Walter Moers - Das Labyrinth der träumenden Bücher (Teil 1)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 89 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Avila.

  • Inhalt:


    Hier fängt die Geschichte an: 200 Jahre sind vergangen, seit die Stadt der Träumenden Bücher von einem verheerenden Feuer heimgesucht wurde. 200 Jahre ist es her, seit Hildegunst von Mythenmetz die Stadt gesehen hat.
    Doch Mythenmetz' ruhiges Leben als berühmter und geliebter Autor hat ein jehes Ende, als ihn ein Brief erreicht. Der Schattenkönig ist zurück.
    Nun wagt es Mythenmetz, wieder in die Stadt der Träumenden Bücher zurückzukehren. Nur um festzustellen, dass die Stadt von damals nicht mehr existiert. Vieles hat sich verändert, Vieles wurde revolutioniert und Mythenmetz stellt fest, dass er sich noch nicht einmal mehr einen Kaffee bestellen kann. Aber schon bald erwacht eine neue Leidenschaft im Lindwurm: Der Puppetismus...


    Meine Meinung:


    Es gibt Bücher, die brauchen keine Fortsetzung. "Die Stadt der Träumenden Bücher" ist so ein Buch. Trotzdem kam letzten Herbst die Fortsetzung "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" auf den Werk. Schon da war ich hin- und hergerissen zwischen "Super!" und "Wieso?".


    Hätte ich mich nicht zuvor schon mit dem Buch beschäftigt und Rezensionen gelesen: Ich wäre genauso enttäuscht gewesen wie diese Stimmen damals. Zum Glück wusste ich worauf ich mich einliess und konnte mir so das Schlimmste ersparen.


    "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" kommt in keiner Weise an den Vorgänger heran. Inhaltlich hat das Buch nichts zu bieten. Es geschieht nichts Erwähnenswertes und endet, bevor die Geschichte überhaupt begonnen hat. Spannung fand ich keine, es wird bloss erzählt, was Mythenmetz in der Stadt so alles erlebt. Der Schluss des Buches lässt erahnen, dass es einen weiteren Teil geben wird. Wer weiss. Ich denke noch immer, dass es das Buch nicht gebraucht hätte.


    Was man Moers lassen muss, ist, dass er eben Walter Moers ist. Es gibt einen Grund, weshalb ich das Buch einfach haben musste: Es ist schön. Ein wirklich schönes Buch, mit Illustrationen, die für die fehlende Handlung entschädigen. Eigentlich reicht es, sich die Bilder anzusehen. Dann hat man schon alles Wichtige.


    Ich möchte Moers nicht schlecht machen, aber ich scheine ihm nicht wirklich verziehen zu haben, dass er eine Fortsetzung geschrieben hat und in dieser noch nicht einmal die Buchlinge hat auftreten lassen.
    Ansonsten hat Moers hier wieder einige tolle und originelle Ideen verarbeitet. Auch einige Seitenhiebe auf unser Zeitalter hat er mit eingearbeitet. Vor allem Mythenmetz im zamonischen Starbucks fand ich zum Schmunzeln. Diesbezüglich lässt sich das Buch wirklich flott und sauber lesen, man darf einfach nicht zu viel erwarten.


    Fazit:


    "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" ist ein Buch, das nur für grosse Fans von Walter Moers etwas ist und auch die sollten sich bloss mit heruntergeschraubten Erwartungen daran heranwagen. Ist dies geschehen, kann man sich auf einen weiteren Besuch in der modernen Stadt der Träumenden Bücher freuen und sie gemeinsam mit Mythenmetz entdecken.


    3ratten - 3ratten & :marypipeshalbeprivatmaus:

    //Grösser ist doof//

  • Meine Meinung:
    Auf dieses Buch hatte ich mich schon gefreut, seitdem bekannt wurde, dass es erscheinen sollte. Ich habe es gelesen und gleichzeitig als Hörbuch gehört, was wieder einmal eine sehr gelungene Kombination war. Anfangs fand ich das Buch auch noch total aufregend und spannend und ich fragte mich, wann es denn nun endlich in das Labyrinth geht – denn schließlich steht das im Titel. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass die beiden Buchtitel vertauscht besser gepasst hätten. Denn im ersten Band (“Die Stadt der Träumenden Bücher”) hält sich Hildegunst von Mythenmetz mehr in den Katakomben auf als in der eigentlichen Stadt und hier ist es nun genau umgekehrt. Was mich allerdings am meisten aufregte und nervte, war der Puppetismus. Das hat meiner Meinung nach nichts mit Büchern zu tun, worum sich in Buchhaim nun mal alles dreht und was das faszinierendste dieser Stadt ist. Auch dass der gesamte erste Band mittels eines Theaterstücks noch einmal erzählt wurde, hätte, meiner Meinung nach, nicht sein müssen. Am Ende war auch ich etwas enttäuscht von diesem Buch. Aber dennoch freue ich mich auf die Fortsetzung, die hoffentlich besser werden wird ;) . Schließlich endet das Buch an einer Stelle, an der man das Buch nicht zur Seite legen, sondern weiterlesen möchte. Das beste am Buch / Hörbuch waren daher die Gestaltung des Buches und Andreas Fröhlich als Sprecher des Hörbuches. Nur deshalb konnte es hier eine doch recht hohe Bücherwürmchenbewertung von mir bekommen.


    Ich gebe diesem Buch (+Hörbuch):
    4ratten

    ~~ Was wäre die Welt nur ohne Bücher? ~~


    :lesen: Berühre mich. Nicht. - Laura Kneidl

    :lesen: Hexenblut - Neil White

    :lesen: Sofies Welt - Jostein Gaarder

  • Inhalt:


    Hildegunst von Mythenmetz kehrt zurück.


    Über zweihundert Jahre ist es her, seit Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher, von einem verheerenden Feuersturm zerstört worden ist. Der Augenzeuge dieser Katastrophe, Hildegunst von Mythenmetz, ist inzwischen zum größten Schriftsteller Zamoniens avanciert und erholt sich auf der Lindwurmfeste von seinem monumentalen Erfolg. Er gefällt sich im täglichen Belobhudeltwerden, als ihn eine verstörende Botschaft erreicht, die seinem Dasein endlich wieder einen Sinn gibt. Verlockt durch einen rätselhaften Brief kehrt Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim zurück.


    Meine Meinung:


    Das Buch ist wie immer wunderschön aufbereitet. Moers Zeichnungen sind eine Augenweide und trösten über die langen Durchhänger in der Geschichte hinweg. Denn leider passiert in dem etwas über vierhundert Seiten dauernden Roman nicht viel. Mythenmetz ergeht sich in hypochondrisch gefärbten Selbstbeweihräucherungen, die allerdings von durchaus selbstkritischen Analysen durchsetzt sind. So gibt er offen und ehrlich zu, dass er sein Orm verloren hat und seine Schriften mittlerweile uninspirierte Zumutungen für seine Leser sind.
    Die Theatervorstellung von "Die Stadt der träumenden Bücher" hat mich weniger gestört, die darauffolgenden langen Kapitel über den Puppetismus dagegen schon. Auch die seitenlange Aufzählung der "Biblio"typen im Qualmoir hätte meiner Meinung nach gestrafft werden können.
    Auf der anderen Seite kann das Buch mit einigen Highlights aufwarten. Das Wiedersehen mit seinen alten Freunden, der Schreckse Inazea Anazazi und dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer war wunderschön und sehr berührend geschildert. Außerdem ist der Humor nicht auf der Strecke geblieben. Stellenweise musste ich laut und herzlich lachen, zum Beispiel bei seinem ersten Zusammentreffen mit einem Zwerg kurz bevor Hildegunst die Stadt betrat. :breitgrins:


    Alles in allem vergebe ich


    3ratten

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    Es gibt ja eigentlich schon einen recht detaillierten Thread zu dem Buch, so dass ich ein wenig überlegt habe, ob ich wirklich hier noch einen aufmachen soll. Aber dann habe ich mir gedacht: Na ja, so viele haben das Buch schon gelesen, vielleicht finden sie es auch interessant meine neue Reise nach Zamonien zu begleiten. Ich war schon lange nicht mehr dort und ich befürchte, dass meine Lektüre zu "Die Stadt der Träumenden Bücher" über zehn Jahre her ist. Ich hoffe, dass mich Erinnerungslücken beim Lesen nicht aus der Bahn werfen werden. Außerdem habe ich gesehen, dass Walter Moers zwar fleißig neue Bücher publiziert, aber dieses Buch (erstmal?) nicht weiter fortsetzt... Da kann ich direkt meinen Frust darüber hier auch abladen - am Ende, höchstwahrscheinlich. ;)


    Erstmal freue ich mich sehr auf das Buch und die Illustrationen sind schon wieder großartig! "Die Stadt der Träumenden Bücher" - zwar nur einmal von mir gelesen - galt lange als mein Lieblingsbuch und ich habe es sehr vielen Menschen empfohlen, die es ebenfalls toll fanden. Dementsprechend hoch sind fast meine Ansprüche, auch wenn ich schon gesehen habe, dass manche nicht sooo begeistert waren. Mal schauen.

  • Ich kenne das von mir, dass ich mich auf Rezis freue, deren Bücher ich schon vor einer ganzen Weile gelesen habe. Da kann die Rezi auch ruhig ein bisschen länger sein.

    Hier werde ich nun aber nicht so genau mitlesen, da ich dieses Buch ja erst noch lesen möchte (ich werde es mir mal in Sichtweite legen). Ich wünsche Dir aber viel Spaß beim Lesen, liebe Avila . Ich lese dann später nach, was Du berichtet hast.

    Ein Leben ohne Bücher? - Unvorstellbar! - Von mir höchstselbst

  • Es ist schon länger her, dass ich das Labyrinth gelesen habe. Ich habe es als zäh und langatmig in Erinnerung und dass sich Moers im Roman massiv verzettelt hat. Sollte es doch noch eine Fortsetzung geben, werde ich sie höchstwahrscheinlich nicht lesen.

  • Ich habe es als zäh und langatmig in Erinnerung und dass sich Moers im Roman massiv verzettelt hat.

    Das habe ich schon in einigen Rezensionen gelesen und bin entsprechend vorgewarnt und habe mir teils auch schon beim Einstieg ins Buch gedacht. Hat Mythenmetz auch schon in der "Stadt" so gelabert?


    Die Illustrationen bisher sind nett, aber noch hat mich das nicht so geflasht wie in seinen anderen Büchern, da hat er anhand der Illustrationen oder plötzlich schwarzen Seiten noch viel mehr erzählt. Ich bin mal gespannt, ob sich das hier noch entwickeln wird.


    Ansonsten ist das bisher nur ein Widerhall von der Stadt und viel Neues ist nicht aufgetaucht. Allerdings bin ich ziemlich hin und weg von der Beschreibung des neuen Buchhaims. :love: Häuser aus Büchern und architektonisches Gemisch aus Neu und Alt hört sich sooo toll an, dass ich gerne selbst dort wäre!

  • Hat Mythenmetz auch schon in der "Stadt" so gelabert?

    Nicht so schlimm, wie ich finde. In der Stadt fand ich es noch ein nettes Stilmittel, um den aufgeblasenen von sich völlig eingenommenen Charakter von Mythenmetz zu unterstreichen.

  • So, das erste Viertel ist gelesen - wirklich? Von der Handlung kommt es mir eigentlich gar nicht so vor. :D


    Aber was mir gefallen hat, waren die laufenden Zeitungen. Eine wirklich schöne Idee, die letzten 200 Jahre so vorzustellen. Eine kreative Idee mit Abwechslung! Das hat mir gut gefallen.


    Auch die Rüssel waren sehr interessant. Überall gibt es also nun Eingänge in die Katakomben. Das klingt erstmal gar nicht gut. Ich bin gespannt, ob das noch für die Geschichte relevant wird. Bisher habe ich nämlich noch gar nicht so die Idee, wo die Reise eigentlich hinführen soll.

  • Ich habe nochmal ein paar Seiten weitergelesen, aber ich werde und werde einfach nicht warm mit dem Buch und überlege gerade, ob ich es vielleicht besser abbrechen soll. Es warten noch drei SLW-Bücher auf mich und dieses Buch blockiert mich doch gerade sehr und jedes Mal, wenn ich es in die Hand nehme, dann nur mit einem Seufzer...:rolleyes: