Jean-Claude Izzo - Aldebaran

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Originaltitel: Les marins perdus


    Kapitän Abdul, 1. Offizier Diamantis und Matrose Nedim sind die letzten drei Männer an Bord des Frachters Aldebaran, die wegen Insolvenz (und undurchsichtiger Finanzen) des Reeders in Marseille festgesetzt wird.


    Der Originaltitel bedeutet übersetzt „die verlorenen Matrosen“ und das sind die drei Hauptfiguren dieses Buches auch. Sie sind nämlich nicht nur körperlich in Marseille gestrandet, sondern auch seelisch an einem Punkt angelangt, an dem es nicht mehr einfach so weitergeht. Zur Untätigkeit gezwungen, beginnen sie zu überlegen, was sie bisher mit ihrem Leben angefangen haben und dass das heimatlose Seemannsleben möglicherweise schon lange seinen Reiz verloren hat, der Ruf des Meeres verstummt ist und sie es nur nicht bemerkt haben.


    Ich habe die Marseille-Trilogie des Autors bereits vor einiger Zeit gelesen und mochte besonders, wie die Liebe zu seiner Stadt immer wieder durchschimmerte. Hier sind die drei Hauptfiguren zwar Fremde, aber als Hafenstadt bietet Marseille jedem Matrosen zumindest eine Zeitlang eine Heimat. Izzo weiß durchaus, dass es auch hier Rassismus und Gewalt gibt und hat das auch thematisiert, aber das sind nur einzelne Bewohner und nicht Marseille selbst. Für ihn ist die Stadt einfach eine Heimat für alle, war es immer und wird es hoffentlich immer sein. "Marseille, das wusste er, war die einzige Stadt der Welt, in der man sich nicht als Fremder fühlte. Niemand war dort ein Fremder. Wo er auch herkam, egal welcher Hautfarbe. In Marseille war man immer einheimisch. Das sagte der Blick der Leute. Ein einmaliges Gefühl von Weltoffenheit." (S. 76).


    Die Stimmung dieser Stadt und der drei verlorenen Männer macht auch den Hauptreiz dieses Buches aus, die Geschichte ist gar nicht so wichtig, was bleibt ist Marseille.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: