Die Leere danach ...

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 26 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • Geht es nur mir so, dass ich nach der Beendigung eines Buches, das mich emotional und überhaupt sehr berührt und gefesselt hat, in ein kleines Loch falle?


    Das mich das Buch noch über Tage beschäftigt und ich anfange verzweifelt nach Büchern zu suchen die vom Thema her identisch sind?
    Und das nur in der Hoffnung etwas zu finden, dass mir wieder das Gefühl gibt "zu Hause" zu sein und das vergangene Buch noch einmal zu erleben. Obwohl ich genau weiß, dass so etwas nicht passieren wird.


    Vielleicht ist die neue Lektüre ja wirklich ähnlich, aber es wird dennoch nie wieder so sein wie es war, als man in das vergangene Buch eingetaucht ist, gefangen genommen und auf eine phantastische Reise entführt wurde und sich die Nächte um die Ohren geschlagen hat.


    Man klammert sich an das Buch und wünscht sich das es eine Maschine gibt, die das gerade zu Ende gelesene aus dem Gedächtnis löschen kann nur um das Buch dann noch einmal -zum ersten Mal- zu lesen.


    Die Leere nach so einem Buch kann wirklich schlimm sein.


    **seufz**

  • Hallo vallenton


    Oh ja, das kenne ich nur allzu gut. Bei Anne Rice habe sogar mittlerweile beschlossen, alle Vampir- und Hexenbücher auch noch auf Englisch zu lesen, sobald ich ganz durch bin. Klar wird es nicht mehr dasselbe sein, weil beim zweiten Mal natürlich die Spannung weg ist. Aber immerhin kann ich wieder in dieser Stimmung versinken.


    Bei anderen Büchern ist das nicht so einfach, und, wie du sagst, gibt es einfach meistens kein Buch - selbst wenn die Thematik dieselbe ist - das die gleichen Emotionen und Stimmungen hervorruft, sozusagen die gleiche Welt ist. Ich versuche dann immer, in dieser Welt zu bleiben, indem ich möglichst viel darüber nachdenke, quasi versuche, die Figuren in meinem Kopf noch lebendig bleiben zu lassen. Aber irgendwann sind auch diese Gedanken erschöpft. Dann habe ich auch so leicht kindische Angewohnheiten wie den Schluss hinauszögern und so. :breitgrins:


    Um die Leere etwas zu verdrängen, fange ich dann meistens gleich ein neues Buch an, von dem ich vermute, dass es weniger intensiv ist. Das bringt mich dann langsam wieder herunter, das hilft. Aber das kommt natürlich total auf die Person an, ob man das kann oder nicht. :zwinker:


    LG
    Stormy

  • Hallo,


    das Gefühl kenne ich auch. Wenn bei solchen Büchern die Mitte überschritten ist, versuche ich, ganz langsam zu lesen...
    Was ich dann definitv nicht kann, ist, ein neues Buch anfangen. Ich lese dann eine Weile bestenfalls Kurzgeschichten oder Sachliteratur, bis ich wieder bereit bin für den nächsten Roman.


    LG
    hilde

    Ich bin ein trockener Workaholic. (Vince Ebert)

  • Zitat

    Um die Leere etwas zu verdrängen, fange ich dann meistens gleich ein neues Buch an,


    Ich kenne das Gefühl der Leere nach einem Buch auch. Normalerweise brauche ich danach eine Pause. 2-3 Tage und erst dann kommt das nächste Buch an die Reihe. Aber erst vor kurzem habe ich es mal anders gemacht. Ich hatte das Buch gerade fertig, hatte das genannte Gefühl und habe mir trotzdem das nächste geschnappt.
    Das werde ich nie wieder machen^^ Ich war noch so von der vorherigen Geschichte gefesselt, dass ich alles durcheinander gebracht habe. Ich konnte mich gar nicht wirklich auf den Inhalt des neuen Buchs konzentrieren ohne an das Andere zu denken. Als ich meinem Freund von der neuen Geschichte erzählt habe, gab ich der Protagonistin sogar mehrmals den Namen von der Frau aus der anderen Geschichte.
    Ich glaube ich brauche nach einer wirklich bewegenden Geschichte die Buchfreie Zeit, damit die Leere nicht zu lange besteht.
    Lieber 2-3 Tage richtig damit auseinandersetzen, als es zu verdrängen. Sonst wird das bei mir nichts :breitgrins:

  • Ich geselle mich in euer Vakuum. Es passiert selten, aber immer wieder, dass ich so ein Buch erwische. Ein Gegenmittel gegen diese Leere gibt es für mich da nicht. Höchstens beschließe ich wie Stormcrow, das Buch auch auf Englisch zu lesen, sofern es von einem englischsprachigen Schriftsteller stammt, aber eine Lesepause lege ich danach nicht ein. Als Nachfolgelektüre suche ich mir allerdings meistens ein Buch aus, von dem ich mir nichts außergewöhnliches verspreche, denn nach einem Spitzenbuch kann alles nur schlechter sein.


    Grüße
    Doris

  • Ich kenne das auch sehr gut. Es passiert mir selten, und nur bei richtig guten Büchern, in die ich ganz tief eingetaucht bin. Nach der Lektüre fühle ich mich dann regelrecht allein und verlassen, als wäre ein guter Freund gegangen. Ich brauche danach eine Lesepause oder ich lese ein Sachbuch. Auf alles andere kann ich mich nicht einlassen.

    Die Literatur gibt der Seele Nahrung,<br />sie bessert und tröstet sie.<br /><br />:lesen:<br />Alfred Kerr: Die Biographie

  • Kommt mir ebenfalls sehr bekannt vor! Ich lege dann auch häufig eine Lesepause ein, weil ich gedanklich noch so sehr in der Welt dieses bestimmten Buches hänge, dass es gar keinen Sinn machen würde sich auf etwas Neues einzulassen. Leider hatte ich dieses Gefühl von Leere nach einem Buch schon länger nicht mehr, habe zwar durchaus gute Bücher gelesen aber nichts was mich innerlich so richtig aufwühlt. Hoffe da kommt bald wieder eins. :)

  • Hallo!


    Diese kleinen oder großen Löcher kenne ich nur zu gut! Normalerweise habe ich keine Probleme mit dem "Buch danach" aber ab und zu erwische ich dieses eine, das mich noch nach dem Lesen beschäftigt und mich erst mal von einem anderen Buch abhält.


    Liebe Grüße
    Kirsten

    Being alone isn't something to endure - it's something to relish.


  • Ich kenne das Gefühl der Leere nach einem Buch auch. Normalerweise brauche ich danach eine Pause. 2-3 Tage und erst dann kommt das nächste Buch an die Reihe. Aber erst vor kurzem habe ich es mal anders gemacht. Ich hatte das Buch gerade fertig, hatte das genannte Gefühl und habe mir trotzdem das nächste geschnappt.
    Das werde ich nie wieder machen^^ Ich war noch so von der vorherigen Geschichte gefesselt, dass ich alles durcheinander gebracht habe. Ich konnte mich gar nicht wirklich auf den Inhalt des neuen Buchs konzentrieren ohne an das Andere zu denken.


    Wenn mir das passiert, was vorkommt, dann lege ich das neu angefangene Buch für ein paar Tage zur Seite und starte erst dann voll hinein. Da verliert man ja noch nicht allzu viel, wenn man erst ein paar Seiten hat.


  • Das mich das Buch noch über Tage beschäftigt und ich anfange verzweifelt nach Büchern zu suchen die vom Thema her identisch sind?


    Genau das versuche ich auch immer! Ich habe mal ein Buch über eine wunderbare Freundschaft gelesen (Of Mice and Men) und habe dann obsessiv nach einem ähnlichen Buch gesucht. Mann, wenn es um Bücher geht, neige ich oft zur Obsession (nächtelang nicht schlafen wegen eines spannenden Buches, von der Handlung träumen etc. etc.). :rollen:


    Und die Leere danach verspüre ich meistens nach Trilogien oder einer längeren Bücherreihe, die zu Ende geht. Um das zu vermeiden lese ich beim letzten Band dann immer langsamer und langsamer ...


    P.S.: Dein Avatar macht mich seeehr nervös. :breitgrins:

    Tread lightly, love deeply and live joyfully, for we are stalked by time and shadows. (A. J. Dalton)

    Einmal editiert, zuletzt von Mara ()

  • Natürlich kenne auch ich das Gefühl, wenn der Abschied von einem tollen Buch so richtig schwerfällt.


    Eine Pause brauche ich danach aber nicht, allerdings greife ich häufig zu einem völlig anderen Genre.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Oh ja, dieses Gefühl kenne ich nur allzu gut. Wenn mich ein Buch ganz besonders beeindruckt hat, bleibt es noch lange bei mir und meine Gedanken kreisen darum.


    Wie ich in dieser Situation handele, ist je nach Stimmung verschieden. Manchmal mache ich ein paar Tage Lesepause und hoffe, dass sie nicht in eine ausgewachsene Leseblockade mündet. Manchmal mache ich es aber auch wie Valentine, und lese zwar gleich wieder ein Buch, aber aus einem völlig anderen Genre. Wenn es sich zum Beispiel um einen Fantasy-Roman gehandelt hat, der mich derart in den Bann gezogen hat, dann brauche ich erstmal einen spannenden Thriller oder Krimi. Die fesseln mich dann meistens trotz allem relativ schnell.

    :lesen: Joe Navarro - Menschen lesen

  • Das letzte Mal ist schon lange her, aber ein paar wenige Male ist es vorgekommen, dass ich ein großartiges, mich sehr beschäftigendes Buch gleich noch einmal gelesen habe.

    Wir sind irre, also lesen wir!


  • Das letzte Mal ist schon lange her, aber ein paar wenige Male ist es vorgekommen, dass ich ein großartiges, mich sehr beschäftigendes Buch gleich noch einmal gelesen habe.


    Diese Strategie hat bei Harry Potter dazu geführt, dass ich mich ca ein Jahr in einer Art Teufelskeis befunden habe und Band eins bis drei gefühlte hundert Mal gelesen habe. :redface:


    Eine andere Möglichkeit ist auch sich die Verfilmung anzuschauen, wenn es eine gibt. Das hat bei Pride and Prejudice super funktioniert. Sonst hätte ich da sicher auch schnell wieder von vorn angefangen.


  • Diese Strategie hat bei Harry Potter dazu geführt, dass ich mich ca ein Jahr in einer Art Teufelskeis befunden habe und Band eins bis drei gefühlte hundert Mal gelesen habe. :redface:


    Das kommt mir bekannt vor. Bei Harry Potter habe ich oft Lust gleich wieder von Band 1 anzufangen.


    Ich greife meistens gleich zum nächsten Buch, um mich abzulenken und etwas Abstand zu gewinnen.

    „Jeg ser, jeg ser …<br />Jeg er vist kommet på en feil klode! <br />Her er så underligt …“<br /><br />Sigbjørn Obstfelder - Jeg ser


  • Eine andere Möglichkeit ist auch sich die Verfilmung anzuschauen, wenn es eine gibt. Das hat bei Pride and Prejudice super funktioniert. Sonst hätte ich da sicher auch schnell wieder von vorn angefangen.


    Und wenn die Verfilmung dann schlecht ist? Da habe ich immer Angst vor, dass der Film mir dann die ganze schöne Stimmung kaputt macht.

  • Ich habe auch schon oft auf die Methode: Verfilmung ansehen zurückgegriffen, um "weiter etwas vom Buch zu haben".
    Wenn der Film dann schlecht war hab ich mir einfach nur gedacht was solls..
    Dann hatte ich wenigstens die Möglichkeit den Film mit dem Buch zu vergleichen und zu entscheiden, dass das Buch viel besser ist.
    Die Stimmung, die bei mir im Buch aufgekommen ist, ist dadurch eigentlich nie kaputt gegangen.


  • Ich habe auch schon oft auf die Methode: Verfilmung ansehen zurückgegriffen, um "weiter etwas vom Buch zu haben".
    Wenn der Film dann schlecht war hab ich mir einfach nur gedacht was solls..
    Dann hatte ich wenigstens die Möglichkeit den Film mit dem Buch zu vergleichen und zu entscheiden, dass das Buch viel besser ist.
    Die Stimmung, die bei mir im Buch aufgekommen ist, ist dadurch eigentlich nie kaputt gegangen.


    Ähnlich. Außerdem hilft ne schlechte Verfilmung auch manchmal die Leere zu überwinden.

  • Zu diesem Thema bin ich gerade auf einem Lese-Blog über dieses Zitat aus einem Buch gestolpert:


    „Kennen Sie das Gefühl, das man hat, wenn man ein neues Buch anfängt, bevor die Membran der letzten Geschichte Zeit gehabt hat, sich hinter einem zu schließen? Von dem letzten Buch, das man abgeschlossen hat, haben sich Ideen und Themen, ja, sogar Charaktere in den Kleidern festgesetzt, und wenn man das neue aufschlägt, sind sie immer noch hautnah gegenwärtig.“


    Aus: Die dreizehnte Geschichte von Diane Setterfield

    &lt;b&gt;Mit Büchern habe ich das meiste Gespräch&lt;/b&gt; Seneca


  • Zu diesem Thema bin ich gerade auf einem Lese-Blog über dieses Zitat aus einem Buch gestolpert:


    „Kennen Sie das Gefühl, das man hat, wenn man ein neues Buch anfängt, bevor die Membran der letzten Geschichte Zeit gehabt hat, sich hinter einem zu schließen? Von dem letzten Buch, das man abgeschlossen hat, haben sich Ideen und Themen, ja, sogar Charaktere in den Kleidern festgesetzt, und wenn man das neue aufschlägt, sind sie immer noch hautnah gegenwärtig.“


    Aus: Die dreizehnte Geschichte von Diane Setterfield



    Ganz genau so ging es mir nach diesem Buch auch. Ich habe noch Tage danach an die Charaktere und die ganze Handlung gedacht und konnte erstmal keine neuen Bücher anfangen. Ich such dann auch immer Bücher, bei denen die Handlung ähnlich ist.

    &quot;Books are a uniquely portable magic.&quot; S. King<br /><br />:kaffee: Kate Morton - Die fernen Stunden