01 - Prolog - Kapitel 6 (Anfang bis einschl. Seite 69)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von sunsummer.

  • Hallo,


    hier könnt ab dem Prolog bis zu Kapitel 6 (Anfang bis einschl. Seite 69) diskutieren. Spoilermarkierungen sind nicht nötig.


    Liebe Grüße
    nimue

    2018: In Belgien erschießt die Polizei ein 2-jähriges Kind. In Deutschland sitzt ein 2-jähriges Kind in Abschiebehaft. Europa wird also von 2-jährigen bedroht.

  • zu Prolog 1
    Ich finde der erste Prolog hat sich so ein bißchen wie ein Ratgeber gelesen, vielleicht weil man als Leser direkt angesprochen wurde. Die Angst auf ewig im selben Trott gefangen zu sein, wie ein Hamster im Rad, kann ich gut verstehen. Manchmal ist man so in seinem Alltag gefangen, dass man sich Gedanken darüber macht, obs das jetzt gewesen sein soll. Die Entscheidung die unser Protagonist da aber trifft, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Außer er hat nie wirklich was für seine Verlobte und seinen Freund empfunden.
    Ich kann mir nicht vollstellen was ich empfinden würde, wenn ich mich umdrehe und mein Verlobter ist spurlos verschwunden und wenn ich dann irgendwann erfahre, er hat ohne mich ein neues Leben begonnen.



    zu Prolog 2
    Und schon wieder wird jemand verlassen. Das muss jetzt Céline aus dem Rückentext sein. Was mich zu der Frage bringt, wer die 3 Personen im 1. Prolog sind? Hat Ethan auch Marisa verlassen? Oder sind das andere Personen, die vielleicht im Laufe der Geschichte noch auf uns zukommen?
    Und was ist mit dem Brief, den Céline ihm geschrieben hat? Ich mag das gar nicht, wenn Personen so unnatürlich handeln, wer bitte würde den Brief ungelesen mit sich herumtragen? Was sie ihm wohl geschrieben hat? Vielleicht dass sie schwanger ist?



    Liebe Grüße
    Arjuna

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh

  • Hallo zusammen! :winken:


    Da ich gestern abend erst ziemlich spät mit der Lektüre angefangen habe, bin ich auch nicht allzu weit gekommen. Allerdings waren meine ersten Eindrücke zu den Prologen ähnlich wie Deine, Arjuna: Der erste liest sich wie eine Art Ratgeber, von dem man sich direkt angesprochen fühlen soll und der einem vermutlich die drastische Entscheidung zum Schluß erklären soll. Grundsätzlich kann ich die Gefühle des Protagonisten nachvollziehen - auch ich habe mich in einigen Situationen schon gefragt, ob ich nicht anders hätte abbiegen sollen oder aber ob ich einen radikalen Kurswechsel (ins Ausland ziehen; etwas ganz anderes arbeiten; etc.) versuchen sollte. Bestimmt hat jeder Mensch solche Momente im Leben - die wenigsten werden den Mut und vor allem die Möglichkeiten dazu haben. Aber natürlich will man auch die Menschen in seinem Umfeld nicht verstören oder gar verlieren - deshalb ist eine überdachte Entscheidung immens wichtig. Also das genaue Gegenteil dessen, was der Protagonist tut!


    Grundsätzlich war ich aber erstmal überrascht, dass es sich im ersten Prolog um andere Namen handelt als die von mir erwarteten: nicht Céline wird da verlassen, sondern die Verlobte Marisa und der beste Kumpel Jimmy. Hat die Hauptfigur alle verlassen? So richtig verstanden habe ich das noch nicht, aber wahrscheinlich sollte ich einfach weiterlesen. :zwinker:


    Bis später!


    Liebe Grüße
    dubh


    Arjuna : Hast Du schon mal einen Musso gelesen? Denn an die etwas unnatürlichen Handlungsweisen der Figuren muss man sich etwas gewöhnen - die kommen an der ein oder anderen Stelle vor.

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Hallo zusammen,


    ich habe zwar bisher auch erst Prolog 1 und 2 gelesen, aber die sind ja wirklich schon diskussionswürdig. Ich habe bisher noch kein Buch gelesen, bei dem ich mich von der ersten Seite an persönlich angesprochen gefühlt habe. Das "Stellen Sie sich vor..." als Einstieg hat bei mir eindeutig funktioniert - und wenn ich gestern Abend nicht schon totmüde gewesen wäre, hätte ich definitiv weiter als bis Seite 13 gelesen. Das werde ich dann wohl heute nachholen.


    Die Handlungsweise des Protagonisten hat mich ziemlich beeindruckt muss ich sagen. Es ist zwar nicht so, dass ich mit meinem Leben unzufrieden bin und es ihm nachmachen wollen würde, aber ich finde es einfach beeindruckend und stark, wenn jemand einfach seinen Weg geht und dafür auch alles Bisherige hinter sich lässt. Ich könnte nicht einfach meinen Lieben den Rücken zukehren mit dem Wissen, ihnen nie wieder zu begegnen. Ethan kann das, wie sich im zweiten Prolog zeigt, gleich mehrmals. Im ersten Moment dachte ich "Egoist", aber eigentlich bleibt er nur sich selbst treu. So soll es doch im Grunde sein, oder? Aber muss das nicht irgendwann zwangsläufig zu Zweifeln führen? :gruebel:


    Besonders gut gefallen haben mir die Aufzählungen am Anfang des ersten Prologs. Man bekommt fast nur Stichworte an den Kopf geworfen und soll sich in die so beschriebene Situation hineindenken. Bei mir hat das super geklappt und es hat mir irgendwie auch mal Spaß gemacht, dass ein Buch gleich zum Anfang eine Aufgabe stellt - zugegeben, sie ist nicht sonderlich schwer, aber oft geht es ja erst einmal mit Vorgeschichten, ausführlichen Beschreibungen oder einer speziellen Situation los.


    @ Dubh
    Er scheint mir da recht schmerzlos zu sein. Was nicht in seine Lebensplanung passt, muss gehen. Der Eindruck ist bei mir jedenfalls bisher entstanden. :winken:


    Mich würde auch interessieren, ob Musso immer so "anders" schreibt. Ich kann es momentan noch nicht anders ausdrücken und bin gespannt, wie sich der Erzählstil nach den Prologen entwickelt.


    Soweit erst einmal meine Eindrücke.
    Viele Grüße
    Stephi

    :leser: Plichota/ Wolf: Oksa Pollock - Die Unverhoffte<br /><br />SLW - Annabas: 1/10<br />SLW - Seychella: 0/10

  • Hallo zusammen!


    Das der erste Prolog sich wie ein Ratgeber liest, habe ich nicht so empfunden: Ich fand es eher wie der Anfang eines Filmes, beim zweiten Prolog hatte ich das Gefühl noch eher. Es war wie ein Drehbuch, fehlten noch die Regieanweisungen für die Kameraführungen. Ich konnte mir genau vorstellen wie Céline in ihrem Café sitzt und gerade eine Welt für sie zusammen bricht.
    Ethan ist mir bisher nicht gerade sympatisch. Es ist ihm schnurz, das seine erste Verlobte vielleicht umkommt vor lauter Sorge. Keine einzige Erklärung gibt er ihr. Und ich stelle mir gerade vor, was sie wohl denken könnte, wenn sie Jahre später sein Gesicht irgendwo in Zeitschriften sieht, oder im Fernsehen.
    Ich bin besonders neugierig bei der Person die neben Ethan im Bett lag, und was sie wohl denken mag wenn sie den Umschlag findet mit den 2000 Dollar darin. Denn ich glaube nicht das sie ein Callgirl ist.
    Ethan ist meiner Meinung nach ein armes Würstchen. Er hat zwar eine Menge Geld, aber er kommt trotzdem sehr unglücklich rüber. Und so richtig Lust scheint er auf seinen Job auch nicht mehr zu haben. Er hat Céline verlassen weil er Schiß hatte, und nun ist er alleine.
    Mal sehen wie es witergeht.
    Es ist auch der erste Musso für mich und mir gefällt sein Stil total.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.


  • Arjuna : Hast Du schon mal einen Musso gelesen? Denn an die etwas unnatürlichen Handlungsweisen der Figuren muss man sich etwas gewöhnen - die kommen an der ein oder anderen Stelle vor.


    Nein, das ist mein Erster. :winken:

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh

  • Hallo zusammen,


    dank des herrlichen Wetters draußen habe ich das Buch heute ein bißchen vernachlässigt - lediglich dreiviertel des ersten Abschnitts habe ich bislang gelesen. Trotzdem gefällt es mir ziemlich gut - Ethan Whitaker ist zwar unsympathisch, aber ein gewisses Verständnis habe ich trotzdem für ihn. :spinnen: Im Grunde weiß er ja, wie einsam er ist, wie gegensätzlich er zu seinem eigenen Gesülze vor Kameras und in Seminaren lebt... Machen Sie das, was ich sage, aber nicht das, was ich tue. Er hat Geld wie Heu, ist berühmt und ihm liegen nicht nur die Frauen zu Füßen und trotzdem ist er offensichtlich alleine. Was ihn unausstehlich macht, ist sein extremer Hand zu Karriere, Erfolg und Ansehen. Ich habe keine Ahnung, wie man für solche Dinge restlos alles opfern kann!
    Gespannt bin ich vor allem darauf, zu erfahren wo und wie er Céline wiedertrifft - denn er muss sie ja wiedersehen, wenn sie ihn -laut Klappentext- zu ihrer Hochzeit einlädt. Und auch die wahre Identität der "Callgirls" interessiert mich... Ob irgendjemand Ethan reingelegt hat? Alleine der komplette Filmriss könnte ja auf sowas hindeuten. KO-Tropfen beispielsweise.


    An einer Stelle habe ich übrigens gestutzt:
    "Vor seinem Kleiderschrank entschied er sich für seinen Lieblingsanzug aus Baumwolle und Seide, der er mit einem weißen Hemd und einem Paar edler Santoni-Schuhe kombinierte." (Seite 22)
    ... und dann...
    "Stattdessen nahm er sich zusammen, blinzelte Richtung Monitor - sein blaues Hemd kam gut rüber [...]" (Seite 37)
    Nachdem er sich mit seinem Anzug Richtung Fernsehstudio aufmacht, zwischendurch einen kleinen Umweg macht und dann nur noch einen kurzen Abstecher in die Maske machen kann, bevor er in die Show muss, nehme ich ihm einen Hemdenwechsel nicht ab. Hat da das Lektorat gepennt? :zwinker:




    @ Dubh
    Er scheint mir da recht schmerzlos zu sein. Was nicht in seine Lebensplanung passt, muss gehen. Der Eindruck ist bei mir jedenfalls bisher entstanden. :winken:


    Ja, kann sein. Irgendwie habe ich aber auch den Eindruck, dass da noch etwas anderes dahinter stecken könnte. Schließlich denkt er ja immer, dass er nicht gut für die anderen ist, dass es Céline schaden würde. Vielleicht klärt sich da noch etwas...




    Ethan ist mir bisher nicht gerade sympatisch. Es ist ihm schnurz, das seine erste Verlobte vielleicht umkommt vor lauter Sorge. Keine einzige Erklärung gibt er ihr. Und ich stelle mir gerade vor, was sie wohl denken könnte, wenn sie Jahre später sein Gesicht irgendwo in Zeitschriften sieht, oder im Fernsehen.


    Das habe ich mich auch gefragt! Sicher, sie kommen ja beide aus Boston und vielleicht lebt sie da noch, aber wenn er durch verschiedene Talkshows tingelt (und Loretta scheint Oprah Winfrey zu sein :zwinker:) und einen großen Artikel in der New York Times landet, dann wird seine ehemalige Verlobte sicherlich von ihm gehört haben... Boah, wäre ich wütend!



    Mir macht das Buch jedenfalls Spaß.


    Liebe Grüße
    dubh

    Liebe Grüße

    Tabea

  • So, dann will ich auch mal...ich leg mal einfach los,ist das erste MAl dass ich bei sowas dabei bin :smile:


    Den Anfang finde ich klasse und zwar auf Grund der persönlichen Anrede.Für mich wirkt sie übrigens eher wie diese Monologe zwischen FBI Agenten in jeder x-beliebigen US-Krimiserie die jmd erläutern wollen oder sich selbst erklärbar machen wollen warum der Täter so und so vorgehen wird oder vorgegangen ist. Mich hat das direkt in den Bann gezogen und ich war zuerst ein wenig enttäuscht dass das geändert und nicht beibehalten wurde...


    ...allerdings wurde ich schnell eines besseren belehrt weil ich (auch mein erster Musso) seinen Schreibstil sehr unterhaltsam finde.


    Ansonsten mag ich die Aufteilungen mit den Zitaten,Weisheiten am Anfang-ich mag Zitate.
    Unsympathisch ist er mir nicht-ich warte vielmehr auf die Lösung die sein unsymphatisch verhalten erklärt. Immer kommt für mich deutlich hervor dass er eigentlich ein gutes Herz hat (er verlässt sie um sie zu retten... er behält seine Empfangsdame Lyzee obwohl sie (ihrer Meinung nach) nicht zu seinem neuen Klientel passt.
    Wo wir bei Lyzee sind..ich habe mehrmals unterschwellig das Thema rassismus gefunden. Da wo er keine Angst hatte zu einem grossen Schwarzen Taxifahrer zu steigen, dass Lyzee meint ihre Haut sei nach dem unverhofften Reichtum schon heller geworden...da blitzen für mich Botschaften durch.
    Lyzees beschriebene Persönlichkeit fand ich in dem Moment ein wenig abstossend als da stand dass sie für ihn sogar eine Leiche entsorgen würde (S.42). Da musst ich sie erstmal anders einordnen.
    Es ist sehr kurzweilig bisher, auch fasziniert mich das Spiel mit Theorie und Praxis (Machen Sie was ich sage..nicht was ich tue usw.)

  • Ich habe heute morgen in der Badewann auch den ersten Teil gelesen.


    Ethan finde ich insofern nicht recht sympathisch, weil ich diesen ganzen Reichtum, Ruhm, Schnickschnack nicht über alles andere heben würde. Und er doch extrem verlogen ist und die Leute mit Phrasen abcasht und selbst ein totales seelisches Wrack ist.


    Ich muss gestehen, dass ich wirklich dachte, dass er damals Céline geschwängert hat und Jessie seine Tochter ist. Das war ja auch eine total unerwartete Szene, damit war ja überhaupt nicht zu rechnen, dass sie sich umbringt. Ich muss gestehen, ich war ziemlich geschockt, ich bin gespannt was da noch auf Ethan zukommt.



    Ob irgendjemand Ethan reingelegt hat? Alleine der komplette Filmriss könnte ja auf sowas hindeuten. KO-Tropfen beispielsweise.


    Stimmt, dieser komplette Filmriss ist etwas eigenartig. Ich hoffe mal er träumt jetzt diesen langen Teil nicht. Immerhin finde ich die Szene mit dem Taxifahrer ganz schön skurril, der ihn einfach so zur Hochzeit bringt und vorher aus dem Nichts auftaucht.



    :rollen: Sowas fällt mir überhaupt nicht auf, wobei ich muss auch gestehen, dass ich über so "Statussymbol"-Aufzählungen drüberlese. Also wo nur die Marken aufgezählt werden.

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh


  • So, dann will ich auch mal...ich leg mal einfach los,ist das erste MAl dass ich bei sowas dabei bin :smile:


    Ansonsten mag ich die Aufteilungen mit den Zitaten,Weisheiten am Anfang-ich mag Zitate.


    Das passt schon so. :winken:
    Die Zitate finde ich auch super, außerdem gefällt mir überhaupt die Gestaltung der Kapitel, auch mit den kleinen Zettelchen, der Hochzeitseinladung dazwischen.


    Mir gefällt das Buch bisher auch ziemlich gut.



    zu Lyzee:
    das mit der heller werdenden Haut ist mir auch irgendwie negativ aufgefallen, aber gut das ist ja aus "ihrer Sicht", vielleicht hat sie dadurch das Gefühl mehr zu dem Klientel zu passen/gehören, mit dem sie in der Praxis zu tun hat. Vielleicht ist sie auch ein bißchen verliebt in Ethan, die Liste was sie alles für ihn tun würde, fände ich sonst etwas eigenartig.

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh


  • zu Lyzee:
    das mit der heller werdenden Haut ist mir auch irgendwie negativ aufgefallen, aber gut das ist ja aus "ihrer Sicht", vielleicht hat sie dadurch das Gefühl mehr zu dem Klientel zu passen/gehören, mit dem sie in der Praxis zu tun hat. Vielleicht ist sie auch ein bißchen verliebt in Ethan, die Liste was sie alles für ihn tun würde, fände ich sonst etwas eigenartig.


    Mir ist diese Stelle auch aufgefallen, allerdings habe ich sie nicht ganz so negativ (=rassistisch) bewertet. Ich kann mir vorstellen, dass die Hautfarbe in so mancher oberen Klientel (immer noch) ein Makel sein kann, Lyzee selbst hat vielleicht deshalb ein paar Komplexe. Nicht umsonst hat sie es nicht für möglich gehalten, dass ihr Chef sie beim Umzug in ein schickeres Viertel mit 'besserem' Klientel mitnehmen möchte. Sie hätte nicht nur eine Kündigung akzeptiert/ erwartet, sie hat sie ihm sogar angeboten. Sie gehört zur Unterschicht, war arbeitslos und sogar Dienste leisten, die ihr vom Staat nahegelegt wurden. Und sie ist eben schwarz. Alles Punkte, die es einem in den US nicht gerade einfacher machen...


    Liebe Grüße
    dubh

    Liebe Grüße

    Tabea


  • Mir ist diese Stelle auch aufgefallen, allerdings habe ich sie nicht ganz so negativ (=rassistisch) bewertet. Ich kann mir vorstellen, dass die Hautfarbe in so mancher oberen Klientel (immer noch) ein Makel sein kann,


    Nein, ich meinte nicht rassistisch negativ aufgefallen. Sondern in dem Sinne, es ist garantiert immer noch stellenweise ein Problem schwarz zu sein und Lyzee scheint es auch so zu sehen. Das tut mir einfach leid, ich meinte es nicht negativ für das Buch, sondern für die Figur.


    Mich wundert es eigentlich, wenn ich so darüber nachdenke, dass Ethan sie mitgenommen hat, wenn man bedenkt wie er sonst seine Karriere so gestaltet hat.

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh


  • Nein, ich meinte nicht rassistisch negativ aufgefallen. Sondern in dem Sinne, es ist garantiert immer noch stellenweise ein Problem schwarz zu sein und Lyzee scheint es auch so zu sehen. Das tut mir einfach leid, ich meinte es nicht negativ für das Buch, sondern für die Figur.


    Sorry, Arjuna, eigentlich hatte ich Kaikoura gemeint. Aber vielleicht hatte ich Ihren Beitrag auch falsch interpretiert.


    Zitat

    Mich wundert es eigentlich, wenn ich so darüber nachdenke, dass Ethan sie mitgenommen hat, wenn man bedenkt wie er sonst seine Karriere so gestaltet hat.


    Naja, manchmal hat er schon so kleine Geistesblitze, die zeigen, dass er früher solidarischer war, sich um die Probleme der 'kleinen' Leute gekümmert hat. Vielleicht war das auch solch eine Entscheidung - er bleibt seiner Assistentin treu, weil sie von Anfang an dabei war.
    Andererseits ist es schon irgendwie eine gewisse Inkonzequenz: schließlich verlässt er alle Menschen, die ihm eigentlich wichtig sein müssten und die für ihn da sind. Na, nur dass die Assistentin natürlich keine engere Bindung benötigt.


    Liebe Grüße
    dubh

    Liebe Grüße

    Tabea

  • So, nachdem ich eben schon einmal einen Beitrag geschrieben habe, fange ich nun noch einmal von vorn an. Blöder Rechner. :grmpf:


    Ich bin mir gerade nicht mehr so sicher, ob ich Ethan mag, nicht mag oder ob er mir einfach nur leid tut. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt.


    Besonders erschüttert hat mich in diesem Abschnitt - wie vermutlich jeden, der das Buch liest - Jessies Tod. Gerade hat Ethan den Anschein gemacht, dass er sich mit ihr befassen will, wenn er nur erst den Kameramann wieder los ist, und dann bringt sie sich um. Wobei...wurde überhaupt definitiv gesagt, dass es Selbstmord war? Ich fand das nämlich gar nicht so eindeutig. Ja klar, sie hatte die Pistole in der Hand, aber das muss ja nichts heißen, oder? :gruebel:


    Ethans Auftritt in der TV-Show fand ich schrecklich. So unglaublich hochnäsig und gekünstelt. Das mochte ich gar nicht. Dafür fand ich aber seine Taxifahrt mit Curtis klasse. Ich bin gespannt, was wohl hinter dem steckt. So ganz real schien er mir ja nicht zu sein. Ich hoffe, dass sich dieses Schicksalsgerede im weiteren Verlauf nicht allzu sehr in den Vordergrund drängt, weil ich persönlich das nicht so mag. Das ist mir zu schwammig.


    Mir ist diese Stelle auch aufgefallen, allerdings habe ich sie nicht ganz so negativ (=rassistisch) bewertet. Ich kann mir vorstellen, dass die Hautfarbe in so mancher oberen Klientel (immer noch) ein Makel sein kann, Lyzee selbst hat vielleicht deshalb ein paar Komplexe. Nicht umsonst hat sie es nicht für möglich gehalten, dass ihr Chef sie beim Umzug in ein schickeres Viertel mit 'besserem' Klientel mitnehmen möchte. Sie hätte nicht nur eine Kündigung akzeptiert/ erwartet, sie hat sie ihm sogar angeboten. Sie gehört zur Unterschicht, war arbeitslos und sogar Dienste leisten, die ihr vom Staat nahegelegt wurden. Und sie ist eben schwarz. Alles Punkte, die es einem in den US nicht gerade einfacher machen...


    Ich sehe es auch eher als Gefälligkeit Ethan gegenüber. Er hat sie trotz ihrer Herkunft - was ja offenbar noch immer eine wichtige Rolle spielt, denn sonst wäre es wohl nicht in dem Maße erwähnt worden - mitgenommen und ihr so einen Lebensstil ermöglicht, den sie sich vermutlich nicht einmal erträumt hatte. Und ich glaube, dass ihre äußerliche Veränderung ein Dankeschön für die Chance ist, die er ihr geboten hat.



    Und auch die wahre Identität der "Callgirls" interessiert mich... Ob irgendjemand Ethan reingelegt hat? Alleine der komplette Filmriss könnte ja auf sowas hindeuten. KO-Tropfen beispielsweise.


    Das mit dem Callgirl (wenn es denn eines ist) finde ich auch sehr sehr spannend. Und deine KO-Tropfen Idee finde ich auch klasse. Abwarten, ob du richtig liegst. Aber irgendwas muss da ja noch kommen.


    Soweit meine Eindrücke von ersten Abschnitt. :)


    Liebe Grüße
    Stephi

    :leser: Plichota/ Wolf: Oksa Pollock - Die Unverhoffte<br /><br />SLW - Annabas: 1/10<br />SLW - Seychella: 0/10

    Einmal editiert, zuletzt von Stephi ()


  • Das mit dem Callgirl (wenn es denn eines ist) finde ich auch sehr sehr spannend. Und deine KO-Tropfen Idee finde ich auch klasse. Abwarten, ob du richtig liegst. Aber irgendwas muss da ja noch kommen.


    Das mit den "Callgirl" ist mir auch noch im vierten Abschnitt ein Rätsel. Ob ich was übersehen habe oder Musso uns gezielt im Dunkeln lässt?
    Auf die KO-Tropfen-Idee bin ich im übrigen nur gekommen, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, wie man sich so sehr selbst betrinken kann. Wobei natürlich auch Drogen mit im Spiel sein konnten... Keine Ahnung, aber ein solcher Filmriss ist einfach total heftig... Dafür muss man schon ganz schön fertig sein, oder?


    Liebe Grüße
    dubh

    Liebe Grüße

    Tabea


  • Dafür fand ich aber seine Taxtfahrt mit Curtis klasse. Ich bin gespannt, was wohl hinter dem steckt. So ganz real schien er mir ja nicht zu sein. Ich hoffe, dass sich dieses Schicksalsgerede im weiteren Verlauf nicht allzu sehr in den Vordergrund drängt, weil ich persönlich das nicht so mag. Das ist mir zu schwammig.


    Ganz ehrlich? Mein erster Gedanke, als dieser Curtis auftauchte war das er Gott ist, oder so ein Schicksalsengel oder was auch immer. Diese ganze Szene mit der Taxifahrt war seltsam. Wer erzählt schon wildfremden Menschen einfach so etwas persönliches wie vom Tot des eigenes Kindes. Oder warum wusste er von der Hochzeit oder von Jessis Selbstmord. Aber gerade diese Szene hat mir außerordentlich gut gefallen. Sehr geheimnisvoll.


    Apropos Jessie. Stephi bringt mich gerade auf die Idee das vielleicht Lyzee was damit zu tun hat. Es waren ja zwei Schreie zu hören... Vielleicht hat Jessie mit Lyzee geredet während Ethan mit dem Kameramann beschäftigt war, und das Mädchen hat ihr irgendwas "heißes" erzählt? Wenn Lyzee ALLES für Ethan tun würde... Nur so ein spontaner Gedanke.


    Wenn Ethan nicht aufpasst werden die Medien wie Bestien über ihn herfallen und seine Karriere könnte ganz schnell zu Ende sein. Aber vielleicht tut ihm das ja gut. Wo er Herausforderungen so sehr mag.


    Mir gefällt das Buch immer besser und auch die Aufmachung finde ich sehr gelungen. Aber ich glaube, da sind wir uns alle einig, oder?

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.


  • Apropos Jessie. Stephi bringt mich gerade auf die Idee das vielleicht Lyzee was damit zu tun hat. Es waren ja zwei Schreie zu hören... Vielleicht hat Jessie mit Lyzee geredet während Ethan mit dem Kameramann beschäftigt war, und das Mädchen hat ihr irgendwas "heißes" erzählt? Wenn Lyzee ALLES für Ethan tun würde... Nur so ein spontaner Gedanke.


    Interessanter Gedanke. Aber damit schadet sie Ethan ja eigentlich, oder? Wenn sich in seiner Praxis wer umbringt?

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh

  • nachdem ich ja nun leider auf Grund eines KH Aufenthaltes später hier einsteigen konnte, jetzt mal meine Meinung zu dem 1.Kapitel.


    Als ich den Prolog 1 gelesen hatte, muss ich gestehen das ich das Buch wieder weg legen wollte, ich kam mit dem Einstieg der persönlichen Anrede zuerst überhaupt nicht zurecht und empfand das auch bei Prolog 2 noch so. Ich dachte bei mir, naja wenn das so weiter geht wirst du wohl nie erleben was es mit " lass mich niemals gehen"auf sich hat.
    Auf der anderen Seite aber empfand ich schon Interesse daran was aus dem Menschen geworden ist der nach dem Elvis Song "It`s Now or Never" Jetzt oder Nie...alles stehen und liegen läßt und einfach verschwindet um sich ein anders Leben aufzubauen.
    Ich war sogar ein bisschen neidisch... denn wer hat diese Gedanken nicht schon einmal gehabt.
    in 2.Prolog konnte ich mich mit der persönlichen Anrede ob wohl dieser Prolog durchaus interessant war, überhaupt nicht anfreunden, vielleicht weil ich eine Frau bin ? Ich weiß es nicht zumindest ging es mir so.
    Was mir sehr gut gefallen hat waren die Zitate die jeden Abschnitt eingeläutet haben.
    Das ersten Kapitel *auf der Flucht* hat mich dann aber doch in seinen Bann gezogen. Die Zeitangaben lassen den Tagesablauf gut verstehen und geben einige gute Informationen über Ethan und sein Umfeld. Alles in allem scheint Ethan einen nicht so Guten Tag erwischt zu haben.Ihm fehlen einige Stunden der vergangenen Nacht, eine fremde Frau liegt neben ihm und sein Lebenswandel scheint auch nicht der beste. Sein Auto demoliert,ein Live Fernsehinterview eine Sprechstundenhilfe die nicht mehr akzeptiert wie ihr Chef lebt, ein geheimnisvolles Mädchen das plötzlich in seiner Praxis auftaucht und sich dort erschießt. Eine Einladung zu der Hochzeit seiner immer noch*geliebten* Celine. Der Taxifahrer Curtis der auf einmal auftaucht.......
    Man ist gespannt wie es weiter geht.

    Die Reise des Lebens <br />besteht nicht nur darin, <br />neue Welten zu suchen,<br />sondern seine eigene <br />mit offenen Augen <br />zu betrachten.<br />© Werner Bethmann