Leon de Winter - Sokolows Universum

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Es gibt 12 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von knödelchen.

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    Inhalt:
    Sascha Sokolow wird während seiner Arbeit als Straßenkehrer Zeuge eines kaltblütigen Mordes: am hellichten Tag, auf offener Straße mitten in Tel Aviv, ein Kopfschuß - fertig. Beänstigender als die Tat selber ist aber, daß Sokolow im Täter seinen alten Freund Lew Lesjawa erkannt haben will. Sein Freund ein Mörder? Kann das möglich sein?


    Und schon ist man mitten drin in der Geschichte des Sascha Sokolow:
    Er ist ein begnadeter Physiker, arbeitet zusammen mit dem ebenfalls hochintelligenten Lesjawa, den er seit der Schulzeit kennt, an einem großen sowjetischen Raumfahrtprojekt. Als es dort zu einem folgenschweren Unfall kommt, bricht alles auseinander. Lew geht nach Georgien und Sascha wird nach Tomsk in Sibirien versetzt. Seine Frau und seine Tochter folgen ihm nicht, die Ehe scheitert, Sascha beginnt zu trinken, steigert sich zum Säufer und erst der Tod seiner Mutter gibt seinem Leben eine neue Wende.


    Sokolow besinnt sich auf seine jüdischen Wurzeln, die er in der UdSSR immer schön bedeckt gehalten hat, und geht nach Israel. Doch es ist ihm nicht möglich, in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Er kann keine adäquate Arbeit finden und weil er sein maßloses Saufen nicht in den Griff bekommt, bleibt ihm nur die Arbeit als Straßenkehrer.


    Doch dann ist Lew Lesjawa an seiner Seite, und nimmt die Dinge in die Hand.
    Wohin läßt Sascha sich führen?


    Meine Meinung:
    Dieser Roman ist trotz des Mordes direkt am Anfang kein Krimi, sondern eher die Geschichte von Gegensätzen, verkörpert durch die Freunde Sascha und Lew.
    Auf der einen Seite Sascha, korrekt, loyal, prinzipientreu, fleißig - ein grundehrliches Arbeitstier.
    Auf der anderen Seite Lew, der keine Grenzen akzeptiert, seinen Vorteil immer im Blick behält, aalglatt und trotzdem sympathisch - ein Lebenskünstler.


    Der Roman zeichnet sich aus durch genaue Beobachtungen, die in wunderschöne Sprache und passende Bilder gefasst sind. Und die Dialoge sind eine Klasse für sich.


    Fazit:
    Das gelesene Buch ist ein Bücherei-Exemplar. Bei günstiger Gelegenheit wird aber ein Eigenes in mein Regal wandern, deshalb 4ratten


    LG
    Mone

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

  • Es ist schon ewig her, dass ich das gelesen habe, und ich kann mich leider an fast nichts mehr erinnern. Aber ich weiß noch, dass mir das Buch wie fast alles von de Winter wirklich Freude gemacht hat beim Lesen. Sollte ich vielleicht mal wieder zur Hand nehmen.


    Tina, Dir viel Spaß damit. Kennst Du schon andere Bücher von de Winter?

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Nein, von dem Autor habe ich noch nichts gelesen, aber es gefällt mir ausgesprochen gut. Auch die beiden Handlungsstränge, die einmal in Russland in der Vergangenheit und dann in Israel in der Gegenwart spielen finde ich gut gestaltet.


    In dem ersten Kapitel musste ich an einen Witz aus Israel denken, wegen der vielen Einwandere, von denen die meisten einen Job haben für den sie einfach überqualifiziert sind.


    In einem Bus in der Arbeiterstadt Haifa fällt ein Mann, nachdem er sich ans Herz greift, ohnächtig auf den Boden. Ein anderer Arbeiter und Fahrgast springt auf und sagt: "Ich bin Arzt." Da steht der Busfahrer auf und sagt: "Stop, in meinem Bus behandele ich immer noch selbst!"


    :breitgrins:


  • In einem Bus in der Arbeiterstadt Haifa fällt ein Mann, nachdem er sich ans Herz greift, ohnächtig auf den Boden. Ein anderer Arbeiter und Fahrgast springt auf und sagt: "Ich bin Arzt." Da steht der Busfahrer auf und sagt: "Stop, in meinem Bus behandele ich immer noch selbst!"


    :breitgrins::breitgrins::breitgrins:


    Ich könnte mir vorstellen, dass Dir auch andere Bücher von de Winter gefallen könnten, z.B. "Leo Kaplan", "Malibu" oder auch sein Neuestes, "Das Recht auf Rückkehr".

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • @ tina


    RUB = Regal/Raum/Riesenhalle ungelesener Bücher - ist klar.
    aber was bedeutet RGB? :confused:


    Von Leon de Winter habe ich bereits "Malibu" gelesen, hat mir auch sehr gut gefallen. Und "Leo Kaplan" steht schon hier und wartet...

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

  • :klatschen: Ja. Richtig, denn Stapel reichen bie mir nicht mehr aus. Ich rechne nur noch in Regalen. Ich habe ein gutes Vorbild in Saltanah gefunden. :zwinker:

  • Heute habe ich das Buch zurück in die Bücherei gebracht, konnte aber auf die Schnelle noch ein Beispiel dafür rausschreiben, wie Leon de Winter mit wenigen passenden Worten "Bilder malt".


    Beschrieben wird Saschas Chef, der "Befehlshaber" über die Straßenkehrer:


    Zitat

    "Der Körperbau des Schwarzen Jossis war fast quadratisch, der runde Kopf saß direkt auf dem muskulösen Oberkörper (wozu brauchte ein Schwarzer Jossi so was Elegantes wie einen Hals?) ... Um seinen Nacken hing ein goldener Davidstern von der Größe eines Verkehrsschildes. ... Dieser Typ, den es auch in der Sowjetunion gab, hieß hier Tschaktschak, ein geistig minderbemittelter ordinärer Hohlkopf mit zuviel zweifelhaft erworbenem Geld."


    @ Mira/tina
    RGB - da stand ich aber feste auffem Schlauch...

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

  • Ja, da musste ich auch grinsen, denn den habe ich so richtig bildlich vor mir gesehen und gedacht: "Uäh" (Schreibt man Uäh so?)

  • Uäh ist umgangssprachlich, das kannst Du schreiben, wie Du willst. Mit so vielen "ä"s wie nötig, um den Grad des Ekels auszudrücken.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Leon de Winter – Sokolovs Universum

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    OT: De ruimte van Sokolov
    OA: 1992
    433 Seiten
    ISBN: 978-3257232882


    Inhalt:


    Ein Straßenkehrer in Tel Aviv wird Zeuge eines Mordes. Der Mann zweifelt an seinem Verstand, denn er glaubt, in dem Mörder einen alten Freund erkannt zu haben. Und dies würde in der Tat alle Regeln der Wahrscheinlichkeit außer Kraft setzen. Denn Sascha Sokolow ist kein gewöhnlicher Straßenkehrer. Noch vor kurzem war der emigrierte Russe einer der angesehensten Raumfahrtforscher seines Landes.


    Eigene Meinung:


    Erzählt wird dieser Roman in zwei Handlungssträngen. Einmal handelt es sich hierbei um die Vergangenheit Sokolovs in Russland zum anderen beschreibt die Geschichte die Schwierigkeiten seiner, wie auch der anderer russischer Einwanderer in Israel, sich mit dem neuen Kulturkreis auseinanderzusetzen und einzufinden. Die Rahmenhandlung, nämlich der Mord, welcher vor den Augen Sokolovs geschieht stellt wirklich nur einen Rahmen dar. Insofern kann man diesen Roman eigentlich nicht als Kriminalroman im eigentlichen Sinne sehen. Vor allem geht es um das aufeinander treffen sehr unterschiedlicher Kulturen, Religionen, dem Problem sich in einem fremden Land eine neue Existenz aufzubauen und manchmal aus diesem Grund äußerst widrige Kompromisse einzugehen. Es ist aber auch eine Geschichte von Freundschaft und den daraus resultierenden Abhängigkeiten und Verpflichtungen, welche zu schnell zu falscher Loyalität führen und dem Verrat der eigenen Moral. Dies alles wird wunderbar und sehr realistisch umschrieben. Nichts wird geschönt und alle Protagonisten haben ihre guten wie auch ihre dunklen Seiten. Gut herausgestellt wurden auch der Konflikt und die Innere Zerrissenheit eines Menschen, der seine komplette Vergangenheit zurücklässt und in der absoluten Fremde einen Neuanfang wagt.


    Dafür gibt es ohne zu zögern 4ratten


    Viele Grüße Tina

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    Kurzbeschreibung:
    Alexander Sokolow ist nach Israel ausgewandert. In der Sowjetunion war er Experte für Raumfahrttechnik, nach einem tragischen Unfall beim Start einer neuen Rakete wurde er aber nach Sibirien versetzt und begann zu trinken. In Israel bekommt er keine adäquate Stelle und verdient deshalb als Straßenkehrer mehr schlecht als recht sein Geld, das er aber sofort wieder in Wodka umsetzt. Eines Tages beobachtet er auf offener Straße einen Mord und der Täter ähnelt seinem Freund aus Sowjetzeiten, Lew. Da dies aber unmöglich scheint, schreibt Sokolow diese Erscheinung seinem Rausch zu.
    Ein paar Tage später taucht Lew tatsächlich in Sokolows Wohnung auf. Er bietet Sokolow einen Job an, aber da er wohl auch in dubiose Geschäfte verwickelt ist, zögert Sokolow. Schließlich war er schon immer jemand, der seinen Prinzpien treu geblieben ist...



    Meine Meinung:
    Es geht hier um die Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Männern; die Schwierigkeit, sich in einer fremden Kultur zurechtzufinden; den Kampf mit der eigenen Vergangenheit und die Frage, ob man mit allen Konsequenzen seinen Prinzipien treu bleiben sollte. Das Buch ist wunderbar geschrieben und liest sich leicht und flüssig, einzig die Liebesgeschichte mit der ebenfalls emigrierten Tanja fand ich etwas blass und den Schluss etwas zu einfach. Insgesamt aber ein echtes Lesevergnügen und deshalb


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    :lesen: Anthony Powell - The Kindly Ones <br /><br />Mein SUB<br />Meine [URL=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/32348.msg763362.html#msg763362]Listen