Andrea Camilleri - Commissario Salvo Montalbano

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Es gibt 14 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von finsbury.

  • Servus !


    Kennt diese Persönlichkeit jemand ?
    Ich finde die Krimis gerade wegen diesem Charakter am schönsten- ein Zyniker und Schwarzseher par excellence, der "fast" immer die Wahrheit sagt. Gutes Essen liebt - sich dabei auch nicht stören lässt - und schöne Frauen.



    Nr.1
    "Die Form des Wassers von Andrea Camilleri
    über das Buch »Die Form des Wassers«


    Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel "La forma dell´acqua", deutsche Ausgabe erstmals erschienen 1999 bei Lübbe , 247 Seiten. ISBN: 3-404-92048-1. Übersetzung ins Deutsche von Schahrzad Assemi. Ort & Zeit: Sizilien, 1990 - heute



    In einer Art Bordell unter freiem Himmel, hat man einen Toten gefunden, den feinsinnigen und generösen Ingenieur Luparello, zu dem der kompromittierende Ort seines Hinscheidens so gar nicht passen will. War es ein Verbrechen, und - wenn ja - wer sind die Schuldigen? Und das Motiv? Geld? Macht? Mordlust? Das hängt, muß Commissario Montalbano erkennen, ganz von der Form ab, die man dem Fall gibt. Jedenfalls weigert er sich, die Sache einfach als Unfall zu den Akten zu legen, wie man ihm höheren Orts nahelegt... " :klatschen:

    &quot;Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.&quot;<br />Konfuzius<br />

  • Gut, dass Du das anschneidest. Ich habe neben "Die Form des Wassers" auch das "Spiel des Patriarchen" und ein Hörbuch.
    Alle drei haben mir gefallen. Manches nimmt der Komissar ganz lapidar und locker, bei anderen Details flippt er aus, weil er in seiner Sentimentalität gestört ist (in einem Buch zertrümmert er bei einem Neubau 'ne Menge Figuren wegen so einer "Störung").


    Was ich schön finde, ist das verbale Balancieren, sobald die Mafia ins Spiel kommt. Andeutungen, Sätze wie "angenommen es wäre so und so", noch eine Andeutung, wieder ein Ausweichmanöver etc. Die Geduld hätte ich nicht.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • Hallihallo,


    ich kenne bisher nur "Die Form des Wassers" als Hörbuch - kann mich zwar nicht mehr so richtig erinnern, aber ich weiß noch, dass es mir damals gut gefallen hat.


    Inzwischen habe ich alle Bücher der Reihe (bis auf das letzte HC) im SUB und sollte so langsam auch mal was davon lesen :breitgrins:


    Liebe Grüße
    nimue

  • Guten Morgen, ich habe gerade nachgeschaut: Als Hörbuch habe ich "Der Kavalier der späten Stunde". Das ist definitiv gekürzt - toll also fürs Auto und ich habe es relativ schnell hintereinander noch einmal gehört. Bei Büchern liegen zwischen Lesen1 und Lesen2 (wenn überhaut) schon Monate bis Jahre.
    Da kam für meine Begriffe ein bisschen zuviel Wut im Bauch vom Commissario in den Vordergrund. Und es fehlte viel atmosphärische Beschreibung. War eben kein reines Hörbuch sondern es ging etwas Richtung Hörspiel.

    ☞Schreibtisch-Aufräumerin ☞Chief Blog Officer bei Bleisatz ☞Regenbogen-Finderin ☞immer auf dem #Lesesofa

  • http://www.krimi-couch.de/krimis/andrea-camilleri.html


    Ich finde Camilleri wunderbar. Es gibt in der ganzen Reihe keinen Krimi, der mir nicht gefallen hätte. Mein Lieblingsbuch ist "Der Hund aus Terracotta":


    In einer Grotte werden die Skelette eines Mannes und einer Frau gefunden, bewacht von einem Hund aus Terracotta. Montalbano stellt schnell fest, dass es sich um ein Liebespaar handelt, und seine Ermittlungen führen iihn in die Vergangenheit.


    Camilleri hat aber nicht nur Montalbano-Krimis geschrieben, sondern auch andere Bücher, und alle haben Sizilien als Schauplatz. Und jedes Buch wimmelt von Originalen.


    Violetta

  • Nachdem ich die komplette Inspector Rebus Reihe von Ian Rankin gelesen habe suchte ich nach etwas vergleichbarem. Einem Kommissar der mir gefällt und mich genauso in seine Welt entführt wie das Rankin mit seinem Rebus geschafft hat.
    In diesem Zusammenhang bin ich auch Commissario Montalbano von Andrea Camillieri aufmerksam geworden. Als Halbitaliener dessen Verwandtschaft aus der Nähe Siziliens kommt hatte ich mir auch in dieser Richtung einiges versprochen.


    Ich habe jetzt die ersten beiden Krimis, "Die Form des Wassers" und "Der Hund aus Terracotta" gelesen und muss leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin.
    Der Schreibstiel ist sehr schön und flüssig und die Dialoge auch recht nett aber die Darstellung der Personen etwas dürftig. Die Beziehungen der einzelnen Personen zueinander sind mir nicht ausführlich genug. Und auch die Schauplätze könnten etwas besser beschrieben sein. Z.B. ist die Freundin der Commisario sehr dürftig beschrieben. Sie verschwindet immer so schnell wie sie gekommen ist und man spürt nicht die besondere Bedeutung die sie für Montalbano haben müsste.


    Leider bin ich nicht so der gute Kritiker und schaffe es auch nicht genau auf den Punkt zu beschreiben was mir an den Büchern fehlt.
    Im Grunde ist es ein Gefühl das sich beim Lesen einstellt und wenn ich die Bücher lese stellt sich keine Verbindung zwischen mir und der Hauptperson her.

    Liebe Grüße<br />Marco

  • Hallo,


    ich stelle gerade fest, wie unterschiedlich doch Geschmäcker sind. Ich mag diese Krimiserie mit ihrem (irgendwie) eigenartigen Kommissar. Er ist halt ziemlich ironisch in seiner Art. Ein ganz anderer Typ wie Inspector Rebus, den ich auch gerne lese.



    Liebe Grüße
    wolves

  • @wolfes


    Ich mag den Commisario Montalbano auch sehr aber ich finde die Figur John Rebus sowie sämtliche anderen Figuren in den Rebus Romanen einfach viel besser und ausführlicher beschrieben.

    Liebe Grüße<br />Marco

  • Hallo,


    ich glaube, ich weiß was du meinst. Mein eher lesefauler Freund liest ja auch gern den Commissario Salvo Montalbano. Er hatte mir mal gesagt, dass er die eher knappe Art dieser Bücher mag. Er mag nicht so sehr, wenn zu viel beschrieben wird. Ich sage ja, so unterschiedlich können Geschmäcker sein. Was den einen stört, findet der andere wieder schön und umgekehrt. :smile:


    Bei meinem ersten Montalbano fand ich es übrigens schrecklich, wie er mit seinen Angestellten umgegangen ist. Bis ich mich an seine wirklich merkwürdige Art gewöhnt habe. Ging das dir auch so?


    Liebe Grüße
    wolves

  • Ich habe bis jetzt die ersten vier Fälle des grantigen aber gerade deshalb so liebenswürdigen Commissario Montalbano gelesen.
    - Die Form des Wassers
    - Der Hund aus Terracotta
    - Der Dieb der süßen Dinge
    - Die Stimme der Violine


    Am Anfang ist er mir mit seiner oft feindseligen Einstellung seinen Mitarbeitern gegenüber auch auf die Nerven gegangen. Hin und wieder kommen aber immer echt liebe Wortspenden von ihm, sodass ich glaube, dass er sich einfach schwer tut, Gefühle zu zeigen und lieber der Grantler ist. Auch seine Freundin bekommt das ja oft zu spüren. Ich mag Camilleri auch gerade deshalb, weil er nicht alles bis zu Erfschöpfung beschreibt. Seine Krimis lese ich immer zwischendurch, weil man sich dabei gut entspannen kann. Und natürlich seine Vorliebe fürs Essen... sehr gut brauchbar für den nächsten Italienurlaub!


    Ich bin eigentlich kein Krimileser, die einzigen Krimis, die ich bis jetzt gelesen habe, sind die von H. Mankell und jetzt habe ich auch Fred Vargas entdeckt. Es scheint aber so zu sein, dass die Kommissare unzulängliche, menschenscheue, verschlossene Typen sein müssen, die aber im tiefsten Innersten doch ganz liebe Menschen sind. Doch dies bekommt nicht jeder zu spüren.


    Irgendwo in meinen Regalen ist noch sein 5. Fall versteckt (Das Spiel des Patriarchen). Vielleicht gönne ich mir einen schönen Nachtmittag auf Balkonien in meiner wunderschönen Hängematte und lase mich nach Sizilien entführen. :breitgrins:

    Ich lese gerade:<br />Lion Feuchtwanger - Der jüdische Krieg

  • Ich denke diese feindselige Art mit der Montalbano mit seinen Kollegen umgeht kommt auch durch die Übersetzung aus dem italienischen. Dort sind diese Formulierungen nicht so extrem zu sehen wie sie eins zu eins ins Deutsche übersetzt wirken.


    Nachdem hier so positiv über die Bücher mit Commisario Montalbano geschrieben wird werde ich noch ein drittes Buch lesen. Rebus hat auch erst nach mehreren Büchern und nachdem ich mich an ihn gewöhnt habe mein Herz erobert.


    Nichtsdestotrotz vermisse ich etwas die Charakterisierung der Nebendarsteller. Was weiß man denn z.B. von Montalbanos Freundin? Man erfährt nicht sehr viel über sie oder auch von seinen Kollegen weiß man nicht sehr viel. Die Bücher lesen sich aber sehr schön und für eine Zwischenlecktüre ist es sehr gut.

    Liebe Grüße<br />Marco

  • Montalbano ist einer meiner Lieblinskommissare. Allerdings ist es nicht zu empfehlen, die Bücher im Original lesen zu wollen, es sei denn, man ist des Sizilianischen (diese Sprache ist GANZ anders als Italienisch) mächtig :breitgrins:


    Claudi

  • Hallo
    Ein Buch aus der Serie Montalbano gehört für mich zum "must have".


    Ein interessanter Charakter, der seine Fälle auf seine Weise löst.
    Der Umgang mit seinen Untergebenen ist zwar nicht gerade vorbildlich, aber auch seinen Vorgesetzten gegenüber
    verhält er sich genauso. Das macht ihn dann wieder sympatisch.

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas_R ()

  • Hey,
    ich hole diesen Thread mal aus der Versenkung. Ich habe gerade "Die Stimme der Violine" geschenkt bekommen. Das ist der vierte Band der Reihe. Nun frage ich mich, ob es Sinn macht dieses Buch zu lesen ohne die anderen zu kennen. Hat einer von euch die Reihe gelesen und weiß, ob die Bücher auch einzeln gut lesbar sind?
    Danke,
    foenig :winken:

  • Nun, im weiteren Abstand von sechs Jahren lüfte ich auch mal wieder diesen Thread, in dem der arme foenig nie eine Antwort bekam.

    Ich habe im Rahmen des SUB-Wettbewerbs 2019 nach ewiger Zeit den fünften Band der Reihe gelesen:

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    DAS SPIEL DES PATRIARCHEN


    In dieser Folge geht es um das greise Oberhaupt einer der beiden alten, in Streit liegenden Mafia-Familien Siziliens, der seine Felle wegschwimmen sieht und deshalb eine große Intrige anzettelt, in der er den Commissario als Spielfigur einsetzen will. Aber darauf fällt Montalbano natürlich nicht rein. Gestärkt durch gutes Essen, die Fürsorge schöner Frauen und inspiriert von einem uralten Olivenbaum kommt er dem Patriarchen auf die Schliche und durchkreuzt dessen Spiel.

    Wie immer muss man auch bei dieser Folge den Machismo überlesen, dann bekommt man eine teilweise spannende Geschichte mit einigen humorvollen Stellen, am schönsten die, wo sich ein Angestellter des Einwohnermeldeamtes mit einem Flachmann darüber beruhigen muss, dass man nun - im Zeitalter des Computers (der Roman stammt von 2000) - in wenigen Minuten das recherchieren könne, wofür man früher Wochen wenn nicht Monate gebraucht hätte.

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Andrea Camilleri-Commissario Salvo Montalbano“ zu „Andrea Camilleri - Commissario Salvo Montalbano“ geändert.