[Südafrika] Mbulelo Vizikhungo Mzamane – Die Elefanten sind wir

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  • Der Schüleraufstand von Soweto


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    Mzamane hat selbst an dem Aufstand teilgenommen, mußte im Nachgang der Ereignisse von 1976 nach Botsuana flüchten, und erzählt hier aus der Sicht der Schüler von der Vorgeschichte und dem Aufstand selbst. Anlaß waren Änderungen im Schulwesen, die sich vor allem auf die Unterrichtssprache und die Sprache für die Abschlußprüfungen bezogen, wo Afrikaans eine stärkere Rolle spielen und das Englische sowie die afrikanischen Sprachen eine Abwertung erfahren sollten. Dagegen wurde demonstriert und protestiert, und da das südafrikanische Regime in jeder Demonstration eine Herausforderung für seinen Machtanspruch sah, wurde entsprechend hart mit Polizei- und Militäreinheiten reagiert. Über die Monate hinweg gab es mehrere Hundert (genau Zahlen liegen wohl nicht vor) Tote, Schüler wurden inhaftiert und gefoltert, um die Namen der Anführer zu erhalten. Die Unruhen griffen von Soweto auf andere Townships über und bezogen im weiteren Verlauf auch Arbeiter ein, wobei es durchaus auch zu Zusammenstößen zwischen den Wanderarbeitern in den Wohnheimen und der ansässigen Bevölkerung kam, wahrscheinlich weil erstere von der Regierung ermuntert wurden.


    Inwieweit hier eine reine Autobiographie vorliegt, kann ich nicht beurteilen, vermute aber, daß Handlungen und Charaktere auch unter erzählerischen Gesichtspunkten zusammengefaßt oder verarbeitet wurden, so taucht Mzamane auch nicht unter seinem echten Namen auf, im Gegensatz z. B. zu Tsietsi Mashinini, der einer der Hauptanführer der Bewegung war. Die Vorsicht ist verständlich, denn das Buch wurde nur wenige Jahre nach den Ereignissen geschrieben und 1982 veröffentlicht. Wenn man Soweto nicht kennt, ist es ein bißchen schwierig, den Wegen zu folgen, die die Schüler dort nehmen. Dafür hält sich Mzamane aber insgesamt mit Namen ein wenig zurück, so daß man sich nicht in einer Unzahl von Personen verliert, die man kaum noch zuordnen kann. Diesem Fettnäpfchen vieler autobiographischer Schriften ist er geschickt ausgewichen. Insgesamt wirkten die Aktionen während des Lesens auf mich einigermaßen chaotisch, aber vermutlich waren sie das auch in Realität. Immerhin hatten die Schüler ja keine feste Organisation, die Unruhen entstanden eher spontan und ältere Schüler, die zuvor schon „Talent“ zum Protest gezeigt hatten, wurden in eine Führungsaufgabe gedrängt, für die sie gar nicht vorbereitet waren. All dies wird recht deutlich und darin liegt auch der Wert der Darstellung.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    Schönen Gruß
    Aldawen