Halldór Laxness - Salka Valka

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Es gibt 131 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von schokotimmi.

  • Hallo,


    ich habe es geschafft - ich bin gerade fertig geworden.


    Das Ende war ja nochmal richtig gut - es passt sehr gut zum gesamten Buch und hat mich in soweit versöhnt, dass es nochmal persönlicher wurde.


    Arnaldur wird für mich nicht als typischer Kommunist gezeichnet - vor allem gegen Ende zeigt sich, dass er eher wankelmütig ist.
    Salka ist und bleibt eine starke Frau und irgendjemand hier hat geschrieben - sie ist die einzige Konstante, sie bleibt bei aller Veränderung und so empfinde ich das auch. Trotzdem macht sie eine große Veränderung durch. Ich denke nicht, dass sie sich nun an Steinthor wenden wird. Aber eben ein schönes Ende, man kann sich bestimmte Dinge weiterdenken, ohne dass das Ende offen wirkt. Beginn und Ende der Geschichte bilden das Schiff nach Reykjavik.


    Jetzt werde ich es erstmal setzen lassen und schreibe vllt. morgen mehr.


    Schönen Abend.
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%


  • ich habe es geschafft - ich bin gerade fertig geworden.


    Na, herzlichen Glückwunsch! :klatschen: (Euch anderen, die Ihr schon durch seid, natürlich auch. :zwinker:)


    Das ist mir doch Ansporn genug, es Dir morgen gleichzutun. :breitgrins: Schließlich habe ich keine hundert Seiten mehr vor mir und morgen den ganzen Nachmittag Zeit. Das sollte zu schaffen sein. Dann kann ich mitplaudern und ebenfalls meinen Gesamteindruck zum Buch loswerden..


    Bis morgen. :winken:
    Viele Grüße
    M.

    Andere Orte im Internet erkundet und für uninteressant befunden.

  • Hallo zusammen,


    ich bin jetzt auch durch. Das letzte Buch bot noch mal einiges an Hin und Her, Sozialismus ja oder nein, Liebe zwischen Salka und Arnaldur oder nicht. Vor allem war es noch mal gespickt mit jeder Menge Politik, Ideologie und Gesellschaftskritik. Für meinen Geschmack leider schon ein wenig zu viel. Es mag ja Laxness ein Anliegen gewesen sein, in dem Buch möglichst viele ideologische und soziale Fragen zu behandeln, aber für mein Empfinden hat das insgesamt gesehen doch für ein paar unnötige Längen im Buch gesorgt.


    Dafür haben mich die letzten Kapitel und das herzergreifende Ende des Buches versöhnt. :smile:


    Jedoch muss ich Aldawen recht geben, die schon recht früh angemerkt hat, dass sie sich nicht so recht in die Protagonisten hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen kann, weil man zu wenig von ihrem Innenleben erfährt. Gegen Ende des Buches gibt es zwar einige ergreifende Momente zwischen Salka und Arnaldur, die schon eine ganze Menge über sie preisgeben, aber so richtig mitleiden konnte ich mit den beiden nicht, so gerne ich das auch getan hätte.


    Auch die Wankelmütigkeit der Dorfbewohner - erst Sozialismus hurra, dann Sozialismus pfui usw. - und natürlich auch Salkas und Arnaldurs Sinneswandel blieben nicht immer nachvollziehbar.



    Je mehr ich rekapituliere, umso mehr habe ich das Gefühl, dass Salka, Steinthor und Arnaldur nur Allegorien sind. Es geht gar nicht darum, ob Salka mit Arnaldur glücklich wird oder ob Steinthor sie heiraten darf. Es geht einfach um den Kampf zweier Systeme um das Leben bzw. die Lebensgestaltung.


    Wobei: Bei keinem der Laxness-Romane kam es darauf an, wie sich die Personen privat entwickeln (Familie etc.) Immer stand ein höheres Ziel hinter ihnen. Selbständigkeit, Überleben, Unabhängigkeit ... So nun auch hier. Salka ist an Arnaldur gefühlsmäßig auf immer gebunden, aber zusammen leben können sie dennoch nicht. Steinthor ist unregelmäßig da, aber wenn er da ist, fordert er ein.



    Wenn ich Euch richtig verstehe, seid Ihr der Auffassung, dass Laxness hier weniger daran gelegen ist, die Menschen und ihr Innenleben zu schildern, als vielmehr, das System, das sie jeweils verkörpern? Das ist eine interessante Sichtweise, mit der ich mich durchaus anfreunden könnte.


    Im 25. Kapitel fand ich ein Gespräch zwischen Salka und Arnaldur ganz aufschlussreich, in dem es um die sozialistischen Ideale geht, für die Arnaldur kämpft. An einer Stelle fragt Salka ihn, was denn sei, falls er mal sterben sollte. Arnaldur antwortet ihr, dass sie dann in ihrer Erinnerung immer noch sein Ideal des Sozialismus habe. Und auf ihre Frage, welchen Wert denn Ideale hätten, wenn man stirbt, ehe sie verwirklicht sind, antwortet er: "Die Ideale stehen über den Menschen."


    Wobei mir sofort in den Sinn kam: An den Menschen scheitern die Ideale aber auch als erstes. Wenn ich mich in der Welt so umschaue, stelle ich fest, dass die meisten Menschen nun mal im Grunde ihres Wesens egoistisch, habgierig und machtbesessen sind. Auch wenn jemand aus ursprünglich edelsten Motiven an die Macht gelangt, wird er sie zu seinem Vorteil und zum Nachteil anderer nutzen. Und wenn man die vergangenen Jahrzehnte betrachtet, ist der Sozialismus nicht zuletzt wegen der Menschen, die in ihm die Macht innehatten, so grandios gescheitert.


    Diese Lehre kann das Buch natürlich nicht bieten, weil die Welt damals, als Laxness es geschrieben hat, noch nicht so weit war. Aber ich kann mir vorstellen, dass er das möglicherweise ähnlich gesehen hätte.


    [hr]


    So, Ihr Lieben. Hat mir außerordentlichen Spaß gemacht, das Buch mit Euch zu lesen. Ich ziehe meinen Hut vor Euch, denn eine so eine Leserunde mit so vielen aufschlussreichen Beiträgen habe ich selten mitverfolgt, geschweige denn daran teilgenommen. Und auch wenn mir das Buch unterm Strich nicht hundertprozentig zugesagt hat - ohne Eure Beiträge wäre mir vieles im Buch im Unklaren geblieben.


    Viele Grüße :winken:
    M.

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    Einmal editiert, zuletzt von MacOss ()

  • Hallo,


    schön MacOss, dass du es auch beendet hast. Jetzt ging es ja wirklich fix!



    Hallo zusammen,


    ich bin jetzt auch durch. Das letzte Buch bot noch mal einiges an Hin und Her, Sozialismus ja oder nein, Liebe zwischen Salka und Arnaldur oder nicht. Vor allem war es noch mal gespickt mit jeder Menge Politik, Ideologie und Gesellschaftskritik. Für meinen Geschmack leider schon ein wenig zu viel. Es mag ja Laxness ein Anliegen gewesen sein, in dem Buch möglichst viele ideologische und soziale Fragen zu behandeln, aber für mein Empfinden hat das insgesamt gesehen doch für ein paar unnötige Längen im Buch gesorgt.


    Ich kann dir hier in gewisser Weise zustimmen - v.a. das dritte Buch hat sich für mich sehr gezogen, denn hier wurden Personen eigentlich nur noch genannt, Motive, Handlungen und Erfahrungen spielten keine Rolle.
    Der letzte Teil, war ja dann glücklicherweise wieder perösnlicher - Laxness hat in keinem Buch das ich kenne, die Motive und das Innenleben seiner Protagonisten tiefer erläutert, sodass mich das auch hier nicht gestört hat, ich es sogar mochte, doch das sehr allgemeine war auch für mich nicht so richtig etwas.


    Folgender Satz von dir trifft es wohl sehr genau:


    Wobei mir sofort in den Sinn kam: An den Menschen scheitern die Ideale aber auch als erstes.


    Auch mir hat die LR mit euch viel Spaß gemacht - danke für die vielen tollen Beiträge und hoffentlich irgendwann auf ein Neues.


    Viele Grüße
    schokotimmi

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  • Hallo MacOss,


    danke für dein schönes und ausführliches abschließendes Fazit! :smile:



    Wenn ich Euch richtig verstehe, seid Ihr der Auffassung, dass Laxness hier weniger daran gelegen ist, die Menschen und ihr Innenleben zu schildern, als vielmehr, das System, das sie jeweils verkörpern? Das ist eine interessante Sichtweise, mit der ich mich durchaus anfreunden könnte.


    Laxness schildert zwar schon die Menschen, aber darüber hinaus steht jeder (zumindest von den Hauptpersonen) für eine bestimmtes typisches Prinzip, ein Ideal, oder eine Metapher (wie auch immer man das bezeichnet). Das macht es für mich interessanter, weil ich so nicht nur etwas Beliebiges über das Leben der Menschen erfahre, sondern darüber hinaus noch Allgemeingültiges darin erkennen kann.


    Du hast recht, daß es in dem Hin und Her der Politik und der Ereignisse manchmal ein paar Längen gab und es etwas unübersichtlich wurde. Das habe ich auch so empfunden.


    Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen und hat mich gut unterhalten.



    Wenn ich mich in der Welt so umschaue, stelle ich fest, dass die meisten Menschen nun mal im Grunde ihres Wesens egoistisch, habgierig und machtbesessen sind. Auch wenn jemand aus ursprünglich edelsten Motiven an die Macht gelangt, wird er sie zu seinem Vorteil und zum Nachteil anderer nutzen.


    Zum Glück schreibst du "die meisten" und nicht "alle". Es gibt nämlich durchaus etliche, die nicht so sind. Nur kommen diese nicht in Machtpositionen, weil sie es für ihr Ego nicht nötig haben, und die dafür nötigen Methoden nicht anwenden wollen. In den Entscheidungspositionen sammeln sich dann die habgierigen Egoisten und Machtmenschen.



    Und wenn man die vergangenen Jahrzehnte betrachtet, ist der Sozialismus nicht zuletzt wegen der Menschen, die in ihm die Macht innehatten, so grandios gescheitert.


    Ja, denn auch dort (genau wie heute und hier immer noch) hat es einen gewissen Menschenschlag nach oben gespült. Und wir haben im Sozialismus sehr anschaulich erlebt, daß die Ehrlichsten und Besten auf Vorteile und Karriere verzichtet haben, um sich das nicht anzutun. Und wohin das geführt hat. Nunja, letztendlich haben wir das Experiment beendet.
    Vielleicht hat Laxness so etwas vorausgeahnt. Die Menschen waren schließlich schon immer so...



    So, Ihr Lieben. Hat mir außerordentlichen Spaß gemacht, das Buch mit Euch zu lesen.


    Mir auch! :winken:
    Und wenn jetzt alle fertig sind (Saltanah?!), werde ich in meinen Beiträgen die Spoilermarkierungen entfernen, damit der Text lesbar bleibt, wenn der Thread ins Archiv wandert.


    Viele Grüße
    kaluma


    P.S. und WANN lesen wir den nächsten Laxness?? :zwinker: :smile:

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()


  • Zum Glück schreibst du "die meisten" und nicht "alle". Es gibt nämlich durchaus etliche, die nicht so sind. Nur kommen diese nicht in Machtpositionen, weil sie es für ihr Ego nicht nötig haben, und die dafür nötigen Methoden nicht anwenden wollen. In den Entscheidungspositionen sammeln sich dann die habgierigen Egoisten und Machtmenschen.


    Wenn ich ehrlich bin, hatte ich zuerst "der Mensch" geschrieben, den Beitrag aber noch noch mal editiert, weil mir schon klar ist, dass ich da keinesfalls verallgemeinern kann. Vielleicht ist auch "die meisten Menschen" schon übertrieben. Denn Du hast recht - es mögen tatsächlich nicht viele Menschen sein, die all' die schlechten Eigenschaften in sich tragen, nur sind es diese wenigen, die immer wieder in den Fokus geraten und sich in wichtige Positionen manövrieren und für viel Leid auf der Welt sorgen...



    Und wenn jetzt alle fertig sind (Saltanah?!), werde ich in meinen Beiträgen die Spoilermarkierungen entfernen, damit der Text lesbar bleibt, wenn der Thread ins Archiv wandert.


    Ups - ich dachte, ich wäre der letzte, der noch in dem Buch liest. :redface: Saltanah, bist Du nicht auch schon fertig?


    Viele Grüße
    M.

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  • Hallo,


    ich habe mal noch eine kleine Rezi verfasst - Klick.


    Wenn ich ehrlich bin, hatte ich zuerst "der Mensch" geschrieben, den Beitrag aber noch noch mal editiert, weil mir schon klar ist, dass ich da keinesfalls verallgemeinern kann. Vielleicht ist auch "die meisten Menschen" schon übertrieben. Denn Du hast recht - es mögen tatsächlich nicht viele Menschen sein, die all' die schlechten Eigenschaften in sich tragen, nur sind es diese wenigen, die immer wieder in den Fokus geraten und sich in wichtige Positionen manövrieren und für viel Leid auf der Welt sorgen...


    Oh, diese Frage kann natürlich zu einer endlos-Diskussion werden, vor einiger Zeit hatte ich dies schon mal bei einen Kneipenbesuch mit Freunden. Die Frage ging dann in die Richtung - bleiben die Menschen gut, wenn sie in Machtpositionen gelangen oder verändert Macht die Menschen? Ich denke schon, dass da etwas dran ist - man vergisst recht leicht die Ideale, wenn man seine Interessen bequem durchsetzen kann...



    P.S. und WANN lesen wir den nächsten Laxness?? :zwinker: :smile:


    Also ich wäre im Herbst z.B. dabei - ich habe da noch einige offen... :smile:


    Viele Grüße
    schokotimmi

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  • Langes Wochenende, Dienstreise ... jetzt komme ich endlich dazu, mich durch Eure zahlreichen Postings in der Zwischenzeit zu arbeiten. Dazu werde ich heute aber auch nicht mehr viel sagen können :redface: weil wir Besuch haben. Mein Fazit steht schon eine Weile und das werde ich dann auch noch schreiben - das hatte ich nicht gemacht, weil so viele noch gelesen haben.


    Wie schokotimmi in der Rezi schon geschrieben hat, war die LR eine wunderbare Möglichkeit, sich viel besser mit dem Buch zu befassen, als das bei einer Sololektüre möglich gewesen wäre. Auch von mir ein schöner Gruß an alle und Danke für die vielen Impressionen und Diskussionen (die sicher noch nicht ganz zu Ende sind *gg*)
    Den nächsten Laxness lesen wir gewiss wieder zusammen :winken: :zwinker:

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa


  • Oh, diese Frage kann natürlich zu einer endlos-Diskussion werden, vor einiger Zeit hatte ich dies schon mal bei einen Kneipenbesuch mit Freunden. Die Frage ging dann in die Richtung - bleiben die Menschen gut, wenn sie in Machtpositionen gelangen oder verändert Macht die Menschen? Ich denke schon, dass da etwas dran ist - man vergisst recht leicht die Ideale, wenn man seine Interessen bequem durchsetzen kann...


    Oh ja, solche Überlegungen kenne ich auch. Auch entsprechende Beobachtungen. Und auch hier gilt wieder, daß man nicht alle über einen Kamm scheren kann... Macht korrumpiert, aber es gibt auch Menschen, die absolut integer und dagegen gefeit sind. Ich überlege des öfteren, wer warum wie wird.


    Von mir wird auch noch eine Rezi zum Buch kommen, aber ich werde erst Anfang Juni Zeit dazu finden.



    Also ich wäre im Herbst z.B. dabei - ich habe da noch einige offen... :smile:


    Schön!


    Viele Grüße
    kaluma

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  • Ich habe gerade eben meine Rezi eingestellt.


    Ich war übrigens überrascht, wie locker Arnaldur seiner Salka erklärt, dass er wegen einer interessanten Frau nach Amerika will. Er erzählt nicht nur davon, sondern zeigt ihr auch noch ein Foto und gibt ihm auch noch Geld dazu. Wahnsinn! Das sind solche Laxness-Momente, in denen ich nicht weiß, wie das zu erklären ist. Jeder Mensch hätte Arnaldur doch das Foto um die Ohren geschlagen, oder? Und wenn eine Frau besonders duldsam ist, würde eine wie Salka dann doch nicht auch noch spenden für die fremde Zukunft. Laxness hinterlässt mir jedesmal wenigstens ein Rätsel...



    ... Auf einer Island-Seite habe ich ein Zitat von Laxness bzgl. der DDR gelesen: "Das schlimmste Scheissland, dass ich je besucht habe."


    Ja, bei manchen Ideen merkt man leider erst nach der Umsetzung, dass sie nicht so funktioniert wie gedacht. Aus welchem Grund auch immer.
    Ich kenne ein Marx-Plakat, auf dem steht "Tut mir leid Jungs ! War halt nur so 'ne Idee von mir..."


    Apropos nächste LR:
    Ich bin gerne dabei, wenn der Termin passt. Auswahl haben wir bei den Titeln noch genug :zwinker:

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  • Huch! Ich muss ja auch noch meine Rezi schreiben. :redface:



    Ich war übrigens überrascht, wie locker Arnaldur seiner Salka erklärt, dass er wegen einer interessanten Frau nach Amerika will. Er erzählt nicht nur davon, sondern zeigt ihr auch noch ein Foto und gibt ihm auch noch Geld dazu. Wahnsinn! Das sind solche Laxness-Momente, in denen ich nicht weiß, wie das zu erklären ist. Jeder Mensch hätte Arnaldur doch das Foto um die Ohren geschlagen, oder? Und wenn eine Frau besonders duldsam ist, würde eine wie Salka dann doch nicht auch noch spenden für die fremde Zukunft. Laxness hinterlässt mir jedesmal wenigstens ein Rätsel...


    Klar, da hätte Salka ihm durchaus das Foto um die Ohren hauen können, das hätte Arnaldur verdient. Ich finde aber auch, dass sie da große Weitsicht bewiesen hat. Sie spürte, dass Arnaldur dieser Frau ewig nachtrauern würde, wenn er seinem Verlangen nicht nachgeben und ihr nachreisen würde, sondern stattdessen bei Salka bleiben würde, auf der Insel, in diesem kleinen Fischerdorf. Dann hätte er womöglich ständig das Gefühl, etwas verpasst zu haben, und diese Frau würde ihn sein Leben lang verfolgen wie ein Gespenst aus der Vergangenheit, eine verflossene Liebe, die nicht richtig verarbeitet wurde, mit der man nicht richtig abgeschlossen hat. Und er würde dies im Laufe der Zeit möglicherweise auch noch Salka anlasten, und was hätte sie von einem Arnaldur, der zwar bei ihr geblieben ist, ihr aber sein Leben lang stumme Vorwürfe wegen einer vertanen Chance macht ...

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  • Hallo nochmal,


    Bettina, eine sehr schöne Rezi!

    Ja, bei manchen Ideen merkt man leider erst nach der Umsetzung, dass sie nicht so funktioniert wie gedacht. Aus welchem Grund auch immer.
    Ich kenne ein Marx-Plakat, auf dem steht "Tut mir leid Jungs ! War halt nur so 'ne Idee von mir..."


    Apropos nächste LR:
    Ich bin gerne dabei, wenn der Termin passt. Auswahl haben wir bei den Titeln noch genug :zwinker:


    Dieses Plakat kenne ich auch, das hängt im Flur meiner Arbeitsstelle - obwohl ich mich da Frage ob es nicht eher eine Provokation ist... ansonsten finde ich es passend.
    Ich bin mal gespannt auf eine nächse LR!!!



    Huch! Ich muss ja auch noch meine Rezi schreiben. :redface:



    Klar, da hätte Salka ihm durchaus das Foto um die Ohren hauen können, das hätte Arnaldur verdient. Ich finde aber auch, dass sie da große Weitsicht bewiesen hat. Sie spürte, dass Arnaldur dieser Frau ewig nachtrauern würde, wenn er seinem Verlangen nicht nachgeben und ihr nachreisen würde, sondern stattdessen bei Salka bleiben würde, auf der Insel, in diesem kleinen Fischerdorf. Dann hätte er womöglich ständig das Gefühl, etwas verpasst zu haben, und diese Frau würde ihn sein Leben lang verfolgen wie ein Gespenst aus der Vergangenheit, eine verflossene Liebe, die nicht richtig verarbeitet wurde, mit der man nicht richtig abgeschlossen hat. Und er würde dies im Laufe der Zeit möglicherweise auch noch Salka anlasten, und was hätte sie von einem Arnaldur, der zwar bei ihr geblieben ist, ihr aber sein Leben lang stumme Vorwürfe wegen einer vertanen Chance macht ...


    Das Argument der Weitsicht ist natürlich passend, Salka ist ja an sich eher praktisch und vernünftig veranlagt. Manchmal frage ich mich aber, ob sie nicht auch gern in die Welt hinaus ziehen würde - aus diesem Grund kann ich ihre Großzügigkeit nicht verstehen.


    Viele Grüße
    schokotimmi

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