Theodor Fontane - Effi Briest

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 47 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von tina.

  • Fertig!


    Zu allererst: Ich fand das Buch im insgesamt sehr gut, und ich kann jetzt auch verstehen, warum Effi Briest zu den bekanntesten deutschen Romanen gehört. Mit Effi selbst konnte ich mich vor allem im zweiten Teil des Buches besser anfreunden, und auch die anderen Figuren fand ich gut. Sie tat mir wegen der ganzen Geschichten, vor allem wegen ihres Kindes und ihrer Einsamkeit und Instetten so dermaßen Leid...


    Weil das Buch so bekannt ist, hatte ich im Voraus schon öfters davon gehört, auch etwas von der Handlung. Und jetzt verstehe ich einige der Thesen nicht, die ich gehört habe.


    Zum einen wird sie immer als revolutionäre Frau dargestellt, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt um es grundlegend zu ändern. Ich fand die Sache mit Crampas hat sich mehr so entwickelt, weder als gemeiner Plan gegen Instetten, noch damit sie viel unabhängiger wird. Es kam einfach so, wohl am allermeisten, weil sie einsam war.
    Ich halte ihre "Liebe" zu Crampas auch nicht für eine unsterbliche, große: Meiner Meinung nach war sie in ihn wohl verliebt, aber mehr auch nicht. Ich habe es auch so verstanden, dass die Trauer nach dem Duell eher von ihrer eigenen Lage kam, gar nicht mal soo sehr wegen seines Todes.



    Ein bisschen schade ist, dass das Buch nur aus Andeutungen besteht. Aber wie gesagt, ich finde Effi Briest ganz toll, vor allem Sprache und Beschreibungen.


    Ich habe übrigens diese Ausgabe gelesen:

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    Ein Zimmer ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ~ Marcus Tullius Cicero

  • Ich bin inzwischen auch durch mit dem Buch und finde, dass sich das Ende etwas zieht. Der Höhepunkt ist definitiv mit dem 30. Kapitel überschritten und dann müssen wir uns noch ganze 6 Kapitel lang Effis Niedergang zumuten. Nun ja, das hätte man für mich etwas beschleunigen können. Gefreut hat es mich, dass ihre Eltern am Ende dann doch noch für sie da waren.


    Ich bin froh, dass ich durch die Leserunde das Buch endlich gelesen habe, in der Schule musste ich es nicht lesen, also war es mal langsam Zeit, diese Lücke zu schließen.

    ~~better to be hated for who you are, than loved for who you&WCF_AMPERSAND're not~~<br /><br />www.literaturschaf.de

  • Hallo ihr!


    Ich bin jetzt auch seit gestern Abend durch und naja was soll ich sagen, das Ende war schon ziemlich traurig. :traurig: Man hat es ja schon kommen sehen, aber irgendwie habe ich noch bis zuletzt gehofft, dass es doch noch gut ausgeht.
    Echt schlimm, wie sie dann von allen verstoßen wurde. Und vor allem scheint mir, dass sie nicht im geringsten in Crampas verliebt war, sondern sich nur aus Langeweile mit ihm getroffen hat und ihn allenfalls ganz sympatisch fand, weil sie sich gut mit unterhalten konnte. Tja und dafür hat sie alles aufs Spiel gesetzt. Sie wusste ja was passiert, wenn sie dabei erwischt wird. Also ich wäre dieses Risiko nur eingegangen, wenn es echt DIE große Liebe gewesen wäre...
    Dass es dann gleich ein Duell auf Leben und Tod geben muss, heute echt unvorstellbar! :vogelzeigen: Erst dadurch hat doch dann die gesamte Gesellschaft davon Wind gekriegt. Auch für Innstetten selbst wäre es doch von Vorteil gewesen, dass nicht gleich alle durch die Zeitung davon erfahren...aber naja.


    Alles in allem hat mir das Buch schon gut gefallen. Nur leider hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass man noch viel mehr aus der Geschichte hätte machen können. Fontane hätte nach meinem Geschmack noch viel mehr auf das Seelenleben, die Gedanken eingehen können. Ich stehe nun mal total auf Bücher à la Henry James...was soll ich machen! :rollen:

    "If one cannot enjoy reading a book over and over again, there is no use in reading it at all." - Oscar Wilde - :lesewetter:

  • Nochmal ich. Tut mir echt leid, wie das gelaufen ist, aber ich hätte nicht gedacht, dass mir der Umzug so auf den Magen schlägt, dass ich nicht einmal mehr Lust zum Lesen habe... :sauer:
    Ich hänge immer noch ganz am Anfang und ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt noch weiterlesen will... Das liegt nicht am Buch, sondern einfach an meiner allgemeinen Leseblockade momentan.


    LG,
    Sookie

  • Und vor allem scheint mir, dass sie nicht im geringsten in Crampas verliebt war, sondern sich nur aus Langeweile mit ihm getroffen hat und ihn allenfalls ganz sympatisch fand, weil sie sich gut mit unterhalten konnte. Tja und dafür hat sie alles aufs Spiel gesetzt. Sie wusste ja was passiert, wenn sie dabei erwischt wird.


    Ich bin mir nicht so sicher, ob sie das wusste, bzw. ob sie die möglichen Konsequenzen in Erwägung gezogen hat. Da gewinnt das Unreife in ihr ein bisschen die Oberhand, wie es bei Kindern eben ist, die Kopf und Kragen riskieren und es nicht einmal merken. Sicher wird sie schon früher von Ehebruchgeschichten gehört haben, aber ich glaube nicht, dass sie realisiert hat, was sie aufs Spiel setzt. Sie kam mir auch nicht so abgebrüht vor, dass sie es einfach darauf ankommen lassen wollte, ob sie erwischt wird. In Hinsicht auf das Risiko war es einfach Gedankenlosigkeit. Immer vorausgesetzt allerdings, dass sie wirklich nichts für Crampas empfand.



    Nochmal ich. Tut mir echt leid, wie das gelaufen ist, aber ich hätte nicht gedacht, dass mir der Umzug so auf den Magen schlägt, dass ich nicht einmal mehr Lust zum Lesen habe... :sauer:
    Ich hänge immer noch ganz am Anfang und ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt noch weiterlesen will... Das liegt nicht am Buch, sondern einfach an meiner allgemeinen Leseblockade momentan.


    Ach Sookie, dann ist das Buch mit seiner negativen Tendenz ohnehin nicht das Richtige. Alles Gute für dich! :knuddel:


  • Nochmal ich. Tut mir echt leid, wie das gelaufen ist, aber ich hätte nicht gedacht, dass mir der Umzug so auf den Magen schlägt, dass ich nicht einmal mehr Lust zum Lesen habe... :sauer:
    Ich hänge immer noch ganz am Anfang und ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt noch weiterlesen will... Das liegt nicht am Buch, sondern einfach an meiner allgemeinen Leseblockade momentan.


    LG,
    Sookie


    Nicht schlimm Sookie. Es kommen auch wieder Zeiten, in welchen Du den Kopf frei hast um zu lesen und es gibt noch soooooo viele Bücher, die auf eine Leserunde warten :zwinker: und wie Doris schon sagte. Wenn Du in keiner guten Stimmung bist tust Du dir nicht Gutes weiterzulesen und dem guten alten Theodor auch nicht, denn der hat sich viel Mühe mit dem Buch gemacht. :breitgrins:
    Ich freue mich schon auf die nächste Leserunde mit Dir.


    Liebe Grüße Tina


  • Ich bin mir nicht so sicher, ob sie das wusste, bzw. ob sie die möglichen Konsequenzen in Erwägung gezogen hat. Da gewinnt das Unreife in ihr ein bisschen die Oberhand, wie es bei Kindern eben ist, die Kopf und Kragen riskieren und es nicht einmal merken. Sicher wird sie schon früher von Ehebruchgeschichten gehört haben, aber ich glaube nicht, dass sie realisiert hat, was sie aufs Spiel setzt. Sie kam mir auch nicht so abgebrüht vor, dass sie es einfach darauf ankommen lassen wollte, ob sie erwischt wird. In Hinsicht auf das Risiko war es einfach Gedankenlosigkeit. Immer vorausgesetzt allerdings, dass sie wirklich nichts für Crampas empfand.



    Mm, ja vielleicht. Ich kann mir einfach schlecht vorstellen, dass man, wenn man verheiratet oder in einer Beziehung ist, einfach eine Affäre eingeht ohne die möglichen Konsequenzen abzuwägen. Aber ich habe mir auch schon gedacht, dass sie vielleicht gar nicht richtig realisiert hat, dass sie jetzt verheiratet und eine Ehefrau ist. Sie hat sich wohl selbst noch als Kind wahrgenommen und nicht als Ehefrau.

    "If one cannot enjoy reading a book over and over again, there is no use in reading it at all." - Oscar Wilde - :lesewetter:

  • Ich hatte eher den Eindruck, dass Effi schon wußte was sie tat und auch Schuldgefühle empfand, aber ich denke ihre Einsamkeit war viel größer und schmerzhafter, als jegliche Konsequenzen. Zumindest war das mein Eindruck. Genau aus diesem Grund mag ich Leserunden. Ich finde es immer wieder interessant, wie Menschen ein und das selbe Buch so unterschiedlich sehen und interpretieren.


    Viele GRüße Tina