Ursula Poznanski - Saeculum

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 46 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Avila.

  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Zum Inhalt:
    Bastian ist Medizinstudent und von seinem ehrgeizigen Vater schon immer auf Erfolg getrimmt worden. Dann lernt er Sandra kennen und wird in ihr Hobby, Mittelalter-Conventions, eingeführt. Er finde Sandra toll und nachdem er auf einem Mittelaltermarkt einen Teil ihrer Freunde kennengelernt hat, lässt er sich überzeugen, bei der nächsten Convention der Gruppe Saeculum dabei zu sein. Doch schon bevor es losgeht, geschehen merkwürdige Dinge. Einige erfahrene Teilnehmer dürfen nicht dabei sein, Bastian erhält einen anonymen Anruf, der ihn vor der Teilnahme warnt. Und zudem scheint das geheimnisvolle Ziel eine düstere Vergangenheit zu haben und unter einem Fluch zu stehen. Obwohl bis auf die Teilnehmerin Doro alle das Ganze als dummes Zeug abtun, dauert es nicht lange, bevor vor Ort äußerst unheimliche Dinge geschehen! Ist es der Fluch oder was steckt dahinter?


    Meine Meinung:
    Bei Erebos war ich nicht ganz so begeistert wie die meisten Leser, dort war mir die Handlung im Computerspiel einfach zu viel. Trotzdem war ich gespannt auf das neue Buch von Ursula Poznanski. Und es hat mich völlig gefesselt! Obwohl ich auch von mittelalterlichen Rollenspielen keine Ahnung habe, habe ich problemlos in die Geschichte hineingefunden. Da das alles auch für Bastian Neuland ist, wurde es anfangs ausgiebig erklärt.
    Die Geschehnisse auf der Convention sind unheimlich und lösen einen ziemlichen Gruseleffekt aus. Die Hauptcharaktere bleiben lange Zeit ziemlich undurchsichtig und deswegen umso spannender. Anhand der Nebenfiguren wird die Gruppendynamik sehr überzeugend dargestellt. Sehr beeindruckend war die Vorstellung, wie leicht man Menschen außerhalb ihrer gewohnten Zivilisation an ihre Grenzen bringen kann und wie schnell sie dann bereit sind, alles zu tun, um zu überleben.


    5ratten

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Ursula Poznanski – Saeculum


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Inhaltsangabe:


    Um seine neue Freundin Sandra zu beeindrucken, nimmt der Medizinstudent Bastian einiges auf sich – sogar die Teilnahme an einem mittelalterlichen Live-Rollenspiel der Spielergruppe Saeculum. Der dafür ausgesuchte Ort sorgt unter seinen Mitspielern für Unruhe, denn der Wald bzw. die Lichtung darin soll der Sage nach (die natürlich allen genüsslich erzählt wird) mit einem Fluch belegt sein. Für Bastian ist das aber alles nur Teil des Spiels – bis plötzlich Mitspieler spurlos verschwinden, geheimnisvolle Botschaften auftauchen und auch der Kontakt zur Welt „draußen“ abreißt. Während der darauf folgenden Ereignisse schließt Bastian Freundschaft mit der Lautenspielerin Iris, die einen sehr konkreten Verdacht hat, wer das Spiel stören will. Doch einige Mitspieler sind sicher, den Fluch auf sich geladen zu haben und glauben auch zu wissen, wie sie ihn wieder los werden können ...


    Der erste Satz:


    „Bastian hörte das Klirren der Schwerter schon von Weitem.“


    Meine Meinung zum Buch:


    Das wird für mich eine schwierige Rezension, denn das Buch hat viele gute Seiten, aber auch starke Schwächen.


    Ich bin selbst keine Rollenspielerin, daher war mir die Figur des Bastian am nächsten und seine spontanen Heiterkeitsausbrüche in Bezug auf manche Spielvorgaben konnte ich gut verstehen. Bastian scheint aber merkwürdigerweise einer der wenigen in seiner Gruppe zu sein, der erkennt, dass alle Vorkommnisse für das Spiel inszeniert sein müssen – denn es ist ja ein Spiel! Die teilweise panischen Reaktionen seiner in solchen Rollenspielen wesentlich erfahreneren Mitspieler konnte ich daher überhaupt nicht nachvollziehen – eigentlich müssten sie so reagieren wie Bastian und Bastian müsste der unsichere Spieler sein.


    Das war dann auch der Grund, warum die wunderbar gruselig geschilderten Orte und Ereignisse bei mir nicht so richtig für Spannung sorgen konnten – es war doch nur ein Spiel. Nur sehr weit gegen Ende der Geschichte, als sie sich „dreht“ und die echten Gründe für die Störungen im Spiel offen werden, kommt Tempo auf.


    Zu lesen ist das Buch sehr schön. Als Leser erhält man einen guten Einblick in die Mittelalter-Szene und in die Welt der Rollenspiele. Bastian als Neuling in diesem Thema darf alles fragen und lernen, und wir Leser machen das mit. Interessant waren auch die kleinen Dialogstücke zwischen Unbekannten, die hin und wieder in die Geschichte eingestreut werden. Diese Teile haben mich sehr neugierig gemacht.


    Tief charakterisiert war in meinen Augen aber nur Bastian, ihn lernen wir sehr gut kennen. Die Lautenspielerin Iris bekommt zumindest gegen Ende mehr Kontur, doch die übrigen Charaktere bleiben eher blass und wir erfahren kaum etwas aus ihrer Vergangenheit oder wie sie zu ihrem mittelalterlichen Steckenpferd gekommen sind. Das fand ich teilweise sehr schade, denn einige Figuren wären es durchaus wert gewesen, sie dem Leser noch ein bisschen näher zu bringen.


    Am meisten hat mich aber der Schluss geärgert und der ist auch der Grund für einen dicken Abzug bei den Ratten:


    Schade, das hat mir die Freude am Buch doch noch vergällt.


    Meine Bewertung: 3ratten


    Viele Grüße von Annabas :winken:

  • Vielleicht kannst du das Buch ja noch lesen, es wäre sicher toll, wenn jemand mit Rollenspiel-Erfahrung was dazu schreiben könnte.
    (Ich bringe das Buch beim nächsten Odenwald-Stammtisch zurück, wenn du nimue nett bittest, leiht sie es dir vielleicht auch. :zwinker: )


    Grüße von Annabas :winken:


  • Bei Erebos war ich nicht ganz so begeistert wie die meisten Leser, dort war mir die Handlung im Computerspiel einfach zu viel.


    Das ging mir mit Erebos letztes Jahr (:gruebel:) ganz genauso. Und da ich mit Rollenspielen leider genauso wenig anfangen kann, wie mit Computerspielen, wollte ich "Saeculum" eigentlich nicht unbedingt lesen. Aber deine Rezi macht mich jetzt doch neugierig und irgendwie reizt mich das Buch ja schon. Zumal die Aufmachung und vor allem der schwarze Buchschnitt ja schon ziemlich cool ist. ;)

    Books are the ultimate Dumpees: put them down and they’ll wait for you forever; pay attention to them and they always love you back.<br />John Green - An Abundance of Katherines<br /><br />:lesewetter: Caprice

  • Meine Meinung:
    Mittelaltermärkte und Rollenspiele ein Setting das mich sehr angesprochen hat, hinzu kommt eine wirklich gelungene Buchgestaltung die sehr gut zum Inhalt des Romans passt. Ihr seht der äußere Rahmen war also schon gegeben um mir das Buch im Vorfeld schmackhaft zu machen und ich muss sagen insgesamt betrachtet konnte mich der Roman sehr überzeugen wenn auch nicht zu 100 Prozent. Warum das so ist werde ich hier natürlich noch ein wenig ausführen.


    Schon gleich zu Beginn konnte mich die Autorin sehr begeistern. Die Handlung setzt auf einem Mittelaltermarkt ein und ab da fühlte ich mich einfach nur in meinem Element, ich liebe Mittelaltermärkte sehr und dementsprechend gab es hier dann auch den ersten Pluspunkt weil ich fand das diese Szenen lebendig beschrieben waren und man wirklich den Eindruck hatte auf einem der Märkte zu weilen. Lediglich die Hauptfigur Bastian ging mir ein bissl auf die Nerven, nicht weil ich ihn nicht mochte, eher die Klischeehafte Beziehung zum ach so bösen Übervater fand ich etwas überzogen. :rollen: Die restlichen Figuren die man bald darauf kennelernt weckten meine Neugier, auch wenn sie mir nicht zwingend sympathisch waren.
    Sehr schön fand ich dann allerdings die weitergehende Handlung hin zum Rollenspielabenteuer auf weiter Flur, da ich selbst gerne Live Rollenspiel spiele (leider viel viel zu selten) hat auch diese Idee mich sehr angesprochen - auch wenn ich mir nun wohl etwas genauer überlege mit wem ich diese Reise auf mich nehme. :breitgrins:


    Nach und nach wird klar das hier etwas ganz und gar nicht mit Rechten Dingen zugeht. Und genau dies ist meiner Meinung nach die Stärke des Romans. Lange lässt die Autorin es in der Schwebe ob der Roman sich eher in eine fantastische Richtung weiterbewegt oder doch auf dem Boden der Tatsachen bleibt und ein Thriller ist. Die bedrohliche Stimmung und auch die Stimmung innerhalb der Gruppe die langsam um zu schwenken beginnt haben mir hier besonders gefallen. Zu dem baut die Autorin hier eine sehr schöne Spannung auf die mich sehr gefesselt hat. Mir hat das sehr gefallen und ich mochte es sehr das die Figuren ambivalent bleiben und man sehr lange überlegt wen man leiden kann und wen nicht. Die Bedrohung die sich nach und nach zuspitzt habe ich durchaus als solche empfunden, auch wenn ich so manchen Abergläubigen hier als etwas nervig empfunden habe weil die Figur einfach keine andere Meinung akzeptiert hat. Hi und da wäre es durchaus interessant gewesen eine andere Perspektive kennen zu lernen - Bastians Sicht und Iris Sicht sind die einzigen die man als Leser kennt - allerdings glaube ich auch das die Autorin bewusst darauf verzichtet hat um die Spannung zu halten.


    Leider konnte mich die Autorin dann mit ihrem Schluss nicht gänzlich zufrieden stellen, was eigentlich sehr gut aufgebaut und konstruiert war wurde hier eher unrealistisch und etwas arg aufgebauscht zu Ende gebracht. Das war einfach eine "zufällige" Wendung zu viel. Das fand ich etwas schade weil ich den Eindruck hatte das die Autorin es durchaus besser hätte machen können. Zudem wird es dann einfach etwas abstrus und eben unbefriedigend gelöst. Das ist aber zugegebener Maßen mein einziger starker Kritikpunkt, der aber eine Ratte Abzug in sich birgt.


    4ratten ist mir der Roman dennoch Wert weil er eben spannend zu lesen war und mir die Stimmung sehr gefallen hat!


    Annabas


  • eher die Klischeehafte Beziehung zum ach so bösen Übervater fand ich etwas überzogen. :rollen:


    Das stimmt, Bastians Vater war wirklich etwas unglaubwürdig dargestellt.



    Nach und nach wird klar das hier etwas ganz und gar nicht mit Rechten Dingen zugeht.


    Findest du? Für mich war immer klar, dass es eine Inszenierung ist

    Und ich habe nicht wirklich verstanden, wie die Protagonisten - erfahrene Rollenspieler! - die Geschehnisse für bare Münze nehmen können.


    Grüße von Annabas :winken:

  • Annabas

  • HoldenCaulfield: ok, Live-Rollenspiele kenne ich eben nur aus Büchern/Berichten, vielleicht ticken die Spieler während des Spiels doch anders. :zwinker:


  • Findest du? Für mich war immer klar, dass es eine Inszenierung ist


    Wie meinst du das, es ist alles eine Inszenierung? Meinst du die komplette Handlung im Wald? Ich habe gerade 20 Seiten von dem Buch gelesen und fände es schade, wenn ich deinen Hinweis richtig gedeutet hätte. Oder meinst du etwas anderes?

    Einmal editiert, zuletzt von Aurian ()

  • Naja, wenn ich an einem Rollenspiel teilnehme, ist doch klar, dass die Ereignisse/Aufgaben/Abenteuer inszeniert sind - schließlich haben die Teilnehmer ja auch einen Spielleiter, der das alles vorbereiten muss, den Platz aussucht, das "überfallene Dorf" aufbaut u.s.w. Wie kann man also auf die Idee kommen, dass irgendetwas davon real ist?
    Das meinte ich. :smile:
    Und nachdem außer Bastian alle Teilnehmer erfahrene Rollenspieler sind, hat mich gewundert, wie leicht sie auf die Idee kommen, dass das eine oder andere Ereignis nicht zum Spiel gehört.


    Grüße von Annabas :winken:

    Einmal editiert, zuletzt von Annabas ()


  • Naja, wenn ich an einem Rollenspiel teilnehme, ist doch klar, dass die Ereignisse/Aufgaben/Abenteuer inszeniert sind - schließlich haben die Teilnehmer ja auch einen Spielleiter, der das alles vorbereiten muss, den Platz aussucht, das "überfallene Dorf" aufbaut u.s.w. Wie kann man also auf die Idee kommen, dass irgendetwas davon real ist?
    Das meinte ich. :smile:


    Danke für die Erklärung. :bussi: Da bin ich aber erleichtert. :smile:


    Liebe Grüße
    Aurian

  • Annabas

  • Die Grundidee des Buches hat mir sehr gut gefallen, denn sie weicht von den bekannten Handlungen ab und hörte sich interessant an. Außerdem hat mich die etwas düstere Optik des Buches, was durch den schwarzen Schnitt unterstrichen wird, zusätzlich zum Kauf animiert.


    Es fiel mir leicht, mich auf die Geschichte einzulassen und anfangs hat sie mir auch richtig gut gefallen.


    Da ist eine Gruppe junger Leute, die fünf Tage in der Einsamkeit verbringen wollen, weit weg von der nächsten Straße und ganz ohne irgendwelche Technik. Schon am ersten Tag werden sie von einem starken Gewitter überrascht und es wird deutlich, wie schnell sich das Leben auf das wesentliche reduziert, wenn man ganz ohne Unterkunft der Natur ausgeliefert ist. Da bekommt etwas so normales wie ein Gewitter eine ganz andere Bedeutung.


    Kaum ist das überstanden geht es los mit merkwürdigen Ereignissen und die Spannung steigt immer mehr. Doch nach und nach wurde mir klar was hier passiert und leider auch

    , wodurch das nachfolgende Geschehen für mich etwas durchsichtig war.


    Trotzdem empfand ich es als beklemmend, wie sich die Geschichte weiterentwickelte, vor allem wie sich das Verhalten der Teilnehmer des Rollenspieles veränderte. Je größer die Bedrohung ihres Lebens wurde, desto mehr trat ihr wahrer Charakter zutage und es war erschreckend wozu sie bereit waren.


    Das Ende war für mich allerdings sehr unbefriedigend. Die Botschaft, die hier vermittelt wird, fand ich für ein Jugendbuch mehr als unpassend.


    Insgesamt lässt mich das Buch sehr zwiegespalten zurück.


    3ratten


    Liebe Grüße
    Aurian

  • Ich habe den Roman einer Freundin von mir empfohlen und sie hatte im Grunde die gleichen Mängel der Handlung gefunden die hier im Thread ja auch zur Sprache kamen. Im Gespräch mit ihr ist mir dann auch aufgefallen das ich Saeculum negativer betrachte als noch beim Lesen und kurz danach. Ich glaube ich war vor allem durch die Thematik Rollenspiel begeisterungsfähiger *gg* Sie meinte übrigens auch das sie gleich das Gefühl hatte das alles inszeniert und ein Spiel ist. Ich erinnere mich das ich im Vorfeld dachte Poznanski würde eher Fantasy schreiben, ich glaube dadurch war für mich diesen Apsekt glaubwürdiger.


  • ich im Vorfeld dachte Poznanski würde eher Fantasy schreiben,


    Das kann natürlich sein. Ich hatte beim Lesen nie an Fantasy gedacht, sondern eher an einen "Krimi im Rollenspiel-Milieu".


    Grüße von Annabas :winken:

  • Ich habe das Buch heute beendet und es war vor allem eines: saumäßig spannend! Gruselig fand ich es auch, aber gut, ich halte in dieser Beziehung nicht viel aus. Erebos hat mir auch gut gefallen.


    Ich weiß nicht warum, aber die Geschichte hat mich bis in meine Träume verfolgt und es hat mich extrem gegruselt. Ich konnte keine Ruhe finden, bis ich nicht wusste, wie die Sache ausgeht. Ich fand das Buch gut, die Charaktere waren mir plastisch genug, Bastian war mir sympathisch. Der Wald wird sehr schön beschrieben und auch die Mittelaltermärkte. Dennoch war es ein Buch, dass ich nur so schnell wie möglich fertig lesen wollte und am Ende froh war, dass es vorbei ist.


    Für das, was es sein soll, ein Jugend-Thriller, bekommt es von mir 5ratten.


    Es ist sicher einen Versuch wert für Lese-Muffel ab 14 Jahren, die auf Nervenkitzel stehen.


    Ich bezeige, nach Hertzens-Aufrichtigkeit, dass ich mich glücklich schätze, mich mit Verehrung nennen zu dürfen und ersterbe,<br />Roulade<br /><br />[url=http://www.literaturschock.de/autoren/interviews/119-intervie

  • roulade

  • @Holden

    Ich bezeige, nach Hertzens-Aufrichtigkeit, dass ich mich glücklich schätze, mich mit Verehrung nennen zu dürfen und ersterbe,<br />Roulade<br /><br />[url=http://www.literaturschock.de/autoren/interviews/119-intervie