Otfried Preußler - Krabat

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Es gibt 111 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • :confused: Ich schätze mal du hast dich vertan, oder elelejo?

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys

  • :sauer: :breitgrins: :boesermod:


    Hallo zusammen


    Man kann Krabat auch von einer anderen Seite sehen. Es ist ein spannenendes Buch ohne Zweifel, aber nichts für zart beseidete Mächen im Alter von 11 Jahren


    Das Buch wurde im Gymnasium Dinkelsbühl in der Klasse 5c Schuljahr 08/09 als Pflichtlektüre gelesen. Meine Tochter bekam Alpträume davon.


    Dieses Buch ist:
    antisemitisch, antikatholisch, antichristlich und teuflisch


    Antisemitisch:
    Der Hexenmeister liest aus seinem Zauberbuch wie die Juden es pflegen zu beten oder die Thora zu lesen. Er bewegt seinen Körber aus der Hüfte heraus vor und zurück.
    Die erste Lektion, die der Krabat erhält, ist das Versiegen der Brunnen. Hier wird voll in die Kerbe gehauen, dass die Juden im Mittelalter die Brunnen vergiftet und versiegt haben sollen.
    Die Vorlesung aus dem Zauberbuch ist immer Freitag abends, wenn die Juden ihren Sabbat feiern.
    Der Name des Buches stammt aus dem Hebräischen Korban die Wurzel davon ist KRB. Der Name Krabat enthält ebenso die gleiche Wurzel KRB. Korban bedeutet Sieg, Opferung. Dem Teufel wurden jedes Jahr ein Müllerbursche geopfert. und Krabat geht zum Schluss als Sieger über den Hexenmeister hervor.


    Antikatholisch:
    Der Hexenmeister hat 12 Schüler wie Jesus 12 Jünger hatte. Krabat und sein Freund sitzen in der Osternacht unter einem Grabeskreuz. Vom Kreuz nehmen Sie einen Holzsplitter ab und kohlen es am Feuer an. Mit der Kohle malen sie sich gegenseitig den Drudenfuß (fünfzackiger Stern) auf die Stirn.
    Als sie nach Sonnenaufgang zur Mühle zurück kommen, müssen sie unter einem, an der Tür befestigten Joch hindurch ins Haus. Der Hexenmeister empfängt sie mit einem Backenstreich. Diesem müssen Sie ihren Gehorsam geloben. Der Katholik empfängt bei der Firmung durch den kath. Weihbischof den heiligen Geist. Der kath. Priester gelobt seiner Kirche ebenso Gehorsam.
    Nun beginnt sogleich die Mühle zu rattern und die Müllerburschen müssen schuften und schwitzen. Als ihr Schweiß das Zeichen bis zur Unkenntlichkeit verwischt, ist es, als sei alle Last von ihnen abgefallen. Die schweren Getreidesäcke haben nun eine Leichtigkeit wie Federkissen. Die Botschaft ist klar. Sobald du befreit bist von der Religiosität und ihren Zeichen geht es dir gut und alle Last ist abgefallen. Dies ist Krabats Botschaft gegenüber Jesus der sagt: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf Euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet Ihr Ruhe finden für euere Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht." (Matthäus 11:28-30)


    Antichristlich:
    Krabat erlebt eine Astralreise d. h. er tritt aus seinen Körber heraus.
    Krabat spricht mit seinen toten Freund.
    Krabat erlernt die Schwarze Magie.
    Krabat soll die Hoffnung gehabt haben, trotz schwarzer Magie, in die ewige Freude ein zu gehen. Dies wird im Anhang damit begründet, weil sich ein weißer Schwan auf den First seines Sterbehauses zeigte. Doch Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; Niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14:6)


    Teuflisch:
    Jedes Jahr muss dem Teufel ein Müllergeselle geopfert werden, damit weiterhin die okkulten Kräfte erhalten bleiben. Dies ist das positivste an diesem Buch. Es zeigt das wahre Gesicht des Satans. Er möchte Opfer.


    Das Ziel des Buches nach dem Autor ist es, dass man seinen eigenen Willen stärkt, Freundschaft pflegt und durch selbstlose Liebe das Böse besiegt.


    Um dieses zu vermitteln, gibt es auch andere Transportmittel als Satanismus und Okkultismus.

  • Das ist aber eine ganz schön negative Sicht der Dinge. Was ich nicht verstehe, am Ende besiegt Krabat das Böse, den Meister, das müsste doch aus deiner Sicht dann auch positiv sein...


    Ich finde nicht das Krabat in erster Linie ein Okultistisches Buch ist. Gerade die Hauptzielgruppe liest in diesem Alter super gerne Romane mit Phantastischen Elementen und das ist finde ich nichts schlechtes. Es heißt auch nicht das ein Roman jemandem suggeriert das er sofort Satanist oder sonst irgendeinen Blödsinn werden soll. Hier wird auch eine Sage nacherzählt und durch dide Interpretation des Autors erweitert. Ich finde das ist ihm wunderbar gelungen. Gerade das Düstere gefällt mir hier sehr, am Ende scheint ein Sonnenstrahl, der Meister ist besiegt und Krabat kann sein Leben wieder selbstständig gestalten. Ich finde es schade, das Du den Roman auf Elemente reduzierst die so vom Autor garantiert nicht gemeint sind. Ich denke er spielt sogar absichtlich damit um herauszustellen das der Meister einer dunklen, negativen Seite angehört und mit der sonst gläubigen Gesellschaft der damaligen Zeit nicht s zu tun hat.

  • Ich finde sogar, dass es ein positives Element ist, wenn das Buch antichristlich ist. :breitgrins:

    Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

  • Hallo eleleljo!


    Eigentlich habe ich bisher an diesem Forum sehr geschätzt das es ein ideologie-freies und diverses Forum ist. Aber du hast es geschafft das erste mal in mir in diesem Forum Abscheu zu erzeugen :D


    Wenn in deinen Augen etwas satanisch ist (wobei ich davon ausgehe daß du eh keine Ahnung hast was Satanismus, der Pfad zur Linken Hand, jenseits vom "Kiddie-Goth-Black-Metal-Pseudosatanismus" überhaupt ist) oder okkult (echter Okkultismus ist was ganz anderes aber auch von sowas hast du keine Ahnung, also stfu) dann gilt das bestimmt auch für Potter in deinen Augen. Oder Fantasy generell. Dein Usertitel zeigt ja schon das du eher aus der evangelikalen fundamentalistischen Ecke zu kommen scheinst...


    Allerdings finde ich schon das Krabat ein okkultes Buch ist. Und ich für meinen Teil finde das sehr gut.


    Edit: Ich selber bin vielleicht sogar eine Bestätigung deiner These. Ich hab Krabat als Kind geliebt und liebe es als Mit-30er immer noch. Und wenn man sich mit Magick auskennt dann sind da tatsächlich einige sehr interessante Elemente drin die zeigen das Herr Preusler auch anders recherchiert hat. Aber gute Autoren machen das so.


    Magie (Magick wird bevorzugt als Begriff) als "böse" zu verurteilen ist doch ein Relikt aus alten Zeiten, aus einer alten Religion welche in den letzten Zügen liegt. Antichristlich. Lol, rofl. Super. Danke. Ich finde es immer wieder toll wenn ich auf "Christen" (Jesus würde sich für euch schämen) treffe die anderen ihre Lieblings-Literatur oder Musik oder sonstwie als sündig madig machen wollen. Geistige Bücherverbrenner, mehr seid ihr nicht.


    Niechen: Hart ausgedrückt, aber find ich OK. Auch wenn ich viele Christen kenne die tolle Menschen sind und auch mit Heiden aller Coleur gut klar kommen. Alle über einen Kamm zu scheren, dann ist man ja nicht besser wie irgendwelche Fundis welche mit Bibel-Zitaten rumwerfen. Hatte erst vor kurzem wieder das Vergnügen von so ner Bibel-Faschistin bombardiert zu werden "um meine Seele zu retten".


    Liebe Grüße
    NON SERVIAM
    efka526

    Things that try to look like things look more like things than things. Well known fact Esmerelda &quot;Esme&quot; Weatherwax<br /><br />SLW April :leser: Jean Rabe - Rebellion

    Einmal editiert, zuletzt von efka526 ()

  • Ich habe keine Probleme mit Christen. Jeder soll das glauben, was er will und ich finde es unheimlich schön, wenn jemand Gott für sich entdeckt hat, aber ich selbst bin überzeugte Atheistin und beschäftige mich deshalb gerne mit Kritiken am Christentum.

    Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

  • Klappentext:
    "Vier bedeutende Auszeichnungen hat "Krabat" erhalten; die Kritik hob den Roman als Otfried Preußlers bedeutendstes Werk hervor, der hier Motive der Volkssage zu einer Geschichte von unheimlicher Spannung verwoben hat, die Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen zu fesseln versteht. Die klare, einfache Sprache und die überlegene Komposition dieser Geschichte vom magischen Spiel um die Freiheit eines Menschen verleihen ihr Eindringlichkeit und hohen literarischen Rang."


    Meine Meinung:
    Die Geschichte spielt Anfang des 18. Jahrhunderts in der Lausitz um Hoyerswerda. Krabat ist ein 14-jähriger wendischer Waisenjunge, der sich mit Bettelei über Wasser hält. Im Traum wird er zur Mühle im Koselbruch gerufen; nachdem sich der Traum dreimal wiederholt hat, folgt er dem Ruf. Er erfragt sich den Weg in den Koselbruch und schlägt Warnungen, dorthin zu gehen, in den Wind.


    Zitat: "Jetzt sah Krabat die Mühle.
    Da lag sie vor ihm, in den Schnee geduckt, dunkel, bedrohlich, ein mächtiges, böses Tier, das auf Beute lauert."


    Krabat läßt sich nicht abschrecken, wird Müllerlehrling und Schüler der Schwarzen Schule und die Geschichte nimmt ihren Lauf...
    Wie es dazu kommt, daß Krabat die Mühle wieder verlassen möchte und ob er es schafft, das lest bitte selbst.


    Die Geschichte wird sehr dicht erzählt, nicht nur atmosphärisch, auch sprachlich.
    Preußler hat zehn Jahre an diesem Buch gearbeitet und das merkt man: Jedes Wort ist da, wo es hingehört; keins zuviel, keins zuwenig. Andererseits merkt man an keinem Satz, wieviel Arbeit darin steckt; nicht ein angestrengter oder verkrampfter Ton stört die Melodie.


    Die hier oft gelesene Kritik, der Schluß sei zu kurz und käme zu abrupt, kann ich beim besten Willen nicht teilen. Ich fand ihn absolut angemessen und der letzte Satz trifft mich bei jedem Lesen wieder mitten ins Herz.


    Fazit:
    Krabat ist mein absolutes Lieblingsbuch. Ich lese es jedes Jahr um Neujahr und um Ostern herum. (Diese Termine spielen auch im Buch eine große Rolle...) Und immer wieder bin ich fasziniert und für meine Umwelt verloren.


    Da diese Faszination mittlerweile seit etlichen Jahren anhält, vergebe ich die Bestnote
    5ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

    Einmal editiert, zuletzt von mone ()


  • Dieses Buch ist:
    antisemitisch, antikatholisch, antichristlich und teuflisch


    Über die Äußerungen von eleleljo wollte ich eigentlich schweigen, zumal er sich ja auch auf keine Diskussion eingelassen hat - einfach mal schwerwiegende Anschuldigungen in den Raum werfen und sich dann verpinkeln - na ja.


    Eins möchte ich aber doch noch kurz loswerden:
    Krabat wurde in 31 Sprachen übersetzt, u.a. ins Hebräische. So viel zum Thema antisemitisch!
    :rollen:

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

  • Krabat ist in meinen Augen schon allein deswegen ein tolles Buch, weil es jeder meiner Familenangehörigen (die noch daheim wohnen) mit FREUDE gelesen hat.


    Ich, meine Mama, und Papa und sogar die Oma (die beiden sind streng katholisch und haben nur Gutes über das Buch gesagt).


    Den Film haben wir übrigens auch alle gesehen.

  • Ich habe Krabat zwar schon vor laaaanger Zeit gelesen, aber als anti-irgendwas habe ich ihn nicht im Sinn.


    Ich habe das Buch mindestens fünf Mal gelesen und ich glaube es ist Zeit für ein neues Lesen. Allerdings muss ich dann schon mal die Taschentücher bereit legen, wenn

    heule ich mir immer die Augen rot. Ein herrliches Buch.


    [size=1]EDIT: Habe eine Information verspoilert. LG, Saltanah[/size]

    Einmal editiert, zuletzt von Saltanah ()

  • wir lesen das buch geade in der schule und das vermiest mir alles ein wenig. Ich glaub ehätte ich das buch für mich alleine gelesen fände ich es echt toll. aber so :hm:

  • Otfried Preußler - Krabat


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    Ich bin mit gemischten Gefühlen an „Krabat“ herangegangen. Erstens, weil ich „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“, als ich sie meiner Tochter vor 10 Jahren vorgelesen habe, eher langweilig fand. Zweitens, weil ich so viel Lob über dieses Buch gelesen habe, dass ich fürchtete, wieder mal Opfer meiner Erwartungen zu werden.


    Aber – (da haben sich meine Erwartungen wohl neutralisiert) - ich habe Krabat geliebt! Es hat alles, was ein gutes Buch braucht. Eine wunderschöne Sprache, einen Inhalt über den man noch ein Weilchen nachdenken kann, es ist spannend und die Geschichte ist ganz perfekt aufgebaut und in sich abgeschlossen. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Gut und Böse, Lebensfreude, Trauer, Liebe, Verrat. Es ist wahnsinnig spannend, gefühlvoll und auch humorvoll geschrieben. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen. Sie hat etwas märchenhaftes,“ altes“ und ist (vor allem wenn die Protagonisten sprechen) auch ziemlich deftig und humorvoll. Das Ende wird, wie schon erwähnt wurde, schnell abgewickelt, aber mich hat das nicht gestört. Es ist beinahe ein richtiger „Showdown“, wie man heute sagen würde und ich habe die letzten Seiten verschlungen.


    Auf jeden Fall ein :tipp:


    Da es auch ganz schön gruselig ist, bin ich bei der Altersempfehlung ausnahmsweise mit Amazon einer Meinung (Ab 12 Jahren).


    Zur Bewertung – natürlich 5ratten

    Ich bezeige, nach Hertzens-Aufrichtigkeit, dass ich mich glücklich schätze, mich mit Verehrung nennen zu dürfen und ersterbe,<br />Roulade<br /><br />[url=http://www.literaturschock.de/autoren/interviews/119-intervie

    Einmal editiert, zuletzt von roulade ()

  • roulade
    Ich denke unter 12 ist es vielleicht gerade für eher ungeübte Leser auch ein wenig zu schwer. Ich hab vor einiger Zeit einen Bericht über eine Stiftung gesehen die gemeinsam mit verschiedenen Alterstufen lesen übt. Dort hat ein Lesepate mit seinen beiden Schülern Krabat laut gelesen. Für die beiden war es schon recht schwer, vor allem wegen der langen Sätze.


  • roulade
    Ich denke unter 12 ist es vielleicht gerade für eher ungeübte Leser auch ein wenig zu schwer. Ich hab vor einiger Zeit einen Bericht über eine Stiftung gesehen die gemeinsam mit verschiedenen Alterstufen lesen übt. Dort hat ein Lesepate mit seinen beiden Schülern Krabat laut gelesen. Für die beiden war es schon recht schwer, vor allem wegen der langen Sätze.


    Ja, es kommt natürlich auch darauf an, wie geübt die Leser sind. Ich habe das Buch jetzt nicht bei mir. Hat es wirklich so lange Sätze?
    Krabat würde ich auch wegen dem (unmodernen) Inhalt und der unmodernen Sprache nicht einem ungeübten Leser geben. Da würde ich befürchten, das Gegenteil zu erreichen und ihm den Spaß am Lesen eher zu verderben. Wobei man natürlich nie weiß, welches Buch den Knopf löst....

    Ich bezeige, nach Hertzens-Aufrichtigkeit, dass ich mich glücklich schätze, mich mit Verehrung nennen zu dürfen und ersterbe,<br />Roulade<br /><br />[url=http://www.literaturschock.de/autoren/interviews/119-intervie

  • roulade
    Das haben zumindest die Jungs in dem Beitrag so wahrgenommen, ich hab den Roman schon länger nicht in der Hand gehabt, aber da ich schon immer sehr viel gelesen habe kann ich das absolut nicht einschätzen wie der Roman auf jemanden wirkt der nicht so gut lesen kann. Sie hatten sich den Roman übrigens selbst ausgesucht. Ich denke die Patin hätte ihn vielleicht noch nicht ausgewählt, aber in der Stiftung wird viel auf den Lesewunsch der Kinder eingegangen um auch die Lust am Lesen weiter zu wecken. Den Jungs schien der Roman jedenfalls zu gefallen und sie haben auch recht lebhaft mit ihrer Patin disskutiert und über einzelne Wörter gesprochen die sie nicht kannten.

  • Hm, ich habe "Krabat" jetzt auch gelesen und hatte eigentlich ziemlich hohe Erwartungen, weil das Buch von allen Seiten so sehr gelobt wurde. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen deswegen so hoch waren, dass man sie nur enttäuschen konnte, aber soo begeistert bin ich im Endeffekt nicht.
    Die Geschichte ist durchweg gruselig und düster - die Jungs sind alle so blass, bis auf Michal und Juro. Vielleicht ist es ja so gewünscht, aber auch bei Michal hatte ich immer das Gefühl, dass man ihm nicht zu 100% trauen kann. Bei Juro war das dann wieder ein wenig anders ... Er war für mich einer der wichtigsten und besten Charaktere in dem Buch!
    Auch den Meister fand ich so komisch und es gab Stellen, wo ich auch ihn nicht einordnen konnte. Dieses Nichteinordnenkönnen der Personen hat für mich dazu geführt, dass ich das Gefühl hatte, dass Buch immer nur zur Hälfte zu verstehen. Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, habe ich das Buch auf jeden Fall verstanden, aber das Gefühl beim Lesen war seltsam. Hm.


    Hm, also es war spannend und es war auch nicht schlecht, aber begeistert bin ich auch nicht. Deswegen "nur"
    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Da ich das Buch vor einigen Wochen auch endlich gelesen habe, wollte ich hier noch meine Meinung loswerden, bevor ich das meiste wieder vergessen habe. Ich hatte auch hohe Erwartungen, aber im Gegensatz zu Avilas Erfahrung hat das Buch sie sogar noch übertroffen. :smile:


    Ein wirklich großartiges Buch. Sowohl die Erzählweise (mit dem Wiederholungen, dem sprachlichen Stil) als auch die Beschreibungen treffen genau die mythische, sagenhafte Atmosphäre, die die zu einer Sage wie Krabat gehört. Sagen haben mich schon immer fasziniert, gerade weil sie immer einen Rest Geheimnisvolles enthalten. Außerdem gibt es immer einen örtlichen Bezug auf eine real existierende Gegend, in diesem Fall die Lausitz. Ich komme zwar nicht aus der Lausitz, aber aus Sachsen und wenn ich bekannte Ortsnamen wie Kamenz lese, fühle ich mich schon fast heimatlich.


    Dazu kommen dann noch wichtige Wahrheiten und Erfahrungen, so geht es hier zum Beispiel um Freundschaft, um Loyalität und Treue, um Mut. Ganz zentrale Themen sind die Stärke und Einsicht, der Versuchung der Macht zu widerstehen und zwar auch dann, wenn man mit der Macht Gutes tun kann. All das lernt und bewältigt Krabat in dieser Geschichte. Dazu kommt die Macht der Liebe, die stärker ist als alles Böse.



    Die Geschichte ist durchweg gruselig und düster - die Jungs sind alle so blass, bis auf Michal und Juro. Vielleicht ist es ja so gewünscht, aber auch bei Michal hatte ich immer das Gefühl, dass man ihm nicht zu 100% trauen kann. Bei Juro war das dann wieder ein wenig anders ... Er war für mich einer der wichtigsten und besten Charaktere in dem Buch!


    Düster und angenehm gruslig fand ich es auch. :smile: Aber ich fand, die Jungs haben alle ihren eigenen Charakter. Hier stechen für mich besonders Tonda und Juro heraus, aber auch Michal, Merten, Lyschko und Lubosch sind einprägsam und jeder ist eine Persönlichkeit.
    Die anderen sind nicht ganz so zentral, das ist wohl normal bei so vielen Personen.



    Auch den Meister fand ich so komisch und es gab Stellen, wo ich auch ihn nicht einordnen konnte.


    Das ist es ja gerade. Wäre er plakativ böse, dann wäre es zu einfach.


    Nach mir las meine Tochter (13) das Buch und war ähnlich angetan. Danach haben wir zusammen den Film (von 2008) geschaut und von diesem bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Hier wurden einige wesentliche Dinge gegenüber dem Buch verändert: vor allem, was die Rolle Lyschkos betrifft und was das Wichtigste ist, es fehlt das Angebot des Meisters an Krabat, sein Nachfolger zu werden. Das verändert meiner Meinung nach zuviel von den wichtigen Aussagen des Buches. Außerdem fand ich die Gegend, in der der Film gedreht wurde, etwas unpassend. Die Lausitz war das nicht und es sah auch nicht annähernd so aus. :sauer:


    Als nächstes werde ich mich mit Jurij Brežans Buch dem Krabat-Thema von einer anderen Seite nähern.


    Fazit: Lesenswert und empfehlenswert ab ca. 11-12 Jahre. Das Buch Krabat bekommt von mir:


    5ratten

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • kaluma
    Ja der Film hat mich auch sehr enttäuscht, ich habe nicht verstanden weshalb man die Handlung da so extrem verändert hat. Aber gut, das verstehe ich meistens nicht. ;)
    Auf Deine Eindrücke zu Jurij Brežans Buch bin ich gespannt, er hat sich des Themas ja in mehreren Romanen genähert. Bisher habe ich nur Krabat gelesen. Du hast mich daran erinnert das ich längst mehr von ihm lesen wollte.

  • Jetzt habe ich noch die anderen Beiträge in diesem Thread gelesen und hier kann ich mich vollkommen anschließen:


    Für mich zeigt sich darin, dass Krabat mehr ist als ein einfaches unterhaltendes (Jugend-)Buch, denn es erlaubt unterschiedliche Interpretationsansätze, die auch plausibel aus dem Buch heraus zu begründen sind - und welche dann ein einzelner Leser als "richtiger" ansieht, hängt von ihm selbst und seiner Geschichte ab.


    Stimmt! Daß man es auch als Widerstand gegen eine Diktatur interpretieren könnte, ist mir nicht eingefallen, aber es ist auch ein funktionierender Interpretationsansatz, genauso wie der andere. RStehns Aussage bringt es auf den Punkt.


    Aber hierüber:


    kann man wohl nur den Kopf schütteln ( :entsetzt:) und eigentlich erübrigt sich jeder Kommentar.
    Wenn man die Rolle der Kantorka verstanden hat, wie kann man dieses Buch dann antichristlich finden.
    Mythische Elemente aus heidnischer Vorzeit gibt es nicht nur in Märchen und Sagen. Sie sind auch in christliche Traditionen und Bräuche übernommen worden.

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    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()

  • @Holden


    Ja der Film hat mich auch sehr enttäuscht, ich habe nicht verstanden weshalb man die Handlung da so extrem verändert hat.


    Ich habe es schon verstanden: weil es den Filmemachern mehr auf reine Effekthascherei ankommt, als darauf, die Aussage des Buches exakt zu transportieren.
    Aus demselben Grund hat man in einer anderen Gegend gedreht.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.