William Shakespeare - Viel Lärm um nichts/Much Ado about Nothing

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Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

Es gibt 29 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Doris.

  • Wir gehen in die 10. Runde!


    William Shakespeare
    Viel Lärm um nichts

    (Much Ado about Nothing, 1600)


    Eine Komödie in fünf Akten


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    Zwei Paare werden in der 1600 uraufgeführten Komödie Opfer von Intrigen: Graf Claudio gewinnt, trotz seiner Schüchternheit, die Hand von Hero, Tochter des Statthalters von Messina. Fast zerbricht die Liebe des glücklichen Paares jedoch, als die unschuldige Hero von Neidern am Hof der Untreue bezichtigt wird. Den Hauptreiz gewinnt das Stück vor allem durch das zweite Paar: Der Soldat Benedick, ein eingefleischter Frauenverächter, und Beatrice, scharfzüngige Männerhasserin, liefern sich bissige Wortgefechte von sprühendem Sprachwitz. Schließlich werden sie, ebenfalls durch eine Intrige, von der angeblich unsterblichen Zuneigung des jeweils anderen überzeugt – und gestehen sich prompt ihre wahren Gefühle für den nur scheinbar verhaßten anderen ein.


    Beginn: 5. November 2011


    Teilnehmer:
    Alle, die Lust dazu haben


    Ich wünsche uns allen viel Spaß und spannende Diskussionen!

  • Hallo zusammen,


    ich habe heute den 1. Akt gelesen. Auffallend wenig Personal ist diesmal unterwegs.


    In der 1. Szene wird Beatrice schon dem Titel gerecht, indem sie sich mit Benedikt ein Wortgefecht liefert, in dem letztlich nur darum geht, sich gegenseitig zu ärgern. Das gibt bestimmt noch einige spannende Diskussionen zwischen den beiden. Ich weiß ja schon, was dahintersteckt. Eine weitere Zweierbeziehung bahnt sich an, denn Claudio hat seine Gefühle für Hero entdeckt und traut sich nicht, sich ihr zu erklären. Don Pedro bietet sich an, während eines Kostümfestes an Claudios Stelle für ihn bei Hero "vorzusprechen". Da könnten sich auch noch einige Verwicklungen ergeben. Was mir auffällt: Die Männer sind gerade aus einer Schlacht zurückgekehrt. In ziemlich vielen Stücken von Shakespeare ist es so, dass sie sich gerade auf dem Schlachtfeld befinden, einen Krieg vorbereiten oder aus selbigem zurückkommen. Haben die denn nichts anderes zu tun? :zwinker:


    In der 3. Szene taucht Don Juan auf, ein rechter Miesepeter. Er legt viel Wert darauf, als Bösewicht zu gelten: "Niemand soll mirs aber dagegen absprechen, dass ich ein aufrichtiger Bösewicht sei." Er ist auf der Suche nach Ärger, denn als er von der bevorstehenden Heirat von Hero hört, sieht er das als ein "Fundament, um irgendein Unheil darauf zu bauen".


    Somit stehen also drei mögliche Handlungen an. Das dürfte ein nettes Durcheinander geben. Die Aussichten darauf gefallen mir besser als noch ein Krieg wie in den Historiendramen :smile:.

  • Hallo,


    auch habe begonnen und es ist mein erster Shakespeare, an welchen ich mich in englisch herantraue, aber nur, weil ich das Stück recht gut kenne und somit wohl einfacher damit klar komme.


    1. Akt, 1. Szene
    Ich liebe Beatric spitze Zunge. Herrlich. Aber auch Benedick ist nicht auf den Mund gefallen und beide zusammen sind einfach umwerfend. Ich wollte eigentlich ein Zitat beifügen, welches mir gefiel, aber ich fürchte, dann müsste ich hier fast die gesamte erste Szene zitieren, denn ich könnte mich nicht für eines entscheiden. Während ich die erste Szene las, hatte ich ein Dauergrinsen auf dem Gesicht.


    Eines allerdings habe ich noch nie verstanden, so oft ich es auch gesehen und gelesen habe: Warum gibt sich Don Pedro als Claudio aus, um Hero zufragen, ob sie ihn liebt. Warum fragt er sie nicht als Don Pedro, ob sie Claudio liebt, oder noch einfacher, warum fragt nicht Claudio selbst? Das verstehe ich nicht.


    @Doris: Ich glaube Krieg war dzu diesen Zeiten immer ein wichtiges Thema und auch eines aus dem hervorgeht, dass ein Mann wohl Charakter hat und mutig ist. Das ist jetzt nur eine Vermutung, aber es scheint ein wenig zur Glorifizierung der Helden beizutragen.


    Viele Grüße Tina


  • auch habe begonnen und es ist mein erster Shakespeare, an welchen ich mich in englisch herantraue, aber nur, weil ich das Stück recht gut kenne und somit wohl einfacher damit klar komme.


    Davon werde ich noch lange träumen. Mir reichen schon englische Zitate aus den Stücken um zu erkennen, dass mir die Hälfte des Inhalts entgehen würde. Ehrlich gesagt muss ich manche Passagen auf Deutsch schon zweimal lesen, um sie richtig zu verstehen.



    Eines allerdings habe ich noch nie verstanden, so oft ich es auch gesehen und gelesen habe: Warum gibt sich Don Pedro als Claudio aus, um Hero zufragen, ob sie ihn liebt. Warum fragt er sie nicht als Don Pedro, ob sie Claudio liebt, oder noch einfacher, warum fragt nicht Claudio selbst? Das verstehe ich nicht.


    Ich verstehe auch nicht, warum Claudio nicht selbst fragt. Möglicherweise schämt er sich, weil er ja ein Weilchen brauchte, um seine wahren Gefühle für Hero zu entdecken. Wenn Shakespeare Don Pedro vorschickt, könnte er sich davon mehr Dramatik versprechen.

  • Sooo... Ich habe heute auch begonnen, aber ich lese das Stück zum ersten Mal und dazu noch auf Englisch (auch mein erster Original-Shakespeare, hab sonst immer nur auf Deutsch gelesen), dh. ich brauche ewig pro Seite, weil ich auch wirklich alles verstehen will und nicht nur inhaltsmäßig drüberlesen. Ich denke letzteres bringt auch bei dem Stück wenig, weil der Witz ja im Detail steckt. :rollen:


    Dh. ich hoffe mal, dass ihr mir nicht alle komplett davonzieht... :breitgrins:

    ... this is nat language at any sinse of the world.<br />:lesen: Gustave Flaubert: Madame Bovary&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; :buecherstapel: [url=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/16631

  • Ich habe gestern auch begonnen und bin mittlerweile schon im 2. Akt gelandet.

    Ich verstehe auch nicht, warum Claudio nicht selbst fragt. Möglicherweise schämt er sich, weil er ja ein Weilchen brauchte, um seine wahren Gefühle für Hero zu entdecken. Wenn Shakespeare Don Pedro vorschickt, könnte er sich davon mehr Dramatik versprechen.


    Ich denke auch, dass sich Claudio sich schämt, ist wohl einer mit 'nem weichen Kern :zwinker: Und ich kann mir gut vorstellen , dass Don Pedro sich als Claudio ausgibt, um eine ehrliche Antwort zu erhalten. Könnte ja sein, dass die liebe Hero eher die Schüchterne ist (also so tough wie ihre Cousine Beatrice), die nicht gleich mit jedem Beliebigen über so ein intimes Thema spricht. Ich kann sie noch nicht so gut einschätzen...

    :lesen: Sabine Weigand - Die Tore des Himmels

  • Der 2. Akt fing gleich mit einem Highlight an. Beatrices Ausspruch über Don Juan ist wirklich großartig: "Wie herbe dieser Mann aussieht! Ich kann ihn niemals ansehen, dass ich nicht eine volle Stunde Sodbrennen bekäme." totlach. Den muss ich mir merken.


    In der 1. Szene war schon wieder die Rede von Hörnern, wie auch schon im 1. Akt/1. Szene. Ob das eine tiefere Bedeutung hat?


    Zu Beginn der 3. Szene ergeht sich Benedikt in einem schier endlosen Monolog verächtlich darüber, wie sich ein Mann verändert, wenn er verliebt ist und wie anspruchsvoll er selbst ist, wenn es um Charakter und Aussehen einer Frau geht, in die er sich verlieben könnte. Als man jedoch sieht, wie schnell seine Gefühle die Oberhand bekommen, als er das "heimliche" Gespräch zwischen Leonato, Don Pedro und Claudio belauscht, wird deutlich, dass er sich eigentlich nur selbst belügt, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass auch er gerne eine Liebste hätte. Er kann froh sein, dass die anderen in die verfahrene Kiste zwischen ihm und Beatrice eingreifen, denn wer weiß, wie lange die beiden sich sonst noch streiten würden.


    Don Pedro scheint gerne Hochzeiten zu stiften. Nach Claudio und Hero hilft er nun Beatrice und Benedikt auf die Sprünge. Ich weiß gar nicht, ob er selbst eine Frau hat.

  • Ich verstehe auch nicht, warum Claudio nicht selbst fragt. Möglicherweise schämt er sich, weil er ja ein Weilchen brauchte, um seine wahren Gefühle für Hero zu entdecken. Wenn Shakespeare Don Pedro vorschickt, könnte er sich davon mehr Dramatik versprechen.


    Wenn ich mich einmischen darf: In meiner New Penguin Shakespeare-Ausgabe steht dazu:


    Zitat

    Hero and Claudio play the game of love by society's normal rules; they make arrangements through intermediaries, on whom they rely for advice and protection - Hero on her father, Claudio on Don Pedro.


    Es war damals einfach normal, für solche Dinge einen Mittelsmann einzuschalten - in diesem Falle Don Pedro. Dass er sich allerdings für Claudio ausgibt, sehe ich als theatralisches Mittel, mit der die nachfolgende Handlung eingeleitet/beeinflusst wird (das wird in einer späteren Szene noch deutlicher). Seine Verstellung passt aber auch in das Stück, in dem immer es immer wieder zu Verwechslungen, Verwirrungen, Verstellungen verschiedenster Art kommt.


    :winken:

  • Hallo alle,


    tut mir leid, ich mich erst jetzt melde.


    Also, zu der Frage warum Claudio Don Pedro den Vorrang lässt: Da stimme ich bibliomonster voll und ganz zu. Das macht zum einen Sinn nach den damaligen Gepflogenheiten und zum anderen wirkt so eine Maskerade auf der Bühne einfach extrem gut (wie ja auch bei Romeo und Julia).


    Doris, welche Stellen meinst du denn genau mit Hörnern? Ich kann es mir gerade nur so erklären, dass es schon ein bisschen andeutet, was noch kommt, nämlich dass jemandem die "Hörner aufgesetzt" werden. Wenn du mir die Stellen nennst, schau ich mal im englischen Original nach, wie das da steht.


    Und kleine Info am Rande (ich glaub, ich hab's in einer anderen Shakespeare-Leserunde schon einmal erwähnt): Das Wort "nothing" war damals ein Slangausdruck für Vagina. :breitgrins: Also, viel Spaß noch beim Lesen. :breitgrins:

    &quot;This was another of our fears: that Life wouldn&#039;t turn out to be like Literature&quot; (Julian Barnes - The Sense of an Ending)


  • Doris, welche Stellen meinst du denn genau mit Hörnern?


    Warum habe ich mir das gestern nicht aufgeschrieben?


    *such*


    Im 1. Akt, im letzten Viertel der 1. Szene:
    Don Pedro: Wohl denn, die Zeit wird kommen, "Wo sich der wilde Stier dem Joche fügt".
    Benedikt: Das mag der wilde Stier; wenn aber der verständige Benedikt sich ihm fügt, so reißt dem Stier seine Hörner aus und setzt sie an meine Stirn [...] setzt unter mein Bildnis: "Hier ist zu sehen Benedikt, der Ehemann!"


    Im 2. Akt, fast am Anfang der 1. Szene:
    Beatrice: Zu böse ist mehr als böse: auf die Weise entgeht mir eine Gabe Gottes, denn es heißt: "Gott gibt einer bösen Kuh kurze Hörner!" ... aber einer zu bösen Kuh gibt er gar keine!


    Und im weiteren Sinne auch in der Mitte der 1. Szene, 2. Akt, als Don Juan gegenüber Claudio vorgibt, Don Pedro beabsichtige, Hero zu heiraten:
    Claudio: Viel Glück mit ihr.
    Benedict: Nun, das nenn ich gesprochen wie ein ehrlicher Viehhänder: so endigt man einen Ochsenhandel [...]


    Zumindest in Bezug auf Beatrice' Aussage hat es wohl nichts mit "Hörner aufsetzen" zu tun.


    Ich habe mir übrigens heute eine Auszeit genommen, damit ich nicht zu weit vorauslese, aber morgen geht's weiter.


  • Don Pedro scheint gerne Hochzeiten zu stiften. Nach Claudio und Hero hilft er nun Beatrice und Benedikt auf die Sprünge. Ich weiß gar nicht, ob er selbst eine Frau hat.


    Ich finde Beatrice ja ganz herrlich :breitgrins: Schon bei der ersten Begegnung zwischen Beatrice und Benedikt (und dem frechen Wortwechsel) habe ich mir gedacht 'na, bei denen wird doch auch noch was laufen' :zwinker:

    :lesen: Sabine Weigand - Die Tore des Himmels

  • Heute habe ich den 3. Akt gelesen.


    1. Szene Es scheint sehr beliebt zu sein, sich in die Herzensangelegenheiten anderer einzuschalten und mitzumischen, und das nicht nur offiziell, sondern auch heimlich und nach eigenem Gutdünken. Hero und Margareta tun es jedenfalls den Männern gleich und führen ein Gespräch über Benedikt, als sie wissen, dass Beatrice sie hören kann. Es ist aber tatsächlich so, dass andere Menschen eher geneigt sind, Dinge zu glauben, die nicht ausdrücklich an sie gerichtet sind, sondern beiläufig oder hintenherum aufgeschnappt werden, wenn sie sich nicht persönlich angesprochen fühlen. Man hat wohl dabei das Gefühl, dass die anderen ehrlicher sind, als wenn sie den Betroffenen direkt ansprechen.


    In der 3. Szene wird es richtig amüsant. Holzapfel und Schlehwein tauchen auf, außerdem ist noch die Rede von Veit Haberkuchen und Görge Steinkuchen. Unmöglich, diese missglückten Eindeutschungen. Tina, kannst du mir sagen, wie diese Namen im Original lauten? Bei der Gelegenheit muss ich gleich noch loswerden, dass ich mich auch an dem Namen "Hero" für eine Frau stoße. Wenn schon, dann würde ich eher eine Hera erwarten.


    Aber zurück zu Holzapfel. Er hat ja eine nette Einstellung zu seiner Arbeit als Polizist. Seine Devise ist, sich möglichst unsichtbar zu machen und nicht negativ aufzufallen. Die Anweisungen an seine Untergebenen befürworten den Weg des geringsten Widerstandes gegenüber Unruhestiftern. Er ist eine kuriose Figur.


    In diesem Akt gab es einige schöne Wortspiele, die im Deutschen nicht verloren gehen wie bei einigen anderen Übersetzungen.

  • Und wieder haben wir einen von Shakrespeares Bösewichtern, diesesmal in Form von Don John und dieser ist es mit Leib und Seele


    1. Akt, 3. Szene

    Zitat

    ... though I cannot be said to be a flattering honest man, it must not be denied but I am a plain-dealing villian.


    2. Akt, 1. Szene


    Was Don John angeht, hat Beatrice schon einen Verdacht, dass ihm nicht zu trauen ist und wieder verpackt sie dies in äußerst witzige Worte.


    Ich habe mich hier köstlich amüsiert über Beatrice Vorstellungen von einem perfekten Ehemann. Ich vermute, dass ich dahin gehend die selben Schwierigkeiten habe, einen Mann zu finden, der zu mir passt. Ich habe wohl ebenfalls zu hohen Ansprüche, aber irgendwann hat man auch keine Lust mehr faule Kompromisse einzugehen und ich denke, dass ist hier auch bei Beatrice der Fall. Herrlich wie sie dem verkleideten Benedick die Meinung sagt.
    Don John versucht bei Claudio Hero und den Prinzen in Veruf zu bringen und fast wäre es diesem Schurken auch gelungen. So haben wir nun auch den Grund, warum der Prinz um Hero werben musste, denn ansonsten, hätte es diese Szene wohl nicht gegeben.


    Hier haben wir auch die Antwort auf die Frage, ob Don Pedro eine Ehefrau hat und ich da ich davon ausgehe, dass Vielweiberei bei Shakespeare eher nicht an derTagsordnung war haben wir hier dieAntwort, als Don Pedro Beatrice fragt:


    Zitat

    "Will you have me, Lady?"


    So weiter als bis zu diesem Punkt habe ich noch nicht gelesen und werde nun auch zu Bett gehen, da ich Halsschmerzen habe und ich befürchte, dass ich krank werde. :sauer:


    Ach so


    @Doris:


    In der 3. Szene wird es richtig amüsant. Holzapfel und Schlehwein tauchen auf, außerdem ist noch die Rede von Veit Haberkuchen und Görge Steinkuchen. Unmöglich, diese missglückten Eindeutschungen. Tina, kannst du mir sagen, wie diese Namen im Original lauten?


    Hier sind die englischen Namen dieser Verrückten. :zwinker:


    Holzapfel = Dogberry
    Schlehwein = Verges
    Willi Knüppel = Hugh Oatcake
    Hans Bullermann = George Seacoal


    Viele Grüße Tina


  • Ich habe mich hier köstlich amüsiert über Beatrice Vorstellungen von einem perfekten Ehemann.


    Da habe ich mehr den Verdacht, dass sie Benedikt schlecht macht, weil sie befürchtet, ihn ohnehin nicht zu bekommen. Wenn sie so überdeutlich herauskehrt, worauf sie bei einem Ehemann Wert legt, zeigt sie, dass er ihr nicht einerlei ist. Wäre er ihr egal, könnte sie das mit einem Satz abtun. Wenn das so wortgewaltig vonstatten geht, steckt immer mehr dahinter. Aber auf diese Weise macht sie sich vor, es wäre ihre Entscheidung, ihn wegen der falschen inneren und äußeren Eigenschaften nicht zu nehmen, und nicht die seine, weil er schlicht an ihr nicht interessiert ist. So eine Ablehnung ist für eine Beatrice nur schwer wegzustecken.


    Danke für die englischen Namen. Wie man sieht, waren sich selbst die Übersetzer nicht ganz einig, wie man die deutschen Pendents möglichst hanebüchen gestalten kann. Manchmal wäre es mir wirklich lieber, man würde einfach die englischen Namen beibehalten.


    Gute Besserung, tina!

  • Ich sehe schon, ich bin zu schnell, aber ich schreibe trotzdem kurz über den 4. Akt, so lange die Eindrücke noch frisch sind.


    1. Szene
    Bei der Trauungszeremonie beschuldigt Claudio Hero, mit einem anderen Mann gesprochen zu haben und bläst die Hochzeit ab. Natürlich wehrt sich Hero gegen die Vorwürfe, aber Claudio glaubt den anderen. Es ist traurig, mitanzusehen, wie wenig Vertrauen er in sie hat. Kein Versuch, die Sache aufzuklären. Auch Leonato beklagt die vermeintliche Untreue seiner Tochter und wünscht ihr sogar den Tod. Als Frau hatte man damals wirklich nicht viel zu melden. Wenn ich nicht wüsste, dass es eine Komödie ist, würde ich nun das Schlimmste erwarten, gerade bei einer so labilen Persönlichkeit wie Hero.


    Benedikt gesteht endlich Beatrice seine Liebe. Sie offenbart sich ihm ebenfalls, nutzt aber diese neue Konstellation sofort, um Benedikt aufzufordern, Claudio zu töten. Sie als Frau ist die Einzige, die Hero glaubt. Ihre neu erlangte "Macht" über den verliebten Benedikt nutzt sie sofort, um ihn ganz bewusst zu manipulieren. Genau genommen setzt sie damit aber auch ihre sich anbahnende Beziehung zu Benedikt aufs Spiel, denn sollte er sich weigern, ihrer Forderung nachzukommen, dürfte zwischen den beiden wieder Eiszeit herrschen. Was für ein Unterschied im Vergleich zu Hero! Mit ein bisschen Feinschliff würde Beatrice eine gute Führungskraft abgeben.


    Die Rettung bahnt sich aber schon in der 2. Szene an, in der Konstabler Holzapfel seine Gefangenen verhört.


    Das Stück gefällt mir sehr gut!

  • Ich habe nun ein wenig weitergelesen und ich schwelge in jedem Wort. Ich weiß warum dies mein Lieblingsstück von Shakespeare ist. Ist ist witzig und voller Lebensfreude.


    2. Akt, 2. Szene


    So, jetzt wird’s böse. Don John möchte um alles in der Welt seinem Halbbruder Schaden zufügen und Borachio hat hierfür einen Plan ersonnen, welcher nicht nur Don Pedro, sondern fast alle anderen Beteiligten wie auch die unschuldige Hero und Claudio in üblen Verruf bringen.


    2. Akt, 3. Szene


    Es ist witzig, nun die Argumente von Benedick zu hören, warum eine Frau niemals zu seiner Zufriedenheit existieren kann. Tja, was die beiden wollen, scheint wohl die Eierlegendewolfsmilchsau zu sein.
    Dann singt Balthasar dieses wunderschöne Lied, das romantisch und ein wenig spitzzüngig ist. Ich habe übrigens beim Lesen im Hintergrund die Musik zum Film laufen und gerade dieses Lied „Sigh Ladies, sigh no more“, ist so wunderschön.


    2. Akt, 4. Szene


    Nun wird die Falle für Benedick gelegt und er fällt darauf hinein. Ich musste schmunzeln, als Benedick alle Eigenschaften, welche er noch eine Szene vorher niemals einer Frau zutraute,nun Beatrice als die Ihren zudachte.



    So, nun werde ich wieder weiterlesen. Ich freue mich schon auf den verrückten Constable.


    Viele Grüße Tina und danke für die Besserungswünsche.

  • Und noch einen Akt weiter:


    3. Akt, 1. Szene
    Nun wird der Spieß umgedreht und Beatrice geködert. Auch hier sind diesmal die Mädels erfolgreich. Ich musste an das Sprichwort denken: „Der Lauscher an der Wand…“
    Nun warte ich schon mitfiebernd darauf wie es weitergeht, obwohl ich das Stück ja kenne, so berührt es mich doch immer wieder auf’s neue. Ich glaube dieses Stück bringt meine romantische Ader immer wieder zu Tage. :herz: Ich gestehe es.


    3. Akt, 2. Szene
    Don Pedro und Claudio necken Benedick, aber dieser geht nicht darauf ein und aufeinmal schlägt alles um. Der fröhlich leichte Ton, welcher eben noch da war, wird abgelöst, durch die drohende Verleumdung die mit dem Auftreten Don Johns in die Wege geleitet wird. Armer Claudio, so denkt man, aber im Verlaufe des Gesprächs beginnt immer wieder die Wut in mir zu gähren, dass Partner doch immer wieder so schnell von Misstrauen befallen werden und lieber auf die Worte von Fremden hören, anstatt sich mit dem Partner direkt auseinanderzusetzen. Diese Szene ist auch eine von vielen, in Shakespeare Stücken, bei welchen es völlig irrelevant ist, ob sie im 17ten, 18ten, 19ten, 20ten oder 21ten Jahrhundert spielen. Sie gab es immer und sie wird es immer geben, weil die Menschen zu sehr auf andere hören, anstatt sich ihr ganz eigenes Bild zu machen.


    3. Akt, 3. Szene
    Dieser völlig durchgeknallte Constable ist wieder eine von Shakespeares Randfiguren, welche einen wichtigen Beitrag zum ganzen Stück leistet. Ich habe das Gefühl, dass hier Dogberry in Vertretung für die sonst so von Shakespeare geliebten Hexen, Gespenster oder Geister steht. Ich könnte mich beeumeln, wie er mit völlig sinnfrei mit Fremdworten um sich wirft und man aber trotzdem versteht, was er damit sagen möchte. Die Wachen allerdings, haben trotz nicht allzuviel vorhandener Intelligenz, direkt verstanden, dass hier eine ganz große Schweinerei begangen wurde und die verhaften die beiden durchtriebenen Objekte. Es sit nur zu befürchten, dass die Wahrheit nicht rechtzeitig ans Licht kommt, denn wenn Claudio und Don Pedro ihre Drohung, bezüglich Hero’s Untreue wahrmachen, dann wird das arme Mädchen vor allen Verwandten, Bekannte und Freunden aufs übelste verleumdet. Die arme Hero.


    3. Akt, 4. Szene


    Es schnürrt einem geradezu das Herz ein, wenn man sieht wie unbefangen und freudig Hero sich auf ihre Hochzeit vorbereitet, ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, was ihr bevorsteht.
    Und Dogberry hätte ich schütteln können, dass dieser Schwätzer nicht mit einfachen Worten, die von ihm vorzutragende Sache auf den Punkt gebracht hätte. :grmpf:



    So viel hier zu und ich freue mich schon auf Akt Nr. 4, den ich eventuell heute Abend lesen werde.


    Viele Grüße Tina

  • Ich bin mit dem Stück durch, muss aber sagen, dass es meiner Meinung nach nicht an "Macbeth" oder an "Die Komödie der Irrungen" ran kommt. Es war immerhin eines der leichter zu verstehenden Stücke (das lag wohl auch an die Anzahl der Personen, die sich in Grenzen hielt). Obwohl ich schon Sympathie für Beatrice empfand, wurde ich nicht so richtig vertraut mit den Personen wie in anderen Stücken.

    :lesen: Sabine Weigand - Die Tore des Himmels


  • Ich bin mit dem Stück durch, muss aber sagen, dass es meiner Meinung nach nicht an "Macbeth" oder an "Die Komödie der Irrungen" ran kommt. Es war immerhin eines der leichter zu verstehenden Stücke (das lag wohl auch an die Anzahl der Personen, die sich in Grenzen hielt). Obwohl ich schon Sympathie für Beatrice empfand, wurde ich nicht so richtig vertraut mit den Personen wie in anderen Stücken.


    Woran lag es denn? An dem Thema an sich oder an den Dialogen? Das würde mich interessieren. Es ist mein absolutes Lieblingsstück, aber ich denke das liegt bei mir auch an der Tatsache, dass ich mit Much ado about nothing, private Erinnerungen verbinde. Ich bin ja auch eher, diejenige, die besonders die Schurken und Fieslinge bei Shakespeare mag, wie zum Beispiel Richard der Dritte. Ein Bild von einem Bösewicht :breitgrins: und mir geht es bei diesem Stück auch so, dass ich Don John eigentlich nicht so schlimm finde, wie die anderen Übeltäter, welche der gute William erschuf.


    Ich werde morgen weiterlesen, wenn ich wieder zu Hause bin. Shakespeare geht ausserhalb meines Wohnzimmers gar nicht. :smile:


    Viele Grüße Tina


  • Woran lag es denn? An dem Thema an sich oder an den Dialogen? Das würde mich interessieren. Es ist mein absolutes Lieblingsstück, [...]


    Das würde mich auch interessieren. Für mich gehört das Stück auch eindeutig in die Kategorie "Lieblingsstücke", obwohl ich einige Schwierigkeiten mit der Interpretation der Dialoge hatte.


    Ich war heute in meinem Wohnzimmer :zwinker: und habe den 5. Akt gelesen. Gerade hier hatte ich Probleme, Benedikt Worten richtig zu deuten. Ich sollte den Akt in den nächsten Tagen noch einmal lesen. In der 1. Szene trauert und grollt Leonato, und ich bin mir nicht sicher, ob er es aus Scham oder wegen dem Verlust seiner Tochter tut. Vielleicht weiß er das selbst nicht genau. Benedikt erfüllt Beatrices Wunsch und erklärt sich bereit, Claudio zu fordern. Ob er das nun Beatrice zuliebe macht oder weil es sein eigenes Moralempfinden ihm vorschreibt? Ich sehe ihn mit seinen lockeren Sprüchen als jemand, der lieber gute Stimmung verbreiten möchte und nicht solche schwerwiegenden Taten begeht. Täte er es aber aus Liebe zu Beatrice, wäre es eine schlechte Grundlage, weil er sich ihr damit sozusagen ausliefert. Claudio als geprellter Ehemann zeigt unterdessen wenig Kummer für mein Empfinden. Er erklärt sich ein bisschen zu schnell bereit, die Nichte von Leonato zu heiraten. Und diese Nichte ist auch nicht zu beneiden. So einfach über ihren Kopf hinweg als Braut versprochen zu werden, ist für unsereins schwer zu verstehen, auch wenn es damals normal war.


    In der 2. Szene sprechen Beatrice und Benedikt wieder miteinander. Gestehen sie sich da nun endlich ihre Liebe? Ich bin mir nicht sicher, ob ich Benedikts Worte richtig verstehe. Immerhin wird ihm die Forderung Claudios erspart, da sie die Nachricht bekommen, dass Hero doch nicht untreu war.


    Im 4. Satz kommt endlich alles wieder ins Lot. Beatrice und Benedikt zieren sich immer noch. Erstaunlich, da sie doch früher immer recht bissig über einander sprachen. Der Festnahme Don Juans werden ganz am Schluss nur einige Worte gewidmet, aber es ist ausreichend um zu wissen, dass der Bösewicht seine Strafe bekommt.