Rajaa Alsanea - Die Girls von Riad

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Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SunshineSunny.

  • Eine unbekannte Araberin sorgt mit ihren E-Mails für Aufsehen: Jeden Freitag verschickt sie E-Mails an ganz Arabien, worin sie die Geschichte ihrer Freundinnen erzählt.


    Diese Freundinnen, Kamra, Sadim, Lamis und Michelle, sind ganz normale junge Mädchen, die in Saudi-Arabien aufwachsen. Dennoch sind sie vollkommen verschieden und genauso verschieden sind auch die Lebenswege, die sie einschlagen.
    Doch sind alle vier gefangen in einem zwiespältigen Leben, das von Religion, Scham und Verschwiegenheit geprägt ist. Aber die Mädels sind bereit für einen Aufbruch, sie sind bereit, für das zu kämpfen, was sie sich erträumen.
    Und stellen schlussendlich fest, dass nicht sie, sondern die Männer, denen Traditionen und Ansehen wichtiger sind als wahre Liebe, das eigentlich schwache Geschlecht ist..


    Rajaa Alsanea will mit ihrem Buch „Die Girls von Riad“ gegen unser von den Medien verzerrtes Bild ankämpfen, das wir von Arabien haben. Sie will zeigen, dass die Frauen sehr wohl noch von den Männern unterdrückt werden, dass jedoch Aufbruchstimmung herrscht, dass sie sich nicht mehr alles gefallen lassen. Dieses Buch zeigt rein und unverfälscht das Leben in Arabien und auf welch verschiedene Weise es gemeistert werden kann.
    Die Mädchen kämpfen für ihr Glück und obwohl sie meist gegen festgefahrene Ansichten und alte Traditionen verlieben, geben sie nicht auf.


    Der Leser erlebt verschiedene Geschichten, verschiedene Schicksale, wie sie dennoch zu tausenden vorkommen.
    Zwar sind die einzelnen Geschichten aufgrund der vielen Namen etwas verwirrend, dennoch sollte man dieses Buch unbedingt lesen, wenn man etwas über die arabische Welt und das Leben in einem islamischen Staat erfahren möchte, ohne mit Vorurteilen und Standartgeschichten konfrontiert zu werden.
    Die Gedichte und Lieder, die Alsanea in ihr Buch einfügt, sorgen für noch mehr Stimmung und lassen die Gefühle der Mädchen lebendig werden.
    „Die Girls von Riad“ ist ein aufklärendes Buch und hat doch die locker-flockige Art einer amerikanischen TV-Serie.


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    Hintergrund:
    Riad ist die Hauptstadt Saudi-Arabiens, eines Gottesstaates, in dem alle Gesetze der islamischen Scharia unterliegen. Es gibt keine Gewaltenteilung, keine politischen Parteien, keine Gewerkschaften. Der oberste Regent ist der König.


    Frauen dürfen in den Städten bis heute nicht Autofahren, es ist ihnen untersagt mit nicht-verwandten Männern zu verkehren, sie dürfen nicht mal ohne Begleitung das Haus verlassen.
    Seit den 60er Jahren dürfen Mädchen die Schule besuchen und sogar studieren, heute sind die weiblichen Studenten bereits in der Mehrzahl. Auch die Berufswahl wird bei Frauen nicht mehr eingeschränkt und sogar die Führung eines Unternehmens ist ihnen gestattet.


    Aber trotz aller Entwicklung, die in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat, ist die Freiheit der Menschen noch immer sehr eingeschränkt.
    Dies trifft aber auch die Männer, so ist z.B. Homosexualität eine Straftat und hier kann sogar die Todesstrafe Anwendung finden.


    Zum Buch:
    Eine Saudi verschickt jeden Freitag e-mails ins ganze Land, jeder kann sich in den Verteiler aufnehmen lassen. In diesen "Briefen" erzählt sie nach und nach die Geschichten von vier jungen Frauen, mit denen sie befreundet ist.
    Die Vier gehören zur Oberschicht Saudi-Arabiens. Sie kennen keine Geldsorgen, besuchen gute Privatschulen und später die Universität und beschäftigen sich außerdem hauptsächlich mit dem Thema junger Frauen weltweit: die Männer und die Liebe.


    Für uns im Westen ist das hier geschilderte Leben kaum vorstellbar. Ist es schon schwer, überhaupt jemanden kennenzulernen, gestaltet sich die Beziehung zum anderen Geschlecht äußerst bizarr. Die einzige Kontaktmöglichkeit ist oftmals das Telefon - in einem Fall im Buch dauerte eine solche Verbindung über vier Jahre! Will man einen Mann tatsächlich treffen, ungestört und ohne Zuhörer mit ihm reden, so ist das im Grunde erst nach der Hochzeit möglich.


    Diese Hochzeiten werden aber nicht von den beiden Betroffenen beschlossen, sondern fast immer arrangiert. Die Mütter suchen aus, die Väter gewähren oder gewähren nicht. Ist der Vater tot und sind keine Onkel da, wird der Bruder zum Vormund über seine Schwester - eine Vorstellung, die denen unter uns, die einen Bruder haben, das Blut zum Stocken bringt! :entsetzt:


    Dieser Roman gewährt einen interessanten Einblick in eine fremde Welt. Fremd, aber auch faszinierend.
    Und es sind nicht nur die Männer, die den Frauen das Leben schwermachen - wir finden auch Beispiele dafür, daß den Männern keine Wahl gelassen wird - von ihren eigenen Müttern.
    Aber diese kranke Liebe der Mutter zum Sohn haben wir hier bei uns ja auch oft genug - die böse Schwiegermutter ist doch allgegenwärtig...


    Und man muß nur ganz kurz nachdenken, um auch bei uns genügend Beispiele zu finden, die belegen, daß das Verhältnis zwischen den Geschlechtern noch lange nicht ausgeglichen ist.
    So haben Jungen bereits mit einem Jahr mehr Spielsachen als Mädchen und der Kollege am Schreibtisch nebenan, der dieselbe Arbeit verrichtet wie ich, bekommt mehr Gehalt, nur weil er einen Bommel hat.


    Wenn aber in Saudi-Arabien Entwicklung möglich ist, habe ich auch für Deutschland noch Hoffnung... :zwinker:


    Bemerkung zum Schluß:
    Wer dieses lesenswerte Buch zur Hand nehmen will, sollte sich Notizen machen. Die Frauen und Männer haben derart ähnlichklingende Namen, daß ich ständig überlegen mußte, wer denn jetzt wer ist...


    Von mir gibt es 4ratten


    LG
    Mone

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

    Einmal editiert, zuletzt von mone ()

  • Indem wir ja zwischendurch auch mal über die Bücher schreiben sollen die wir lesen mache ich das jetzt einfach einmal.


    Also ich bin von diesem Buch begeistert, es geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Meine Favoriten sind Kamra und Sadim und ich freue mich immer etwas von ihnen zu lesen.


    Mit Lamis kann ich mich nicht so anfreunden, sie hat eine Art die mir nicht so zusagt.


    Am schlimmsten fand ich wie Sadim ihre erste Nacht mit ihrem Mann verbrachte und er sich danach nicht mehr gemeldet hat. Die Vorstellung alleine fand ich schrecklich. Sie ist bereit sich das erste Mal einem Mann hinzugeben und dann passiert so etwas. :sauer:


    Oder wie Kamras Mann sie dazu bringen wollte sich bei seiner Geliebten zu entschuldigen. Er müsste Kamra um Verzeihung bitten, dass er ihr so etwas angetan hat.

    Nigends findest du Frieden als in dir selbst.

  • Die anfängliche Begeisterung die ich hatte, ließ im weiteren Verlauf leider nach. Es wurde dann eher etwas langweilig und ich hatte nicht den Drang ganz schnell mehr von den Frauen zu erfahren.


    Doch Lamis wurde mir noch etwas sympathischer.


    Ich vergebe


    3ratten

    Nigends findest du Frieden als in dir selbst.