Khaled Hosseini - Drachenläufer

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Es gibt 48 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von schokotimmi.

  • [size=13pt]Khaled Hosseini – Drachenläufer[/size]

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    OT: The Kite Runner
    OA: 2003
    385 Seiten
    ISBN: 978-3833301490


    Inhalt:


    Amir, Sohn eines wohlhabenden Paschtunen, verbindet eine enge Freundschaft mit Hassan, dem Sohn des Hausdieners. Die Jungen verbringen ihre Kindheit wie Brüder, und zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört es, Drachen steigen zu lassen. Doch eines Tages begeht Amir auf furchtbare Weise Verrat an Hassan, ihre Freundschaft zerbricht. Jahrzehnte später sieht Amir dann die Gelegenheit, seinen schlimmen Fehler wiedergutzumachen. Doch gleichzeitig zweifelt er daran, die große Schuld, die er als Kind auf sich geladen hat, so viele Jahre später sühnen zu können.
    (Quelle: Amazon)


    Eigene Meinung:


    Dieses Buch spielt teilweise in einem Afghanistan, welches wohl der Allgemeinheit eher unbekannt ist. Das Afghanistan von Amir und Hassans Kindheit. Das Afghanistan vor dem sowjetischen Einmarsch. Hier wird ein Bild einer liberalen und was Männer und Frauen angeht eher gleichberechtigten Gesellschaft. Allerdings werden wir auch hier konfrontiert mit Vorurteilen, Rassismus und Ungerechtigkeit gegenüber den Hazara, einer in der afghanischen Heimat vorkommenden Minderheit. Dies stellt jedoch für die Familie von Amir kein Problem dar. Die Hazara, Vater Ali und sein Sohn Hassan, welche in dieser Familie arbeiten, werden eher wie Familienangehörige behandelt, anstatt als Bedienstete. Auch ist die Familie Amir nicht gerade das, was man in muslimischem Sinne als religiös bezeichnet. Hosseini macht uns sachte mit diesem Afghanistan vertraut und umso erschreckender erscheinen dem Leser die Veränderungen, welche dieses Land durchmacht. Ganz besonders eindrücklich wird von dem Autor die Zeit nach der Machtergreifung der Taliban geschildert. Auch wenn der Inhalt dieses Romans mit seinem Protagonisten reine Fiktion ist, so jedoch nicht die Gewalt- und Schreckensherrschaft der Taliban. Diese Darstellungen sind erschreckend real und uns bekannt durch viele Dokumentationen über dieses Land. Jedoch bekommt, dieser Schrecken ein ganz persönliches Gesicht durch die Verbindung mit den Protagonisten, welche uns durch den Autor ans Herz gelegt werden. Somit ist es Khaled Hosseini gelungen, eine ganz besondere Sensibilität für die afghanische Bevölkerung zu schaffen und zwar durch alle Bevölkerungsschichten hindurch.
    Noch eine andere wichtige Intension des Autors liegt in der Betrachtung hinsichtlich der Bedeutung der Heimat und Familie für jeden einzelnen Menschen und was es bedeutet diese Wurzeln, welche für unsere Identität so elementar sind, zu verlieren. Gerade so wie ein Drache, welcher von seiner Schnur getrennt wurde. Auch Themen wie Freundschaft, Vertrauen, Verrat und Loyalität sind unabdingbar mit dem Leben der Protagonisten verbunden.
    Auch das Ende des Romans ist real und sehr glaubwürdig dargestellt.
    Dieses Buch vermittelt in einer dramatischen und spannenden Geschichte sehr viel wissenswertes, über ein malträtiertes Land und die zerstörten Seelen seiner Einwohner.
    Dieses Buch bleibt dem Leser auch nach dem Lesen noch lange durch seine eindrucksvoll vermittelten Bilder, im Gedächtnis.


    5ratten


    Tina

  • Bei mir lagern erstmal die meisten Bücher gut ab, bevor ich sie mir vornehme.
    Nun hatte ich aber Lust auf einen exotischen Schauplatz und eine dramatische Geschichte.
    Es bot sich mir aber sehr viel mehr: Ein berückendes und allgemeingültiges Buch über Freundschaft, Schuld und Sühne, das einen noch gleichzeitig in die Denkweise der afghanischen Menschen einführt und in einem Stück Zeitgeschichte wachruft.
    Ein echtes Leseerlebnis, da kann ich meinen "Vor"lesern nur zustimmen!

  • Und wieder einen Schatz mit dem SLW 2014 entdeckt.


    Bei Afghanistan habe ich immer an zerbombte Häuser, Taliban, Gewalt denken müssen. Dieses Buch hat mir ein neues Bild gezeigt.
    Besonders der Teil, als Amir und Hassan Kinder waren hat mir sehr gut gefallen. Dieses Bild von Afghanistan ist mir bisher nie in den Sinn gekommen: Dass es auch schön war.


    Auch die Mentalität kam gut rüber. Interessant war für mich, wie wichtig Ehre ist.
    Oder auch Traditionen, die von Jahrgang zu Jahrgang weitergegeben werden.


    Die Geschichte über Amir hat mich sehr berührt, die Konflikte mitgenommen. Das Buch ist wirklich eine Perle: 5ratten

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken.

  • Drachenläufer


    The Kite Runner


    Afghanistan in den 70er Jahren
    Amir und Hassan wachsen zusammen auf, Amir als privilegierter Sohn, Hassan als Sohn des Dieners in einer einfachen Hütte im Garten. Sie unternehmen vieles zusammen, Hassan ist Amir treu ergeben. Amir allerdings hat einige Vorbehalte, er ist oft etwas eifersüchtig auf Hassan. Und vor allen Dingen will er die Zuneigung und den Stolz seines Vaters für sich allein. Er nimmt Hassan als Konkurrenz wahr.


    Als die Jungen 12 und 13 Jahre alt sind, passiert etwas Schlimmes, und die Freundschaft der beiden zerbricht.
    Dann beginnen die politischen Turbulenzen, die das Land bis heute beuteln, und die beschauliche Zeit in Kabul hat ein Ende. Amir verschlägt es zusammen mit seinem Vater in die USA, wo die beiden – wie viele andere Afghanen – ein neues Leben beginnen. So sehr Amir sich bemüht, er kann Hassan nicht vergessen. ..


    Meine Eindrücke:
    Das Buch liest sich von selbst. Es ist natürlich etwas traurig, hier und da keine leichte Kost. Aber es erzählt nicht nur von Gewalt und Terror, sondern auch von Freundschaft, Treue, Verrat, Gewissen… Am Ende schließen sich für meinen Geschmack ein paar Kreise zuviel, aber trotzdem: empfehlenswert!


    Knappe 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Mich hat das Buch vom ersten Satz an gefangengehalten. Gerade weil ich nur das heutige Afghanistan kenne, fand ich die Beschreibung von der Zeit vor der Besatzung durch die Russen ganz interessant.


    Der Klappentext schreibt zwar von einer Freundschaft zwischen Hassan und Amir, aber das sehe ich nicht so, da sie doch eher in einem Diener-Herr-Verhältnis stehen, auch wenn sie in ihrer Kindheit viel Zeit miteinander verbracht haben.


    Spannend geschrieben dann auch der Weg der Wiedergutmachung, den Amir auf sich nimmt und der mich am Ende des Buches dann doch noch zum Weinen brachte, wegen eines einzigen Satzes:


    "Für dich, tausendmal!" - Ein Satz, der sich mir bis heute eingeprägt hat. Dabei ist es schon elf Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe.


    5ratten

    Ein Leben ohne Bücher? - Unvorstellbar! - Von mir höchstselbst

    Einmal editiert, zuletzt von Anne ()

  • Hallo Anne,


    darf ich fragen ob Du das Buch nach elf Jahren nocheinmal gelesen hast oder ob sich Deine Bewertung auf das erste Leseerlebnis bezieht?


    Ich habe das Buch auch vor 10 Jahren das erste Mal gelesen und habe es hier richtig toll bewertet, nun wurde es in meinem Lesekreis vorgeschlagen und weil ich mich nicht mehr an alles erinnern konnte, habe ich es nocheinmal (wenn auch relativ schnell) gelesen und war sehr enttäuscht. Die Freundschaft und das Opfer was Amir bringt wirkten auf mich so unecht und auch das Bild von Afghanistan war zwar interessant aber doch gab es immer wieder Szenen oder Sätze, die mich aufhorchen ließen. Vorallem bei der Rückkehr wird klar, dass Amir nie das "echte" Afghanistan kennengelernt hat, denn er gehört zu den Privilegierten zu den Reichen.


    Für mich ein Buch dass sich mit 10 Jahren Abstand, mehr Lese- und Lebenserfahrung sehr gewandelt hat und mit seinen zu vielen Zufällen und hollywoodhaften Szenen nur noch eine Gesamtwertung aus beiden Leseerlebnissen von 3ratten bekommt.


    Viele Grüße

    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • schokotimmi: so geht es mir auch oft, wenn ich Bücher nach langer Zeit noch einmal lese. Gerade wenn ein Buch sehr gehypt wurde, kommt es beim zweiten Lesen oft schlechter weg.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Hallo Anne,


    darf ich fragen ob Du das Buch nach elf Jahren nocheinmal gelesen hast oder ob sich Deine Bewertung auf das erste Leseerlebnis bezieht?

    Moin, schokotimmi ,


    nein, ich habe das Buch nicht noch einmal gelesen. Ich glaube, ich habe es damals weggegeben. Aber Du hast recht, ich kann mir gut vorstellen, dass ich heute vielleicht eine andere Meinung hätte. Deshalb finde ich es gut, wenn man Bücher auch ein zweites Mal liest.

    Aber das schafft man nicht immer. Und bei meiner Masse an ungelesenen Büchern sind es wirklich nur ganz besondere, bei denen ich das mache.

    Ein Leben ohne Bücher? - Unvorstellbar! - Von mir höchstselbst

  • Anne Ich hätte es auch nicht nochmal gelesen, wenn ich es nicht für den Lesekreis gebraucht hätte, aber ja bestimmte Bücher haben es verdient mehrfach gelesen zu werden.

    Ich wollte es nur für mich wissen, woher die Bewertung kommt und ob es sich mit meiner Erfahrung deckt. Im Lesekreis war nämlich ein weiterer Teilnehmer dem es ähnlich ging wie mir. Vllt solltest du es nicht nochmal lesen und dir die positive Erinnerung bewahren ;-)


    Grüße

    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%