Frank Herbert - Der Wüstenplanet

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    "Der Wüstenplanet" von Frank Herbert


    Handlung:


    Elftes Jahrtausend.
    Herzog Leto Atreides erhält den Planeten Arrakis als Lehen. Auf dem Planeten wird das kostbarste Gewürz des Universums geerntet - das Spice/die Melange (je nach Übersetzung). Das Gewürz erlaubt den Navigatoren der Raumgilde die Durchquerung des Alls, was bedeutet, daß ohne Gewürz sämtliche Planeten voneinander abgeschnitten wären.
    Auf Arrakis lebt das zähe Volk der Fremen. Diese Menschen haben sich den Umweltbedingungen angepaßt, doch sie träumen davon, genug Wasser und Grün zu haben. Ein prophezeiter Messias soll ihnen dieses Paradies bringen.
    Bei einem Überfall der Erzfeinde der Atreides stirbt Herzog Leto. Seine Geliebte Jessica und ihr gemeinsamer Sohn Paul entkommen. Sie fliehen in die Wüste, wo sie bei den Fremen Unterschlupf finden. In Paul glauben die Fremen ihren Messias gefunden zu haben. Unter seiner Führung beginnen sie einen gnadenlosen Krieg gegen die Harkonnens, die Erzfeinde der Atreides, welche nun Arrakis besetzt haben.


    Meine Meinung:


    Der Autor schuf mit diesem Buch einen Roman der Superklasse, und es gibt keine oder nur ganz wenige Bücher, die an dieses heranreichen.
    Die Zukunftsvision Frank Herberts ist voller Machtspiele, Intrigen, Geheimnisse, Rebellionen, technischer Wunderdinge und unvorstellbarer Wesen. Riesige Sandwürmer, welche das Gewürz produzieren, spielen die Hauptrolle auf Arrakis, denn ohne die Droge würde das gesamte Imperium der Menschen zusammenbrechen. Faszinierende Geschöpfe wie die Gilde-Navigatoren, der sagenumwobene Orden der Bene Gesserit und das Wüstenvolk der Fremen verleihen der Handlung etwas vorher nie Dagewesenes.
    Die Charaktere philosophieren viel, doch kein einziges mal hat man das Gefühl, die Handlung ziehe sich in die Länge. Ebenfalls fehlt das Gefühl des Unrealistischen, denn jedes Detail des Buches ist sehr gut ausgearbeitet und durchaus glaubwürdig dargestellt worden.
    Der Roman wurde bereits zweimal verfilmt, einmal als Kinofilm und ein weiteres mal als Mini-TV-Serie. Meine Meinung: Vergesst die Filme, lest das Buch!


    Von irgendjemandem wurde "Der Wüstenplanet" einmal als "Der Herr der Ringe in Sci-Fi" bezeichnet. Sehr treffend. Sehr gut. SUPER!


    Fünf Leseratten sind eigentlich zu wenig, aber mehr gibt's hier ja nicht :zwinker: .


    5ratten


    ***
    Aeria

  • Sehr schöne Rezension! :klatschen: Ich liebe dieses Buch ebenfalls. Leider habe ich nur die ersten drei Bände gelesen. Den vierten Band "Der Gottkaiser des Wüstenplaneten" halte ich für nahezu unlesbar. Alle die ich kenne und die ihn gelesen haben, fanden diesen Band auch furchtbar, man kann ihn aber wohl auch einfach weglassen :zwinker:

  • Hi Aeria!


    Ich habe das Buch auch schon gelesen und kann meinen Senf auch noch gleich dazugeben:


    Der Inhalt:
    Herzog Leto Atreides erhält den Wüstenplaneten Arrakis als Lehen. Arrakis ist eigentlich ein recht armseliger Planet, der vor allem aus Sand und Steinen besteht, es gibt dort jedoch auch noch das «Gewürz», das nur auf Arrakis wächst. Das «Gewürz» verleiht hellseherische Kräfte und ist darum einer der wertvollsten Rohstoffe im ganzen Universum.
    Insgesamt scheint es also Herzog Atreides nicht so schlecht getroffen zu haben, wären da nicht seine Todfeinde, die Harkonnens, die ihm durch einen Verrat nach dem Leben trachten. Atreides, seine Frau Jessica und der gemeinsame Sohn Paul schweben also ständig in Lebensgefahr. Als der Herzog stirbt, müssen Paul und Jessica in die Wüste fliehen, wo sie auf die Ureinwohner des Planeten, die Fremen, treffen. Dieses Volk weiss so einiges über das Gewürz und auch über die riesigen Sandwürmer, die einem das sowieso schon harte Leben in der Wüste definitiv zur Hölle machen.


    Meine Meinung:
    «Der Wüstenplanet» ist ein schwer zu beschreibendes Buch, da es sehr vielschichtig ist und man nicht allzu viel darüber schreiben kann, ohne zu viel zu verraten oder den Leser dieser Kritik vollends zu verwirren. Meine Inhaltsangabe enthält nämlich nur einen Teil der Geschichte. Ein anderer Teil ist beispielsweise der von Paul Atreides, der von den Fremen als eine Art Messias gesehen wird.
    Das Buch enthält wirklich von allem etwas: Fremde Welten, Technologie, Bösewichte, die «Guten», Religion, Action, Wirtschaft, Intrigen und Mystik. Das ist einerseits eine Stärke, andrerseits aber auch ein Nachteil: Beim Lesen schwirrt einem öfter mal der Kopf, denn man muss wirklich ständig an alles mögliche denken, da Frank Herbert kein Buch für Deppen geschrieben hat und manchmal nur Andeutungen macht, die man dann bitteschön selber zu Ende denken soll. «Der Wüstenplanet» ist wohl eines jener Bücher, die man ein zweites und ein drittes Mal lesen muss, um es in seiner ganzen Schönheit zu erfassen. Das macht man allerdings nur, wenn man nicht (wie ich) schon auf Seite 400 langsam über das übersinnliche Getue genervt ist.
    Es ist ja schön, dass es auch im Jahr 10900 noch Hexen gibt und immer noch mit Messern und Schwertern gekämpft wird. Aber irgendwie passt der Mix aus interstellarer Raumfahrt und mittelalterlichem Rittertum doch nicht ganz, auch wenn er zunächst seinen Reiz hat.


    4ratten gibt es von mir.


    Gruss


    Alfa Romea

    Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

  • "Der Wüstenplanet" ist mit Sicherheit kein "leichtes" Buch, vielleicht liebe ich es deshalb so :smile: .
    Diese Gegensätze - Raumfahrt und Schwertkämpfe - sind für mich persönlich eher das, was dem Roman das gewisse Etwas verleiht.
    Einige Ideen Frank Herberts fand ich sehr ungewöhnlich, man denke nur an die vollkommene Abwesenheit von irgendwelchen Computern - dafür gibt es menschliche Rechner.


    Was die anderen Bände des Zyklus angeht - :wegrenn: .
    Habe sie tapfer alle gelesen (es sind insgesamt 6 Romane), aber nur "Die Kinder des Wüstenplaneten" hat mir noch einigermaßen gefallen.
    Der Rest ist einfach nur furchtbar. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich bräuchte erst einmal ein Philosophie-Studium, um die Bücher zu kapieren...


    ***
    Aeria

  • Immerhin gibt es für die Schwert- bzw. Messerkämpfe und die Abwesenheit der Computer einen schlüssigen Grund: Die Körperschilde machen Schußwaffen obsolet, nur "langsame" Waffen sind wirksam. Deshalb die Messer. Die Mentaten gibt es deshalb, weil in ferner Vergangenheit alle "Denkmaschinen" vernichtet wurden, seitdem sind sie verboten. Solange derartige Sachen der Logik des fiktiven Universums folgen, sind sie IMO völlig in Ordnung. Und das ist ja eine Stärke von Frank Herberts Romanen: Mit ihnen wird eine genau durchdachte, überzeugend "echt" wirkende Welt erschaffen.

  • Ist das Buch das gleiche wie die Film-Trilogie "Dune"?
    Und wie viele Bände gibt es insgesamt?

    [size=9px]&quot;I can believe anything, provided that it is quite incredible.&quot;<br />~&quot;The picture of Dorian Gray&quot;by Oscar Wilde~<br /><br />:leser: <br />Henry Fielding - Tom Jones<br /><br />Tad Williams - The Dragonbone Chair<br /><br />Mark Twai

  • Der erste Teil des Zyklus' wurde als TV-Mehrteiler verfilmt.
    Der zweite und dritte Teil ebenso, unter dem Titel "Children Of Dune".
    Letzteren habe ich leider noch nicht komplett gesehen, doch was ich sah, enttäuschte mich.


    Die Lynch-Kinoversion finde ich persönlich total daneben. *duck*


    Die "Wüstenplanet"-Reihe:


    1. Der Wüstenplanet
    2. Der Herr des Wüstenplaneten
    3. Die Kinder des Wüstenplaneten
    4. Der Gottkaiser des Wüstenplaneten
    5. Die Ketzer des Wüstenplaneten
    6. Die Ordensburg des Wüstenplaneten


    ***
    Aeria

  • Es gibt auch zwei Prequel-Trilogien von Brian Herbert (Sohn von Frank Herbert) und Kevin J. Anderson. Die erste Trilogie behandelt die Geschehnisse wenige Jahre vor dem Umzug der Atreides nach Arrakis:


    "Das Haus Atreides"
    "Das Haus Harkonnen"
    "Das Haus Corrino"


    Die zweite Trilogie spielt noch viel früher, zur Zeit des Kriegs zwischen Menschen und "Denkmaschinen", der dazu geführt hat, daß es in der Zeit von "Der Wüstenplanet" keine Computer mehr gibt. Bisher sind nur zwei Bücher erschienen:


    "Butlers Djihad"
    "Der Kreuzzug"


    Aus Aufzeichnungen von Frank Herbert, in denen die weitere Entwicklung nach "Die Ordensburg des Wüstenplaneten" skizziert wird, wollen Brian Herbert und Kevin J. Anderson auch einen 7. Dune - Roman schreiben.

  • Beim Stöbern bei Amazon.de entdeckt - "Die Schlacht um Corrin", ein weiteres Buch aus dem "Wüstenplanet"-Universum. Der Roman erscheint im November.


    Übrigens, wer den TV-Dreiteiler noch nicht gesehen hat, hat jetzt die Gelegenheit dazu - Morgen, 27.06. läuft auf Kabel1 die erste Folge.
    Ich persönlich mag diese TV-Produktion sehr, sie hat mich dazu gebracht, den Roman zu lesen. Die Filme sind sehr buchnah gedreht worden, genau wie ich es gern habe :smile: .


    ***
    Aeria

  • Also, den TV-Dreiteiler kann ich auch nur empfehlen :klatschen: , während mir die Kinoverfilmung überhaupt nicht gefallen hat :entsetzt: .


    Zum Buch: Ich finde, es einerseits einer der besten SF-Romane, gerade, weil er ganz anders ist als die Standard-Science-Fiction. Es gibt eben keine Computer, Raumfahrt existiert zwar, ist aber nicht so selbstverständlich wie in anderen SF-Romanen, etc.
    Andererseits ist es aber teilweise auch etwas zu langwierig geschrieben.


    Sehr gut gefällt mir die Beschreibung der Denkweise der Bene Gesserit (z.B. "Furcht tötet das Bewusstsein").


    Alles in allem würde ich sagen: Der Herr der Ringe der Science Fiction ist eine sehr treffende Bezeichnung. Meine Bewertung: 4ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:

    Zwei Dinge sind unendlich : Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher<br />* Albert Einstein *

  • Zitat von "Rainer"

    Also, den TV-Dreiteiler kann ich auch nur empfehlen :klatschen: , während mir die Kinoverfilmung überhaupt nicht gefallen hat :entsetzt: .


    Tja, fuer mich ist es genau umgekehrt. Ich finde den Kinofilm um Laengen besser. Besonders Sting als Harkonnen Neffe ist Klasse!

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001

  • Zitat von "BigBen"

    Tja, fuer mich ist es genau umgekehrt. Ich finde den Kinofilm um Laengen besser. Besonders Sting als Harkonnen Neffe ist Klasse!


    Geht mir genau so. Der Film von David Lynch ist wirklich klasse! Die TV-Verfilmung von "Herr" und "Kinder" (Children of Dune) hat mir allerdings auch ausgesprochen gut gefallen. Man sieht deutlich, dass die Macher aus den Fehlern, die sie in der ersten TV-Verfilmung gemacht haben, gelernt haben.
    War es nicht eigentlich Kringel, der Sting in seinem Windelchen so "interessant" fand? :smile:

  • Zitat

    Tja, fuer mich ist es genau umgekehrt. Ich finde den Kinofilm um Laengen besser. Besonders Sting als Harkonnen Neffe ist Klasse!


    Tja, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten... :grmpf: :smile:


    Zitat

    Die TV-Verfilmung von "Herr" und "Kinder" (Children of Dune) hat mir allerdings auch ausgesprochen gut gefallen.


    OK, die Verfilmung von "Die Kinder des Wüstenplaneten" hab ich ja teilsweise gesehen, aber der Herr wurde auch verfilmt?


    Um was gehts eigentlich in diesen Nachfolgebänden (Herr des Wüstenplaneten, Kinder des Wüstenplaneten etc.). Sind diese auch so gut wie das "Original"???


    LG
    Rainer

    Zwei Dinge sind unendlich : Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher<br />* Albert Einstein *

  • Zitat von "Rainer"

    Die TV-Verfilmung von "Herr" und "Kinder" (Children of Dune) hat mir allerdings auch ausgesprochen gut gefallen.


    OK, die Verfilmung von "Die Kinder des Wüstenplaneten" hab ich ja teilsweise gesehen, aber der Herr wurde auch verfilmt?[/quote]
    "Children of Dune" ist die Verfilmung der Bände "Herr des Wüstenplaneten" und "Kinder des Wüstenplaneten".


    Zitat von "Rainer"


    Um was gehts eigentlich in diesen Nachfolgebänden (Herr des Wüstenplaneten, Kinder des Wüstenplaneten etc.). Sind diese auch so gut wie das "Original"???


    "Originale" sind es alle :breitgrins: viele lesen aber nur den ersten Band. Ich habe wie schon gesagt, bis Band 3 gelesen und bin am vierten gescheitert. Es lohnt sich IMHO auf jeden Fall auch die Folgebände zu lesen. Ich habe eigentlich auch immer noch vor, den Zyklus weiter zu lesen. Der ganze Zyklus zieht sich ja über einen seeehr langen Zeitraum (10000e Jahre?).
    Zu Band 2 und 3 kann ich inhaltlich gerade nicht sehr viel sagen, da es sehr lange her ist, dass ich sie gelesen habe (ca. 15 Jahre) aber grob gesagt, wird im Band "Herr des Wüstenplaneten" hauptsächlich Pauls Geschichte weiter erzählt, es geht viel um seine Visionen. In "Kinder des Wüstenplaneten" spielen Pauls Kinder, die bei den Fremen aufwachsen, die "Hauptrolle" wie der Titel schon sagt. Zeitlich gesehen, liegen die ersten drei Bücher nicht sehr weit auseinander, der vierte Band macht dann aber einen enormen Zeitsprung.

  • OK, muss ich wirklich mal lesen. Danke für die Infos.


    Jetzt brauch ich nur noch Zeit dafür; ich bin immer noch mit dem Rad der Zeit beschäftigt, bei Band 5 bin ich schon...... :klatschen: Außerdem hab ich auch sonst noch so viele Bücher, die ich lesen will..... :rollen:


    LG
    Rainer

    Zwei Dinge sind unendlich : Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher<br />* Albert Einstein *

  • Tach Leute,


    also die Bücher von Frank Herbert sind nun mal viel detaillierter als es ein Film sein kann. Schon allein die Beschreibung der Personen und deren Beziehungen.
    Ich kann mich in der Bewertung nur meinen Vorpostern anschließen.


    Zu den Filmen !?!
    Die Lynch-Verfilmung.
    Die Charaktere kommen gut rüber (besonders Wladimir, der Baron der Harkonnen) und die Schauplätze sind ebenfalls gut in Szene gesetzt.
    ABER: Das gilt nur für Leute, die die Buchvorlage (in diesem Fall der 1. Band!) nicht kennen.
    Es fehlte eigentlich an jeder Ecke etwas. Padot Kynes (der Planetologe des Imperators auf Arrakis) z.B. wird im Film nur als Person dargestellt, die das korrekte Anlegen des Destillanzugs zeigt.


    Wenn man die Vorlage ‚ausblendet’ ein guter Film.


    Die TV-Serie.
    Kurz gesagt: Zu bunt aber mit mehr Tiefgang als Lynch und technisch natürlich up to date.
    Die Augen der Fremen regte mich am meisten auf – mal leuchtend blau mal ‚normal’.
    Ja, Farbe ist ein Stilmittel, aber muss man gleich so dick auftragen. Rot für die Harkonnen finde ich nicht schlecht, doch vergleicht man den Kinofilm mit der TV-Serie …. Bei den Harkonnnen sieht es so aus, als sei Meister Propper mit Rotstich durch die Hallen geschrubbt.
    Und dann Wladimir selber … nein, Schluss jetzt.


    Ich denke meine Meinung ist rüber gekommen, ich mag den ‚guten alten Film’ und addiere mein Wissen aus den Büchern dazu.


    CU Lyros

    P.S.:Das Posting spiegelt meine Gedanken wieder, Rechtschreibung und Grammatik hingegen sind frei erfunden. <br /><br />Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern u

  • Ah, wie schön! Endlich eine Diskussion, wo ich auch mal mitreden kann! :smile:


    Tja, tja... "Der Beginn ist eine sehr delikate Phase..." (Prinzessin Irulan im Prolog zu Lynch's Verfilmung). Wie fange ich also an?


    OK, zuerst mal die Tatsachen: Ich habe alle Dune-Bücher von F. Herbert gelesen, alle drei Filme gesehen, und bin der stolze Besitzer des zweibändigen "Wüstenplanet-Lexikons" (das letzte versetzt mich u. A. in die Lage, das Wort "envelope" in dem Galach des 11. Jahrtausends in allen 10 Fällen zu erkennen). Ihr merkt schon - ich bin ein Fan, hehe!


    Die neuen Bücher seines Sohnes habe ich noch nicht angefasst. Irgendwie habe ich da Angst, mir eine schöne Traumwelt kaputt zu machen. Sind diese Werke denn auch gut? Ich fand ja den "Gottkaiser" schwierig genug. Und der letzte Band war extrem... :ohnmacht:


    Was ich WIRKLICH gerne gesehen hätte, wäre die ECHTE Version der Lynch-Verfilmung, die in den USA nur ein einziges mal im TV lief. Da soll fast eine Stunde Filmaterial mehr verarbeitet worden sein! :entsetzt: Ich mag Lynch und mir hat auch sein Film gefallen. Die Musik von "Toto" war genial. Entsetzlich gelitten hat dort allerdings aufgrund der massiven Kürzungen die Dramaturgie. Kein Wunder, dass viele Leute mit diesem Werk nichts anfangen können!


    Zu den TV-Serien: Die erste Trilogie fand ich teilweise sehr gut (Spezialeffekte), teilweise enttäuschend (einige Schauspieler). Wesentlich besser gefiel mir die zweite: Genialer Soundtrack von Brian Tyler, der sogar ein Lied in der Sprache der Fremen komponierte ("Inama Nushif")! Auch die Charaktere von Paul, Jessica, Alia, Stilgar und Irulan sind gewachsen und glaubwürdig. SEHR gute Spezialeffekte (für eine Low-Budget-Produktion)! Da hoffe ich doch sehr, das sich dasselbe Team an den "Gottkaiser" wagt, damit wir alle endlich auch dieses Buch kapieren...


    Aber zurück zur Dune! Warum ist dieses Werk so wichtig für mich? Nun ja, es spricht soo viele interessante Sachen an: Religion und ihre gezielte Pervertierung durch Politiker, GENIALE ÖKOLOGISCHE FRAGESTELLUNGEN, macchiavellistisch-perfekte, byzantinisch-komplexe Intrigen, faszinierende und konsequent ausgebaute Technologien. Und das alles so überirdisch faszinierend erzählt!


    OK, ich höre lieber auf, sonst wird das hier noch eine Lobeshymne an den Shai-hulud werden...


    "Kull mansuj manfud..." - "Auch der längste Webstoff findet sein Ende..." (fremenitisches Zensunni-Sprichwort)

    Gesegnet diejenigen, die nicht gegoogelt haben, und dennoch glauben.

  • Zitat von "Zoltar"

    Irgendwie habe ich da Angst, mir eine schöne Traumwelt kaputt zu machen.


    Das könnte durchaus passieren. Insbesondere die Romane um Butlers Djihad passen nicht gar so sehr ins Dune-Universum, obwohl man die Erstbesiedlung der Wüste durch Zensunni-Flüchtlinge "miterlebt", die sich anfangs noch gar nicht als "Fremen" bezeichnen.


    Mit der "echten" Version der Lynch-Verfilmung meinst du jetzt aber nicht die TV-Version, in der als Regisseur "Alan Smithee" angegeben wurde? Die gibt es nämlich durchaus auf DVD.

  • Zitat von "Kringel"


    Mit der "echten" Version der Lynch-Verfilmung meinst du jetzt aber nicht die TV-Version, in der als Regisseur "Alan Smithee" angegeben wurde? Die gibt es nämlich durchaus auf DVD.


    Nein, die meine ich nicht. Anhand des Regisseur-Pseudonyms merkst du ja schon, dass Lynch mit diesem Machwerk genausowenig einverstanden war, wie mit der Kinoversion von "Dune".

    Gesegnet diejenigen, die nicht gegoogelt haben, und dennoch glauben.

  • Auch ich fand den Wüstenplaneten super. Ein komplexes Buch mit tollen Einfällen, das, im Gegensatz zu seinen Nachfolgern, nie langweilte.
    Ich bin aber trotzdem froh, daß ich die weiteren Teile gelesen habe (durch manche Passagen mußte ich mich aber schon ein wenig quälen), weil mir die Geschichte gefallen hat (Fremen, Würmer, Bene Gesserit). Übrigens fand ich die „ungeraden“ Teile die besseren.


    Die alte Lynch-Verfilmung sah ich immer ganz gerne, obwohl ich den Eindruck hatte, die Geschichte im Schnelldurchlauf zu sehen. (Bin mal auf die neue Fassung gespannt)


    Generell vergleiche ich ungern Bücher mit deren Verfilmung(en), da es unterschiedliche Medien sind, wo man mit unterschiedlichen Stilmitteln arbeiten kann.
    (Manchmal tut’s aber schon weh... ich denke da an die 2002er Zeitmaschine)