Zoë Beck - Das alte Kind

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

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    Kurzbeschreibung von Amazon:
    Carla: Es sind nur wenige Tage, die Carla von ihrem Kind getrennt im Krankenhaus verbringt, Tage, die alles verändern. Als die Schwester ihr das Baby in die Arme legt, stellt Carla entsetzt fest: Das ist gar nicht ihr Kind! Doch niemand glaubt ihr ┤ Fiona: Fiona wacht in ihrer Badewanne auf. Kerzen stehen am Wannenrand, Blütenblätter schwimmen auf dem Wasser, das sich allmählich rot färbt ═ von ihrem Blut! Mit letzter Kraft schleppt sie sich zum Telefon. Im Krankenhaus behauptet sie, jemand hätte versucht, sie zu töten. Doch niemand glaubt ihr ┤


    Meine Meinung:
    Das Buch ist kein Thriller, sondern ein zu Papier gebrachter Albtraum. Und spannend ist es! Ich habe es mit viel Vergnügen gelesen und es hat mich, was schon lange bei einem Krimi nicht mehr passiert ist, auch in der lesefreien Zeit beschäftigt.
    Zum Inhalt sage ich gar nichts, weil die Kurzbeschreibung von Amazon so unheimlich gespannt auf das Buch macht und man selbst dahinter kommen soll. Auch wenn es am Ende nicht ganz hält, was die Kurzbeschreibung versprochen hat, ist es ein solider, lesenswerter Krimi und Zoë Beck ist eine Autorin, deren Stil mir gefällt.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Ich kopiere mal meine Rezi von "drüben" hier herein. :smile:


    Inhalt:


    Carla Arnim hat von ihren Eltern ein renommiertes Auktionshaus geerbt und leitet es mit großem Erfolg. Mit ihrem Vermögen und Bekanntheitsgrad hat sie auch ihrem Ehemann Frederik, einem bekannten Pianisten, zu seinem Ruhm verholfen. Wegen eines Krankenhausbesuchs muss sie ihre sechs Monate alte Tochter Felicitas für ein paar Tage allein lassen. Als die Krankenschwester ihr jedoch das Baby wieder in die Arme legen will, bemerkt sie sofort, dass es sich nicht um ihre Tochter handelt. Verzweifelt versucht sie, dies den Ärzten und ihrem persönlichen Umfeld klar zu machen, doch sie stößt überall nur auf taube Ohren und keiner will ihr Glauben schenken. Zumal das kleine Mädchen, das ihr anstatt Felicitas übergeben wurde, an einer schweren und seltenen Krankheit leidet, so dass ihr allgemein unterstellt wird, sie würde ihr Kind deshalb ablehnen. Für Carla beginnt ein langer Kampf um ihre leibliche Tochter, der ihr Leben komplett verändert….


    Die junge Galeristin Fiona Hayward wacht umgeben von Blütenblättern und Teelichtern in ihrer Badewanne auf und stellt fest, dass sie stark aus den Handgelenken blutet. Alles deutet auf einen Suizidversuch hin – doch Fiona hat keinen Grund dazu, einen solchen zu begehen und erinnert sich auch nicht daran, einen begangen zu haben. Überhaupt hat sie keinerlei Erinnerungen daran, was an dem besagten Abend passiert ist. Allerdings glaubt außer Fiona niemand an einen Mordversuch. Schon kurz darauf wird sich Fionas Leben drastisch verändern…


    Meine Meinung:


    Es ist nicht leicht, dieses Buch zu bewerten, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. In diesem Sinne möchte ich zunächst einmal ein Lob an den Verlag für den Klappentext aussprechen, der neugierig macht und keinen Deut zu viel verrät. Und da ich schon mal dabei bin – auch das Cover ist sehr interessant und stimmig gestaltet und passt perfekt zu der über weite Strecken eher düsteren und nachdenklichen Stimmung des Romans.


    Das Buch teilt sich im Wesentlichen in zwei Handlungsstränge auf: Zum einen wird die Geschichte von Carla Arnim erzählt, die ihr Leben lang darum kämpft, ihre verlorene Tochter zurück zu bekommen. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Fiona, die fest daran glaubt, einem Mordversuch zum Opfer gefallen zu sein – leider glauben aber alle anderen, dass sie sich die Verletzungen selbst zugefügt und den Freitod gesucht hat.
    Carlas Handlungsstrang spielt in Berlin und beginnt im Jahr 1978. Das ist das Jahr, in dem ihre Tochter Felicitas verschwindet und sie dafür ein anderes, fremdes Kind bekommt. Durch eine andere Schriftart sowie eine entsprechende Überschrift mit Ort und Datum wird dieser Strang von Fionas Geschichte, die zur heutigen Zeit in Schottland spielt, getrennt. Durch diese optische Trennung hat der Leser keine Probleme damit, dem Wechsel der Handlungsstränge zu folgen.


    Zwar sind einige Entwicklungen und Verstrickungen der Geschichte durchaus vorhersehbar. So weiß man recht schnell darüber Bescheid, in welchem Verhältnis Carla und Fiona zueinander stehen und wer dahinter stecken könnte. Dennoch wartet das Buch auch mit Überraschungen und für mich völlig unerwarteten Wendungen auf. Der Roman ist also durchaus auch zum Spekulieren und Rätseln geeignet, was mir großen Spaß gemacht hat. Auch wenn man manche Dinge erahnen kann, ist der Roman durchweg spannend und flüssig zu lesen und es fiel mir besonders zum Ende hin schwer, ihn zwischendurch aus der Hand zu legen. Die Atmosphäre ist, wie bereits erwähnt, eher düster und schwermütig, was der Thematik ja durchaus angemessen ist. Jedoch streut die Autorin zwischendurch immer wieder eine Prise Humor ein und schafft es so, diese Stimmung etwas aufzulockern.


    „Das alte Kind“ überzeugt insbesondere durch die gekonnte, plastische Charakterzeichnung. Die Autorin gewährt uns einen tiefen Einblick in die Psyche ihrer Figuren und legt besonderen Wert darauf, die psychischen Folgen herauszuarbeiten, welche die Dinge, die den beiden Protagonistinnen zustoßen, bei ihnen hervorrufen. Die Emotionen der Charaktere werden so gut übermittelt, dass es mir ein Leichtes war, mich in die beiden Frauen hineinzuversetzen und mit ihnen zu leiden und zu hoffen. Dazu trägt auch der angenehme, flüssige Schreibstil der Autorin bei.


    Die Handlungsstränge werden schließlich in gekonnter Weise zusammengefügt und das Ende erscheint mir sehr realistisch und stimmig.
    Gut gefallen hat mir auch die Idee, einen Teil der Auflösung in der Form eines Vernehmungsprotokolls darzustellen. Dies lässt die Geschichte noch lebensnäher wirken und ist auch noch sehr interessant und teilweise auch amüsant zu lesen. Dasselbe gilt für die handschriftlichen Briefe und die Wiedergabe von Zeitungsberichten und Webseiteninhalten, die dem Roman eine sehr authentische Note geben und es dem Leser erleichtern, sich in die Geschichte hineinzuversetzen.

    Fazit: „Das alte Kind“ ist ein spannender, außergewöhnlicher Psychokrimi, der eindringlich und emotional beschreibt, was der Verlust eines Kindes oder der Verlust der eigenen Identität in der Psyche eines Menschen auslösen kann. Wer atemlose, blutige Action erwartet, dem würde ich dieses Buch eher nicht empfehlen. Wer aber Wert legt auf eine ausführliche Charakterisierung der Figuren und auf psychologisches Feingefühl, der ist mit diesem Buch gut bedient.


    4ratten

    :lesen: Joe Navarro - Menschen lesen

  • Zoë Beck – Das alte Kind


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    Der Inhalt wurde hier ja schon gut wiedergegeben, den muss ich nicht noch einmal wiederholen.


    Der erste Satz:


    „Carla musste lachen.“


    Meine Meinung zum Buch:


    :tipp:


    Es hat nicht lang gedauert, bis mich die Geschichte völlig in ihren Bann gezogen hatte. Obwohl man als Leser schon ziemlich bald ahnt, wer die vertauschten Kinder sind, so bleibt das „Warum“ doch bis zum Schluss im Dunklen. Geschickt wurde ich beim Lesen auf falsche Fährten geschickt, so dass ich von der Auflösung sehr überrascht wurde.


    Gefallen hat mir zudem, dass die Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitebenen spielt. Einmal im Berlin der 70er-Jahre, wo Carla überzeugt ist, dass ihre kleine Tochter im Krankenhaus ausgetauscht wurde – und niemand ihr Glauben schenkt. Die andere Ebene spielt in der heutigen Zeit in Edinburgh, wo Fiona überzeugt ist, dass sie sich nicht umbringen wollte – und niemand ihr Glauben schenkt. Beide Geschichten waren spannend zu lesen – normalerweise gefällt mir in solchen Fällen eine Teilgeschichte besser als die andere, welche mich dann zu stören beginnt, aber das war hier überhaupt nicht der Fall. In beiden Geschichten wollte ich unbedingt wissen, wie sie enden bzw. wie sie zusammenfinden.


    Sympathischer erschienen mir durchweg die Figuren der Handlung in Edinburgh. Fiona erschien mir sehr authentisch, ebenso ihr alter Freund Ben, der etwas widerwillig hilft, denn eigentlich ist er mit einem wichtigen Rechercheauftrag für eine Zeitung beschäftigt. Carla, die Hauptperson der Handlung in Berlin, ging mir manchmal etwas auf die Nerven, da sie sich mit Haut und Haaren in ihre Sache verrannt hat ihrer „falschen“ Tochter Fliss gegenüber eiskalt reagiert, und ich schlug mich eher auf die Seite ihres Mannes Frederik, der eigentlich ihr Gegenspieler ist. Trotzdem war er mir sympathischer und näher.


    Auch die Leserunde war wieder schön und wir hatten lebhafte Diskussionen.
    Danke an Zoë Beck, die uns mit interessanten Hintergrundinfos versorgte. :blume:


    Die anderen Bücher der Autorin stehen schon auf meiner Wunschliste. :smile:


    Meine Bewertung: 4ratten


    Viele Grüße von Annabas :winken:

  • Meine Meinung:


    Wie ein lang vergangenes Verbrechen das Leben von Menschen zerstören kann und wie sich zwei Frauen auf die Suche machen (nach der Tochter bzw. der eigenen Identität), das sind die psychologisch sehr differenziert herausgearbeiteten Hauptthemen dieses Buches. Besonders beeindruckt hat mich der Erzählstrang von Carla Arnim, die unablässig nach ihrer Tochter sucht und sich von nichts und niemandem davon abbringen lässt, dass ihr Kind vertauscht wurde, und alle Hebel in Bewegung setzt, um es zu finden.


    Am Anfang des Buches steht man vor einem Berg von Fragen wie vor einem Puzzle, das in seine Einzelteile zerlegt ist. Nach und nach wandern die Einzelteile auf ihren richtigen Platz und am Ende steht man vor einem erschütternden, aber gut konstruierten Gesamtbild.


    Mein Fazit:


    Ein wirklich bemerkenswertes Buch, das einen auch nach der Lektüre nicht so schnell loslässt.
    4ratten

  • Klappentext:
    Wer hilft Dir, wenn alle glauben, daß dein größter Feind du selbst bist?


    Meine Meinung:
    Jemand hat dein Kind vertauscht - und keiner glaubt dir.
    Jemand schneidet dir die Pulsadern auf - und alle glauben, du hast es selbst getan.


    Dieser Thriller hat mir ausnehmend gut gefallen - mitreißend, spannend, gut konstruiert und gut geschrieben. Echt klasse!


    4ratten


    LG
    Mone

    Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.<br /><br />:lesen:

  • Meine Meinung:
    Als ich die Livestreamlesung auf LovelyBooks zu diesem Buch sah, war mir sofort klar, dass dieses Buch irgendwann bei mir Einzug halten musste. Als ich es schließlich las, war ich teilweise zwar etwas verwirrt, weil ich mir stellenweise etwas anderes unter dem Buch vorgestellt hatte, aber im Großen und Ganzen hat das Buch gehalten, was ich mir von ihm versprochen habe. Es ließ sich schön leicht lesen und konnte mich absolut fesseln. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen.


    Ich gebe diesem Buch:
    4ratten

    ~~ Was wäre die Welt nur ohne Bücher? ~~


    :lesen: Berühre mich. Nicht. - Laura Kneidl

    :lesen: Hexenblut - Neil White

    :lesen: Sofies Welt - Jostein Gaarder

  • Meine Meinung
    Sein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann. Wenn sie dazu noch die Einzige ist, die den Verlust bemerkt, ist das Albtraum perfekt. Genau das passiert Carla: ihr Kind wird im Krankenhaus offensichtlich verwechselt, aber außer ihr bemerkt keiner etwas, nicht einmal der Vater. Da ist es kein Wunder, dass sie darüber den Verstand verliert.


    Dreißig Jahre später ist eine junge Frau in einer ähnlichen Situation, nur dass es diesmal um ihr Leben geht. Der Einzige, der ihr zu glauben scheint, ist ausgerechnet ein One-Night-Stand.


    Wie diese beiden Geschichten zusammenhängen, war mir von Anfang an klar. Es ging nur noch darum, das "Warum" heraus zu finden. Dabei hatte ich manchmal das Gefühl, als ob ich die Geschichte schon kennen würde, denn vom Aufbau her ähnelt sie sehr stark einem anderen Buch von Zoë Beck. Schade, denn die Geschichte war eigentlich so spannend, dass sie dieses Hilfsmittel nicht gebraucht hätte.
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.