Patrick Rothfuss - The Wise Man's Fear / Die Furcht des Weisen

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Es gibt 102 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • Patrick Rothfuss - The Wise Man's Fear 

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    Zum Inhalt: "The Wise Man's Fear" beginnt nahtlos da, wo "The Name of the Wind" aufgehört hat. Kvothe ist an der Universität, hat Geldsorgen, Probleme mit Ambrose und Denna ist unerreichbar für ihn. Er selbst schafft es selbstredend immer wieder perfekt, Ambrose weiter zu provizieren und sich immer mehr in Schwierigkeiten zu bringen, was dann auch zu Schwierigkeiten mit Devi führt. Zum Glück kann er sich auf Willem, Simmons und Fela verlassen. Eine weitere Verwicklung mit Ambrose - nebenbei eine der legendären Geschichten um Kvothe, die er selbst mehr oder weniger mit einem Achselzucken abtut - führt dann dazu, das er sich sich eine Auszeit von der Universität nimmt, um eine Stellung beim Maer von Severen anzunehmen, der zwar nicht der nominell mächtigeste Mann in Severen ist, aber der reichste. Hier beginnen dann die eigentlichen Abenteuer. Verschwörungen um den Maer, die Hilfe bei einer Brautwerbung, die Jagd auf Banditen, die Fee Felurian, die alle Männer um den Verstand und letztlich um ihr Leben bringt, das Erlangen des legendären Schwertes in Ademre... Vor allem tun sich mehr und mehr Geheimnisse auf, die im dritten Band sicher eine große Rolle spielen werden. Wer ist Dennas geheimnisvoller Patron? Was verbirgt sich in der geheimnisvollen Truhe und was bedeutet die Prophezeihung, die Kvothe in Severen auftut? Was bedeutet die Prophezeiung des Baums in Fae, die Bast bei der Erzählung erblassen lässt. Wo und wer sind die Amyr und die Chandrian? Fragen über Fragen, die darauf hoffen lassen, dass es bis zu Band 3 nicht solange dauert.


    Meine Meinung: Wie Band 1 ist auch "The Wise Man's Fear" wunderschön geschrieben und ein absoluter Genuss zu lesen. Kvothe ist gelegentlich ein arroganter Bengel, der sich auch schnell dazu hinreissen lässt, andere zu provizieren und sich auf seine Fähigkeiten zu verlassen oder sie zu überschätzen. Dennoch ist er mir nicht unsympathisch, denn er muss ebenso einstecken wie er austeilt und es entwickelt sich für ihn nicht so wie er es erhofft. Die Rätsel der Namen - Elodin unterricht diesmal sogar explizit dazu, bleiben ihm lange ein Geheimnis und erst später auf seiner großen Reise wird ihm das ein oder andere klar. Das macht ihn nach wie vor nicht zu einem Meister der Namen, aber bringt ihm Verständnis, was er da eigentlich überhaupt lernen will. Es ist spannend zu erleben, wie sich die Geschichten, die sich um ihn ranken, in Wirklichkeit zugetragen haben, so z.B. die legendäre Verhandlung am hohen Gericht und wie er den Blitz ruft, wie Tehlu der Große.
    Eine weitere Geschichte, die bereits im ersten Band erwähnt wird, ist die Episode um Felurian, die Fee, die ihn verführt. Männer, die ihr verfallen, tun dies in der Regel mit Haut und Haar, Kvothe hingegen verfällt ihr zwar zunächst, kann sich aber später von ihrem Bann befreien (wohl kein Spoiler, denn sonst würde es ja nicht weitergehen :zwinker:) Diesen Teil fand ich etwas länglich geraten, allerdings wird das Orakel Cthaeh, dem er in Fae begegnet, wohl noch eine wichtige Rolle spielen. In der Rahmenhandlung wird Bast ganz blass, als das Orakel nur erwähnt wird.
    Ausserdem erlangt Kvothe letztendlich durch Neugier und die Freundschaft mit Tempi, einem der legendären Kämpfer aus Ademre, sein Schwert. Dahin führt allerdings ein langer Weg mit viel Mühe und Schweiss, bei dem Kvothe lange nicht so gut dasteht, wie er es erhofft. Hier sind wir mal bei einem Punkt, wo ihn seine Intelligenz nicht einfach weiterbringt, wie dies bei an der Universität so oft der Fall war.
    Am Ende seiner Reise stößt er in Ademre und Severen auf weitere geheimnisvolle Hinweise auf die Amyr und Chandrian. Wirklich weiter ist man auch am Ende des zweiten Buchs nicht, allerdings werden wohl viele Details im dritten Buch eine wichtige Rolle spielen. So ist abzusehen, dass Dennas geheimnisvoller Patron in irgendeiner Weise mit den Amyr und Chandrian zu tun hat, ebenso wie die Familie der Frau des Maer, die Lacklesses. Auch die Pforte in der Bibliothek der Universität wird immer geheimnisvoller. Und wer ist eigentlich Auri und welche Rolle ist ihr noch zugedacht? *gnnnnnnrrrrrr* Ich will den dritten Band haben *hibbel*


    Insgesamt ist es also ein typischer Mittelband. Es passiert viel - manches etwas in die Länge gezogen - aber nichts führt wirklich zum Ziel und der Lösung des Problems. Auch ist immer noch vollkommen offen, wie Kvothe zu Kote wurde und wer Bast ist. Auch der Chronicler hat sich er noch ein Geheimnis, er wird Kvothe auch nicht so zum Spaß aufsuchen. Wer also nicht warten kann, sollte vielleicht auf den dritten Band warten und dann alle in einem Rutsch lesen. Nebenbei sei noch angemerkt, dass wie bei Band 1 auch hier gilt, dass es kein actiongeladenes Buch ist, sondern größtenteils ein Entwicklungsroman, bei dem wir Kvothe auf seinem Weg vom Waisen zum Helden begleiten. Es tauchen viele Details auf, über deren spätere Bedeutung man endlos spekulieren kann. Wer das nicht mag, sollte wirklich lieber die Finger von den Büchern lassen. Wer hingegen detailverliebtheit mag, dem kann man das Buch absolut ans Herz legen.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


    deutschen Titel im Betreff ergänzt, LG illy

    :lesen: Naomi Novik - Uprooted

    Einmal editiert, zuletzt von illy ()

  • Ich freu mich schon sehr drauf, endlich "The Wise Man's Fear" zu lesen! :)
    Leider ist bei mir der erste Teil so lange her - 2 oder sogar 3 Jahre -, dass mir die Geschicht alles andere als noch präsent ist. (Trotz dieser tollen Zusammenfassung: The Name of the Wind ;)


    Und da der dritte Teil ja auch noch in Arbeit ist, befürchte ich, dass es mir bei eben diesen dann wieder genauso gehen wird.


    Ich finde übrigens auch den bisherigen Lebenslaufs des Autors sehr interessant. Vom Chemiker zum Psychologen bis hin zum Studienhauptfach "undeclared" :breitgrins: Hört sich nach einem sehr vielfältigen, aber wahrscheinlich auch chaotischen Menschen an.

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Noch ein kleiner Hinweis, den ich eben auf der Homepage von Klett-Cotta gefunden habe: Die deutsche Ausgabe wird in zwei Teilen im Herbst erscheinen, wobei mir nicht ganz klar ist, ob Herbst wirklich für beide Teile gilt oder nur für den ersten. Vorraussichtlichter Titel "Die Furcht der Weisen 1 & 2".

    :lesen: Naomi Novik - Uprooted


  • Noch ein kleiner Hinweis, den ich eben auf der Homepage von Klett-Cotta gefunden habe: Die deutsche Ausgabe wird in zwei Teilen im Herbst erscheinen, wobei mir nicht ganz klar ist, ob Herbst wirklich für beide Teile gilt oder nur für den ersten. Vorraussichtlichter Titel "Die Furcht der Weisen 1 & 2".


    Die spinnen ja wohl... :ohnmacht:


    Laut Klett-Cotta HP: 24.10.2011 für Band 1 und 21.02.2012 für Band 2


    Ich glaube, ich werde warten, bis alle Bände erschienen sind und dann nochmal von vorne loslegen. :grmpf:

    Liebe Grüße,<br />Verena<br /><br />&WCF_AMPERSAND"Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?&WCF_AMPERSAND" Gandalf in &WCF_AMPERSAND"Die Gefährten&WCF_AMPERSAND", J.R.R. Tolkien


  • Cool! Im November kommt Patrick Rothfuss auf Lesereise :freu:


    Wann, wo?


    Ich finde nichts dazu...

    Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen. (Friedrich Nietzsche)

  • Seit einigen Wochen lese ich nun an diesem Buch. Ich komme nur langsam voran, da häufig die Zeit und Konzentration dafür fehlt. Aber wenn ich dann lese, bin ich gefangen von der tollen Story und Patricks Schreibstil. Vermutlich bin ich erst durch, wenn der erste deutsche Band bereits erschienen ist aber das macht nichts, auch so ist es ein wahrer Genuss. Wie ein superleckerer Schokopudding, den man gaaanz langsam isst, damit er lange reicht :breitgrins: Ich sollte immer auf englisch lesen, wenn das meine Lesegeschwindigkeit so angenehm bremst.

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    Bei meiner Rezension zum ersten Band von Rothfuss‘ Trilogie habe ich gesagt, dass ich ihm alle Zeit der Welt gönne, wenn dann dabei wieder so ein gutes Buch herauskommt. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt und nachdem „ The Wise Man’s Fear“ endlich erschienen war, habe ich es auch noch ein paar Wochen in meinem Regal reifen lassen. Doch einmal angefangen, konnte ich es nicht mehr weglegen. Die knapp 1000 Seiten habe ich in vier Tagen gelesen und war für nichts anderes mehr gut. Dieses Buch hat süchtig gemacht, allerdings bleibt man am Ende auch mit Entzugserscheinungen zurück, besonders weil zumindest ich mich etwas betrogen fühle. Das Buch hat mich gefesselt, keine Frage, aber wie kann es sein, dass ich 1000 Seiten lese und trotzdem das Gefühl habe, in Kvothes Lebensgeschichte eigentlich keinen Schritt weiter gekommen zu sein und immer noch auf die Erläuterung für Kingkiller warte?


    Jegliche Kritikpunkte fallen einem bei diesem Buch aber erst im Nachhinein auf, bis dahin ist man von der Geschichte gefangengenommen. Kvothes Geschichte ist dabei eigentlich gar nicht so originell, der Autor benutzt so einige typische Fantasy-Topoi, Rothfuss gelingt es aber, sie neu zu erzählen. Kvothe stolpert eigentlich hauptsächlich von einem Abenteuer ins nächste und es macht ganz besonders viel Spaß, zu lesen, was sich in Wahrheit zugetragen hat, bei all den Legenden, die sich um ihn ranken. Und obwohl selbst das, was Kvothe als Wahrheit beschreibt, ziemlich weit hergeholt wirkt - manchmal ist Kvothe einfach zu perfekt - stellt er sich dann wieder so begriffsstutzig an, dass man ihn trotz allem einfach herzerfrischend sympathisch findet.


    In der Gegenwart passiert allerdings enttäuschend wenig, es gibt keine Antworten, auf die Fragen, die sich einem bereits im ersten Band gestellt habe und mir bleibt weiterhin unverständlich, wie es mit dem Land so tief bergab gehen konnte, dass Recht und Ordnung und der Glaube an die Fähigkeiten des Herrschers und alles was die Zivilisation ausmacht, so schnell abhandenkommen konnten und man den Eindruck hat, in einer Welt zu sein, die knapp an einem Weltuntergangsszenario vorbeischrammt. Ich hoffe, die fehlenden Informationen bekommt man dann im letzten Band geliefert.


    Übrigens ist mir aufgefallen, dass Rothfuss sich wohl wirklich ernsthaft Mühe mit seinen Namen gibt – wie es sich für eine Geschichte rund um Namen ja eigentlich auch gehört. Kvothe erklärt in einer Szene, dass er Auri so genannt habe, weil das „sunny“ bedeuten würde, auch wenn er selber nicht weiß, in welcher Sprache, als eine entsprechende Nachfrage kommt. Nach der Szene habe ich noch 3 Seiten weitergelesen, das Buch zugeklappt und mich schlafen gelegt, als mir plötzlich auffiel, dass Kvothe recht hat, auf Finnisch heißt die Sonne nämlich tatsächlich aurinko – Zufall wird das doch wohl kaum sein. An solchen Sachen, von denen es vermutlich Dutzende gibt, die nur einem Bruchteil der Leser überhaupt auffallen, bemerkt man die Sorgfalt Rothfuss‘ beim Schreiben seines Buches und versteht auch, warum es so lange gedauert hat bis Band 2 erschien und warum ich jetzt wohl wieder sehnsüchtig Jahre mit dem Warten auf den dritten Band verbringen darf.


    Ein Hauch schlechter als Band 1, es ist halt ein Mittelband
    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen. (Friedrich Nietzsche)

  • Mir ist total schnurz, ob es geteilt ist, hauptsache es kommt jetzt auch wirklich raus. :breitgrins:
    Ich platze bald vor Aufregung.

    &quot;Bücher sind Spiegel: Man sieht in ihnen nur, was man schon in sich hat&quot;<br />Carlos Ruiz Zafón<br />:lesen:


  • Mir ist total schnurz, ob es geteilt ist, hauptsache es kommt jetzt auch wirklich raus. :breitgrins:
    Ich platze bald vor Aufregung.


    Ich hatte es heute in der Buchhandlung :winken:

    Liebe Grüße,<br />Verena<br /><br />&WCF_AMPERSAND"Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?&WCF_AMPERSAND" Gandalf in &WCF_AMPERSAND"Die Gefährten&WCF_AMPERSAND", J.R.R. Tolkien

  • Oh oh,...es ist gesichtet worden.
    Mein Exemplar flattert erst am Montag mit der Post ins Haus....ich glaube bis dahin bin ich explodiert. :breitgrins:

    &quot;Bücher sind Spiegel: Man sieht in ihnen nur, was man schon in sich hat&quot;<br />Carlos Ruiz Zafón<br />:lesen:

  • Und ich habe das englische Original immer noch nicht gelesen :redface: Ich hatte es zwar schon in der Hand, allerdings hat mich das Riesen-Format des Buches doch etwas abgeschreckt, werde wohl meinen Kindle dafür bedienen. Das heißt, irgendwann in ferner Zukunft, wenn ich endlich wieder was neues kaufen darf (um das unkontrollierte Wachsen des SUBs zu verhindern) :breitgrins:


    Den Link von Ingroscha fand ich sehr interessant, wieder etwas neues dazugelernt :zwinker:

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Mein Exemplar fährt seit Monaten gemeinsam mit Georgies "A dance with dragons" in meinem Kofferraum durch die Lande. Beide Bücher sind so schwer wie Backsteine und ich komme weder mit dem einen noch dem anderen wirklich voran. Die beiden sind für mich wohl bald Grund genug endlich einen eBook-Reader zu kaufen. :rollen:

  • Auch mal über den Tellerrand schauen, bevor man vorschnell urteilt ... Ich weiß, dass das hier untergeht, daher schiebe ich es gleich in den entsprechenden Thread rüber.
    http://www.fantasy-news.com/20…eutscher-fantasy-verlage/


    Das überhaupt geteilt wird verurteile ich persönlich nicht direkt. Was mich jetzt z.b. bei in dem Link erwähnten Sanderson-Buch viel mehr gestört hat, war das man eigentlich nur durch Zufall auf die Teilung gestoßen ist, der Verlag hielt es hier wohl nicht für nötig seine Leser darüber etwas direkter zu informieren. :rollen: Bei "Die Furcht des Weisen" war es hingegen wenigstens sofort erkennbar. Immerhin.