05 - Argumente XVI bis einschl. XXI

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von nimue.

  • Kapitel XVII heisst "Das Argument vom seltsamen Lachen". Mir wurde auch klar, warum: Es scheint sich darauf zu beziehen, dass Cass in seinem Hinterkopf die Reaktion von Roz auf Klappers ungewöhnlichen Aufzug hört. Und davon angesteckt wird.
    Ich habe das Gefühl, dass Cass langsam aber sicher ein bisschen Distanz bekommt. Klapper ist zwar nach wie vor der Doktorvater, aber er hält Klapper nicht mehr für so unschlagbar und unfehlbar, wie er das zu Beginn so ehrfurchtsvoll getan hat. Er wehrt sich zwar (Seite 282: Er liebte sie, aber deswegen musste er noch lange nicht ihre zynische Meinung ... übernehmen), aber ich glaube, dass Roz trotzdem einen Einfluss auf seine Sicht der Dinge hatte. Selbst, wenn Cass vielleicht sebst auf den Trichter kommt, so beschleunigt sie das jedenfalls.


    XVIII: Jetzt ist es raus, Cass verplappert sich und sagt Lucinda "Ich liebe Dich". Was er nach der Planung mit seinem Diagramm besser nicht tun wollte, aber jetzt ist es raus. Und dann das Üble, denn Lucinda hat das zwar auf dem AB gehört, reagiert aber nicht drauf. Das war's mit dem rationalen Handeln. :gruebel:


    Ich mache mit meinen Kommentaren hier Pause, weil die Familie wieder dran ist.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Ich habe heute Abend die 36 Roman-Kapitel beendet und hoffe, dass ich morgen die Zeit finde, die von mir noch fehlenden Eindrücke zu schildern.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Ich werde heute Abend noch die weiteren Kapitel - soweit ich kann - kommentieren.


    Kapitel XIX führt uns wieder nach New Valden. Ich fand das Gespräch zwischen Cass und Roz sehr schön, als die beiden Azaryas Fähigkeiten rekapitulierten. Roz würde doch glatt den kleinen Bub kidnappen, damit er seine Fähigkeiten entwickeln kan :breitgrins: Wobei ich allerdings glaube, dass dieser drastische Ausdruck nur eine Form ihrer Verzweiflung ist. Denn ich schätze mal, dass Roz genau weiß, wie es mit Azaryas Leben weitergeht. Erwachsen werden, Rebbe werden. Sie hätte es freilich gerne anders für ihn, aber sie weiß auch, dass sie nicht viel tun kann.


    Sie sagt: "Jeder erwirbt mit seiner Geburt das Recht, für sich selber zu denken." (Seite 293). Irgendwie steckt da aber schon die Möglichkeit drin, dass ein intelligenter Junge wie Azarya durchaus ausbrechen kann, so wie es Cass' Mutter getan hat.
    Eine interessante Frage tut sich im Schatten dieser Diskussion um Genie auf. Was wird aus einem Menschen? Was würde aus uns, wenn wir dieselben Fähigkeiten vor einem anderen Hintergrund hätten? Und würde es nutzen, den Hintergrund zu ändern? Roz und Cass könnten ewig darüber diskutieren und würden nie zu einem Ende kommen!


    Sehr sehr schön fand ich den Empfang für Professor Klapper. Azarya erinnert sich an ihn und nun wird klar, dass Azarya beim letzten Besuch Klappers dessen genervte Frage "Wie lange wird das weitergehen?" (während der Präsentation der Primzahlen) als sachliche Frage verstanden hat. Azarya hält seine erste Rede vor den Chassidim und erörtert die Theorie der Primzahlen einfach weiter! Was muss Klapper leiden :breitgrins: Jetzt bekommt er erklärt, dass es niemals aufhört mit den Primzahlen und dass es keine größte Primzahl geben kann. Ich frage mich, wieviele der Zuhörer das verstanden haben *grübel*
    Letzten Endes ist es möglich, dass selbst der eigene Vater nur deshalb so offen mit dem Thema Zahlen umgeht, weil er sie als Spielsachen des Sohnes versteht und auch er sie eigentlich nicht versteht. Bisher hat er den Sohn vielleicht immer nur ermutigt, weil er dessen Intelligenz erkennt - aber nicht, weil er kapiert, was der Sohn da macht.


    Interessant, wie der Bub Englisch gelernt hat! Wäre er einseitig mathematisch begabt, hätte er das wahrscheinlich nicht hinbekommen. Nehme ich an.


    Kapitel XX kurz wie das Kapitel selbst: Ich fand es unglaublich, dass Cass eine Einladung zu einem Streitgespräch versemmelt! Ausgerechnet *g*


    Und Klapper fügt mal wieder ganz locker einen Baustein zu meiner Antipathie zu ihm hinzu: In Kapitel XXI erwähnt er einen Ausspruch des Rebbe und muss sich von Cass korrigieren lassen, dass eigentlich Azarya der Urheber war. Und was macht Klapper? Dass er Fehler macht, kann nicht sein und er weist Cass sofort zurecht: Azarya so etwas Großes zuzusprechen, ist Anmaßung; der Knirps kann nichts, weiß nichts und nur der Rebbe ist anzuerkennen.
    Ich wunderte mich ab einem bestimmten Punkt gar nicht mehr über Klapper, sondern warte eigentlich bei jedem seiner Auftritte darauf, dass er sich weiter fleißig und unaufhaltsam unmöglich macht.


    Merkwürdig, was er Cass für eine Doktorarbeit zuteilt: Eine Aufschlüsselung der Bedeutung jüdischer Speisen. Ich habe inzwischen kapiert, dass es ähnlich wie bei Diäten oder Trennkost Vorschriften gibt, was wann wie zubereitet und gegessen werden kann. Und das soll per Gematrie erklärbar sein?


    Wikipedia liefert eine einleuchtende Begründung:
    Die Gematrie beruht auf der Tatsache, dass im griechischen und im hebräischen Alphabet wie auch in der Vorgängerschrift des modernen Arabischen keine speziellen Zahlzeichen existierten, sondern statt dessen die Buchstaben selbst verwendet wurden. Daher kann jedes Wort auch als eine Gruppe von Zahlzeichen gelesen werden. Ihre proportionale Struktur, die Summe ihrer Einzelwerte oder ein durch andere Rechenoperationen gewonnener Wert steht dann für das Wort und kann zu anderen Zahlen, Worten und Wortproportionen in Beziehung gesetzt werden. Gematrie findet man in vielen Kulturen, besonders ausgeprägt erscheint sie in der jüdischen Tradition.


    Wie unsere Kapitelnummerierungen :zwinker:


    Weiter heißt es dann:
    Gershom Scholem zitiert über 70 verschiedene Schlüssel der Umsetzung. Aus solchen Dimensionen ergeben sich eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten, die dem Verständnis fast unbegrenzte Möglichkeiten eröffnen. Dies erschwert einen einfachen Zugang zu den Methoden und hat auch zum Vorwurf der phantasievollen Beliebigkeit geführt.


    Würde Cass die Arbeit annehmen, würde es bedeuten, dass er 1. nie fertig wird oder 2. immer so interpretieren muss, dass Klapper das sinnvoll findet. Alleine die Idee ist zermürbend und ich frage mich, wie man überhaupt einen Sinn in so einer Arbeit erkennen kann.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Kapitel XVII:


    Mir gings wie Bettina mit dem Gefühl, daß Cass etwas Distanz zu Klapper bekommt.
    Ein beruhigendes Gefühl meiner Meinung nach.
    Und Roz ist ganz schön präsent in seinem Kopf, eigentlich ideal für eine Beziehung und nach wie vor gefällt mir Cass in der Beziehung mit Roz viel besser als bei seinem Eiertanz mit Lucinda.
    Und prompt trat er daneben.....


    Kapitel XVIII:


    Daß es so ein Drama ist, wenn einem ein "ich liebe Dich" herausrutscht, ist für mich das eigentliche Drama. Wie sehr muß man in Deckung sein und darf sich jaaaa nichts vergeben, jaaa nicht ungeschützt als erster raus, damit einem nichts passiert.
    Als ob einen das beschützen könnte, ein irriger Glauben. Lieben heißt, verletztlich zu werden, dem andren die Macht zu geben, einen zu verletzen, da scheinen mir Cass und Lucinda aber Meilen weit weg davon.
    Cass nicht ganz so weit wie Lucinda für meine Begriffe, aber in Lucinda schaut man nicht rein, also ist es schwierig, da etwas zu sagen.

  • Kapitel XIX.


    empfand ich als ein bischen verrückt, wenn ich das so sagen darf.


    Und gleichzeitig satirisch. Heilige Kartofel Kugln, göttliche Funken in Essen mit dem Ergebnis einer Tischschlacht, meditieren über Riten aus dem Alten Testament und dann völlige Verzückung über Azarya, der im Primzahlhimmel schwebt.
    Wobei Azarya so beschrieben ist,daß man ihn förmlich in die Arme schließen möchte, diesen kleinen Engel und seine Begeisterung war jetzt für mich am nachvollziehbarsten von der ganzen Verzückung, da es ja unglaublich war, was er da entdeckt hatte. Und er spürte das als einziger und war deshalb so verklärt.

  • in der Hühnersuppe von Mama


    Kapitel XXI


    in der Hühnersuppe das Göttliche, andre Symbole in Matzenmehl im Rinderdarm oder natürlich im heiligen Auflauf, bishin zur Vorstellung einer eignen Kammer im Paradies für das richtige Essen des Schabbeß Kugls,


    das Kapitel erinnert mich an die Zustände die in Israel herrschten, als Jesus auf die Welt kam.
    400 Jahre waren Pause zwischen dem letzten Propheten und dem Neuen Testament.
    400 Jahre, in denen religiöse Gruppierungen die Gesetzgebung aus der Thora bis zum Exzess ausbauten und verfeinerten. So daß es am Schluß eine Frage war, wenn am Sabbat ein Schaf in den Brunnen fiel, ob die Rettung desselben als Arbeit gewertet werden dürfe und somit nicht geschehen dürfe oder nicht.
    Anders gesagt, ein irrsinniges Bemühen, allem und jedem eine tiefe Bedeutung zu verleihen und somit die Menschen mit einer Wahnsinnsmenge an Vorschriften zu beschäftigen.
    Es gab ja im AT auch Vorschriften, aber die waren m.M.n. zweckgerichteter, überschaubarer und nicht um ihrer selbst willen da.


    Und es erinnert an das Bemühen, einen Code in der Bibel zu entdecken, mit dem ja angeblich alles vorausgesagt werden kann.


    Die jüdische Mystik mit Zahlen beschäftigt ja wirklich seit langem die Gelehrten, aber irgendwo in diesem oder einem der vorhergehenden Kapitel wird auch schön geschrieben, daß bei soviel Bedeutung auch die reine Beliebigkeit das Ergebnis sein kann.


    Und dann kam ich doch nicht umhin, den Begiff "Emanation" doch mal nachzuschlagen, hier der Wiki:



    Emanation (von lat. emanare, herausfließen, entspringen) ist ein Begriff aus der Philosophie und bezeichnet das Hervorgehen der Dinge aus einem höherem (göttlichen) Ursprung


    In gewisser Weise erinnerte mich diese Verknüpfung von Essen und Mystik an das Abendmahl in der katholischen Kirche, das sich ja vom protestantischen deutlich unterscheidet.


    Und armer Cass mit diesem Auftrag.

  • Hallo ihr Lieben,


    bei mir geht es jetzt ganz gut voran, aber es liest wohl niemand mehr von euch hier mit? :winken:



    Kapitel XVII heisst "Das Argument vom seltsamen Lachen". Mir wurde auch klar, warum: Es scheint sich darauf zu beziehen, dass Cass in seinem Hinterkopf die Reaktion von Roz auf Klappers ungewöhnlichen Aufzug hört. Und davon angesteckt wird.


    Du meine Güte.. ich wäre sicher geplatzt!



    XVIII: Jetzt ist es raus, Cass verplappert sich und sagt Lucinda "Ich liebe Dich". Was er nach der Planung mit seinem Diagramm besser nicht tun wollte, aber jetzt ist es raus. Und dann das Üble, denn Lucinda hat das zwar auf dem AB gehört, reagiert aber nicht drauf. Das war's mit dem rationalen Handeln. :gruebel:


    Das war eine Szene ganz nach meinem Geschmack. Ich kann Lucinda leider ziemlich gut verstehen :redface:


    Diese New Walden Kapitel sind für mich nur in Hinsicht von Azarya ein Lichtblick. Ich überfliege viele Abhandlungen über jiddische Ausdrücke und wie Klapper über die jüdische Kartoffel schwadronierte, war mir dann doch etwas zu viel :schnarch: Das gute daran ist, dass einem nicht viel von der Handlung entgeht, wenn man das überliest (so hoffe ich jedenfalls).


    Kapitel XIX führt uns wieder nach New Valden. Ich fand das Gespräch zwischen Cass und Roz sehr schön, als die beiden Azaryas Fähigkeiten rekapitulierten. Roz würde doch glatt den kleinen Bub kidnappen, damit er seine Fähigkeiten entwickeln kan :breitgrins: Wobei ich allerdings glaube, dass dieser drastische Ausdruck nur eine Form ihrer Verzweiflung ist. Denn ich schätze mal, dass Roz genau weiß, wie es mit Azaryas Leben weitergeht. Erwachsen werden, Rebbe werden. Sie hätte es freilich gerne anders für ihn, aber sie weiß auch, dass sie nicht viel tun kann.


    Dies wurde ja auch ganz deutlich, als Roz sagte, dass sie natürlich nicht vorhabe, den Kleinen zu entführen. Ich verstehe irgendwie beide Seiten, würde mich aber doch auf die von Cass stellen. Für mich ist die Geborgenheit der Familie wichtiger als der Wert für die Menschheit.


    Eine interessante Frage tut sich im Schatten dieser Diskussion um Genie auf. Was wird aus einem Menschen? Was würde aus uns, wenn wir dieselben Fähigkeiten vor einem anderen Hintergrund hätten? Und würde es nutzen, den Hintergrund zu ändern? Roz und Cass könnten ewig darüber diskutieren und würden nie zu einem Ende kommen!


    Irgendwie ist es wirklich wie die Diskussion um die Henne und das Ei - oder die Existenz Gottes.


    Interessant, wie der Bub Englisch gelernt hat! Wäre er einseitig mathematisch begabt, hätte er das wahrscheinlich nicht hinbekommen. Nehme ich an.


    Ich bin gespannt, ob man noch mehr über seinen Werdegang erfährt.


    Kapitel XX kurz wie das Kapitel selbst: Ich fand es unglaublich, dass Cass eine Einladung zu einem Streitgespräch versemmelt! Ausgerechnet *g*


    totlach Sehr genial! Und Roz' Bestürzung, als Cass flucht!


    Und Klapper fügt mal wieder ganz locker einen Baustein zu meiner Antipathie zu ihm hinzu: In Kapitel XXI erwähnt er einen Ausspruch des Rebbe und muss sich von Cass korrigieren lassen, dass eigentlich Azarya der Urheber war. Und was macht Klapper? Dass er Fehler macht, kann nicht sein und er weist Cass sofort zurecht: Azarya so etwas Großes zuzusprechen, ist Anmaßung; der Knirps kann nichts, weiß nichts und nur der Rebbe ist anzuerkennen.


    Inzwischen sehe ich Klapper eher als Witzfigur. Ich kann ihn gar nicht mehr richtig ernst nehmen und seine Intelligenz scheint mir doch extrem auf seine Fachrichtung beschränkt zu sein - so was nennt man auch Fachidioten, oder?


    Merkwürdig, was er Cass für eine Doktorarbeit zuteilt: Eine Aufschlüsselung der Bedeutung jüdischer Speisen. Ich habe inzwischen kapiert, dass es ähnlich wie bei Diäten oder Trennkost Vorschriften gibt, was wann wie zubereitet und gegessen werden kann. Und das soll per Gematrie erklärbar sein?


    :schnarch: Das Kapitel fand ich total langweilig. Aber danke für Deine Erläuterungen :winken:



    Daß es so ein Drama ist, wenn einem ein "ich liebe Dich" herausrutscht, ist für mich das eigentliche Drama. Wie sehr muß man in Deckung sein und darf sich jaaaa nichts vergeben, jaaa nicht ungeschützt als erster raus, damit einem nichts passiert.


    Es gibt leider solche Menschen - und das nicht mal selten :winken:
    Allerdings ist für mich auch immer ein Rätsel, wie schnell manche Menschen mit dem "Ich liebe dich" um sich werfen. Das kann ich dann auch oft nicht ernst nehmen.


  • aber es liest wohl niemand mehr von euch hier mit? :winken:


    Hallihallo


    dooooch, ich schon, zumindest schau ich jeden Tag rein, was sich getan hat :-)


    Nur mit der Rezi, da tu ich mich schwer, das hab ich noch vor mir *schwitz* und ich empfinde es als schwierig, weil ich weiß auch nicht *ggg*, wo willste die denn dann eigentlich haben?


    Fraggrüßchen


  • Nur mit der Rezi, da tu ich mich schwer, das hab ich noch vor mir *schwitz* und ich empfinde es als schwierig, weil ich weiß auch nicht *ggg*, wo willste die denn dann eigentlich haben?


    Fraggrüßchen


    Das passt am ehesten in den Bereich "Sonstige Belletristk", aber Du musst Dich nicht zu einer Rezi zwingen - sie ist keine "Auflage" für die Teilnahme an der Leserunde :winken: Wenn Du magst, kannst Du aber auch einfach nur in ein paar wenigen Sätzen ein Gesamtfazit abgeben. Das muss nichts großartiges sein.