Hans Werner Kettenbach - Die Schatzgräber

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  • Hans Werner Kettenbach: Die Schatzgräber


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    Inhalt (Klappentext):


    Sommer 1928, 32 Grad im Schatten. Zwei respektable Bürger einer Kleinstadt an der Mosel begehen einen Bankraub. Sie vergraben Goldbarren im heutigen Wert von knapp anderthalb Millionen Mark unter einem Pflaumenbaum und warten auf die Zeit, da sie ihren Schatz gefahrlos heben können. Doch diese Zeit will nicht kommen...
    Leo Theisen, weitgereister Journalist im Ruhestand, ist ein hinreißender Geschichtenerzähler und überrascht seine Nichte Maria mit immer neuen farbigen Anekdoten. Aber in jene Geschichte vom "Familienschatz" - Leo ist zugleich Sohn und Neffe der Bankräuber - ist er geradezu vernarrt, zum Ärger von Maria, die sie für ein bloßes Phantasieprodukt hält. Es reizt Maria, dem selbstsicheren Leo zu beweisen, daß seine Geschichte nicht stimmen kann, und schließlich läßt sie sich auf dieses Abenteuer ein. Sie möchte, Gold hin, Gold her, vor allem den Mythos vom ungehobenen Schatz, die alten Geschichten von Schuld, Versäumnissen und verpaßten Gelegenheiten aus der Welt schaffen - und gerät dabei in einen Strudel tragikomischer Ereignbisse, die ihr Leben ziemlich auf den Kopf stellen.


    Der Autor (aus dem Klappentext):


    Hans Werner Kettenbach, geboren 1928, war Journalist und zuletzt stellvetretender Chefredakteur beim Kölner Stadtanzeiger. Er promovierte über Lenins Imperialismus-Begriff, war Anzeigenvertreter, Stenograph bei einer Fußball-Zeitschrift, Lektor beim Rundfunk, dann Chefreporter und Korrespondent seiner Zeitung in Bonn und New York. Mit Fünfzig schrieb er seinen ersten Roman. ... Seine Romane wurden von der Kritik mit den Werken von Sjöwall/Wahlöö (Plärrer), Simenon und Patricia Highsmith (FAZ) verglichen. Außerdem schrieb Kettenbach zahlreiche Drehbücher, unter anderem für Willi Millowitsch in der Rolle des Komissar Klefisch.


    Meine Meinung:


    Der Roman liest sich gut und flüssig, man merkt, daß ihn ein Journalist geschrieben hat, der gefällig und unterhaltsam zu erzählen versteht. Obwohl die Handlung nur langsam voranschreitet, viele Gedanken der Hauptperson Maria ausführlichst dargelegt und von allen Seiten beleuchtet werden und Kettenbach beim Erzählen vom Hundertsten ins Tausendste und vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, wird es niemals langweilig. Die Sätze sind zwar oft ziemlich lang (manchmal über fast eine ganze Seite) aber trotzdem leicht verständlich. Das ganze Buch atmet eine Art rheinländische Atmosphäre, die mich an meine Besuche in diesem Teil Deutschlands erinnert.


    Mit den Büchern von Sjöwall/Wahlöö (siehe oben) würde ich persönlich diesen Roman nicht vergleichen, dazu fehlt mir die deutliche Sozialkritik, die typisch für die Bücher des schwedischen Autorenpaares ist. Zwar kommen hier zeitgeschichtlich aktuelle (Mitte der 90er Jahre) und auch historische Begebenheiten zur Sprache, und der Autor bezieht auch Stellung dazu. Aber zu obigem Vergleich fehlt es dem leichten Geplauder des Romanes dann doch an Tiefe und Klarheit.


    Die Spannung, ob das unter dem Pflaumenbaum vergrabene Gold nun gefunden wird oder nicht, zieht sich durch den ganzen Roman, wird mit der Zeit allerdings immer unwichtiger. Der eigentliche Schatz, der hier gehoben wird, sind die Familiengeschichte der Familie Theisen und die Erinnerungen, die Maria aus ihrem Onkel Leo herauslockt und die bisher innerfamiliär nicht zur Sprache kamen (die an die nächste Generation weiterzugeben aber dennoch wichtig ist), und die eine neue Verbundenheit zwischen Leo und Maria erzeugen.


    Da ich Alltagsgeschichten aus dem Leben ganz normaler Leute sehr gerne mag, hat mir das Buch gut gefallen. Allerdings werden ein paar Klischees bemüht und Seitenhiebe vorgenommen, die ich für reichlich deplaziert halte (daher gibt es einen gewissen Punktabzug).


    3ratten

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    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()

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    Inhalt:
    Haben der Großvater von Maria und dessen Bruder tatsächlich im Sommer 1928 einen Bankraub begangen? Und warten die Goldbarren immer noch unter einem alten Pflaumenbaum darauf, ausgegraben zu werden? Leo, Marias Onkel und Sohn und Neffe der Bankräuber, ist fest davon überzeugt. Maria hält die Geschichte für ein Hirngespinst, kann sich ihr aber nicht ganz entziehen, vor allem weil sich mit diesem "Familienschatz" einige Probleme aus der Welt schaffen ließen. Bei einem spontanen Besuch in der Heimatstadt ihres Großvaters lernt sie Dagmar kennen, deren Familie nach dem zweiten Weltkrieg ein Grundstück auf dem Gelände der ehemaligen Obstgärten gekauft hat. Und tatsächlich steht dort ein alter Pflaumenbaum...



    Meine Meinung:
    Der "Familienschatz" ist der rote Faden, der sich durch dieses Buch zieht. Drumherum erfährt der Leser einiges aus Marias und Leos Familiengeschichte; angefangen vom Großvater, der während des Naziregimes seine Heimatstadt an der Mosel verlassen und anderswo sein Glück suchen musste bis hin zur Tochter von Maria, die mit ihrem Lebensgefährten und ihrem kleinen Sohn in München auf den großen Durchbruch im Filmgeschäft hoffen.


    Das Tempo in diesem Roman ist sehr gemächlich, Hans Werner Kettenbach lässt seine Hauptfigur Maria jeden Gedanken ausführlichst und bis ins letzte Detail durchdenken und auch die Handlung selbst schreitet eher langsam voran. Das Buch war aber immer sehr gut lesbar und durch die Frage, ob es den "Familienschatz" gibt oder nicht, bleibt immer eine leichte Grundspannung erhalten.


    "Die Schatzgräber" ist vielleicht kein großer Kracher, aber ich habe immer gerne zu diesem Buch gegriffen und weitergelesen. Daher bekommt es von mir
    4ratten

    :lesen: Anthony Powell - The Kindly Ones <br /><br />Mein SUB<br />Meine [URL=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/32348.msg763362.html#msg763362]Listen