[Antarktis] Roland Huntford - Scott and Amundsen: The last place on Earth

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

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    Inhalt
    Der Wettlauf der beiden, wer zuerst den Südpol erreicht ist bekannt. Dieses Buch stellt die beiden Männer und unterschiedlichen Wege bis zu der Expedition vor. Besonders das Bild von Robert F. Scott ist ein anderes, als sonst dargestellt wird. Er ist normalerweise der Held, der aufgrund widriger Umstände stirbt. Der Autor beschreibt ihn anders: ein bisschen arrogant, sehr ignorant und äußerst launisch. Deswegen erregte das Buch bei seinem Erscheinen besonders in Großbritannien Aufsehen, weil einem der Helden des Landes ein bisschen der Glanz genommen wurde.


    Teil 1
    Im ersten Teil geht es um den Werdegang von Scott und Amundsen.
    Roald Amundsen kam als fünftes Kind des Schiffseigners Jens Amundsen auf die Welt. Obwohl er selbst sehr früh zur See fuhr wollte sein Vater, dass die Kinder eine gute Schulbildung erhielten. Auch wenn es Roald nicht gefiel: er musste zur höheren Schule und zur Universität, wo er dem Wunsch der Mutter entsprechend Medizin studierte. Aber sein Wunsch, an einer Expedition teilzunehmen war schon immer da. Er bereitete sich schon während der Zeit an der Universität darauf vor und bewarb sich gleich nach dem Tod seiner Mutter für einen Platz. Er wurde zwar abgelehnt, aber seinen Traum gab er nie auf. Wie sein Vater und seine Brüder fuhr auch er zunächst zur See. Für seine Männer übernahm er in jeder Situation die absolute Verantwortung. Er war ein strenger Kapitän, trotzdem war die Stimmung auf seinen Schiffen immer gut. Amundsen las alles, was ihm über große Expeditionen in die Hände fiel und lernte von den Erlebnissen und besonders von den Fehlern anderer. Auf der Suche nach der Nordwest-Passage beobachtete er Eskimos, die er traf und lernte vieles von ihnen: die richtige Kleidung, Behandlung von Skier damit sie auf jedem Schnee fuhren und den Umgang mit Hunden.


    Die Ausbildung und Herkunft von Robert Falcon Scott war ganz anders: obwohl sein Vater nicht zur See fuhr hatte die Familie ein lange Tradition als Marineoffiziere und so schlug auch er diese Laufbahn ein. Die Expeditionen, die er unternahm dienten hauptsächlich dem Zweck, auf der Karriereleiter nach oben zu kommen. Getreu dem Motto "a civilized man always knows best" nahm er kein Wissen von seinen Reisen mit. Wie Amundsen versuchte auch er, das Führen von Schlittenhunden zu lernen. Aber seine Einstellung den Tieren gegenüber (für ihn waren es nur "Bestien", bei denen er nicht wusste ob er sie schlagen oder füttern sollte) brachten das Experiment zum Scheitern. Scott war ein Kapitän, der sich über seiner Mannschaft sah. Sich selbst für unfehlbar haltend war er kleinlich den Fehlern anderer gegenüber und riskierte auch das Leben seiner Kameraden, wenn es ihm zweckdienlich schien.


    Diese Darstellung der beiden Männer finde ich interessant. Es ist klar zu sehen, wem die Sympathie des Autors gilt und ich hoffe, dass es nicht zu einseitig wird wird.


    Liebe Grüße
    Kirsten



    Überflüssiges i aus dem Betreff entfernt. LG Aldawen

    Being alone isn't something to endure - it's something to relish.

    Einmal editiert, zuletzt von Aldawen ()

  • Das Buch muss ich mir merken.

    „Jeg ser, jeg ser …<br />Jeg er vist kommet på en feil klode! <br />Her er så underligt …“<br /><br />Sigbjørn Obstfelder - Jeg ser

  • Hallo!


    Zweiter Teil
    Hier geht es um den Wettlauf zum Südpol und die sehr unterschiedlichen Wege von Scott und Amundsen dorthin. Ich kann mittlerweile verstehen, warum dieses Buch in Großbritannien so viel Aufsehen erregt hat. Amundsen hat sich zu Anfang nicht ganz fair verhalten. Eigentlich wollte er zum Nordpol, aber Cook und Peary kamen ihm zuvor. Amundsen ging es einzig um Entdeckungen und da der Südpol noch nicht entdeckt war änderte er kurzentschlossen seine Pläne. Er hielt sie allerdings geheim weil Scott schon seine Expedition angekündigt hatte. Auch seine Mannschaft erfuhr erst sehr spät vom geänderten Ziel. Seine Begründung (nur weil Scott schon seine Pläne bekannt gegeben hatte "gehörte" der Südpol nicht automatisch ihm) kann ich zwar verstehen, aber ich kann auch die Wut darüber verstehen.


    Während Amundsen seine gesamte Route im Voraus plante und niemals von seinen Plänen abwich, kam mir Scott eher unorganisiert vor. Er wollte seinen Weg mit Motorschlitten machen, nahm aber auch Ponys und Hunde mit. Anders als Amundsen, der schon im Voraus plante, die Tiere zu töten wenn er sie nicht mehr brauchte kam das für Scott nicht in Frage. Aber dieses Ehrgefühl bezog sich nicht auf seine Männer. Immer noch stellte er sein persönliches Wohl und den guten Ausgang der Expedition vor das Wohlergehen seiner Männer und konnte auch persönliches nicht außen vor lassen. Er wirkte sehr unsicher und warf seine Pläne mehrmals um- zum Schluß mit fatalen Folgen.


    Als sie endlich in der Antarktis ankamen und sich schließlichauf den Weg machten musste ich über Scott mehrmals den Kopf schütteln. Amundsen machte ich akribisch Notizen über alles, was er mitnahm und verlangte von seinen Männern, dasselbe zu tun. Die Vorratslager Amundsens waren perfekt markiert und mit mehr als nötig bestückt. Genauso waren seine Schlitten gepackt: man musste sie nie abladen, sondern konnte alles nötige bequem erreichen. Scott dagegen nahm nur das Nötigste mit. Die Schlitten waren so gepackt dass sie komplett entladen werden mussten und die Zelte hatten keine Bodenplane, weswegen seine Männer deutlich kälter waren und mehr Energie brauchten. Auch für das Ab- und Beladen der Schlitten brauchte er im Durchschnitt zwei Stunden mehr als Amundsen.


    Der Ausgang des Wettrennens ist bekannt, aber es hätte für Scott nicht tödlich enden müssen. Wenn er nicht in letzter Minuten die Zusammensetzung seines Teams geändert hätte, wenn er mit seinen Vorräten besser Haushalt gehalten hätte, wenn.... Was mich am meisten erschüttert hat war die Tatsache, dass er und seine Männer sich einfach in ihr Zelt gelegt und auf das Ende gewartet haben. Amundsen erfuhr erst spät vom Schicksal Scotts und war erschüttert. Aber auch er wirkte auf mich nicht glücklich, nachdem er sein Ziel erreicht hatte.


    The last place on earth ist voll gepackt mit Informationen, ist aber trotzdem nicht langweilig. Es war auch nicht so einseitig wie anfangs befürchtet. Deshalb kann ich es jedem empfehlen, der sich für dieses Thema interessiert.
    4ratten


    Liebe Grüße
    Kirsten

    Being alone isn't something to endure - it's something to relish.

  • Hallo!


    Gern geschehen :winken: Ich hatte schon mal einen Bericht "nur" über Scott gelesen, in dem Amundsen sehr schlecht weg kam. Als ich dann dieses Buch gesehen habe, in dem es um beide ging habe ich direkt zugeschlagen und es nicht bereut.


    Liebe Grüße
    Kirsten

    Being alone isn't something to endure - it's something to relish.