05 - Kapitel 37 bis Ende (Seiten 244 - 310)

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Saltanah.

  • Hallo zusammen,


    hier könnt Ihr Kapitel 37 bis zum Ende diskutieren. Spoilermarkierungen sind nicht nötig.


    Viele Grüße, Bettia

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Hallo miteinander,


    ich habe den letzten Abschnitt heute abend noch lesen können.
    Aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich von dem Ende halten soll. :gruebel:
    Da muss ich wohl erst mal drüber schlafen.


    Bis morgen, Grüße von Annabas :winken:

  • Ich habe das Buch gestern auch beendet. Eigentlich habe ich das Ende erwartet, ich habe es geahnt, also bezüglich der drei toten Männer im Pool.


    Das wahre Ende, als Virginias Familie das County verlässt, hat mich aber auch nicht großartig überrascht. Von Anfang konnte man herauslesen, dass Virginia genau weiß, wie "falsch" das Leben im County ist. Ihr rotes Buch war da nur ein Indiz. Jetzt hatte sie Wahl: Für immer schweigen oder das Richtige tun. Es ist schon schlimm, dass sie um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie zu Polizei gehen. Aber im County gibt es eben keine Polizei. Die braucht man dort nicht.


    Mir hat das Buch jedenfalls sehr gut gefallen. Auch wenn es kein klassischer Krimi war, da es nicht um die Aufklärung der "Morde" geht, sondern viel mehr um das Leben der Reichen in Argentinien. Wahrscheinlich hat es mir gerade deswegen so gut gefallen: Es war mal was anderes. Später werde ich dann noch eine Rezi schreiben.


    Ich fand es gar nicht so einfach hier Kommentare zu schreiben, da das Buch irgendwie ein bisschen durcheinander geschrieben ist. Und bis zum Schluss hatte ich Probleme mit den Namen.

  • So, jetzt nochmal ganz langsam:


    Wir nähern uns dem Höhepunkt des Romanes, das merkt man daran, dass sich die Hinweise verdichten. Juani und Romina filmen ihre Nachbarn, Tano und Alfredo reden beim Golfspielen über Lebensversicherungen, Lala und Martin packen ihre Sachen und wir erfahren endlich, was damals am Pool passiert ist - bzw. was eigentlich passieren sollte und dann tatsächlich eintrat.


    Die Szene in Kapitel 46, in denen die Männer über ihr Vorhaben reden, ist in meinen Augen phantastisch geschrieben. Man sieht die Männer beim Kartenspiel vor sich und hört zu, was sie besprechen - und alles ohne dass genau beschrieben wird, wer jetzt was sagt. Aber das ist nicht wichtig, das ganze Gespräch läuft ineinander und nimmt Geschwindigkeit auf. Toll gemacht!



    Das wahre Ende, als Virginias Familie das County verlässt, hat mich aber auch nicht großartig überrascht.


    Fahren sie wirklich zur Polizei? Was antwortet Ronie auf Virginias Frage und wie verhält sie sich danach? Für mich ist das Ende völlig offen.


    Ehrlich gesagt finde ich das Ende etwas ZU offen. Ich hätte mich eher damit anfreunden können, dass gar nichts nach außen dringt, das hätte ich noch am ehesten erwartet. Aber zumindest Ronie ist so tief in die Gesellschaft verstrickt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass er "Verrat" begeht - in seinen Augen ist es das sicher, egal was ich davon halte.


    Grüße von Annabas :winken:


  • Fahren sie wirklich zur Polizei? Was antwortet Ronie auf Virginias Frage und wie verhält sie sich danach? Für mich ist das Ende völlig offen.


    Naja, entweder sie fahren zur Polizei oder sie verlassen den Ort einfach. Beides überrascht mich nicht.



    Ehrlich gesagt finde ich das Ende etwas ZU offen. Ich hätte mich eher damit anfreunden können, dass gar nichts nach außen dringt, das hätte ich noch am ehesten erwartet. Aber zumindest Ronie ist so tief in die Gesellschaft verstrickt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass er "Verrat" begeht - in seinen Augen ist es das sicher, egal was ich davon halte.


    Das finde ich gar nicht, schließlich war er auch derjenige, der nicht überrascht reagiert hat, als Juani in der Schule über seinen Nachbarn geschrieben hat. Er hat gelacht, er hat das nicht Ernst genommen und kein Tratra gemacht weil es ja herauskommen hätte können. Das war ihm ziemlich egal. Also kann er nicht so für diese Geheimniskrämerei gewesen sein.


  • Naja, entweder sie fahren zur Polizei oder sie verlassen den Ort einfach. Beides überrascht mich nicht.


    Oder sie drehen um und machen weiter wie bisher. Das ist in meinen Augen nicht ausgeschlossen nach Virginias Frage.



    Also kann er nicht so für diese Geheimniskrämerei gewesen sein.


    Er wusste aber die ganze Zeit über die Hintergründe des "Selbstmordes" Bescheid und sagte nichts, bzw. rückte erst sehr spät damit heraus. Vor Virginia hatte er damit ein Geheimnis - Juani und Romina allerdings auch, denn sie hatten das Geschehen schließlich beobachtet und schwiegen ebenso.


    Grüße von Annabas :winken:

  • Oder sie drehen um und machen weiter wie bisher. Das ist in meinen Augen nicht ausgeschlossen nach Virginias Frage.


    Da könntest du natürlich Recht haben.


    Er wusste aber die ganze Zeit über die Hintergründe des "Selbstmordes" Bescheid und sagte nichts, bzw. rückte erst sehr spät damit heraus. Vor Virginia hatte er damit ein Geheimnis - Juani und Romina allerdings auch, denn sie hatten das Geschehen schließlich beobachtet und schwiegen ebenso.


    Grüße von Annabas :winken:


    Ich halte es nur für natürlich, dass man über soetwas nicht sofort sprechen kann. Immerhin war er schwer geschockt und wusste bis zum Tag seiner Rückkehr nicht, ob sie es wirklich durchgezogen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob er das von seinem Haus aus so genau sehen konnte.

  • Ich habe hier die Website zum spanischen Film gefunden: La Viudas de los Jueves.
    Eine englische Unterseite gibt es leider nicht. Auf youtube habe ich einen Trailer gesehen, aber da der ebenfalls komplett spanisch ist, kann man nur die Bilder wirken lassen.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Also die Website ist ja wirklich super gemacht! Aber Romana wurde hier gestrichen und durch Trina, die Tochter von Tano und Teresa ersetzt. Vielleicht besorge ich mir den Film ja, würde mich wirklich interessieren.

  • Hallo zusammen,


    also für mich kam das Ende schon etwas überraschend. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass jemand anderes an dem Tod der drei Männer schuld ist.
    Aber es war ja nun ein kombinierter Selbstmord / Mord. Das habe ich nicht erwartet!


    Vor allem ist es erstaunlich, dass Juani und Ramona alles beobachtet und gefilmt haben und dann doch eine ganze Zeit brauchen um überhaupt irgend jemandem die Wahrheit zu sagen. Ich habe schon den Eindruck, dass die Kinder zu Ronnie und Virginia mehr einen Draht haben und sie nicht mit den gleichen Augen betrachten wie alle anderen Personen im County. Aber ich kann mich natürlich auch täuschen.


    Annabas schrieb:

    Zitat

    Die Szene in Kapitel 46, in denen die Männer über ihr Vorhaben reden, ist in meinen Augen phantastisch geschrieben. Man sieht die Männer beim Kartenspiel vor sich und hört zu, was sie besprechen - und alles ohne dass genau beschrieben wird, wer jetzt was sagt. Aber das ist nicht wichtig, das ganze Gespräch läuft ineinander und nimmt Geschwindigkeit auf. Toll gemacht!


    Dieses Gespräch ist wirklich heftig. Ein Satz gibt den anderen. Aber nach dem Vorgespräch auf dem Golfplatz als es um die Versicherungspolicen ging, konte man schon vermuten, dass jetzt irgendetwas in Richtung "Versicherung" unternommen wird. Aber so? Ich kann das immer noch nicht fassen.


    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist anders. Es zeigt in gewisser Weise das Leben von uns allen. Auch wir verschließen sicherlich immer wieder an irgendeiner Stelle die Augen vor etwas. Im County ist das jetzt extrem, die Menschen dort leben in ihrer eigenen Welt, aber auch hier, in unserem Alltag finden solche Dinge doch statt. Ich finde die Autorin hat hier eine spannende Geschichte geschrieben und gleichzeitig mit erhobenem Zeigefinger gewunken.

    Lesen ist meine Leidenschaft

  • Hallo,


    ich bin es noch einmal. Kann mir denn vielleicht auch jemand von euch sagen, wo ich eine Rezension zum Buch posten kann, wenn die dann fertig ist. Gibt es dafür eine andere Stelle im Forum und kommt das also nicht hier in die Leserunde mit hinein wie auf http://www.leserunden.de??


    DANKE!!

    Lesen ist meine Leidenschaft


  • Kann mir denn vielleicht auch jemand von euch sagen, wo ich eine Rezension zum Buch posten kann, wenn die dann fertig ist.


    Ja, es gibt eine Stelle, nämlich diesen Thread. Hier machen wir das so, daß wir unter dem passenden Genre/Bereich einen Thread für das Buch eröffnen (wenn noch nicht vorhanden) und dort den abschließenden Kommentar schreiben. Das ist dann auch für Leute, die nicht an der/einer Leserunde zum Buch teilgenommen haben, übersichtlicher, weil alle Kommentare zusammenstehen :winken:

  • ...
    also für mich kam das Ende schon etwas überraschend. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass jemand anderes an dem Tod der drei Männer schuld ist.
    Aber es war ja nun ein kombinierter Selbstmord / Mord. Das habe ich nicht erwartet!


    Vor allem ist es erstaunlich, dass Juani und Ramona alles beobachtet und gefilmt haben und dann doch eine ganze Zeit brauchen um überhaupt irgend jemandem die Wahrheit zu sagen. Ich habe schon den Eindruck, dass die Kinder zu Ronnie und Virginia mehr einen Draht haben und sie nicht mit den gleichen Augen betrachten wie alle anderen Personen im County. Aber ich kann mich natürlich auch täuschen.


    Überraschend fand ich das Ende auch sehr! Dass da gleichzeitig ein Mord passiert, hat mich erschreckt. Obwohl ich mir eigentlich alle Optionen als Erklärung für den Tod offen halten wollte. Ronie hat als einziger rechtzeitig den Absprung aus diesem Abend geschafft. Ich denke, er hat instinktiv gerochen, dass dieses Projekt ernst gemeint war.
    Wie bescheuert muss man sein, um seiner Familie ein besseres Leben mit seinem Tod sicherstellen will? Irgendwo ist das Feigheit, denn die Initiatoren selbst scheuen sich doch davor, selbst mit Hand anzulegen bei der Gestaltung des neuen Lebens. Da kommt Arbeit auf einen zu, ein Abzwacken vom gewohnten Wohlstand und - raddatz - fällt der Zacken aus der Krone. Und gleich so heftig, dass man sich das lieber nicht selber mit angucken möchte. So weit ist der Egoismus gediehen, dass man aus einem eigentlich nichtigen Grund seiner Familie vielleicht die finanzielle Zukunft sichert, sie aber mit dem Leid alleine zurück lässt. Daran denkt keine dieser Knalltüten.


    Das Filmen passt irgendwie zu Juani und Ramona. Die zwei haben sich eine ziemlich unabhängige Freizeitgestaltung aufgebaut, sind Außenseiter und lassen sich auf den typischen Treffpunkten der lokalen Jugend nicht blicken. Und die Elternhäuser geben auch nicht viel her; bei Ramona daheim könnten die beiden wahrscheinlich nicht einmal Halma spielen.


    Was allerdings passiert, nachdem die Familie am Tor steht? Ich weiß es nicht. Ich hatte auch schon überlegt, ob die Unruhen eine Rolle spielen könnten. Bezeichnend finde ich allerdings, dass die beiden Außenseiter das bestimmteste Gefühl für Gerechtigkeit haben. Ich tippe allerdings gerade deshalb gerne, dass sie zur Polizei fahren. Wie stehen zwei Erwachsene in dieser Situation vor den Kindern da, wenn sie ihnen verklickern, dass man das besser auf sich beruhen lässt? Juani dürfte die Beendigung des Aufenthalts in der Community ziemlich egal sein, weil er eh nie dazu gehört hat und Ramona dürfte es ähnlich gehen. Vielleicht wird dieses Ereignis später in La Cascada auch zu einem Initial-Skandal... Es gibt so viele Möglichkeiten.
    Doch es dominieren bei mir immer die zwei Gedanken um die Art, wie Virginia und Ronie vor den Kindern dastehen wollen, und wie unbestechlich der Gerechtigkeitssinn von den beiden Jugendlichen ist.

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  • So, ich bin auch fertig! :) Das Ende hat mir irgendwie zu denken gegeben bzw. ich bin - ähnlich wie Annabas - auch nicht so zufrieden. Für mich war schon irgendwie klar, nach der Geschichte auf dem Golfplatz mit der Lebensversicherung, dass Tano sich umbringen und möglicherweise auch noch seinen Freund Martin mitreißen würde. Gustavo hatte für mich aber nicht unbedingt einen Grund sich umzubringen (was nicht heißen soll, dass die anderen einen hatten!). Ja, er hat seinen Frau geschlagen und ihr wäre es danach sicherlich besser ergangen im Bezug auf ihn, aber auf der anderen Seite hätte sie ja auch weniger Geld gehabt. Das letztendlich doch wirklich ein Mord geschehen ist, fand ich wiederum spannend und interessant. Eine kleine Idee hatte ich ja schon, dass Juanis und Ramonas nächtliche Aktivitäten nochmal erwähnt werden. ;)
    Sooo, rundum habe ich eigentlich was total anderes erwartet und bin trotzdem alles positiv sehr überrascht. Mir hat das Buch ziemlich gut gefallen, ärgerlich, dass ich aufgrund meiner Arbeit nicht wirklich an der Leserunde mitmachen konnte, aber ich hoffe, das ist nochmal in Ordnung. ;)


    Danke auch für die Links zu dem Trailer und dem Film, ich werde mal sehen, was sich da machen lässt. :)

    "Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in y


  • Danke auch für die Links zu dem Trailer und dem Film, ich werde mal sehen, was sich da machen lässt. :)


    Man kann sich den Film online ansehen, einfach mal danach googeln. Aber natürlich nur auf Spanisch. Ich mag bloß Film schauen am Laptop nicht wirklich. Aber mal schauen.

  • :grmpf: Sauerei, jetzt hat der Computer meinen Beitrag gefressen und ich habe keine Lust, ihn noch einmal zu schreiben.


    Gestern abend habe ich das Buch endlich auch zu Ende gelesen. Überrascht hat mich die Selbstmordauflösung nicht; so etwas hatte ich schon im 3. Abschnitt vermutet und die Zeichen wurden immer deutlicher. Die Verkomplizierung durch den Mord an Gustavo hat mir weniger gut gefallen. Mir erschien es als ein literarischer Trick der Autorin, um Virginias Familie endgültig dazu zu zwingen, die Cascadas zu verlassen.
    Allerdings passt es schon, denn Gustavos Selbstmordgründe erschienen mir im Gespräch davor doch etwas unzureichend und er schien mir wirklich nicht die Persönlichkeit dazu, so einen Ausweg aus einer eigentlich gar nicht vorhandenen Klemme zu wählen. Außerdem meine ich, irgendwo gelesen zu haben, dass Piñeiro dieses Buch nach wirklichen Geschehnissen schrieb. Aber trotzdem - so ganz stellt mich das nicht zufrieden.


    Immerhin gibt dieser Abschnitt Auskunft darüber, wie die Familie von Virginias Immobilienmaklerei leben konnte. Es gab einen sehr hohen Umsatz innerhalb der Bevölkerung; viele Familien hatten schon vor der Wirtschaftskrise 01 finanzielle Probleme, die sie zum Verkauf zwangen, während andere Neureiche nachkamen.


    Ob die 4 schließlich zur Polizei gehen ist meiner Meinung nach fraglich. Je nachdem, an wen sie dort gelangen, wie enge Beziehungen derjenige zu Bewohnern der Cascadas hat, könnte die Aussage von vorneherein nicht richtig ernst genommen werden, oder der Filmbeweis schnell verschwinden. Ein Besuch bei der Versicherung wäre da sicher sicherer.
    Klar ist aber zumindest für mich, dass sie die Community endgültig verlassen. Ronie würde vielleicht nichts dagegen haben, dort weiter zu bleiben, aber Virginia ist, wie Bettina schon schrieb, doch zu viel an der Meinung ihres Sohnes gelegen, der garantiert nicht tun will, als sei nichts geschehen.

    Wir sind irre, also lesen wir!


  • Auf youtube habe ich einen Trailer gesehen, aber da der ebenfalls komplett spanisch ist, kann man nur die Bilder wirken lassen.


    Der Trailer ist mir viel zu dramatisch; würde ich ihn im Kino sehen, würde er mich davor abschrecken, den Film anzugucken. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob der ganze Film so dramatisch ist, oder ob der Trailer da falsche Erwartungen weckt.

    Wir sind irre, also lesen wir!