein Raum für eine Entwicklung von Charakteren etc. oder noch eine überraschende Wendung gegeben wird.


    Trotz allem entwickelt das Buch eine sehr hohe Sogwirkung und ich konnte es immer nur sehr schwer aus der Hand legen, geschweige denn die Einteilung der Leserundenabschnitte so einfach einhalten.


    Für einen Erstlingsroman finde ich das Buch sehr gut gelungen und ich denke, da verbirgt sich noch sehr viel Potenzial für die hoffentlich bald folgenden Romane!


    Daher vergebe ich 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • Ich bin mittlerweile recht kritisch und mag kaum noch historische Romane, aber dieses Buch lag noch im SUB und schrie danach, endlich gelesen oder im Zweifelsfall auch aussortiert zu werden.


    Das Frauenbild auf dem Cover sagt schon recht viel aus, denn auch wenn der rachsüchtige Inquisitor Auslöser aller Geschehnisse ist, wird die Geschichte aus dem Blickwinkel einer jungen Frau erzählt. Klara lebt bei ihrem Onkel, hat zu allem ihre eigene Meinung und das Ganze spielt in einem Taunus-Dorf im 17. Jahrhundert.


    Grundsätzlich ist dem Autor nicht viel vorzuwerfen und doch empfand ich alles – zu klischeehaft wäre übertrieben, aber Klara ist zu modern für ihre Position und die restlichen Figuren erhalten aus den für die Geschichte benötigten Zügen keine weitere Charakterisierung. Das Ende war ziemlich vorhersehbar, wer bis dahin auf dem Scheiterhaufen landen würde, war, bis auf das ganz besonders typische erste Opfer, nicht ganz so klar vorgezeichnet und die sich entwickelnde Lynchmobstimmung fand ich gut beschrieben, aber insgesamt überwogen doch die genreüblichen Standards und so bleibt mir als Urteil nur ein: schnell gelesen – schnell vergessen, aber immerhin trotz meiner Befürchtungen: zu Ende gelesen und mich dabei nicht gequält.


    3ratten

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    17 Jh: Reheim ein kleines beschauliches Dorf im Taunus wird von dem blinden Prior Baselius und seinem Gehilfen Pater Thomas aufgesucht. Sie sind als Inquisitoren unterwegs um die Dörfer und Städte erbarmungslos vor Ketzern und Hexen zu reinigen. Klara eine junge Frau die bei ihrem Onkel aufwächst, muss mitansehen wie man ihre Lehrmeisterin und Freundin Agnes als Hexe bezeichnet und verbrennt. Als danach noch weiter Einwohner als Ketzer verurteilt werden, wird Karla stutzig. Karla möchte das ganze nicht glauben und betreibt Nachforschungen, trotz der Warnung ihres Onkels. Außerdem bangt sie um ihren Freund Peter der im Kerker sitzt nach dem er Pater Thomas angegriffen hat. Aber Karla entdeckt ein finsteres Geheimnis das in der Vergangenheit liegt. Wär mag wohl dieser Racheengel sein, der Menschen als Ketzer den Inquisitoren ausliefert und auch vor Mord nicht zurückschreckt.


    Meine Meinung:
    Für mich war dies das erste Buch von Alexander Hartung, der hier sein Erstingswerk in diesem Genre feiert. Der Roman war im großen Ganzen flüssig,fesselnd und unterhaltsam geschrieben. Allerdings merkt man doch ab und an das ein paar Fehler oder Wiederholungen vorkamen. U.a. Wie kann ein kleiner Ort Stadträte haben, Seit wann gibt es in einem Kloster Soldaten die man zu Hilfe rufen kann.Auch ist nicht ganz eindeutig ob Inquisitoren so viel Macht hatten. Aber es ist ein histor. Kriminalroman und da bekommt der Autor sicher mehr Freiheiten. Doch gefällt mir persönlich ein gutrecherchiertes histor. Buch besser. Ansonsten ein Roman zur guten Unterhaltung, allerdings nicht für sensible Leser, da manche Vorgänge schon drastisch beschrieben werden. Leider kann man sehr schnell den Schuldigen ausmachen, mit dem man am Ende sogar noch mitfühlen kann. Das etwas abrupte Ende hat mir auch nicht so ganz zugesagt.Das Cover wiederum gefällt mir sehr gut, da es einen sofort an was historisches erinnert mit dem Bild. Von daher bekommt das Buch von mir gute 3 von 5 Sterne.